Atomenergie Pros

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Knuddelbearli

Commodore
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Ja sorry für so ein Thema aber brauche mal eure mithilfe.
Schreibe gerade an einem text zu den Pro und Contras der Atomenergie hänge aber ziemlich an den Pros fest.
BITTE KEIN GRUNDSATZDISKUSSION!

Einziger CO neutrale Grundlastsicherer
Insgesamt gesehen nicht gefährlicher als Kohlekraftwerke ( die Tote durch Klimaerwärmung usw schlagen halt aktuell noch nicht soviele Schlagzeilen wie bei einer Atomkatastrophe )
Moderne Kraftwerke sind sehr sicher ( absolute Sicherheit gibt es aber nicht aber auch bei Staudämmen usw nicht )
 
- vorerst günstige Energieerzeugung (die Lagerung finanziert ja der Staat ;))
- kein CO2-Ausstoß
- keine Abhängigkeit von Öl-/Gas-/Kohle-Lieferanten, aber dafür Abhängigkeit von Uranlieferanten

Mehr fällt mir gerade auch nicht ein. Bin aber auch kein Freund des Atomstroms.
 
der Rohstoff ist sehr billig
Daher hängen die Erzeugungskosten Kaum von den Rohstoffpreisen ab.

Verfügbarkeit im Jahr bei rund 90% und daher so hoch wie bei keinem Anderen Kraftwerkstyp
(Kohle hat ähnliche werte)
 
Keine hohen kurzfristig notwendigen Investitionen in Ersatz für die hohe Menge an benötigtem Strom von anderen Quellen oder dem Ausland.
 
naja gerade das das der staat soviel finaziert ist ein langer negativ punkt in meiner erörterung ( kostenlüge )

das mit den geringen rohstoffkosten ist ein guter ansatz danke
und naja eigentlich sind die einmalkosten doch sehr gross wenn. viele baupläne für kkw liegen auf eis wegen den kosten eines neubaus
 
Wenn man der Sache mal nachgeht wirds auch wirklich schwierig Positives an der Atomenergie zu finden.

CO2 Neutral, ja ok. Die Gefährlichkeit anhand von Opfern zu vergleichen wird schwierig, da es kaum verlässliche Zahlen gibt. Wie viele sind bei Tschernobyl umgekommen, wie viele bei Unglücken in Kohlebergwerken? Ich glaub nicht das man das sinnvoll aufrechnen kann.

Der Preis ist völlige verzerrt weil die Endlagerung nicht drin ist und vor allem das Müllproblem an sich ist ein rießen Problem das einfach unter den Teppich gekehrt wird. Neben den Baukosten muss man auch den Rückbau noch mit beachten.

Was man evtl. noch erwähnen kann: für einen Ausstieg müsste man das Stromnetz erneuern wegen geänderter Anforderungen (Speichermöglichkeiten, Transfer etc.). Ist aber kein genereller Vorteil sondern eher der gewachsenen Struktur geschuldet.
 
Flächeneffizient würde mir noch einfallen.
Windpark Thanet braucht für 300MW 35km^2, ein modernes Atomkraftwerk produziert 1400MW.
 
@ Jester

ja dachte da aber auch eher an die CO2 Emmisiionen nicht an den Abbau da diese Folgen ähnliche langwierig sind wie ein GAU
 
Also ich denke mal die rumfahrerei und die Endlagerung ansich und dann muss man bedenken, für wie lange würde ich einfach mal davon ausgehen, dass die selbst nach der Lagerung noch zigmal transportiert wird. Wenn da was in nem Salzbergwerk unstabil wird muss es wieder da raus und umgelagert werden.

Ich glaube also nicht, dass das Klimaneutraler ist. Ausrechnen wird das aber einfach niemand können. Nur reden wir hier von CO2, was ja eigentlich abgebaut werden KÖNNTE, wenn wir mehr Bäumchen pflanzen würden als wir abholzen, im Vergleich zu einem Rohstoff, welcher sich in tausenden und hunderttausenden Jahren gar nicht zersetzt. Die Schäden für Umwelt und daher auch Klima sind daher nicht einzuschätzen. Ebensowenig wie man einen Klimawandel einschätzen kann. Wenn ein dicker Vulkan mal ausbricht sind wir auch alle am Allerwertesten ;)
 
Das alles entscheidene Pro der Atomenergie ist die Option auf militärische Nutzung. Die an der Atomenergie hängende Wirtschaft kann relativ leicht von Atomenergieerzeugung auf Atombombenbau umgestellt oder um diese Fähigkeit erweitert werden. Es ist ein Pluspunkt für jeden Staat, diese Möglichkeit in der Hinterhand zu haben. Nur aus diesem Grund konnte sich Atomenergie in so vielen Ländern etablieren.

