Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Jeder der 2020 nur ein bisschen verfolgt hat, sollte merken das Wirtschaftszyklen ausgesetzt worden sind. Corona hätte die Bereinigung sein müssen und dank noch mehr QE schweben wir wieder nahe am ATH.
 
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parats, so ist, die Notenbanken greifen immer stärker ein und pushen mit ihrer Geldschwemme eben auch die Aktienkurse. Dies heißt nicht, dass sie dies ewig versuchen und auch jeweils schaffen werden, aber die alten Regeln kann man nicht mehr so einfach wie früher anwenden. Während es bei der Finanzkrise noch ein ganze Weile gedauert hat bis sie die Geldschleusen geöffnet haben, gibt es bei Corona viel schneller.
 
Die Idee hinter QE ist durch die Erhöhung der Menge an Zentralbankgeld die Kreditvergabe anzukurbeln was zu einer drastischen Erhöhung an fiat Geld führt, da die Sicherheiten nur einen Bruchteil ausmachen. Sobald die Wirtschaft heiß läuft und die Inflation einsetzt dreht man den Spieß um und vermindert die Menge an Zentralbankgeld wieder durch einen Verkauf der Papiere. Allerdings haben wir keine Inflation bzw. nur eine asset price inflation, damit verpufft der Mechanismus natürlich.

Wer wirklich Interesse an den Ursprüngen aus 2007/2008 und den Folgen hat, dem kann ich Crashed von Adam Tooze ans Herz legen. Vieles hat man schon gelesen, aber das ganze nochmal gesammelt zu lesen ist wirklich extrem aufschlussreich.
 
Ah ok verstehe, und wenn sie Zombie Anleihen kaufen, muss der Steuerzahler am Ende zahlen wenn die Staaten es nicht tilgen können, oder haben die da auch wieder Zaubertricks?
 
Man könnte ultima ratio allen Schrott verbriefen und auf Ewigkeiten in der Bilanz der EZB lassen. Daniel Stelter hatten in seinem Podcast dazu mal gute Ausführungen.
 
xpower ashx schrieb:
Was machen die Zentralbanken eigentlich mit den ganzen Papieren die sie ankaufen, verbleiben die auf ewig in den Bilanzen, werden die irgendwann am Markt wieder verkauft.
Anleihen haben ja in aller Regel eine fest Laufzeit und müssen dann vom Emittenten abgelöst werden, sprich der muss seine Schulden zurückzahlen. Natürlich passiert dies gerade bei staatlichen Emittenten i.d.R. mit Geld welches durch Ausgabe neuer Anleihen erzielt wurde. Die Zentralbank muss ja diese neuen Anleihen nicht zeichnen und damit verschwinden die Anleihen dann mit dem Ablauf selbst oder sie werden vorher auf dem Markt verkauft. Hatte die FED nicht vor Corona schon angefangen das Volumen ihrer Anleihen zu senken?
parats schrieb:
vermindert die Menge an Zentralbankgeld wieder durch einen Verkauf der Papiere.
Das ist Quatsch, da der Verkauf der Anleihen ja die Geldmenge nicht verändert. Generell sinkt die Geldmenge durch die Rückzahlung von Schulden (also auch Anleihen) und steigt durch die Aufnahme neuer Schulden an, weshalb die Referenzzinsen der entscheidende Hebel sind um die Geldmenge zu steuern. Durch das Aufkaufen von Anleihen blähen die Zentralbanken zwar erstmal die eigene Bilanz auf, erhöhen die Geldmenge aber nicht direkt, sondern allenfalls über den indirekten Effekt das eben Banken dann statt Anleihen zu kaufen, direkt Kredite vergeben um damit ihre Bilanz zu vergrößern.
xpower ashx schrieb:
wenn sie Zombie Anleihen kaufen, muss der Steuerzahler am Ende zahlen wenn die Staaten es nicht tilgen können
Das wird die Frage sein, deren Antwort wir hoffentlich nicht erleben müssen, denn dies könnte unangenehm werden, denn bisher ist dies ja noch nicht eingetreten. Eben auch weil die Zentralbanken durch den Aufkauf von Anleihen dafür sorgen das die neuen Anleihen mit denen alte Anleihen abgelöst werden, immer noch Abnehmer finden. Staaten zahlen ja ihre Schulden nicht zurück, dies könnten sie gar nicht und eine Staatspleite tritt erst ein, wenn der Staat eben keine Abnehmer mehr für die neuen Anleihen findet die er ausgeben muss um die Zinsen für bestehende und die Rückzahlungen für auslaufenden Anleihen tätigen zu können.
 
