Arbeiten eher in Groß- oder Kleinbetrieb?

vengeance_1984

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Hallo,

ich stehe derzeit vor der Wahl, entweder in einem kleinen, oder in einem großen Unternehmen einzusteigen (als Uni-Informatiker). Beim Kleinunternehmen kenne ich zwei Mitarbeiter und den Geschäftsführer (letzteren jetzt nicht per Du, aber wir sind einander nicht völlig unbekannt), sofern relevant.
Vom Gehalt sähe es beim Großunternehmen anfangs besser aus, beim Kleinunternehmen wird jedoch eine vertraglich geregelte Erhöhung des Gehalts nach der Probezeit vereinbart, und danach kann es je nach Leistung weiter erhöht werden.

Ich habe mir natürlich schon selbst Gedanken gemacht und auch im Web geschaut, würde aber gerne eure Meinungen zu meinem konkreten Fall hören!
 

Tambay

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Ist immer schwer zu sagen und hängt letztendlich von einem selbst ab.

Kleinbetrieb: meist angenehmere Arbeitsatmosphäre, weniger Druck, pünktlich Feierabend.
Dafür schlechtere Aufstiegsmöglichkeiten -> langfristig gesehen i.d.R. weniger Geld

Großbetrieb: bessere Karrierechancen

Ich würd den Großbetrieb wählen. In ein Kleinunternehmen kann man immer wechseln, wenn es die private Situation erfordert/zulässt.
 

vengeance_1984

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Danke erstmal für deine Antwort!

Karrierechancen beim Großunternehmen insofern, dass man eher Projektleiter oder ähnliches wird, oder?

Aber wie meinst du das, dass man in ein Kleinunternehmen immer wechseln kann, wenn es die Situation erfordert?
 

theblade

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phil.

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Kleinbetrieb: hoher Druck, unregelmäßig Feierabend, gute Aufstiegsmöglichkeiten, abwechslungsreiche Tätigkeit, "Breitband" bzw. unternehmerisches Denken und Handeln notwendig, nicht so starre Regeln und Arbeitsanweisungen, selbständiges - Abteilungsübergreifendes Arbeiten

Großbetrieb: weniger Druck, regelmäßigere Arbeitszeiten, mittelmäßige Aufstiegsmöglichkeiten, reglementierte Tätigkeiten, Aufgaben und Arbeitsanweisungen, für alles gibt es Mitarbeiter oder Abteilungen.
 

vengeance_1984

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Ich denke er meint das so, dass es prinzipell schwieriger ist in Große anstatt in kleine Unternehmen reinzukommen.
Hmm, ok.

Ahja, ich sollte vielleicht noch folgendes erwähnen: Der Einstieg ins Großunternehmen würde voraussichtlich über einen Dienstleister erfolgen. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich selbst dazu stehe, teils hat's ein paar Vorteile, jedoch sicher auch Nachteile...
Ergänzung ()

Kleinbetrieb: hoher Druck, unregelmäßig Feierabend, gute Aufstiegsmöglichkeiten, abwechslungsreiche Tätigkeit, "Breitband" bzw. unternehmerisches Denken und Handeln notwendig, nicht so starre Regeln und Arbeitsanweisungen, selbständiges - Abteilungsübergreifendes Arbeiten.
Inwiefern denn unregelmäßig Feierabend?
 

phil.

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Wenn es notwendig ist, die Auftragslage bzw. Termine es erfordern, sind Überstunden fast selbstverständlich.
 
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Verata

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Ich habe fürher neben der Schule und der Uni für verschiedene Mittelständler gearbeitet. Mir haben dort die teils chaotischen Strukturen nicht sonderlich gemocht. Darüber hinaus habe ich erlebt, dass ein missglückter Auftrag für eine solche Firma bereits sehr gefährlich sein kann. Desshalb habe ich mich für ein Großunternehmen entschieden, da ich so einen sicheren Arbeitsplatz habe. Hier siegt aus meiner Sicht das Prinzip "too big to fail". Ich kann mir aber auch vorstellen, dass ich, wenn ich mehr Berufserfahrung habe zu einem Mittelständler wechseln werde.
mfg Verata
 

vengeance_1984

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Wenn es notwendig ist, die Auftragslage bzw. Termine es erfordern, sind Überstunden fast selbstverständlich.
Aber das ist doch bei Großunternehmen nicht anders, oder irre ich da?


@Verata
Beim Kleinunternehmen gibt es aber wahrscheinlich nicht genug Struktur, um überhaupt chaotisch werden zu können :D
Die Sache mit "sicherer Arbeitsplatz" ist halt so ne Sache; Weltbild, Praktiker, MAN, Schlecker sind auch nicht grade klein, aber man sieht ja, was passiert ist^^
Aber wenn du nach dem Prinzip "too big to fail" handelst: Weshalb möchtest du mit mehr Berufserfahrung zurück in den Mittelstand?
 
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phil.

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Das nicht. Aber in Großunternehmen arbeiten man häufig Gruppen. Hier werden Aufgaben verteilt, personelle Ausfälle (Krankheit / Urlaub) lassen sich leichter kompensieren.
In Kleinbetriebe ist eine Stelle / Aufgabe seltener doppelt besetzt.
 