Die von vielen schon beschriebene starke staatliche Förderung der Branche in allen betroffenen Ländern ist nicht der zufälligen Liebe zur Atomenergie geschuldet. Die Subventionierung der Atomenergie-Branche ist notwendige Voraussetzung, um die Branche überhaupt entstehen und gedeihen zu lassen und damit die militärische Option zu etablieren und zu behalten. Der direkte Weg über ein aus dem Militäretat finanziertes, offenes Atomwaffenprogramm ist den meisten Ländern verboten. Stattdessen werden zivile Atomenergie-Industrien aufgebaut, die aber mangels Konkurrenzfähigkeit massiv staatlich subventioniert werden müssen.

Das Märchen von der günstigen Energieerzeugung per AKW muß als Legitimation herhalten, um die eigentlich völlig unrentable Atomenergie-Branche aufzubauen und am Leben zu halten. Wenn Laufräder mit Hamstern drin eine starke militärische Option bieten würde, die welteit geächtet wäre, würden alle großen Länder zivile Hamster-Kraftwerke betreiben, auch wenn diese energetisch totaler Blödsinn sind und nur dank massiver Subventionen zu betreiben wären. Die Regierungen dieser Ländern würden in der Öffentlichkeit immer von der billigen Hamster-Energie schwärmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lustig, dass hier alle von Subventionen sprechen, wo doch die EE auch subventioniert werden, dennoch ist es ein Irrglaube vieler, dass die Lagerung vom Staat bezahlte werden, und die Energieversorger nix damit zu tun haben, dass die energierversoger seitjeher Rück´stellungen für die Lagerung bilden müssen, das ist wohl vielen nciht klar.
 
Es soll ja vermehrt auf Elektorautos gesetzt werden. Daüfr wären die Kapazitäten das Atomstroms auch gut zu verwenden.
Sehe nicht wie wir die AKW abschalten können und zeitgleich auf EE und Elektromobilität setzen können.

Machen wir das mit Kohle ung Gas können wir auch weiter Öl verbrennen.
 
so habs mal kurz zusammengefasst was ich mir bisher dachte


Atomkraft - Pro:

Energiebilanz: In einem Atomkraftwerk können gigantische Mengen an elektrischer und thermischer Energie gewonnen werden
CO2: Bei der Gewinnung der Energie fällt kein CO2 an, so dass Atomkraft auch im Hinblick auf die Ziele des Klimaschutzes in einem vermeintlich positiven Licht steht
Abhängigkeit: Zusätzliche Gaskraftwerke, die die Atomkraftwerke ersetzen sollen, steigern die Abhängigkeit von russischem Gas
Arbeitsplätze: Durch das Abschalten von Atomkraftwerken gehen Arbeitsplätze verloren
Sicherheit: Atomkraftwerke in Deutschland sind oft sicherer als jene die im Ausland installiert werden

Atomkraft - Contra:

Sicherheit: Die Atomkraft ist keinesfalls so sicher, wie oft unterstellt wird. Immer wieder kommt es zum Austritt radiaktiver Substanzen in die Umwelt
Uranabbau: Beim Abbau von Uran werden ganze Landstriche verwüstet. Durch Eliminierung der Vegetation ist auch die Atomkraft nicht CO2 neutral
Abhängigkeit: Ein großer Teil des Urans kommt aus Russland, so dass bei einem Verzicht auf Gas dir Abhängigkeit vom Energielieferanten Russland auch nicht sinkt
Dauer: Von der Planung bis zur Fertigstellung eines Atomkraftwerkes vergehen mitunter Jahrzehnte. Ob der Atomstrom dann bei der Fertigstellung noch kostendeckend produziert werden kann, ist keinesfalls sicher
Entsorgung: Die Entsorgung des Atommülls ist derzeit nicht Sichergestellt. Durch den Einsatz sogenannter Zwischenlager wird die eigentliche Entsorgung des Atommülls herausgezögert

