Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Afaik werden deine Kapitalerträge besteuert wie Arbeitseinkommen, nur dass die Steuerprogression nur bis 25% geht. Mit 20.000 im Jahr kommst du aber nicht weit sofern du keine Rente beziehst und in die günstige KV der Rentner kommst - dann musst du dich entweder freiwillig gesetzlich versichern, d.h. ca 15% + Pflegeversicherung vom Brutto (auch Kapitalerträge zählen da mit), oder Privat, was aber für nicht-Beamte (die kriegen Beihilfe vom Dienstherrn) im Alter richtig teuer wird.
 
Ratterkiste schrieb:
Mit 20.000 im Jahr kommst du aber nicht weit sofern du keine Rente beziehst und in die günstige KV der Rentner kommst - dann musst du dich entweder freiwillig gesetzlich versichern, d.h. ca 18% vom Brutto

Selbst mit 15.000€ würde ich persönlich ganz gut und ohne Einschränkungen über die Runden kommen. Stand heute habe ich auch keine höheren Fix- und Lebenshaltungskosten von 1100 Euro im Monat.

Ich habe zu meiner Frage auch eine gute Erklärung gefunden. Aber im Grunde habt ihr natürlich Recht - das mag sich alles ändern.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat hierzu ein vereinfachtes Beispiel vorgerechnet (ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer):
Ein Steuerpflichtiger erzielt im Jahr 2015 – nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags – 5.000,00 € Kapitalerträge und 15.000,00 € Gehalt. Im ersten Fall werden die Kapitalerträge mit der Abgeltungssteuer besteuert: Auf die 15.000,00 € Jahresgehalt müssen nach Einkommensteuertarif 1.343,00 € Steuern gezahlt werden, auf die Kapitalerträge müssen 25 % Steuern entrichtet werden, also 1.250,00 €: zusammen 2.593,00 €.

Damit ist der Steuerpflichtige in dem Beispiel nicht zufrieden, er beantragt die „Günstigerprüfung“. Das Finanzamt addiert demzufolge Gehalt und Kapitalerträge. Auf die gesamten Einkünfte von 20.000,00 € entfallen nach Einkommensteuertarif 2.634,00 €.

Mit diesem Beispiel zeigt das BMF: Die „Günstigerprüfung“ geht zugunsten der Abgeltungssteuer aus, dadurch „spart“ der Steuerzahler 41,00 €. Hinweis: Bei der Günstigerprüfung wendet das Finanzamt das für den Steuerzahler jeweils günstigste Verfahren an. Wer die Günstigerprüfung beantragt muss demzufolge nicht damit rechnen, dass diese für ihn teuer werden könnte.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) macht darauf aufmerksam, dass bereits ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 15.72,00 € bzw. 31.442,00 € bei zusammenveranlagten Ehegatten ein (Grenz-) Steuersatz von 25 % erreicht wird.

Klick und eine Erklärung für den Unterschied von Grenz- und Durchschnittssteuersatz (hatte ich bisher nie so recht kapiert) Klick
 
xpower ashx schrieb:
Denke auch, das ist schwierig zu beantworten, wer weiss ob es im Alter noch lohnt in Aktien investiert zu sein.
Egal wie die Altersvorsorge organisiert ist, es werden immer die Jungen sein die dafür aufkommen müssen. Bei der Rente mit ihrem Umlagesystem ist dies offensichtlich, aber auch alle kapitalgedeckten Systeme entkommen dem nicht. Ob man Aktien, Gold oder Immobilien hat, es muss jemand geben der sie einem abkauft damit sie einen Wert haben und bei Aktien Leute die in den Unternehmen arbeiten und deren Produkte nachfragen, bei Immobilien jemanden der sie mietet.
Ratterkiste schrieb:
dann musst du dich entweder freiwillig gesetzlich versichern, d.h. ca 15% + Pflegeversicherung vom Brutto (auch Kapitalerträge zählen da mit)
So ist es, hier mal lesen und schauen ob es nicht sinnvoller ist anzustreben in, der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert zu sein.
 
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Kapitalgedeckte Systeme stützen sich aber dabei auf die globale, wesentlich günstigere Demographie. Bis der Rest der Welt so vergreist ist wie Deutschland jetzt schon ist vergehen noch ein paar Jahrzehnte.

@BridaX
Ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber bei 2% Inflation bedeuten 1100€ in 35 Jahren ungefähr die selbe Kaufkraft wie heute 550€ - sprich deine Lebenshaltungskosten werden dann bei rund 2000€/Monat liegen.
 
