Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Danke dir, sehe ich genau so. Airbus war jetzt nur ein krasses Beispiel, weil ich mir wirklich nicht vorstellen kann, dass man die pleite gehen lässt. Das Gros meiner ersten Investition liegt in, meiner Meinung nach, sehr sicheren Anlagen wie VW, Apple & co., die momentan teilweise bedingt durch Corona einfach einen Dämpfer bekommen haben, grundsätzlich aber riesig groß sind und weiterhin nach den Sternen greifen.
 
xpower ashx schrieb:
(...)
Das schöne an der Börse, jeder wird gute und schlechte Erfahrungen machen, und einige verbrennen sich die Finger, ich finde den Thread sehr informativ, da es hier auch Leute gibt die länger dabei sind und eben auch Ihre Erfahrungen mitteilen, positiv wie negativ.
(...)
Für mich persönlich war ein Wendepunkt als sich der "ernsthafte" Anlagehorizont verändert hat. Zu Beginn hätte ich mit meinen Gedanken auch in die Spielbank gehen können, da war keine richtige Grundlage (Strategie) für "Anlage". Langfristig ausgerichtetes Investieren muss man lernen. Ich persönlich halte Aktien für geeignet, da Immobilien eben in gewisser Weise "immobil" machen (zumindest die selbst genutzten).
Der alte Spruch "An der Börse verdient man sein Geld mit dem Gesäß und nicht mit dem Kopf" stimmt m. E. insoweit, dass man wenig "hin und her" veranstaltet (hält die Nebenkosten gering) und nicht in die Falle "bester Ein-/Ausstieg" tappen sollte.

Allerdings gilt es vor dem Hinsetzen doch den Kopf einzuschalten "was kaufe ich und warum?", danach kann man dem Gesäß die Arbeit überlassen.
 
youngbuck89 schrieb:
weil ich mir wirklich nicht vorstellen kann, dass man die pleite gehen lässt.
Wobei zwischen "pleite" und "Gewinn machen" viel viel Grau ist.
youngbuck89 schrieb:
sehr sicheren Anlagen wie VW,
VM ist da ein gute Beispiel. Alles andere als Pleite, aber lang noch nicht da, wo sie vor dem Dieselskandal mal waren. Ähnliche Skandale können auch bei anderen Firmen auftreten. Ich halte kein Unternehmen für "sicher". Es gibt einige von denen ich es unwahrscheinlich halte, dass die pleite gehen, aber "nicht alles durch einen Pleite zu verlieren", sollte eigentlich nicht der Anspruch sein, den man an sein Investment hat ;)
 
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Für fast grundsätzlich solide halte ich die Unternehmen die beispielsweise in einem MSCI World die ersten zehn Positionen ausmachen, aber die sind eben momentan überteuert, zumindest ist das meine Meinung, und gerade Tech.

VW wäre glaube ich der einzige Autobauer den ich mir vielleicht holen würde, aber momentan finde ich Luftfahrt und auch Autobau für mich nicht interessant. Konsum, Big Pharma, Tech und Telekommunikation sind bei mir im Moment die Bereiche in die ich investiere, die bieten uns Menschen momentan glaube ich den grüßten Mehrwert, mal auf das wichtigste konzentriert. In eins zwei Jahren mag das wieder anders aussehen.

Trotzdem, das was da seid einem halben Jahr mit Corona vor sich geht ist ein einziger Albtraum, und ich hoffe das wir uns davon wirtschaftlich sowie mental irgendwann wieder erholen können.
 
Dazu mach ich keine Aussage. War auch nicht mein Punkt. Kein (einzel) Unternehmen ist mMn, eine "sehr sichere Anlage". Wer hätte schon Anfang 2015 vermutet dass VM um mehr als die Hälfte einbricht. VM hat die Krise jetzt hinter sich, aber wer weiß welche Leichen andere "sehr sichere Unternehmen" im Keller haben?
Was jetzt nicht heißen soll, dass VW kein schlechtes Investment sein kann oder Apple unsicher wäre. Aber man sollte nicht Aufgrund der "Sicherheit" kaufen. Wenn man Sicherheit will, lässt man das Geld auf dem Konto. Man sollte in Dinge investieren, von denen man denkt, sie wachsen in der Zukunft, aber Rendite kommt immer mit Risiko.
 
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Quaussi schrieb:
Aktienhandel und Zockerei passen nicht wirklich zusammen.
Doch, wenn man alles nur in eine Aktie steckt, dann ist das Zocken und kein solides Aktieninvestment.
youngbuck89 schrieb:
Sobald wieder uneingeschränkt geflogen werden darf, sollte die doch wieder gehörig steigen - eine Pleite halte ich hier eher für unwahrscheinlich.
Die müssen ja nicht pleite gehen, damit die (Alt)Aktionäre in die Röhre schauen., Denke an die Commerzbank und welche Folgen die Staatshilfe mit Kapitalschnitt und danach -erhöhung während der Finanzkrise für die Altaktionäre hatte. Eine Rettung vor eine Pleite bedeutet nicht, dass die Aktionäre sich die Hände reiben können, genau dies möchte der Retter nämlich in aller Regel nicht, der will das Unternehmen und nicht dessen Altaktionäre retten.

