Baldiges Informatik Studium

Ich Studiere in Erlangen. Wen ich ehrlich bin werde ich aus den Titeln der Vorlesungen noch nicht ganz schlau. In der Schule hatte ich nie Informatik. Welche Bereiche der Mathematik sollte ich mir den speziell nochmal ansehen? Gibt es Literatur die sich genau mit meinem Anforderungsprofil übereinstimmt?

Leider hab ich noch keinerlei Erfahrung was das programmieren angeht. Abgesehen von simplen HTML Text... Ich dachte mir mit Java zu beginnen und hab mir "Java ist auch eine Insel" gekauft. Mich begeistert das Buch allerdings nicht wirklich. Es ist sehr umfassen und Zeitweise zu ausführlich. An anderen stellen wieder sehr komplex und nicht einfach zu verstehen. Gibt es einen besseren einstieg in die Welt des Programmierens? Es muss nicht zwingend Java sein.

@ ap0k. irgendwo im einem der vielen Kisten im Schrank wird sie wohl noch liegen. Hat beinahe 2 Jahre gute Dienste geleistet. Inzwischen würde ich mir so etwas wohl nicht mehr leisten.

@Radde habe alle Folgen gesehen ;)
 
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FabianX2 schrieb:
Welche Bereiche der Mathematik sollte ich mir den speziell nochmal ansehen? Gibt es Literatur die sich genau mit meinem Anforderungsprofil übereinstimmt?
Dein Mathe-Schulstoff wird dir kaum bis gar nichts bringen, nach der 2. Vorlesung ist man darüber schon hinaus, von daher sicher nicht die alten Dinge ansehen.
Die Bücher "Mathematik für Informatiker" wären z.B. zu empfehlen, die Erklärungen sind simpler als die Fachchinesisch-Erklärungen der Bücher, die der Prof empfiehlt :evillol:
In der Inhaltsangabe wirst du auch gleich die Themen sehen, wenn es dir nur darum geht, alleine wird man diese aber bestimmt nicht lernen und auch nicht lernen wollen.

FabianX2 schrieb:
Ich dachte mir mit Java zu beginnen und hab mir "Java ist auch eine Insel" gekauft. Mich begeistert das Buch allerdings nicht wirklich. Es ist sehr umfassen und Zeitweise zu ausführlich. An anderen stellen wieder sehr komplex und nicht einfach zu verstehen. Gibt es einen besseren einstieg in die Welt des Programmierens? Es muss nicht zwingend Java sein.
Java ist eine Insel ist eigentlich nur eine umfassende Referenz, zum Lernen absolut ungeeignet.
Ich habe bisher nur ein Buch gesehen, welches wirklich für absolute Programmieranfänger ohne jegliches Wissen empfehlenswert ist (zufälligerweise für Java): Java von Kopf bis Fuß
Die Art wie der Stoff erklärt wird ist einfach phäneomenal.

FabianX2 schrieb:
@Radde habe alle Folgen gesehen ;)
doof nur, dass das Physiker und keine Informatiker waren :D
 
1. Mathematik
Mathematik ist grundlegend das Wichtigste für das Informatik-Studium. Dabei ist es fast egal, in welche Richtung du dein Studium ausgestaltest, bei fast jeder Vertiefungsrichtung bekommstdu es mit Mathe zu tun:

Computergrafik -> Mathe
Theoretische Informatik -> Mathe
Compilerbau -> Theoretische Inf. -> Mathe
Kryptographie -> Hardcoremathe
Algorithmen&Datenstrukturen -> Mathe
Digitale Signalverarbeitung -> Mahter
Kodierungstheorie -> Mathe
.....

Also zusehen, dass du hier am Ball bleibst.

Es ist sicher kein Fehler, wenn Du Deinen Abi-(Hoffentlich LK)-Stoff nochmal durchgehst. Obwohl man an der Uni wirklich bei absolut 0 wieder anfängt, ist man nach 2 Wochen Studium über den gesamten Schulstoff hinaus und i.D.R. geht es dann im selben Tempo weiter.

Du solltest Dir auch keinen Kopf machen, wenn du während der Vorlesung dem Stoff inhaltlich nicht folgen kannst. Wichtig ist, dass du, falls es kein Skript, gibt, alles von der Tafel abschreiben kannst. Wenn du in solchen Situationen einfach mal nach links und rechts schaust wirst du feststellen, dass du nicht alleine bist :)


2. Programmieren

Ich vernehme, dass du noch nicht viel programmiert hast. Ich sage Dir gleich, dass du an der Uni nicht lernen wirst, wie man GUT programmiert. ->GUTES<- Programmieren lernt man fast nur dadurch, dass man es tut, dann Fehler macht, daraus lernt (Schmerzen) und es das nächste Mal besser macht. (Ich sage immer "No Pain, no gain").

Man wird dir vermutlich 1 oder 2 Programmierparadigmen zeigen (z.b. funktional vs. objektorientiert) mit dazugehörigen Sprachen (z.B. Scheme, Lisp, C++, Java). Die meisten Unis machen meines Wissens mittlerweile Java. Eine Vorbereitung in dieser Richtung ist sehr sinnvoll. Wenn du in Richtung Computergrafik was machen willst, dann macht es jetzt schon Sinn sich frühzeitig zusätzlich mit C++ zu beschäftigen, da das dort eher zum Einsatz kommt und eine verhältnismäßig schwer zu lernende Sprache ist.