Alternativen:
Kohle, Gas, Wasserkraft, Windkraft, Solaranlagen
Jeweils mit einem kurzen Pro und Contra
Kohle: Günstig, Relativ gute Ausbeute, CO2 und restliche Emmissionen Abhängigkeit
Gas: Umweltfreundlicher als Kohle, Vorräte halten deutlich länger als bei Kohle, CO,2 Abhängigkeit von Russland
Wasserkraft: Riesen fläche werden benötigt, Auswirkungen auf Natur, Umsiedelungen, in Ger kaum möglich
Windkraft: Riesen fläche, weite Transportwege bei Offshore, Gefahr für Vogel und auf dem Meer auch durch die geräusche für Wale usw, Kostengünstig, erpropte technik
Solar: Herstellung der Panels verbrauchen gigantische Mengen an Energie, noch serh ausbaufähig, gigantisches entwicklungspotential auch durch standortfrage ( Afrika und dadurch weniger entwicklungshilfe benötigt )
 
Der Strom ist noch zudem konkurrenzlos günstig (da könnte allerhöchstens die Kohle rankommen, dann aber mit der CO2-Problematik).

Dadurch bedingt Unterstützung der heimischen Industrie (durch billigere Energie) und Ermöglichung eines hohen Lebensstandarts für die Bevölkerung.

Außerdem liefert ein AKW ein sehr konstante Leistung (und ist damit gut planbar und grundlastfähig) und ist nicht so extrem schwankend wie Wind- oder Solarkraft.

Auch schafft die Atomkraft technische Kompetenzen im eigenen Land.

Es verschandelt die Landschaft nicht so sehr wie Windräder.

Des Weiteren sind Atomkraftwerke bei uns extrem sicher. Tsunamis und Jahrhunderterdbeben kombiniert werden bei uns wohl kaum auftreten.

Gerade im Bezug auf eMobilität extrem zukunftsweisend, falls diese Fehlentscheidung des Ausstiegs zurückgenommen wird.
 
Flächeneffizient

Ein neues KKW ist aber alles andere als günstig --> das ist auf jeden Fall ein Con. (alleine die Investitionsleistung am Anfang)
 
wenn man nicht angst haben müsste, das in 10-15 Jahren die Politik das Neue Kraftwerk Still legt, dann wäre die Baukosten von 5-10Milliarden Euro für die Energiekonzerne überhaupt kein Problem.

Uran Kommt soweit ich weiß nur aus recht kleinen Teilen aus Russland.
Australien und Kanada sind die Hauptlieferanten.
Viele Förderländer gehören zu der "Westlichen" Welt, daher ist man nicht von Einzelnen Ländern Abhängig.
 
Onkelhitman schrieb:
Ich glaube also nicht, dass das Klimaneutraler ist. Ausrechnen wird das aber einfach niemand können.

Doch. Man geht davon aus, dass alleine Abbau und Transport zu einer schlechteren (fossilen) Energie- und CO2-Bilanz führen als Gaskraftwerke.

getexact schrieb:
Lustig, dass hier alle von Subventionen sprechen, wo doch die EE auch subventioniert werden, dennoch ist es ein Irrglaube vieler, dass die Lagerung vom Staat bezahlte werden, und die Energieversorger nix damit zu tun haben, dass die energierversoger seitjeher Rück´stellungen für die Lagerung bilden müssen, das ist wohl vielen nciht klar.

Die direkte Subvention von Atomstrom beträgt zur Zeit etwa 4Cent/kWh und ist damit viermal höher als bei erneuerbaren Energien.

[sauba] schrieb:
Außerdem liefert ein AKW ein sehr konstante Leistung (und ist damit gut planbar und grundlastfähig) und ist nicht so extrem schwankend wie Wind- oder Solarkraft.

Gilt nicht im Sommer. Schon bei den Temperaturen in Deutschland wird die Kühlung stark beansprucht und der Wirkungsgrad sinkt (ist auch klar, wenn man sich die dt-Ausgleichskurve anguckt. Siehe Physik-Unterricht.) Planbar - ja. Konstant - nein (Jahreszeitenabhängig)

[sauba] schrieb:
Des Weiteren sind Atomkraftwerke bei uns extrem sicher. Tsunamis und Jahrhunderterdbeben kombiniert werden bei uns wohl kaum auftreten.