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Ratterkiste schrieb:
Kapitalgedeckte Systeme stützen sich aber dabei auf die globale, wesentlich günstigere Demographie.
Das hängt davon ab wie genau dies aussieht. Mit Aktien oder von mir aus auch Edelmetallen, ja durchaus, aber das Mietshaus in einer deutschen Stadt profitiert nur davon, wenn die Leute dann auch da hinkommen, also mehr Einwanderung erfolgt. Oder nimm Japan, da hat die Rentenversicherung die Staatsanleihen des Landes gekauft und so praktisch direkt ein Umlagesystem geschaffen, deshalb war die extrem hohe Verschuldung dort auch nie ein wirkliches Problem, als sie bei 240% des BIP war, waren 200% in den Händen der Rentenversicherung. Nur drehte dann die Balance zwischen Einzahlungen und Auszahlung der Rentenkasse um und es wurde erstmal mehr Geld an Rentner ausgezahlt als an Beiträgen eingezahlt wurde und damit konnten keine neuen Staatsanleihen mehr gezeichnet werden. Abe hat genau zu dem Zeitpunkt die Fiskalpolitik geändert und die Notenbank ist an Stelle der Rentenkasse als Abnehmer der neuen Staatsanleihen eingesprungen. Wie lange dies gutgehen und was danach passieren wird, ist noch ungewiss.
Ratterkiste schrieb:
Bis der Rest der Welt so vergreist ist wie Deutschland jetzt schon ist vergehen noch ein paar Jahrzehnte.
Da wäre ich vorsichtig, derzeit hat vor allem Afrika und Indien noch ein großes Bevölkerungswachstum:
Das Wachstum der Bevölkerung ist nun einmal umgekehrt proportional zum Wohlstand und der Wohlstand wird auch in Afrika und Indien wachsen. Dies ist für Aktien von Unternehmen die global agieren, natürlich eine gute Aussicht und daher setze ich auch voll auf Aktien.
 
Ratterkiste schrieb:
Ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber bei 2% Inflation bedeuten 1100€ in 35 Jahren ungefähr die selbe Kaufkraft wie heute 550€ - sprich deine Lebenshaltungskosten werden dann bei rund 2000€/Monat liegen.

Da hast du natürlich recht. Ich dachte du beziehst dich mit den 20.000€ auf die Gegenwart. Ich bin 25 und versuche mit 40 größten Teils finanziell frei sein - zumindest werde ich es probieren :)
 
Ich finde das ganze Thema echt massivst spannend. Wäre man früher eingestiegen hätte man mit AMD so richtig einen drauf machen können, wahnsinn.

Eine Frage an die Profis unter euch, ich lese immer wieder Empfehlungen folgender Aktien:

Johnson&Johnson
Bristol-Myers Squibb
Qualcomm
McDonalds

All diese sollen Dividendenstark sein und gute Zukunftsperspektiven haben. Was meint ihr dazu?
 
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youngbuck89 schrieb:
Ich finde das ganze Thema echt massivst spannend. Wäre man früher eingestiegen hätte man mit AMD so richtig einen drauf machen können, wahnsinn.

Eine Frage an die Profis unter euch, ich lese immer wieder Empfehlungen folgender Aktien:

Johnson&Johnson
Bristol-Myers Squibb
Qualcomm
McDonalds

All diese sollen Dividendenstark sein und gute Zukunftsperspektiven haben. Was meint ihr dazu?


Hehe, nicht zu euphorisch werden. Der Blick in die Vergangenheit ist immer einfacher als in die Zukunft :D

Ich bin kein großer Freund von Dividenden, A: Muss man Steuern zahlen (sofern man über dem Freibetrag ist) und B: bremsen Dividenden das Kurswachstum. Ich stehe dann eher mehr auf Performance als auf Dividenden.

In der Regel bieten Wachstumsaktien eine bessere Rendite. Hohe Dividenden zahlen meist große, alteingesessene Firmen die einfach nicht mehr viel wachsen können - also hält man die Anleger mit Dividenden an der Stange. Zurecht sind diese Firmen als "sicherer" angesehen, schließlich können sie eine gewisse stabile Vergangenheit aufweisen.

Im Grunde eine persönliche Einstellung.

Das wichtigste ist sich möglichst breit zu diversifizieren, dann ist das Risiko einer Pleite einzelner Aktien kaum noch relevant.
 
