Baldiges Informatik Studium

Informatik ist stark Mathematik-"lastig", und auch zurecht, da die meisten informationstheoretischen Grundlagen vom Abstraktionsgrad noch sehr nahe an der Mathematik liegen. Von daher wird in einem Informatikstudium da auch schon in die Vollen gegangen, etwas mehr als "mittleres Niveau" :) An meiner Uni halten sich meines Wissens die "Mathematik-Mengen" unterschiedlicher Studiengänge (Informatik, Maschbau, E-Technik etc.) etwa die Waage, Schwerpunktsetzung mal außer Acht.

Was die Programmiersprachen angeht: Das ist ein eigentlich recht untergeordnetes Thema, wenn ihr mich fragt. Ginge es in der Informatik hauptsächlich darum, irgendwelche Maschinen mit irgendwelchen formalen Sprachen zu beschreiben, könnte man auch "Angewandte E-Technik" dazu sagen. Tatsächlich wäre allerdings sowas wie "Informationstheorie" zutreffender.

Dijkstra hat dazu mal sehr richtig festgestellt: "In der Informatik geht es genau so wenig um Computer wie in der Astronomie um Teleskope."
 
Fonce schrieb:
Kryptographie -> Hardcoremathe

Naja, also ich lese derzeit ein Buch zur Kryptographie nebenbei und zum Großteil baut das ganze eher auf logischen Verknüpfungen auf als auf alles andere....
In der dynamischen Programmierung(bzw. bei dynamischen Algorithmen) und bei der 3D Programmierung ist es ,wie ich finde, doch anspruchsvolleres Mathe.

Worum geht es in deinem Buch denn konkrekt? Ich sehe das nämlich etwas anders.

Theoretische Informatik war an der Uni mein Vertiefungsfach und darunter fiel auch Kryptographie. Mit Logik hat Kryptografie eher weniger zu tun, da sind eher Disziplinen wie Algebra, Zahlentheorie, Statistik und zum Teil auch Kodierungstheorie gefragt. Zu dem Thema gehört natürlich auch die Kryptoanalyse (Also das Dekodieren von Nachrichten ohne Kenntniss von Schlüssel/Verfahren). Beides zusammen wird dann unter Kryptologie geführt.

Das simple Runterprogrammieren von vorhandenen Verschlüsselungsverfahren hat natürlich wenig mit Mathematik zu tun. Wenn es dagegen darum geht zu analysieren, wie sicher ein Verfahren ist oder ein Verfahren zu knacken, dann wird dir schwindelig dabei. Wenn man sich die führende wissenschaftl. Literatur zu diesen Themen anschaut, dann sieht man meistens immer nur dieselben Namen - es gibt überhaupt nur sehr wenige, die diese Brainpower aufbringen können.

Ein Punkt der mich dazu brachte nicht weiter in diese Richtung zu gehen war folgende Erkenntnis:
Die Schlüssel des Verschlüsselungsverfahren RSA (PGP bietet das an) basiert auf Primzahlen. Das Ganze ist relativ einfach zu programmieren, wenn man den Algorithmus einfach nur umsetzt. Das wäre aber sehr naiv, denn es gibt "gute" und "schlechte" Primzahlen. Wählt man schlechte Primzahlen, so ist das Verfahren sehr unsicher. Die Tücke steckt also im mathematischen Detail - Ein Verfahren mathematisch zu analysieren und Schwachstellen auszuschließen dauert viele Jahre.
Aus meiner Sicht ist Kryptologie eine rein mathematische Disziplin und hat wenig mit Informatik zu tun. Die Informatiker dürfen solche Verfahren nur programmieren, wenn die echten Kryptologen mit Ihrer Arbeit fertig sind.

Computergrafik beschäftigt sich mathematisch in erster Linie mit Analysis, ohne das nun abwerten zu wollen. Ich finde Kryptologie im Verhältnis nur umfangreicher, was die unterschiedlichen mathematischen Diziplinen und deren Verknüpfung angeht.

Ich entschudlige mich schonmal, dass das Ganze nun etwas OT geworden, aber das konnte ich so nicht stehen lassen. Ich schlage vor, dass wir das vllt. per PM oder Mail weiterführen.
 
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