Aktivrente eure Meinung

Wird die Aktivrente die Gehälter von normalen Beschäftigten unter Druck setzen?

  • Ja

    Stimmen: 16 21,3%
  • Nein

    Stimmen: 40 53,3%
  • Teilweise

    Stimmen: 7 9,3%
  • Enthaltung

    Stimmen: 12 16,0%

  • Umfrageteilnehmer
    75
act_ schrieb:
@_killy_
Kommt bei dir gar kein Ungerechtigkeitsempfinden auf, wenn jemand sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, seine Steuern sowie SV-Beiträge zahlt um dann am Ende in Altersarmut zu leben und Grundsicherung zu bekommen? DIe gleiche Grundsicherung wie jemand, der nie gearbeitet und nichts geleistet hat?

Definitiv. Es bekommen deutlich zu viel Menschen die Grundsicherung - und dem steht keine Pflicht gegenüber ... bspw. 30 Wochenstunden ABM Maßnahme.
Ich bin in der DDR geboren -> es gab den §249 Strafgesetzbuch -> asoziales Verhalten. "Jemand der in der Lage ist zu arbeiten - dies jedoch nicht tut, dem drohen bis zu 2 Jahren Gefängnis". Ich verstehe die heutige Sozialpolitik einfach nicht. Es ist kein Fördern und Fordern mehr, sondern nur noch ein reines Auszahlen von Leistungen. Das belastet natürlich die Arbeitnehmer extrem, weil sie viel höhere Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen.

act_ schrieb:
Wenn wir das Rentenniveau weiter senken und verlangen, dass eine "freiwillige private Altersvorsorge" vorhanden ist, wird das wozu führen? Genau, noch weitere Teile der Bevölkerung werden von ihrer Rente nicht mehr leben können => Grundsicherung. Das werden dann also mehr!

Das Rentenniveau wird die ganze Zeit gesenkt - aber indirekt und es wird der Bevölkerung verkauft als "die starken Schultern müssen mehr herangezogen werden". Hier wurde 2024 die Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung um 500 Euro p.M. angehoben und für 2026 um 400 Euro pro Monat. Menschen mit hohen Gehälter müssen somit mehr einzahlen, um die vollen 2 Rentenpunkte zu erhalten. Im Umkehrschluss, steigt aber auch die Grenze, ab wann man ein vollen Rentenpunkt bekommt. Je höher man also die Beitragsbemessungsgrenze schraubt - umso schwieriger wird es schon für den Durchschnittsverdiener, überhaupt 1 Rentenpunkt pro Jahr zu erwerben.

act_ schrieb:
Und ich befürchte, dass das noch mehr Zulauf zur AfD generieren könnte.

Sowohl zur AfD als auch zu den Linken!

act_ schrieb:
Warum werden RV-Beiträge quasi nur auf nicht-selbstständige Arbeit erhoben? Erweitern auf alle Einkunftsarten!

Weil du damit das Problem nicht löst - du erhöhst damit dann nur die Rentenansprüche in der Zukunft.

act_ schrieb:
Und ja, auch eine moderat erhöhte Lebensarbeitszeit gehört m.E. dazu. Dann aber nicht eine feste Altersgrenze allgemein für alle erhöhen, sondern Arbeitsjahre: bspw. 45 oder 46 oder 47 Arbeitsjahre. Mit Uni-Diplom und 2. Staatsexamen habe ich erst mit ~27 Jahren angefangen zu arbeiten. Ein kaufmännischer Sachbearbeiter mit Fachabi und Ausbildung hat da schon 5 Jahre gearbeitet.

Ja - kann ich nur zustimmen.

ShiftC schrieb:
Wenn jemand während des Berufslebens gut verdient, sich einen hohen Lebensstandard aufgebaut hat und den im Alter halten möchte, klar, dann macht zusätzliche Vorsorge Sinn. Ansonsten möchte ich dem aber deutlich widersprechen!

Warum?

ShiftC schrieb:
Private Vorsorge sollte nicht zur Grundvoraussetzung werden, damit man im Alter überhaupt „über die Runden“ kommt. Die gesetzliche Rente war mal als Basissicherung gedacht, und es kann nicht sein, dass die ohne Zusatzvorsorge für immer mehr Menschen nicht mehr reicht.