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youngbuck89 schrieb:
immer wieder Empfehlungen folgender Aktien:
Kennst du Portfolio-Performance?
Leg dir das Gratis Tool an, stell deine gewünschten Werte in eine Tabelle, und vergleiche sie.
Wie zb. hier im Bild Microsoft in 10 Jahren. Die würde ich empfehlen. Habe 2007 damit angefangen.
CB Thema.png___CB Thema Qualcomm.png
Meine Meinung zu deinen Papieren.
Johnson&Johnson ja / McDonalds ja / Microsoft ja
Bristol-Myers Squibb eventuell
Qualcomm nein
 
Ich finds bei Portfolio Performance leider etwas schade, dass man zwar viel mit den offiziellen Börsenplätzen machen kann, sobald man aber Sparpläne oder Aktien bei Tradegate oder so kauft ist man fast schon fein raus und hat dann abweichende Werte im Portfolio, kann Gebühren schlecht verrechnen wenn sie direkt vom eingezahlten Betrag erhoben werden, und und und. Bleibt zwar overall eine ähnliche Tendenz aber ich hätte doch manchmal schon gerne eine reale Abbildung. Hat mich immer wieder davon abgehalten stärker einzusinken, weshalb ich es aktuell eher als Log verwende und alle paar Wochen mal nachtrage anstatt das regelmäßig zu nutzen. Ansonsten aber durchaus n ganz hübsches und mächtiges Tool, welches schon eine gewisse Auswertung und Analyse ermöglicht.
 
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Johnson and Johnson ist eigentlich sowas wie ein Must Have im Depot, eine der wenigen Aktien die Triple A Rating haben, also die Höchstbewertung.

Zudem bietet das Unternehmen eine gute Dividende. Aber Bridax hat das schon ganz gut dargestellt, da ist jetzt nicht so ein extremes Wachstumspotenzial mit drin, für mich spielt das zum Beispiel keine Geige, ich habe viele dividendenstarke Titel und auch ein paar Performance Aktien.

Ich hatte aber anfangs auch kleinere Fehler gemacht und hab auf dividendenstarke Titel gesetzt, zwei haben bereits gekürzt, einmal um 1/3 und einmal um 2/3. Disney hat glaube ich komplett ausgesetzt, aber da sehe ich langfristig viel Potenzial wenn alles wieder in geordneten Bahnen läuft, ein tolles Unternehmen. Und bei einigen Unternehmen ist das auch notwendig um das Überleben zu sichern, wenn sie das vernünftig erklären ist es für mich kein Problem.

Die Dividenden reinvestiere ich dann je nach Lage wieder in dieselben Titel bei starken Rücksetzern wenn ich damit die Einstandskurse drücken kann. Oder ich kaufe mich in neue Positionen ein.

Da ich auch erst einige Zeit am Markt agiere (Januar) schaue ich mir das jetzt Mal auf 2-3 Jahre an und muss gucken ob das eine längerfristige Strategie sein kann.

Das schöne ist, ich hab's selbst in der Hand und kann dann später nicht sagen, die böse Bank oder wer immer hat mich ver......
 
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Nero1 schrieb:
Aktien bei Tradegate oder so kauft ist man fast schon fein raus und hat dann abweichende Werte im Portfolio,
Daher vergleiche ich die Werte am liebsten am Wochenende, da ja dann sowieso kein Handel stattfindet.
 