Mopetentreiber

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In einem Großunternehmen gibt aber i.d.R. mehr Möglichkeiten sich dagegen zu wehren bzw. entsprechend Ausgleich zu bekommen bedingt durch stärkere Arbeitnehmervertretung, Betriebsrat usw.
 

phil.

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Muß man sich dagegen wehren? Normalerweise werden Überstunden bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen.
In Kleinbetrieben sollte man flexibler sein. Das ist für so ein Unternehmen zudem wirtschaftlich notwendig.
Ich persönlich bevorzuge dieses, "Siemensbeamter" ist nicht mein Ding.
 

Verata

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Mit mehr Berufserfahrung bin ich auf dem Arbeitsmarkt wertvoller, sodass ich nach einem eventuellen unveruldeten Wegfall meines Jobs trotzdem noch gute Karten habe. Mit dem Chaos meinte ich vor allem, dass ich häufig erlebt habe, dass es von Nachteil ist, alles direkt mit dem Firmenchef besprechen zu müssen, der von meiner Arbeit fachlich sehr wenig versteht. Jetzt habe ich einen Fachmann vor mir sitzen, der sich um die Kommunikation mit den höheren Etagen kümmert und mich meine Arbeit machen lässt.
 

vengeance_1984

Lt. Commander
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@Verata
Ok, würdest du dann sagen, dass du in Großunternehmen mehr Erfahrung sammelst als in Kleinunternehmen?
Ich glaube nämlich, dass man, wie phil. schon sagte, in einem Kleinunternehmen viel eher sozusagen abteilungsübergreifend arbeitet und damit die Erfahrung breiter gefächert ist, in einem Großbetrieb aber leicht sehr spezifisches Wissen anlernt, welches nicht notwendigerweise auch woanders Anwendung findet.
Dass der Chef wenig Ahnung von der Materie hat wäre in meinem Fall aber definitiv nicht der Fall^^
 

Mopetentreiber

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@phil
Es soll ja Arbeitsverträge geben in denen steht das mal eben so 20 Ü-Stunden mit dem normalen Gehalt abgegolten sind. Grad in kleineren IT-Klitschen soll das manchmal vorkommen. Liest man jedenfalls ab un zu.
Und einen Fall kenn ich auch persönlich wo Überstunden die Regel sind, aber ein Freizeitausgleich fast nie möglich ist und immer nur ausbezahlt wird, obwohl derjenige das nicht möchte und lieber etwas weniger Stunden machen würde (kein IT-Betrieb).
Meins auch nicht, geben und nehmen auf Gegenseitigkeit. Aber der Chef muss auch entsprechend mitspielen. Und das tun nicht unbedingt alle
 

Merion

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Ich glaube, es kommt hier auch auf die Definition von Kleinbetrieb und Großbetrieb an. Ist Kleinbetrieb ein Betrieb mit 20 Person oder mit 200 Personen? Das macht schon einen großen Unterschied. Bei 200 Personen brauchst du bereits feste Strukturen, sonst landest du im Chaos. Den Chef persönlich kennen, kann voll gut sein, oder zu wesentlich mehr Druck führen. Kommt auch ganz auf den Chef an.
Nett bei Überstunden, gerade bei Vertrauensarbeit, kann sein, dass du nur angeordnete Überstunden bezahlt kriegst. Bleibst du ohne Anweisung vom Chef 3 Stunden länger um was fertig zu machen, ja, Pech gehabt. Und wenn man einigermaßen eigenverantworlich arbeitet, kann das in Phasen mit höherer Arbeitsbelastung häufig vorkommen.
Wenig Strukturen kann bedeuten, dass du ohne große Probleme mit jedem reden kannst, oder dass du keine Ahnung hast, wer jetzt eigentlich wieder verantwortlich ist. Flache Strukturen mit wenigen Kollegen kann bedeuten, dass du halt kein Team zur Leitung kriegst, weil es so viele Teams einfach nicht gibt und die "alten" die Jobs schon haben

Große Firma wiederum kann viel Bürokratie bedeuten, genaue vorgeschriebene Vorgehensmodelle, die nicht unbedingt was mit der realen IT-Welt zu tun haben. Aber eben auch klare Vorgehensweise und regelmäßige Mitarbeitergespräche, weil man sonst nie mit den Leuten ins Gespräch kommt. Als Externer bei einer großen Firma zu landen, muss übrigens gar nicht so schlecht sein. Gerade im Bezug auf Überstunden ganz praktisch. Denn häufig zahlt die Firma für ein Kontingent an Stunden für dich. Deine Firma hat kein Interesse daran, dass du mehr arbeitest und wenn es ganz dumm kommt, dann kannst du dich an deine Firma wenden, die das dann für dich mit aushandelt. Der Nachteil ist, dass du, falls du Überstunden bezahlt kriegst, davon nicht viel sehen wirst. Der Vorteil, dass du auch wirklich nur deine 40h-Woche machst und noch was in der Freizeit machen kannst.
Für die eigentliche Arbeit ist das, so weit ich das kenne, vollkommen egal, für wen du arbeitest. Bei den meisten Kollegen wusste ich im letzten Job bei ner großen Firma mit vielen Externen meist nur, ob sie extern waren, weil es irgendwo in der Datenbank stand. Ansonsten gab es keinerlei Anhaltspunkte. Da waren Leute dabei, die seit über 10 Jahren da waren, die ganze Bereiche allein geschmissen haben. Oder halt auch Leute, die ganz frisch rein kamen. Behandelt wurden alle gleich.
 