Du hast es selbst schön ausgedrückt "die gesetzliche Rente war mal als Basissicherung gedacht". Damals hat man einfach unterstellt, dass auch wirklich immer viele Kinder geboren werden. In den 1960iger Jahren, war die Geburtenrate noch bei 2,52 Kinder pro Frau (Quelle) - aktuell liegen wir bei 1,35 Kinder pro Frau. Es steht damit deutlich weniger Einzahler zur Verfügung als Empfänger. Das Umlagesystem funktioniert somit nicht mehr.
Idee wäre es halt, die Menschen zu bestrafen - die nicht dafür gesorgt haben, dass ihre Rente auch in Zukunft bezahlt wird. Sprich, Menschen mit weniger als 3 Kinder bekommen deutliche Abschläge auf ihre Rentenbezüge!

ShiftC schrieb:
Hinzu kommt der Widerspruch des Systems:
Wer nicht privat vorsorgt und im Alter zu wenig Rente hat, bekommt vom Staat Grundsicherung im Alter. Okay.
Wer aber privat vorgesorgt hat, muss diese Ersparnisse zuerst aufbrauchen bzw. sie werden als Einkommen angerechnet. Das heißt: Die einen bezahlen während ihrer Berufszeit freiwillig, worauf andere während derselben Zeit verzichten können, es aber dann per Aufstockung vom Staat bekommen, bis sie auf einer Gewissen Grenze liegen. Und zusätzlich zahlen die Vorsorger über Steuern natürlich auch die Aufstockung mit.

Wie in den USA einfach ein "401 Konto" einführen. In diesem dürfen alle Variationen der Altersvorsorge betrieben werden - also Immobilien, ETFs, Aktien, Gold ... whatever. Man hat aber erst Zugriff auf dieses Konto mit Renteneintritt. Dann ist alles, was in diesem Konto hinterlegt ist - auch vor dem Staat geschützt.

ShiftC schrieb:
Im Ergebnis wirken Leute, die privat vorsorgen, fast so, als würden sie zweimal zahlen: Einmal für sich selbst, und einmal über Steuern für andere. Während diejenigen ohne Vorsorge am Ende ungefähr auf ein ähnliches Mindestniveau kommen, nur eben ohne selbst dafür gespart zu haben (sofern sie es hätten tun können).

Da kann ich dir absolut nur zustimmen - derjenige der wirklich spart ist aktuell der Dumme!
 
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Ohh bitte ey, jetzt fangen Ex-DDRler an und sehnen selbst den 249er zurück. Manchmal schäme ich mich wirklich um Teile meiner Heimat. Als würde es nicht reichen, dass sich erhebliche Teile als stolze faschisten präsentieren. Jetzt verweist man auch noch auf verbrecherische Gesetze einer Gewaltdiktatur…

Was ist bloss schief gelaufen?
 
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@_killy_
Das Rentenniveau wird die ganze Zeit gesenkt - aber indirekt und es wird der Bevölkerung verkauft als "die starken Schultern müssen mehr herangezogen werden". Hier wurde 2024 die Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung um 500 Euro p.M. angehoben und für 2026 um 400 Euro pro Monat. Menschen mit hohen Gehälter müssen somit mehr einzahlen, um die vollen 2 Rentenpunkte zu erhalten. Im Umkehrschluss, steigt aber auch die Grenze, ab wann man ein vollen Rentenpunkt bekommt. Je höher man also die Beitragsbemessungsgrenze schraubt - umso schwieriger wird es schon für den Durchschnittsverdiener, überhaupt 1 Rentenpunkt pro Jahr zu erwerben.
Naja, eine nominale Erhöhung...um Inflation bereinigt und real betrachtet vermutlich gar keine Erhöhung.
Gerade wegen der BBG tragen die "starken Schultern" nicht so viel mehr. Klar, sie zahlen mehr ESt, aber dafür sinkt dann der prozentuale Anteil an SV-Beiträgen. Total lächerlich...
Und die wirklich starken Schultern entziehen sich diesem solidarischen System, da sie andere Einkunftsarten haben.
Also nochmal:
  • BBG weg, alle Einkunftsarten heranziehen und um deine Angst vor den zu hohen zukünftigen Rentenansprüchen=> Stauchung/Abflachung einführen.
  • PKV abschaffen und nur eine GKV.