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Stop mal. Die EZB schafft Zentralbankgeld um damit Anleihen zu kaufen. Die Gegenbewegung dazu ist die Reduktion von ZBG und das geht afaik nur über eine Verringerung der Bilanz - also Verkauf der Papiere, denn die EZB hält keinen Cashbestand als Aktiva. Oder übersehe ich gerade was?
 
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Stimmt, da war ich gerade auf dem falschen Dampfer, denn sie schafft ja auch das Geld zum Kauf der Anleihen neu. Der Gedanke ist aber, dass eben Banken die Gelder anlegen müssen, dann nicht Anleihen kaufen, sondern stattdessen Kredite vergeben, wenn sie dies nicht tun, etwa weil es keine vertrauenswürdigen potentiellen Kreditnehmer gibt, so klappt auch die ganze Politik der Anleihekäufe nicht, wie man ja auch in Teilen Europas gesehen hat. Und man sieht es am Immobilienmarkt, da haben die Banken weniger Bedenken Kredite zu vergeben und entsprechend steigen die Immobilienpreise auch weiter.
 
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Manche Überschriften sind echt total daneben, wie diese hier:

Dabei schreiben sie dann selbst:
Zwar ist es ja schon immer beliebt gewesen den Überbringer der schlechten Nachricht für diese zu bestrafen, aber er ist ja nicht dafür verantwortlich! Wirecard hat ja nicht erst mit dem Betrug angefangen, nachdem es erste Berichte darüber gab und der Betrug hat Wirecard vernichtet, nicht die Tatsache das er aufgedeckt wurde. Die Aufdeckung ändert allenfalls das Datum wann so ein Kartenhaus zusammenfällt, aber auch hier zeigt das Beispiel von Wirecard, dass der Schaden geringer ist, je früher dies passiert.

Die einzigen die Short Seller als Feinde betrachten sollten, sind die Betrüger in den Unternehmen!
 
Irgendwas wird dran sein, ob es solche Kreise zieht wie bei Wirecard werden wir sehen.

Habe gerade in den Tagesthemen etwas über die Deutsche Bank gesehen und über sogenannte Mirror Trades in Bezug auf Geldwäsche, das bei denen noch so einige Leichen im Keller gefunden werden, fast schon pure Ironie 😄
 
Ich breche mal mit einem anderen Thema mitten durch eure Diskussion, vielleicht interessiert sich ja noch jemand von den jüngeren für das selbe Thema :)

Es geht um "Kaufen oder Mieten". Rein aus dem Aspekt des Vermögensaufbaus.

Zu meinem Hintergrund: Ich möchte in 15 Jahren finanziell frei sein, somit ist der Vermögensaufbau mein oberstes Ziel. Ich arbeite in der IT, verdiene 2150 Netto und zahle Aktuell 550€ Miete. Wäre ich nicht so verdammt faul würde ich natürlich eine berufliche Karriere anstreben - aber da fehlt mir das Bestreben. Und solange mir meine "Berufung" fehlt, muss nun mal anderweitig geschaut werden :)

Also, es quält mich schon seit längerem die Frage: "Kaufen oder Mieten". Wo ist der "sweetspot" zwischen Eigentum und einer möglichst hohen Sparquote (bzw. Aktienpartizipation)?