Bedenke auch das die Airlines mächtig unter Corona leiden und so bald keinen Bedarf an neuen Flugzeugen haben werden, also die Flugzeugbauer noch viel länger auf eine Erholung warten müssen als die Fluggesellschaften.
 
Quaussi schrieb:
Aktienhandel und Zockerei passen nicht wirklich zusammen. Vorurteile gehören nicht in ein Forum.
Für mich sind Aktien spätestens seid VW zock. Wirecard hab ich früh genug abstoßen können und da sagte die Mehrheit auch "dolles Ding"...
youngbuck89 schrieb:
Sobald wieder uneingeschränkt geflogen werden darf, sollte die doch wieder gehörig steigen - eine Pleite halte ich hier eher für unwahrscheinlich. Was meint ihr?

Wir sind Zulieferer für die Flugzeugbauer, vor 2 Wochen hat uns die GF paar Zahlen/Grafiken genannt bezüglich verschiedener Prognosen für die Erholung des Flugverkehrs (von Prof. XYZ, ich suche die gerade noch) mit 3 Szenarien. Sinngemäß
Schnelle Erholung = 2022 Flugaufkommen über Corona Niveau
Langsame Erholung = 2023 Flugaufkommen wie vor Corona
Schlechte Erholung = 2025 unter Corona Niveau.
War eine etwas ältere Studie. (April/Mai ca.). Die gehen von einer schlechten Erholung aus.
 
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GF= Geschäftsführung.
Was solln das für ne Studie sein? Ich kenne Prognosen aus innerhalb der Lufthansa, die gehen davon aus, das selbst bei positiver Entwicklung die nächsten 5 Jahre nicht mehr das Niveau vor Corona beim Flugverkehr erreicht wird.
 
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@Ponderosa: Geschäftsführung.
Ich schau am Montag nochmal in die Präsentation. Da stand der Name drauf. Die Prognose ging auch auf die Anzahl der neu zu bauenden Flugzeuge ein. Sah alles nicht rosig für uns aus.
 
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Die Lufthansa wird zu 100% die Anzahl ihrer Flugzeuge senken. der A380 wird komplett eingemottet, Ersatzbeschaffungen dafür sind auf absehbare Zeit nicht vorgesehen. Man kann davon ausgehen, dass auch kurzstrecken zunehmend aus dem Flugprogramm fliegen (Austria Air hats vorgemacht) und entsprechende Flugzeuge werden entsprechend weniger gefragt sein.

Ich würde auf eine Erholung auf vor Corona Niveau bei keinem Flugzeugbauer, Fluglinienanbieter und auch Reiseanbieter setzen innerhalb der nächsten 10 Jahre.
Von allem was ich bei der LH höre ist die Stimmung da jetzt nicht so positiv. Da das alles zudem auch nach wie vor davon abhängt, wie Corona sich entwickelt insbesondere in der 3. Welt, Brasilien, Amerika kann sich das auch noch deutlich verschlechtern. Eine 2. Welle in Europa mit erneuten Reisebeschränkungen und das ganz wird denke ich erheblich unangenehmer.

Woher die Einschätzungen stammen (dirket aus der Lh oder von extern) weiß ich jedoch nicht, es sind aber die Prognosen, die intern kommuniziert werden.
 
In einer Sache hätte ich gerne noch euren Rat. Ich habe über die Sparkasse mit Deka Investments einen Mischfond und Immobilieneuropa bespart, ziemlich genau 1 Jahr lang, Sparsumme insgesamt 7000€. der höchste Stand nach fast einem Jahr war +30€. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Gebühren die Erträge komplett auffressen. Aktuell bin ich, bedingt durch Corona, noch etwa 500€ im Minus und würde das Geld nun lieber raus ziehen, um es über trade republic in ETF Anlagen zu besparen. Der größere Teil ist zum Glück im Mischfond, in Immobilieneuropa liegen ca. 2500€, auf diese werde ich ein Jahr warten müssen. Ich denke, über ETFs klettert der Betrag schneller, als wenn ich ihn bei der Sparkasse geparkt lasse.

Da ich mich nun ein wenig eingelesen habe, erscheint mir dieser Schritt sehr sinnvoll, was meint ihr dazu?
 
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Ich hab vor ein paar Monaten einen ähnlichen Schritt gemacht und meine aktiven DWS Fonds verkauft und damit ETFs gekauft. Solange du im Minus bist fallen ja auch keine Steuern an, daher sollten die Kosten für den Wechsel überschaubar sein.
 
@youngbuck89
Mischfonds finde ich im allgemeinen relativ sinnlos. Denn hinsichtlich laufende Kosten sind die meist nicht viel unter einem Aktienfonds, die Rendite jedoch wegen des verzinslichen Anteils deutlich schlechter. Wenn man nicht 100% Aktien haben will, baut man sich lieber seinen eigenen Mischfonds: Einen reinen Aktienfonds/ETF für den Aktienanteil, und für den verzinslichen Anteil entweder passende Anleihen oder Tages-/Festgeld. Damit fährt man normalerweise besser als mit einem Mischfonds.