B0n3cru5h3r

Ensign
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Grossbetrieb : sicherer Arbeitsplatz, regelmässige Arbeit, pünktlich Feierabend, pünktliche Lohnzahlungen.

Kleinbetrieb : Unsicherer Arbeitsplatz, flexible, erforderliche selbständige Arbeitstätigkeiten, unregelmässiger Feierabend, unregelmässiger Lohn, allerdings kann man sich in einem kleinen Betrieb stärker profilieren und die Anerkennung ist wahrscheinlicher, wenn du deinen Job gut machst. Dadurch gibt es natürlich auch höhere Aufstiegsmöglichkeiten.
 

vengeance_1984

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@Merion
Kleinbetrieb heißt hier <20 Leute^^

Das ganze läuft über Gleitzeit, wenn ich länger da bin, dann wird das auch entsprechend auf meinem Gleitzeitkonto verbucht und ich kann davon dann prinzipiell frei nehmen. Ich kann mir grade nicht so richtig vorstellen, dass Überstunden gar nicht verzeichnet werden, oder gibt es so Fälle, dass trotz Gleitzeit Überstunden nicht berücksichtigt werden?
Und dass Lohn nicht rechtzeitig ausbezahlt wird, kann ich mir jetzt - zumindest in meinem Fall - auch nicht so recht vorstellen, kommt das in Kleinbetrieben echt so oft vor?


Die Sache mit unregelmäßigem Feierabend ist mir im Übrigen leider immer noch nicht ganz klar: Auch wenn man in einem größeren Team arbeitet, habe ich meine Aufgaben und muss sie erledigen. Wenn ich nicht fertig werde, mache ich Überstunden. Wenn ich gut in der Zeit liege, gehe ich auch mal früher nach Hause. Nur in Notfällen, wenn ich z.B. krank bin, würde meine Aufgabe von jemand anderem im Team übernommen werden, bei einem Kleinbetrieb wäre das problematischer, auch in Bezug auf die Flexibilität bezüglich der Freizeitgestaltung (Urlaub nehmen und Einlösen des Gleitzeitguthabens).
Aber ich sehe nicht ganz, wieso der Feierabend deswegen generell unregelmäßig ist?
 

Merion

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Ok, der Betrieb, von dem ich mich gerade verabschiede hat knapp über 100.

Das Problem ist das "prinzipiell". Wenn du ein Projekt hast, dass dringend fertig werden muss, dann hast du keine Möglichkeit, deine Gleitzeit zeitnah auszugleichen. Ich komme jetzt aus nem zweijährigen Projekt, in dem ich Schwierigkeiten hatte, meine Urlaubstage unterzubringen. Da konnte man halt freinehmen vergessen und ausbezahlt wurde so auch nix. Verzeichnet war es schon, hat aber halt keinen interessiert.

Ich kann dir jetzt natürlich nur meine Situation erzählen. Das ist bestimmt nicht überall so. (Hoffe ich zumindest...)

Nicht rechtzeitig ausbezahlten Lohn hatte ich NIE. War immer vollständig und korrekt ein paar Tage vor dem Monatsletzten da.

Aufgaben sind ja nicht statisch. Am Anfang wird überlegt, wie viel Zeit wohl etwa für jede Aufgabe gebraucht wird und dann entsprechend zugeordnet. Wenn du jetzt in nem großen Team bist und du aus irgendwelchen Gründen länger für deine Aufgabe brauchst, dann kannst du die Arbeit besser hin- und herschieben zwischen den Leuten. Kann ja sein, dass jemand anderes dafür schneller unterwegs ist und dir dann was abnehmen kann. Wenn du nur drei, vier Hansele und keine Vertreter hast, dann machst das Ganze halt du und nur du.
 

S.Kara

Lt. Commander
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Ich würde dir auch zu dem großen Betrieb raten.
Dein Arbeitsplatz dürfte sicherer sein und du kannst dir deine Zeit besser einteilen. Hocharbeiten kann man sich hier ebenfalls.

beim Kleinunternehmen wird jedoch eine vertraglich geregelte Erhöhung des Gehalts nach der Probezeit vereinbart, und danach kann es je nach Leistung weiter erhöht werden.
Das ist immer so eine Sache, 1 Cent wäre auch schon eine Erhöhung und "je nach Leistung" bringt dir nichts, wenn es nicht spezifiziert wurde.
Mit solchen Klauseln wird man nur gelockt, wobei es natürlich aus Ausnahmen gibt.
 
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