Als Anlageklasse habe ich mich persönlich für Aktien entschieden und verwende für die Rechnung einen Zins von 5% (Rendite eines Weltportfolios) und stelle diesen gegen bzw. mit eine Immobilie in Relation.

Jetzt wurde die Frage heute wieder aufgeworfen, durch das neue Video von Finanzfluss: Klick

Wobei hier aus meiner Sicht zwei Dinge grob falsch sind. Einerseits wird die Warmmiete gegen eine Immobilie ohne Nebenkosten gestellt (Sprich; Wasser, Heizung , Müll etc...) und andererseits versucht der Rechner das Darlehen der Immobilie so schnell wie möglich abzuzahlen und somit wird auf die Partizipierung am Aktienmarkt in den Jahren der Tilgung komplett verzichtet. Ist das nicht nachteilig?

Geholfen haben mir zudem folgende Rechner:

https://www.zinsen-berechnen.de/darlehensrechner.php
https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php

*Die Rechnung ist natürlich immer noch ziemlich oberflächlich und bildet nicht alle möglichen Kosten und Risiken ab.

  • Einkommen 2150€ Netto
  • Kaufpreis Immobilie: 100.000€
  • Darlehen: 100.000€ (Im Beispiel also 100% Fremdfinanziert)
  • Vergleichszeitraum: 15 Jahre
  • Monatliche Fixkosten: 550€ (Miete & Darlehen wird separat aufgeführt)
Somit bleiben 1600€ für Miete/Darlehen und oder Aktiensparplan.

Die beim Verkauf von Aktien anfallenden Steuern (26,375%) werden nicht berücksichtigt.

Szenario 1:

Ich versuche so schnell wie möglich das Darlehen zu tilgen und partizipiere dann am Aktienmarkt.

Immobilie/Darlehen:
  • Nebenkosten Immobilie: 150€
  • Monatliche Darlehensrückzahlung: 1450€
    • Zinssatz: 2% p.A. nominal
    • Laufzeit des Darlehens bis Tilgung: ~ 6 Jahre
    • Zinszahlungen: 6.314€

Aktienpartizipation:
  • Monatliche Sparrate: 1450€
  • Zinsatz: 5% p.A.
  • Ansparzeit: 9 Jahre
  • Endkapital inkl. Zinsen beträgt: 197.058€
  • Einzahlungen gesamt: 156.600,00€
  • Zinsen gesamt: 40.458€
Vermögen nach 15 Jahren:

Ich gehe von einer Wertsteigerung der Immobilie von 2% p.A aus.

197.058€ Aktien + 134.586€ Immobilie = 331644€

331644€ - 6.314€ Zinszahlung = 325330€


Szanario 2:


Ich lasse das Darlehen über den gesamten Vergleichszeitraum laufen und partizipiere durchgehend am Aktienmarkt.


Immobilie/Darlehen:
  • Nebenkosten: 150€
  • Monatliche Darlehensrückzahlung: 650€
    • Zinssatz: 2% p.A. nominal
    • Laufzeit des Darlehens bis Tilgung: ~ 15 Jahre
    • Zinszahlungen: 15.635€

Aktienpartizipation:
  • Monatliche Sparrate: 800€
  • Zinsatz: 5% p.A.
  • Ansparzeit: 15 Jahre
  • Endkapital inkl. Zinsen beträgt: 212.765€
  • Einzahlungen gesamt: 144.000,00€
  • Zinsen gesamt: 68.765€

Vermögen nach 15 Jahren:

Ich gehe von einer Wertsteigerung der Immobilie von 2% p.A aus.