Sowohl zur AfD als auch zu den Linken!
Ich bin auch gegen viele Positionen der Linkspartei. Aber bitte kein Hufeisen zwischen diesen beiden Parteien...

Du hast es selbst schön ausgedrückt "die gesetzliche Rente war mal als Basissicherung gedacht". Damals hat man einfach unterstellt, dass auch wirklich immer viele Kinder geboren werden. In den 1960iger Jahren, war die Geburtenrate noch bei 2,52 Kinder pro Frau (Quelle) - aktuell liegen wir bei 1,35 Kinder pro Frau. Es steht damit deutlich weniger Einzahler zur Verfügung als Empfänger. Das Umlagesystem funktioniert somit nicht mehr.
Idee wäre es halt, die Menschen zu bestrafen - die nicht dafür gesorgt haben, dass ihre Rente auch in Zukunft bezahlt wird. Sprich, Menschen mit weniger als 3 Kinder bekommen deutliche Abschläge auf ihre Rentenbezüge!
Damals hat es auch ausgereicht, wenn eine Person gearbeitet hat. Natürlich ist es familienunfreundlicher, wenn man mittlerweile 1,5 - 2 Einkommen braucht für eine 4+ köpfige Familie. Dieser massive Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit hat uns hier auch bisher den Arsch gerettet. Bessere, zuverlässigere und günstigere Kinderbetreuung könnte hier auch helfen.

Wenn wir uns den Rentnerquotient angucken, war es früher sogar schon viel schlimmer: s. Anhang
 

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Skysnake schrieb:
Keiner. Ich hatte da mehrere Berichte über Firmenerben gelesen die von Geburt an wussten das Sie nie mehr arbeiten müssen und das ungerecht empfinden dann auch noch fast keine Erbschaftssteuer zahlen. Es sind jetzt keine Horden und es wird sicherlich genau so viele geben die da grundsätzlich dagegen sind aber zu behaupten das es das nicht gibt halte ich für falsch.
Ich habe ja nicht behauptet, dass es diese Leute nicht gibt? Aber ich glaube eben nicht, dass solche Leute da sitzen, wo sie wesentlichen Einfluss darauf haben, das zu verändern. Mag sein, dass sie sich in NGOs engagieren um solche Veränderungen anzustoßen, letztlich müssen aber die Politiker das Händchen heben, um etwas zu ändern.
Und bei all dem Lobbyismus in der Politik habe ich nicht den glauben daran, dass das in naher Zukunft, zumindest aber mit 90% der aktuell vorhandenen Parteien, passieren wird.

Skysnake schrieb:
Wo ich eher ein Problem sehe ist die Steuerprpgrwssion und Sozialabgaben. Es kann nicht sein das jemand mit 40k im Jahr pro Euro mehr Steuern und abgaben hat als wie jemand der 10 Mio im Jahr an zu versteuerndem Einkommen hat und einen Euro mehr macht....
Ich weiß schon, worauf du hinaus willst aber ich glaube, dass die Aussage in der Form nicht stimmt. Mit 10 Mio zahlst du absolut gesehen natürlich wesentlich mehr Steuern und Abgaben als mit 40k€. RELATIV gesehen zahlt man aber weniger durch die BBG. Ob das bei 40k schon so ist, rechne ich jetzt nicht durch, aber es wird sich wohl irgendwo zwischen 40 und 60k bewegen.