youngbuck89 schrieb:
Wäre man früher eingestiegen hätte man mit AMD so richtig einen drauf machen können, wahnsinn.
Da gibt es noch so viele andere Aktien die teils noch viel besser performt haben, aber es nutzt nichts in die Vergangenheit zu schauen, so wie man nicht Autofahren kann, wenn man nur in den Rückspiegel schaut.
youngbuck89 schrieb:
Eine Frage an die Profis unter euch, ich lese immer wieder Empfehlungen folgender Aktien
Vergiss es, bilde Dir Deine eigene Meinung zu den Aktien. Mit denen die andere empfohlen haben, habe ich die schlechtesten Erfahrungen gemacht und die beste Performance hatte solche die damals keiner empfohlen hatte.
BridaX schrieb:
Hehe, nicht zu euphorisch werden. Der Blick in die Vergangenheit ist immer einfacher als in die Zukunft :D
Eben, hinterher ist man immer schlauer und je besser eine Aktie schon gelaufen ist, umso größer wir die Fallhöhe.
BridaX schrieb:
Ich bin kein großer Freund von Dividenden, A: Muss man Steuern zahlen (sofern man über dem Freibetrag ist) und B: bremsen Dividenden das Kurswachstum.
Das würde ich so nicht sagen, zwar muss man schauen woraus die Dividenden gezahlt werden, aber bei den meisten Unternehmen ist eine kontinuierliche Dividendenzahlung auch ein Beleg für ein erfolgreiches Geschäftsmodell, welches die Startup die teils extremen Kursgewinnen aufweisen, sich oft erst noch erarbeiten müssen. Außerdem sind solide Dividenden ein stabilisierend Faktor für die Kurse. Studien haben bewiesen das es langfristig für die Kursentwicklung besser ist, wenn Gewinne als Dividenden ausgezahlt werden statt für Aktienrückkäufe verwendet zu werden. Letzeres ist kurzfristig besser und wird gerade dann bevorzugt, wenn die Geschäftsleitung in Form von Optionen vergütet wird, langfristig orientierten Aktionären tut das Unternehmen damit aber eben keinen Gefallen.
Nero1 schrieb:
PP? Das kenne ich nur als Abkürzung für PayPal.
 
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Ja so 100% genau kriegt man das mit PP nicht hin aber doch schon relativ genau, wenn man mehrere Depots hat kriegt man eben mit einem Doppelklick schnell aussagekräftige Ergebnisse. Gerade aber was Gebühren und Dividenden betrifft hat man aber sofort einen Überblick. Und man darf nicht vergessen das dieses tolle Tool auch noch umsonst ist und ständig verbessert wird, dafür Daumen hoch an die Entwickler.
 
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BridaX schrieb:
Ich bin kein großer Freund von Dividenden, A: Muss man Steuern zahlen (sofern man über dem Freibetrag ist) und B: bremsen Dividenden das Kurswachstum.
Steuern musst du doch so oder so zahlen und überhaupt, nur wer steuern zahlt, hat Gewinn und des weiteren sollte man dran denken, dass Steuern unseren Staat mit all seinen Vorzügen finanziert. Ohne STaat auch keine (verlässliche) Börse...
Und das Dividenden den Kurs bremsen ist auch nur son Mythos von selbsternannten Börsengurus...
 
Dann ist es wohl eine Herzensangelegenheit, sozusagen die pure Entwicklerleidenschaft 😄
 
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Definitiv Respekt vorm Entwickler, auf jeden Fall. Hab mal nur ein Einführungsvideo gesehen und was man da an Übersichtsseiten erstellen kann bis hin zu automatisch berechnetem Rebalancing und so weiter ist schon gigantisch. Dafür, dass es nicht mal was kostet, ist das Tool einfach krass. Muss man sich etwas reinfinden aber dann gehts. Ich bräuchte halt nur eine genauere Datenbank/-anbindung was die aktuellen Werte anbelangt sowie eine schönere Aufschlüsselbarkeit bei Käufen, z. B. ob Gebühren zzgl. sind oder inkl., da hat er mal einen Workaround im Helpdesk geschrieben aber der ist nun auch nicht gerade schön. Naja...wie auch immer, ich finds cool, dass es Portfolio Performance gibt :D Einen gewissen Überblick gibt es einem dann ja auf jeden Fall.
 
Mustis schrieb:
und überhaupt, nur wer steuern zahlt, hat Gewinn
Umgekehrt, nur wer Gewinn macht oder Dividenden erhält, muss auch Steuern darauf zahlen.
Mustis schrieb:
des weiteren sollte man dran denken, dass Steuern unseren Staat mit all seinen Vorzügen finanziert.
So ist es, wer dies nicht möchte, wandere doch bitte in ein Steuerparadies aus.
Mustis schrieb:
Und das Dividenden den Kurs bremsen ist auch nur son Mythos von selbsternannten Börsengurus...
So ist es, es gibt ja nicht zufällig die Dividenden-Aristokraten, auch wenn im Moment die Techblase 2.0 im Gang ist. Auch bei der müssen sich die Firmen erst beweisen und nicht jede wird zum nächsten Google oder Amazon.
Nero1 schrieb:
ich finds cool, dass es Portfolio Performance gibt
Wozu soll das Tool denn gut sein? Ich habe sowas bisher nicht gebraucht. Einfach weil man auch Auto fahren kann, wenn man nur in den Rückspiegel schaut.
 
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