212.765€ Aktien + 134.586€ Immobilie = 347564€

347564€ - 15.635€ Zinszahlung = 331929€


Szenario 3:


Nur Mietwohnung und Aktienpartizipation.
  • Mietkosten: 550€

Aktienpartizipation:
  • Monatliche Sparrate: 1050€
  • Zinsatz: 5% p.A.
  • Ansparzeit: 15 Jahre
  • Endkapital inkl. Zinsen beträgt: 279.253,59€
  • Einzahlungen gesamt: 189.000,00€
  • Zinsen gesamt: 90.253,59€

Vermögen nach 15 Jahren:

279.253,59€


Szenario 4 (Mit der Strategie aus Szenario 2):


Die Immobilie kostet 150.000€

Ich lasse das Darlehen über den gesamten Vergleichszeitraum laufen und partizipiere durchgehend am Aktienmarkt.

Immobilie/Darlehen:
  • Nebenkosten: 225€
  • Monatliche Darlehensrückzahlung: 975€
    • Zinssatz: 2% p.A. nominal
    • Laufzeit des Darlehens bis Tilgung: ~ 15 Jahre
    • Zinszahlungen: 23.452,10€

Aktienpartizipation:
  • Monatliche Sparrate: 400€
  • Zinsatz: 5% p.A.
  • Ansparzeit: 15 Jahre
  • Endkapital inkl. Zinsen beträgt: 106.382,32€
  • Einzahlungen gesamt: 72.000,00€
  • Zinsen gesamt: 34.382,32€

Vermögen nach 15 Jahren:

Ich gehe von einer Wertsteigerung der Immobilie von 2% p.A aus.

106.382,32€ Aktien + 201.880€ Immobilie = 308262,32€

308262,32€ - 15.635€ Zinszahlung = 284810,22€

Bei einem Darlehenszins von 2% macht es durchaus Sinn das Darlehen möglichst lange laufen zu lassen. Der Zinseszins-Effekt der Aktien schlägt die Zinskosten des Darlehens.

Das Ziel sollte sein, trotz Eigentum, eine durchgehend und ähnliche Sparquote aufrecht zu halten wie bereits zur Miete.

Selbst ein Darlehen auf über 30 Jahre gestreckt, schneidet besser ab, als eine schnellst mögliche Abzahlung des Darlehens, da in den Jahren der Tilgung auf die Teilhabe am Aktienmarkt (komplett oder in großen Teilen) verzichtet werden muss - und somit kein Zinseszins.

Die Frage ist natürlich ob Banken ein Darlehen, mit festem Zins, von der Dauer von über 15 Jahren überhaupt anbieten...

Zudem spielt der Kaufpreis der Immobilie natürlich eine essentielle Rolle. Bei meinem Einkommen liegt der Maximalpreis einer Immobilie, bei einer Laufzeit von 15 Jahren, bei ca. 150.000€. Ab diesem Punkt stehen sich die beiden Strategien "Aktien & Miete" und "Aktien & Eigentum" gleich auf. Um so günstiger der Kaufpreis desto höher das endgültige Vermögen; Die Miete bzw. die Kosten für das Darlehen fallen weg und es bleibt mehr Kapital für Investitionen am Aktienmarkt. Ab einer gewissen Summe wird es natürlich unrealistisch entsprechend passende Objekte zu finden.

Ich kann für mich abschließend sagen, Eigentum ist definitiv (bis zu dieser gewissen Grenze) eine Option für mich geworden.
 
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BridaX schrieb:
Also, es quält mich schon seit längerem die Frage: "Kaufen oder Mieten".
Das kann zu langen Diskussionen führen die hier eigentlich Off-Topic sind, Du solltest vielleicht einen Moderator bitte daraus einen eigenen Thread zu machen.
BridaX schrieb:
Bei einem Darlehenszins von 2% macht es durchaus Sinn das Darlehen möglichst lange laufen zu lassen. Der Zinseszins-Effekt am Aktienmarkt schlägt die Zinskosten des Darlehens.
Im Prinzip gebe ich Dir da recht, wenn man wirklich eine Anlage hat die mehr Rendite bringt als man an Zinsen zahlt, dann sollte man im Sinne des Vermögensaufbaus die Abzahlung möglichst gering halten. Aber es ist weder in Stein gemeißelt wie viel Rendite man langfristig mit Aktien einfahren wird noch wie hoch die Zinsen in den nächsten Jahrzehnten sein werden. Man geht bei so einer Betrachtung also schon mal diese beiden Risiken ein, dazu kommt die Frage der Wertentwicklung der individuellen Immobilie, die ja durchaus nach oben wie auch nach unten vom Gesamtmarkt abweichen kann.