Skysnake schrieb:
Was macht das bitte für einen Sinn? Als Rentner geht es da doch am Ende dann nur noch darum das Unausweichliche hinauszögern bzw der Erbengenerstion mehr zu erhalten...
Ich verstehe dein Problem damit nicht? Zuerst wird kritisiert, dass man in der Lebenszeit nichts sparen braucht weil mans am Ende erst verbrauchen muss bevor man Grundsicherung bekommt, jetzt ist es wieder verkehrt weil mans nur für die Erben aufheben will?
 
act_ schrieb:
Also nochmal:
  • BBG weg, alle Einkunftsarten heranziehen und um deine Angst vor den zu hohen zukünftigen Rentenansprüchen=> Stauchung/Abflachung einführen.


  • Gerade die Abflachung ist doch nicht mit dem Gesetz vereinbar. Jedem eingezahlten Euro steht ein Anteil eines Rentenpunkts gegenüber. Hier müsste der Gesetzgeber die gesetzliche Rente komplett neu strukturieren um dies umzusetzen - es ist möglich.
    M.E. nach ist aber dies auch nicht notwendig - da auch die Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze besteuert werden - sogar progressiv - nimmt der Staat entsprechende Einkommenssteuer über alle Einkommensarten ein - OHNE - dass zusätzliche Rentenansprüche diesen Steuereinnahmen gegenüberstehen.

    act_ schrieb:
    [*]PKV abschaffen und nur eine GKV.

Wäre mein zweiter Schritt - erster Schritt - die 100 GKV Kassen auf 1 GKV Kasse reduzieren. Damit sparst du schon einige Milliarden! Diese erbringen wirklich alle zu 99,9% die gleichen Leistungen - weil gesetzlich vorgeschrieben - die Auswahl ist an der Stelle nur ein Kostenfaktor - hat jedoch für den Versicherten keinerlei Vorteile.

act_ schrieb:
Ich bin auch gegen viele Positionen der Linkspartei. Aber bitte kein Hufeisen zwischen diesen beiden Parteien...

Die Linksjugend sorgt mit ihren Antisemitismus schon selbst für die entsprechenden Hufeisen. Früher hat die Antifa sich ja um solche braunen Auswüchse gekümmert ... heute scheint es keine richtige Antifa mehr zu geben.

act_ schrieb:
Damals hat es auch ausgereicht, wenn eine Person gearbeitet hat. Natürlich ist es familienunfreundlicher, wenn man mittlerweile 1,5 - 2 Einkommen braucht für eine 4+ köpfige Familie. Dieser massive Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit hat uns hier auch bisher den Arsch gerettet. Bessere, zuverlässigere und günstigere Kinderbetreuung könnte hier auch helfen.

Da hast du absolut Recht!

act_ schrieb:
Wenn wir uns den Rentnerquotient angucken, war es früher sogar schon viel schlimmer: s. Anhang

Du liest deine Grafik falsch. In den 1960-1970iger Jahren, standen ~3,8 Beitragszahler 1 Rentner gegenüber - heute sind es ~2,2 Beitragszahler für 1 Rentner. Ok?

Deshalb müssen wir auch mehr Leute in Arbeit bringen - die heute nicht arbeiten. Und wir brauchen auch insgesamt wieder mehr Kinder, sonst funktioniert das Umlagesystem einfach nicht.
 
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@act_

Gerne!

PS was ebenfalls gegen eine Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung spricht -> die Beiträge zur Rentenversicherung reduzieren das zu versteuernde Einkommen. Gerade bei Spitzenverdiener würdest du damit eher eine Entlastung haben ... statt 42% Spitzensteuersatz + 5,5% Soli + ggf. Reichensteuer würden diese nur noch 19% Rentenversicherung zahlen.
In dem Rententopf hast du dann tatsächlich Mehreinnahmen, in dem Einkommenssteuertopf fehlen dir diese dann aber wieder deutlich. Plus - du hast - wenn auch meinetwegen abgeschwächt - dann deutlich höhere Rentenansprüche durch die Mehreinzahlungen.
 
Also um 45 % als individuellen Durchschnittsteuersatz bei der ESt zu haben muss man grob Einkommensbruttomillionär pro anno sein.

Habe es nicht nachgerechnet:
Die Ersparnis bei der ESt müsste massiv geringer ausfallen als potentielle Mehreinnahmen ohne das Cap der BBG.