Tsumanis haben wir erstmal nicht zu erwarten, das stimmt. Jedoch ist die Sicherheit einiger Kraftwerke nicht so hoch, wie man es gerne hätte und während eine durchschnittlich hohe Sicherheit schön ist, reicht jedoch ein Unfall in nur einem Kraftwerk, um eine Katastrophe auszulösen. Es gab auch in deutschen Kraftwerken genug Zwischenfälle und Strahlenopfer in der Bevölkerung.

[sauba] schrieb:
Gerade im Bezug auf eMobilität extrem zukunftsweisend, falls diese Fehlentscheidung des Ausstiegs zurückgenommen wird.

E-Mobilität hätte gerade den Vorteil, dass die hohe installierte Leistung der erneuerbaren Energien zum Laden vieler Batterien verwendet werden könnte.



Aber nun zu einem Vorteil, der mir noch so einfällt:

AKWs sind genau der richtige Erzeuger für unser derzeit noch vorwiegend unidirektional ausgelegtes Verteilernetz, d.h. es gibt eine eindeutige Zuordnung von Erzeuger und Verbraucher, der Leistungsfluss findet nur in eine Richtung statt, dafür eben in großen Mengen. ->zentrale Energieerzeugung.

Damit eng verbunden ist die ortsnahe Erzeugung. Bestimmt jeder hat schon von der Überlastung der Netze gehört: ab 400km Übertragung wirds knifflig, das Problem hat man beim "AKW um die Ecke" nicht.



Eine Information, die vielleicht noch hilfreich für deinen Text sein könnte:

-es gibt Verfahren, die bereits wirtschaftliche Anwendung finden, in denen das abgeschiedene CO2 aus Kohlekraftwerken mithilfe von Wasserstoff in Methan (Erdgas) umgewandelt wird. Das lohnt sich in dem Augenblick, wenn Wasserstoff aus der "Überschussmenge" der EE gewonnen wird. Der Wirkungsgrad der Energiewandlung beträgt hierbei etwa 75%. (Zum Thema "Abhängigkeit von russischem Gas" - es ist zwar keine Möglichkeit, den ganzen Bedarf zu decken, aber schon, um ihn abzufedern)
 
Sorry, aber die Einspeisevergütung für Photovoltaik beträgt derzeit knapp 30 Cent pro Kilowattstunde, bei den anderen Formen regenerativer Energieförderung liegt sie ähnlich. Des Weiteren ist eine Umlage von 3,5 Ct/kWh enthalten.

Wie du auf die vierfache Förderung kommen magst wüsste ich gerne.

Und natürlich ist die Leistung konstant. Vllt. nicht im Jahresbezug, aber zumindest über mehrere Wochen, und zudem noch vorhersehbar. Keinesfalls zu vergleichen mit z.B. Solar und Wind, die täglich schwanken und gerne auch mal ausfallen.

Die deutschen AKWs sind für Erdbeben ausgelegt, die es in den letzten 100.000 Jahren nicht einmal gab. Sicher ist fragwürdig, wieso in Fukushima ein AKW mit derart niedriger Sicherheitsschwelle gebaut werden durfte, übertragbar ist das aber nicht. Und meldepflichtige Störfälle gab es auch, das ist wahr - aber bei einem AKW muss fast alles gemeldet werden, selbst wenn der radioaktive Kreislauf nicht betroffen ist.
Strahlenopfer in Deutschland? Zeig mir eine Studie, die das beweist. Ansonsten klingt das eher nach dem üblichen Anti-Atom-Gewäsch.

Und zum Thema eMobilität: Dann müsste die Leistung auch dann erzeugt werden, wenn man sie braucht. Also abends, wenn die Berufspendler mit dem Auto zuhause ankommen. Ansonsten führt sie sich selbst ad absurdum, wenn ich das Auto daheimlassen muss, damit es sich unter der PV-Spitzenleistung mittags läd. Und die "große Leistung" ist nicht installiert, nichtmal auf lange Frist sichtbar.

Aber was solls, laden wir die eAutos einfach mit dem Strom, der durch den Wegfall der AKWs fehlt. Wen stören schon Vorzeichen oder Physik.

Also meine Aussagen bleiben bestehen.

Die EE-Gas-Technologie ist in der Tat sehr erfolgsversprechend. Hast du einen Link zu dem Wirkungsgrad? Ich habe letztens nämlich von 45 % gelesen - was allerdings auch viel besser wäre als Auskuppeln unter Spitzenlast.

Gruß,
[sauba]
 
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