PS: Was im Video, ich wollte es mir erst nicht ansehen da ich mir solche YT Videos generell nicht ansehe, ich bin halt beratungsresistent, natürlich vergessen wurde, ist die Wertentwicklung der Immobilien und auch die Inflation. Die wird ja nicht 20 Jahre lang bei Null liegen, entsprechend wird auch das Einkommen steigt, von der durch die berufliche Weiterentwicklung erzielten Einkommensverbesserung mal ganz abgesehen. Aber natürlich ändert sich auch die Miete und wenn da eine energetische Sanierung des Gebäudes erfolgt, kann dies auch eine drastische Änderung sein.

Dann muss man auch sehen wie das Verhältnis der Miete zu dem Kaufpreis einer vergleichbaren Immobilie ist, bei den Beispielen mal 900€ Miete zu 250.000€ Kaufpreis und dann 1200€ Miete zu nur 200.000€ Kaufpreis (wo bekommt man ein Haus für 200.000€ wenn was vergleichbares schon 1200€ Mieter kostet und dann noch eines für das nur 1,2% Instandhaltungskosten pro Jahr nötig sind?). Wie realistisch diese Angaben sind, muss jeder für seinen lokalen Wohnungsmarkt bewerten, gerade in gefragten Orten/Lagen hängt die Miete ja auch sehr von Alter des Mietvertrags ab, man kann also sicher nicht pauschal sagen das der Kaufpreis immer das x fache der Miete beträgt. Aber mit dem Kauf bindet man sich an die Immobilie, schon wegen der hohen Kaufnebenkosten, die auch leicht deutlich über den 10% im Beispiel betragen können und daher besteht dann gerne die Gefahr, wo man sich schon seinen Traum erfüllt, dann auch ein Upgrade zu machen, vielleicht gibt es ja noch Familienzuwachs, nun will ich aber auch einen Hobbyraum und endlich eine Garage....

Da es so viele Unwägbarkeiten gibt, also die künftige Rendite der Kapitalmärkte, die Zinsentwicklung (nach Ablauf der Zinsbindung wichtig), die Entwicklung des Wertes meiner konkreten Immobilie (man wählt sie ja meist danach aus wo und wie man leben möchte und nicht nach der besten Prognose für Wertentwicklung), die Inflation (die kommt prinzipiell den Schuldnern entgegen, Aktien können aber auch gut ausgleichen, solange sie nicht zu hoch wird, da damit ja auch Umsatz, Gewinn und Buchwert der Unternehmen steigen) und dazu die Entwicklung der persönlichen Lebenssituation über die nächsten Jahrzehnte (kann und will ich wirklich über Jahrzehnt an dem Ort arbeiten und bleiben, habe ich eine Familien, will ich eine Gründen oder muss ich damit rechnen das sie zerfällt, es werden mehr als die Hälfte aller Ehen geschieden), würde ich diese Entscheidung nicht an solche Modellrechnungen festmachen.

Gut finde ich an dem Video aber, dass dort berücksichtigt wird, dass ein Mieter nebenbei einen Vermögensaufbau dort eine ordentliche Anlage betreiben sollte, so dass er am Ende durchaus auch mit mehr Vermögen als der Immobilienkäufer dastehen kann. Dies wird bei der Diskussion um Mieten oder Kaufen ja oft vergessen, obwohl nur die wenigsten Immobilienkäufer am Ende wirklich genau so eine geringe Belastung wie bei der Mieten haben dürften und selbst wenn, ja vorher das Eigenkapital ansparen konnte/mussten. Stattdessen wird oft so getan als stünde der Mieter hinterher mit Nichts da und der Immobilienkäufer hätte dafür ein Haus. Dies ist natürlich da die Realität wenn der Mieter alles übrige Geld verjubelt, aber genau dazu sollte man es eben nicht kommen lassen, sondern die nötige Selbstdisziplin haben auch zu sparen.