Das ist ja das paradoxe mit der gesamten Abgabenlast:
Single, kinderlos, monatlich
A: 6.000 € Brutto habe ich ca. 1.104 € LSt (18%) + 1.239,62 € SV-Beiträge (21%) = 39 % Abgabenlast
B: 10.000 € Brutto sind ca. 2.807,04 € LSt & Soli (28%) + 1.456,92 € SV Beiträge (15%) = 43 % Abgabenlast
C: 25.000 € Brutto sind ca. 21.361,11 € LSt & Soli (38%) + 1.456,92 € SV Beiträge (6%) = 44 % Abgabenlast
D: 50.000 € Brutto wären ca. 21.361,11 € LSt & Soli (43%) + 1.456,92 € SV Beiträge (3%) = 46 % Abgabenlast

Person D verdient >8x so viel wie Person A und hat "nur" eine 7% höhere Abgabenlast.
Selbst mit 80.000 € bleibe ich bei 46 % Abgabenlast.

Klar sind Steuertopf und SV-Beiträge etwas anderes. Aber mich als AN interessiert doch eher die Abgabenlast.
Und die PKV müsste man halt abschaffen wegen der Versicherungspflichtgrenze. Ohne BBG rennen natürlich sonst alle > 6.150 € in die PKV.

Die Einkommensmittelschicht hat sofort eine hohe Abgabenlast wegen den hohen SV-Beiträgen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@act_

Es geht nicht darum, einen Ø-Einkommenssteuersatz von 42%+x zu haben. Diese fallen halt nicht nur bei Spitzenverdiener an, sondern schon bei schnöden Tarifangestellten. Auf das Weihnachts-/Urlaubsgeld, auf die bezahlten Überstunden, auf die Feiertags-und Wochenendzuschläge ... also auf die Mehrleistungen, die Arbeitnehmer machen. Die Mehrleistung wird sehr hoch besteuert - es ist somit kein wirklicher Motivator, auch wirklich mehr zu tun.

Das insgesamt die breite Arbeitnehmerschaft sehr hoch durch Steuern- und Sozialabgaben belastet ist, mag ich gar nicht bestreiten. Eher das Gegenteil, die Steuern und SV-Abgaben müssen runter. Dies geht nur in dem man aber auch entsprechend Reformen umsetzt - die Rente kann so wie bisher nicht mehr existieren. Auch brauchen wir wieder ABM Maßnahmen um mehr Menschen wieder raus aus dem Bürgergeld zu holen und Schwarzarbeit zu reduzieren - auch diese kostet Millionen & Milliarden an Steuer-und SV-Abgaben.

Bzgl. der PKV -> der erste Schritt kann nur sein, die ca 100 GKV Kassen auf 1 Kasse zu reduzieren. Da hat der Gesetzgeber deutlich weniger Probleme mit. Danach kann man gern auf die PKV schauen. Aber in den 100 GKV Kassen versinkt massiv das Geld durch unnötige Redundanzen. Diese bringen den Versicherten absolut kein Mehrwert und es kostet Milliarden diese 100 GKV Kassen weiterhin zu betreiben.
 
_killy_ schrieb:
Eher das Gegenteil, die Steuern und SV-Abgaben müssen runter.
Sie sind so niedrig wie nie. Hör endlich auf permanent deine Agenda zu verbreiten. Wenn dann greifen die Steuersätze zu früh und müssen gestreckt werden. Dann musst du das aber auch so formulieren. Deine Behauptung, die Steuersätze seien zu hoch und müssten runter, bleibt angesichts der nachprüfbaren Tatsache, dass diese historisch niedrig sind, eine unwahre Mär.

Weihnachts- und Urlaubsgeld sind darüber hinaus an keine Mehrleistung gebunden. Ebenso per se keine Feiertags-/Wochenendzuschläge, sofern sie nicht freiwillig erfolgen sondern im Arbeitsvertrag geregelt sind.
 
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Natürlich ist der Durchschnittssteuersatz der relevante. Denn das zahle ich ja am Ende. Der Grenzsteuersatz kann demotivierend wirken...ja.