Zum Immo-Fonds: Die Deka-Immofonds sind in ihrer Klasse ganz in Ordnung. Die langjährige Rendite ist mit 2-3% klar niedriger als beim Aktienfonds, dafür aber ziemlich stabil. Ich selbst halte Immo-Fonds in der Größenordnung 7% des Gesamtportfolios, da ich sie als nette Beimischung halte. Sicher, zum Für und Wider zu Immofonds kann man etliche Seiten Diskussion führen, aber das zeigt ja auch, dass hier die Empfehlung nicht ganz so klar Richtung verkaufen geht wie bei deinem Mischfonds.

Tipp: Immofonds kann man auch an der Börse handeln. Der Kauf ist hier häufig günstiger als bei den standardmäßigen 5% Ausgabeaufschlag. Beim Verkauf profitiert man davon, dass es ohne Mindesthaltezeit geht. Jedoch Vorsicht: An der Börse kann man nur ganze Stücke handeln!

Am Beispiel Deka-ImmobilienEuropa (ISIN DE0009809566 ): Die Fondsgeselllschaft handelt den zu 46,96€, der aktuelle Börsenkurs ist 47,55€. Das heißt die Börse handelt ihn 1,2% über Nennkurs, bei der Deka wegen Ausgabeaufschlag sind es jedoch 5% -> Börse ist günstiger. Auch beim Verkauf ist die Börse besser, denn da profitierst du vom 1,2% höheren Kurs, abzüglich Handelsgebühren (bei überschlägigen 10€ für 2500€ wären das 0,4%, d.h. 0,8% mehr Erlöse bei Verkauf über Börse).
 
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Man darf ja nicht wirklich Anlageberatung machen. Wie ich es aber schon erwähnt habe, wenn man jetzt investiert kauft man sich in einen heißen Markt ein, das sollte man unbedingt berücksichtigen.

Gehen wir Mal davon aus ich würde es ähnlich handhaben und meinen Bausparer auflösen der mir gerade 1% p.a. bringt ca. Davon würde ich wahrscheinlich an schwachen Tagen nach und nach kaufen, und vielleicht die andere Hälfte nach und nach per Sparplan reinhauen. So läuft man dann nicht Gefahr zu viele Anteile zu teuer einzukaufen. Es sei denn die Märkte steigen immer weiter, das ist unwahrscheinlich.

Es sind nämlich noch viele Themen auf dem Tisch, Corona, Brexit, US Wahlen, Handelsstreit USA - China. Momentan ist Partylaune, man sollte sich aber nicht blenden lassen.

Ich kann nur für mich sprechen und habe auch wenn ich erst ein halbes Jahr dabei bin schon viel erlebt und welche Dynamik im Markt herrscht. Daher ist Vorsicht angesagt, nicht sofort zuviel Cash reinpumpen.

Die drei ETF'S die ich per Sparplan halte seit Januar sind ca. 2.7 bis maximal 4% im Plus.
 
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xpower ashx schrieb:
Es sei denn die Märkte steigen immer weiter, das ist unwahrscheinlich.
Das ist doch eine Grundannahme wenn man in Aktien investiert. Wenn man nicht glaubt Gewinn zu machen, aka die Märkte steigen, dann kann man das Geld auch aufm Konto lassen. Das ist wenigstens sicher (so sicher das Geld aufm Konto halt ist)
Und @youngbuck89 will ja nicht mit Cash in den Markt, sondern sein bestehendes Investment bei der Deka in ein anderes umwandeln. Und da macht es mMn. nicht viel Sinn zwischen verkauf und kauf auf gute Kurse zu warten. Das kann klappen, muss nicht. Und im Zweifel gilt "Time in the market beats timing the market".
Man sollte sich natürlich überlegen, wenn man von einem Mischfond auf ein reines Aktien-Produkt geht, ob man das höhere Risiko auch tragen will, oder wie @Faluröd schon sagt, seinen eigenen "Mischfond" baut aus Tagesgeld/Anleihen plus Aktien/ETFs.
 
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Generell kann man festhalten, dass aktive fonds keinen Vorteil haben. Denn der wichtigste Faktor, der Fondmanager, schlägt die durchschnittliche Rendite des Marktes nicht über einen Zeitraum von 20 Jahren und mehr.
Selbst Leute wie Warren Buffet haben ihr Plus an Rendite aus einzelnen Jahren in ferner Vergangenheit erzielt.
 
@Nilson

Da hab ich mich unglücklich ausgedrückt, ich meine die Dynamik mit der die Märkte momentan steigen und gestiegen sind.

Mir geht's bei der Sache nur um Sensibilisierung, gerade für Leute die neu in den Markt kommen und erste Erfahrungen machen, ich denke wir alle glauben langfristig an diese Investments sonst würde man wie du sagst die Kohle aufm Konto haben. 😉
 
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