Vielleicht hat ja die Coronakrise und die damit einhergehenden Beschränkungen nur deshalb einen neuen Boom an vor allem jungen Aktionären geschaffen, weil diese Leute nun keine Chance mehr hatten das Geld anderweitig zu verjubeln? Wer weiß, aber es scheint mal wieder so zu sein, dass da viele Zocker dabei sind:
Eben, die meisten wollen schnell reich werden, aber aber nur selten klappt, trotzdem scheinen viele dies nun wieder zu versuchen:
 
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Holt schrieb:
Das kann zu langen Diskussionen führen die hier eigentlich Off-Topic sind, Du solltest vielleicht einen Moderator bitte daraus einen eigenen Thread zu machen.

Das befürchte ich auch. Da ich mich allerdings primär auf den Vermögensaufbau beziehe und mich auf Aktien als Anlageform beschränke, sollte es zumindest in Teilen in dieses Forum passen. Wenn nicht, darf mich gerne die Moderation kontaktieren :)

Holt schrieb:
Aber es ist weder in Stein gemeißelt wie viel Rendite man langfristig mit Aktien einfahren wird noch wie hoch die Zinsen in den nächsten Jahrzehnten sein werden. Man geht bei so einer Betrachtung also schon mal diese beiden Risiken ein, dazu kommt die Frage der Wertentwicklung der individuellen Immobilie, die ja durchaus nach oben wie auch nach unten vom Gesamtmarkt abweichen kann.

Definitiv, und hier hilft rational nur der Blick in die Vergangenheit und das einbeziehen von aktuellen Fakten. Ich meine, was bleibt einem sonst? Risiko gehört nun mal dazu - zu allen Dingen. Würde sich die Wissenschaft nur damit beschäftigen, "was eventuell sein könnte", dann kämen wir keinen Schritt voran :)

Ich lese dich nun auch schon länger und weiß, dass dich diese Eventualitäten nicht davon abgehalten haben selber zu investieren. Für mich sind sie das auch nicht.
 
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Bei Immobilien ist es immer so eine Sache.
Als Asset im Vermögensaufbau und zur Vermietung schneiden sie schlechter ab als Aktien (siehe Buch von Kommer Mieten vs Kaufen). Dazu unterliegt man teils einer Willkür des Staates wie bspw. im Berlin mit der Deckelung der Mieten. Wer da direkt vorher investiert hat und nun keine Rendite mehr hat, muss zu sehen wie sich die Immobilie finanziert.

Zum Eigennutz ist es meiner Meinung nach ein Luxusgegenstand. Wenn es finanziell passt und man was passendes findet, dann kann man das schon machen. Aber auch hier kannst Du am Ende einen Strich ziehen und wahrscheinlich wirst Du durch Mieten ein höheres Vermögen aufweisen. Was viele aus der Pro-Eigenheim Fraktion meist vergessen, ist die Tatsache, dass eine Immobilie zwar jedes Jahr ein Stück weit dir gehört, aber diese auch jedes Jahr an Wert verliert. Daher auch die empfohlene Rücklage von 2€ pro m², um mal zumindest die Substanz zu sichern.

Zum Gedanke der finanziellen Freiheit passt das Eigenheim gut. Aber dann mehr aus ideologischen Gründen als aus Renditesicht.