Und da bin ich voll bei @Erkekjetter:
Diese sind prozentual so niedrig wie noch nie, greifen aber zu früh => die Progressionskurve muss nach rechts verschoben werden.
 
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Ja, die Beitragsbemessungsgrenze für den wurde lange nicht mehr angefasst. Deshalb zahlen mittlerweile mehr als 5 Millionen Menschen in Deutschland den Spitzensteuersatz. Im Vergleich zu 1990 - da waren es nur 500 tausend. (Quelle)
Da hilft es auch nicht, dass der Steuersatz insgesamt niedriger ist als früher. Es trifft jetzt halt nicht mehr nur die "Spitzenverdiener" ... nehmen wir mal die Pflegekräfte - nach deren Tariftabelle liegen sie in der mittleren Einstufung schon bei knapp 4.800 Euro Monatsbrutto. Dass ist noch ohne Überstunden, ohne Schichtzulage, ohne Wochenendzulage, ohne Feiertagszulage. Und wir sind uns hier sicher einig - dass die Pflegekräfte sowohl fleißig Überstunden schrubben, auch am Wochenende arbeiten müssen und auch an Feiertagen einspringen.
Die Arbeitgeber zahlen zwar gut - aber es hilft den Arbeitnehmer an der Stelle nichts, wenn der Staat am meisten von dem Gehalt profitiert. Über die großen Umverteilungsfantasien manch eines Politikers kann man sich echt nur wundern. Wir wissen, dass die Rente nicht reicht - und dass man privat vorsorgen MUSS. Und dann kommen die ums Eck und erzählen, dass bspw. Kapitalerträge noch höher belastet werden müssen ... also genau die Altersvorsorge der Menschen. Hierauf entfällt pauschal 25% Steuer. Der Verlustabzug ist nach oben ebenfalls begrenzt ... aber der Staat will noch mehr Geld haben zum verteilen.
 
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_killy_ schrieb:
die Beitragsbemessungsgrenze für den wurde lange nicht mehr angefasst
Die BBG wird jedes Jahr an die Inflation angepasst, siehe hier. Und welche BBG einst du mit 'für den'? Ich kenne deutschlandweit nur eine BBG. Die gilt für alle.
_killy_ schrieb:
dass bspw. Kapitalerträge noch höher belastet werden müssen
Hm, welche Politiker denken offen darüber nach, die nicht dem Linken Spektrum zuzuordnen sind? Und warum nicht, es werden aktuell weder SV davon eingezogen noch sind die Steuern gleich mit Lohnsteuern. Auch gibt es dort keine Progression. Und dann Kapitalerträge für die Rente? Eher das angelegte Kapital für die Rentenvorsorge. Und warum sollten Kapitaleinkünfte nicht die SVBeiträge bringen?
_killy_ schrieb:
also genau die Altersvorsorge der Menschen. Hierauf entfällt pauschal 25% Steuer
Und, wenn ich vom Lohn etwas wegpacke, zahle ich darauf mehr wie 25% Abgabe, das Argument zieht nicht. Die Altersvorsorge sind m.M.n. nicht die Kapitaleinkünfte, sondern Vermögen. Eben analog zu Lohneinkünften, die sind auch nicht für die Rente, sondern zum Leben da. Einkünfte sollten alle gleichgesetzt werden. Egal, ob 100000€ aus nicht selbständiger Arbeit oder Aktiendividenden, da sollte bei beiden die gleiche Abgabenlast bei rumkommen. Und die Einnahmen sollten alle summiert werden, danach erst die Freigrenzen abziehen. Einkünfte gleich belasten!
 
Zuletzt bearbeitet:
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Mittlere Einstufung bei 4.800 € brutto?

So wie ich die Tabelle lese muss ich dafür entweder P10 mit maximaler Berufserfahrung sein, also seeeehr lange im Job oder noch höher eingruppiert sein.

Wenn ich mir dann die P-Eingruppierungen ansehe, steht da:
P8 ist bereits Notfallsanitäter
P9 ist je nach Buchstabe Leiter/ständiger Vertreter der Leitung von Rettungswache mit 0-39 MA
P 10 Leiter von Rettungswachen mit >40 MA

Hat also nichts zu tun mit "normaler Krankenschwester/-pfleger".
 
