Nero1 schrieb:
Bleib aber dennoch bei der Anfangsaussage, Anwalt rules, gerade weil hier die Formulierung so essentiell ist wie nichts anderes.
Und genau hier sehe ich das Dilemma.
Vermutlich würde ein Anwalt hier sogar erfolgreich gegen das Reglement und damit gegen das gesamte Vertragswerk vorgehen können. Das hängt wie gesagt vom Einzelfall ab, doch ehrlich gesagt hätte ich diesbezüglich keine großen Bedenken.
Der Punkt ist, dass diese Firma nicht verdient hat, was jetzt mit ihr geschehen könnte. Und der TE nicht verdient hat, was er jetzt erreichen könnte.
Ich lege das mal schlüssig dar:
Der TE sagte in einem Post:
Nur sind wir ein kleiner Betrieb, sodass es nicht viel übrig bleibt.
Hier haben wir einen kleinen Betrieb, der sich erhoffte, einen Studenten praktisch gut ausbilden zu können, damit ihm dieser zumindest zeitweilig als gut ausgebildeter Mitarbeiter erhalten bleibt. Dieser kleine Betrieb hat viel auf sich genommen, um die Ausbildung des TE zu finanzieren. Er wollte sich absichern, dass diese Investition dem Unternehmen eine gewisse Zeit erhalten bleibt.
Nun hat sich dieser Betrieb jedoch leider nicht juristisch abgesichert. Diese Kosten wollte sich der Geschäftsführer sparen und glaubte, das selbst regeln zu können mit entsprechender Klausel. Die jedoch vermutlich unwirksam ist.
Ich kenne solche Fälle. Und weiß, wieviele Betriebe an solchen falschen Einsparungen bereits zugrunde gegangen sind. Weil sie juristisch inkorrekte Verträge geschlossen haben, die später vor Gericht zerpflückt wurden. Und ich weiß um das Schicksal der Familien, die hinter diesen Betrieben standen.
Der Betrieb, der dem TE diese Ausbildung ermöglicht hat, wollte sich einfach nur absichern, dass er auch etwas zurückbekommt.
Dieses Ziel hat er aber vermutlich durch Unwissenheit komplett verzockt, um es salopp zu sagen.
Der TE kann sich jetzt aussuchen:
Möchte er menschlich, moralisch korrekt handeln, dann wird er dem Betrieb freiwillig die diesem entstandenen Kosten seiner Ausbildung ersetzen.
Oder möchte er nichts weiter als seinen persönlichen Vorteil.
Dann kann er möglicherweise auch völlig schadlos aus der Sache hervorgehen. Ohne einen Cent zu zahlen. Den Betrieb könnte das allerdings unter Umständen zur Aufgabe zwingen. Und selbst wenn nicht, dann zu ungerechtfertigten Vermögenseinbußen führen. Und zu einem Urteil, ob man nochmals jemanden ausbilden werde.
Ich finde, das sollte jeder mit seinem Gewissen ausmachen. Rechtlich scheint da einiges möglich zu sein. Doch moralisch sehe ich hier eine Zwickmühle.