Holt schrieb:
Stimmt, da war ich gerade auf dem falschen Dampfer, denn sie schafft ja auch das Geld zum Kauf der Anleihen neu. Der Gedanke ist aber, dass eben Banken die Gelder anlegen müssen, dann nicht Anleihen kaufen, sondern stattdessen Kredite vergeben, wenn sie dies nicht tun, etwa weil es keine vertrauenswürdigen potentiellen Kreditnehmer gibt, so klappt auch die ganze Politik der Anleihekäufe nicht, wie man ja auch in Teilen Europas gesehen hat. Und man sieht es am Immobilienmarkt, da haben die Banken weniger Bedenken Kredite zu vergeben und entsprechend steigen die Immobilienpreise auch weiter.

Der Gedanke dahinter ist prinzipiell auch gut. Das Problem ist, wenn es keine Nachfrage nach Krediten gibt, dann verpufft es irgendwie. 2008 war unser "Glück", dass der betroffene Sektor die Finanzbranche war, die Mittel der Notenbanken konnten viel besser ankommen als heute, da der Finanzsektor an den Zentralbanken direkt hängt. Daher auch diese breite Asset Price Inflation - Immobilien (Kredite) + die Entwertung klassischer Sparanlagen durch die Zinspolitik treibt Kapital an die Börse. Afaik haben deutsche noch immer 1 Billion Euro in klassischen Sparanlagen wie Sparbuch, LV oder Bausparvertrag - Inflationsbereinigt der Tod jeglichen Vermögensaufbau.
Heute trifft es die breite Wirtschaft durch Lockdowns und Umsatzeinbußen, daher wird das Geld zum Teil direkt an die Bürger ausgegeben (Kurzarbeit/Einmalzahlung Kindergeld/Unternehmerkredite), allerdings gehe ich davon aus, dass man den erfolgreichen Unternehmen die aus dem Tal gehen einen Stock von hinten in die Beine wirft und Gewinne höher besteuert.
 
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"Wer verschuldet ist, sollte zunächst seine Schulden bezahlen."
Eine sehr unspektakuläre Aussage. Leider neigen viele dazu, diese zu zerdenken und das "Aber..." zu suchen, dass am Ende noch nie was gebracht hat, außer noch mehr Schulden.
 
steve81 schrieb:
"Wer verschuldet ist, sollte zunächst seine Schulden bezahlen."
Zwar habe ich keine Schulden, aber es ist bei den heutigen Hypothekenzinsen zu einfach gedacht. Wer mehr Rendite erzielt als er an Zinsen zahlt, also auch andererseits über Kapital verfügt, so dass ihn die Zinsen nicht drücken, der kann von dieser Regel durchaus auch mal abweichen. Hätte ich damals Ende 2008, Anfang 2009 eine Hypothek auf meine Immobilie aufgenommen und von jeder Aktienposition die damals gekauft habe dann entsprechend mehr Aktien gekauft, so hätte ich eine tolle Rendite einfahren können.

Depot_Performance_20100331-20200901.png


Glaubst Du wirklich die Schulden oder Zinsen hätte mich dann noch gejuckt?
 
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Holt schrieb:
Wer mehr Rendite erzielt als er an Zinsen zahlt
Die Rendite durch Aktien/ ETFs ist pure Spekulation. Darlehenszinsen sind harte Realität.
Die Zukunft lässt sich nicht durch den Blick in die Vergangenheit voraussagen.
 
steve81 schrieb:
Die Rendite durch Aktien/ ETFs ist pure Spekulation. Darlehenszinsen sind harte Realität.
Ja, aber historisch waren sie bisher erwiesenermaßen deutlich höher als die Hypothekenzinsen es heute sind. Die Performance meines Depots habe ich ja offengelegt und so schlecht war die ja nun nicht, aber es bleibt halt natürlich ein Risiko. Hätte ich das damals gemacht, wäre ich bei 10 Jahren Zinsbindung und minimaler Tilgung bei der Ablösung genau in die Schwächephase Ende 2018 gekommen, den Knick 2018 sieht man ja auch deutlich. An der Börse ist es halt immer blöd, wenn man das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt braucht.
 
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