_killy_ schrieb:
Wäre mein zweiter Schritt - erster Schritt - die 100 GKV Kassen auf 1 GKV Kasse reduzieren. Damit sparst du schon einige Milliarden!
Für so eine krasse Behauptung sollte man schon Belege liefern.

Sicherlich gibt es durch die GKV-Vielfalt einen gewissen Overhead und entsprechendes Einsparpotenzial.
Dass das bei einigen Milliarden liegt, wage ich aber zu beweifeln. Hauptkostentreiber bei den Kassen dürfte Personal sein und das braucht man eben zur Sachbearbeitung. Ein Sachbearbeiter kann auch nicht einfach den doppelten oder gar hundertfachen Workload bearbeiten.

_killy_ schrieb:
Deshalb müssen wir auch mehr Leute in Arbeit bringen - die heute nicht arbeiten. Und wir brauchen auch insgesamt wieder mehr Kinder, sonst funktioniert das Umlagesystem einfach nicht.
Das ist so nicht ausgemacht, denke ich, denn es gibt ja auch noch Dinge wie Zuwanderung.
Und weniger Menschen können heute grundsätzlich mehr erwirtschaften als früher. Das Problem ist, dass nur die Einkommen umgelegt werden (können) und nicht die gesamte Wirtschaftsleistung, die durch technischen Fortschritt auch mit weniger Personal ansteigen kann. Wenn ein Unternehmen heute dieselbe Produktvität wie vor 50 Jahren mit der Hälfte der Mitarbeiter erreicht, dann ist das deutlich effizienter und eigentlich positiv, weil wir tendenziell denselben Wohlstand mit weniger harter Arbeit erreichen. Allerdings werden die Löhne der noch arbeitenden Hälfte ja nicht automatisch verdoppelt, und die Einkommensteuer und Sozialabgaben, die durch Beitragsbemessungsgrenzen gekappt sind, schon mal gar nicht.

Der Staat finanziert die Rente aus gutem Grund zu Teilen aus dem Steueraufkommen, weil dort das BIP-Wachstum eher ankommt als bei den Sozialabgaben. Aber es ist nicht wirklich als Dauerlösung ausgelegt.

Dazu kommen noch weitere Seiteneffekte. Durch den Produktivitätsanstieg können mehr Leute in anderen Bereichen arbeiten, die nicht direkt zur Produktivität beitragen Das ist ansich nicht verkehrt, aber einige dieser Berufsgruppen zahlen in der Regel nicht in dieselben Sozialkassen ein wie der Rest der Bevölkerung, obwohl sie überdurchschnittlich bezahlt werden, z.B. Rechtsanwälte, Ärzte, Beamte, ...
 
@Samurai76

Gemeint war die Beitragsbemessungsgrenze für den Spitzensteuersatz. Ergibt sich doch an der Stelle aus den Beiträgen der anderen sowie meinen Beiträgen + Quelle. Ok?

Und warum soll man für die Altersvorsorge ebenfalls nochmal SV Beiträge bezahlen? Die Belastung ist doch so schon hoch genug.

@Web-Schecki

Nimm einfach mal die Vorstände. 2 je GKV Kasse - je knapp 300k Lohnkosten (AN Bruttolohn + AG SV Anteile) je Vorstand im Mittel - 99 GKV Kassen - und du hast schon knapp 60 Millionen Euro nur an Vorstandsgehälter die du sparst. Bei 1 Jahr - nimm 10 Jahre und du hast 600 Millionen an Vorstandsgehälter gespart. Dann gehst du auf die Ebene darunter, die HR Leiter, IT Leister, Ops Leiter, Vertriebs Leiter ... diverse Führungspositionen in dem oberen Management.
Dann weiterhin die IT Kosten - du hast ein bunten Spielraum an IT Systemen die jeweils in den 100 GKV Versicherungen bei Tarifänderungen angepasst werden müssen. Die haben alle nicht wirklich eine homogene Landschaft, sondern wursteln sich ihren eigenen Kram zurecht. Also ohne Ende Redundanzen.

Die Anzahl der Sachbearbeiter wird wahrscheinlich gleich bleiben - die arbeiten ja tatsächlich für den Versicherten - alle andere ist aber massiver Overhead.

@act_

Okay - weiter unten steht die Tariftabelle für Pflegehelfer und -kräfte ... aber selbst dort kommst du mit Überstunden und der aktuellen sehr schmalen Steuerprogressionstabelle in eine sehr hohe Steuerlast.
 
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_killy_ schrieb:
Und warum soll man für die Altersvorsorge ebenfalls nochmal SV Beiträge bezahlen? Die Belastung ist doch so schon hoch genug.
Wieso nochmal zahlen? Da hast du mich falsch verstanden. Kapitaleinkünfte mit Lohneinkünften gleichsetzen und ein Einkommen daraus machen auf das Stuern und SVAbgaben gezahlt werden. Von doppelt oder mehrfach habe ich nicht geschrieben. Und ja, die Belastung von Lohneinkünften ist durchschnittlich die höchste aller Einkommen und die Kapitaleinkünfte werden gar nicht persöhnlich betrachtet und eine Progression gibt es nicht. Wenn die Belastung der Lohneinkünfte verringert werden soll, ist mein Pragmatischer Ansatz erst einmal alle Einkünfte gleich behandeln. Durch die Mehreinnahmen könnten die Abgaben auf Lohn evtl sinken.
 
Der Staat schwimmt in Steuereinnahmen und selbst mit den Sonderschulden kommt nichts vernünftiges bei rum. Deshalb insgesamt die Belastung senken. Bürokratie abbauen - damit wir in ein paar Jahren auch mal ein Wirtschaftswachstum haben.
Aktuell fahren unsere Politiker den Laden an die Wand. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum für nächstes Jahr ist sehr dünn ... und Großteil aus Sondereffekten begründet - wie Feiertage fallen aufs Wochenende.
 
_killy_ schrieb:
Im Vergleich zu 1990 - da waren es nur 500 tausend. (Quelle)
1995. Und der Spitzensteuersatz 1995 lag bei fast 60%. Und hat erheblich später eingesetzt. Schau nochmal nach wieviele 1995 42% und mehr Steuersatz hatten.

Du und deine elende absolut tendenziöse Darstellung von "Fakten"......
Weißt du ab welchem Einkommen man 1995 bei 42% Steuern auf jeden MEhreuro kam? ab ca. 70.000 DM. Also ab etwa 35.800€ und dmait einem Monatseinkommen ab ca. 3000€

_killy_ schrieb:
Der Staat schwimmt in Steuereinnahmen
Der Staat schwimmt auch in Rentenausgaben....
 
Zuletzt bearbeitet:
_killy_ schrieb:
Der Staat schwimmt in Steuereinnahmen
Komisch, ich habe gehört, dass vor einem Jahr eine Regierung an Haushaltsdebatten gescheiter wäre. Auch das die Verhandlungen für die Haushalte 26, 27 und 28 nicht einfach werden. Ja, der Staat hat Rekordeinnahmen. Wie quasi jedes Jahr, da wir bislang keine Rezession hatten, in der das BIP dramatisch gesunken wäre. Ist also keine Überraschung, ganauso wenig, wie das jedes Jahr steigende Rekord-BIP. Oder dein Alter, jedes Jahr ein neuer Rekord, wow, was für eine Leistung.....
_killy_ schrieb:
Deshalb insgesamt die Belastung senken
Ja, damit würde die Wirtschaft wieder wachsen können. Aber insgesamt? Denke nicht, s.o., der Staat braucht (mehr) Geld. Also am unteren Ende bis ~70% entlasten und weiter oben das Fehlende Geld einsammeln.
_killy_ schrieb:
Bürokratie abbauen
Ja, hilft und muss sein, aber allein damit wird kein Wachstum generiert. Wachstum wird durch mehr Privatkonsum generiert. Das kommt nicht von mehr Geld in den Firmen, wenn diese nicht auch gleich die Zukunft sehen und mehr verkaufen können.
 
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