Wie oben schon gesagt, es wird einem quasi nicht gezeigt, wie man GUT programmiert. Es werden einem die Sprachelemente gezeigt und ein paar Beispielprogramme, um diese zu verdeutlichen. Die Beispielprogramme sind meistens grottenschlecht und haben nur den Zweck eine ganze bestimmte Sache zu zeigen. Nimm Dir lieber ein gutes Buch und probier die Dinge einfach selber aus, da lernst du viel mehr als in der Vorlesung stumpf Schlüsselwörter erklärt zu bekommen.

Wenn du Programmieren üben willst, dann macht es Sinn, dass du alle möglichen Algorithmen, die du in den entsprechenden Vorlesungen kennenlernst einfach mal für dich selbst nachprogrammierst, z.B. Such-Sortier-Algorithmen. Das hilft dir einerseits zu verstehen wie die Algorithmen funktionieren und andereseits auch deine Programmierkünste zu verbessern.


3. Mitstudenten

Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass man ein paar Mitstudenten auf gleicher Wellenlänge findet. So kann man Lerngruppen bilden und sich gegenseitig (Mathehausaufgaben!!) unterstützen. Bei den Programmier und sonstigen Praktika werden Aufgaben normalweise ohnehin immer in Gruppen bearbeitet und abgegeben, allein daher lohnt es sich ein paar Gleichgesinnte zu suchen.


4. Lernen

Es hift wenn man sich spätestens vor Prüfungen in Lerngruppen gegenseitig den Stoff nochmal erklärt, weil man dann mit Sicherheit merkt, wieviel man wirklich verstanden oder viel schlimmer mißverstanden hat.


5. Organisation

Im Gegensatz zur Schule rennt Dir an der Uni keiner hinterherr und organisiert den Tag für Dich. Ganz am Anfang bekommt man vllt. noch einen empfohlenen Stundenplan - damit ist aber meistens nach einem oder zwei Semestern schluß und du musst dir die Volesungen/Praktika selber zusammensuchen. Also nie warten, bis was passiert, sondern frühzeitig selber aktiv werden und Infos einholen.
 
6. Übungen sind wichtig
Ich sehe es immerwieder, dass einige sich in die Vorlesungen quälen und ihre "Zeit absitzen" und die Übungen dann aus fehlender Motivation kaum oder gar nicht machen. Die Übungen sind aber 100mal relevanter als die Vorlesung, ehrlich gesagt besuche ich fast keine Vorlesung, die Folien alleine und weiterführendes Material reicht mehr als dicke.
 
ich persönl. hatte bis vor kurzem nichts mit programmierung zu tun. da ich in diesem ws auch mit einem informatikstudium anfange, habe ich die informatik vorkurse an meiner uni besucht. bestehend aus v+ü. fand es sehr hilfreich. an dem mathe vorkurs, der auch angeboten wurde, habe ich nicht teilgenommen. aber trotzdem sage ich mathe, mathe und mathe.
alles hat mit mathe zu tun. das programmieren selbst ist nicht das problem. wenn du in mathe gut bist, mach dir mal um den rest keine sorgen.
 
Ich wusste nicht, das ein Informatik Studium an der Fachhochschule soviel besser ist :)

Bei dem was ich so gelesen habe, kann ich nur empfehlen, auf eine FH zu gehen. Beinahe alles was hier beim Studium als schlecht oder anstrengend angegeben wurde, ist auf der FH kein Problem oder angenehm. Und Mathe gabs zwar auch, aber nur die ersten 2 Sem :)

Ist halt alles sehr viel praxisnäher, find ich persönlich schon angenehm, auch wenn man sicher drüber streiten kann ;)

so long
Renegade
 
Wieviel mathe vorkommt hängt aber auch wieder von der FH ab.
Wir haben z.B. auch drei Semester Mathe.(FH-SWF Iserlohn)
Auch was die Programmierung angeht gibt es Unterschiede.
Wir hatten z.B. im ersten Semster C, im zweiten C++ und nun im dritten C++ mit Qt und dazu noch Java und nächstes Semester dann Java mit Swing und C++ mit OpenGL

Kryptographie -> Hardcoremathe
Naja, also ich lese derzeit ein Buch zur Kryptographie nebenbei und zum Großteil baut das ganze eher auf logischen Verknüpfungen auf als auf alles andere....
In der dynamischen Programmierung(bzw. bei dynamischen Algorithmen) und bei der 3D Programmierung ist es ,wie ich finde, doch anspruchsvolleres Mathe.
 
Was bei den Informatikstudenten auch immer sehr beliebt ist, ist die theoretische Informatik, insbesondere die klassische Logik :). Da wünsch ich dir viel Spaß bei, bin sooo froh dass ich das hinter mir hab.
 
Welche Bereiche der Mathematik sollte ich mir den speziell nochmal ansehen? Gibt es Literatur die sich genau mit meinem Anforderungsprofil übereinstimmt?
zB was ich in Beitrag #13 verlinkt hatte..
Aussagenlogik, Prädikatenlogik bzw. allgemein diskrete Mathematik.
Die meisten die ich im Studium kennengelernt habe, hatten nicht ein Problem zB die Kettenregel zu verstehen sondern ganz allgemein diese ganzen Mathe-Zeichen zu lesen oder Aussagen mathematisch exakt zu formulieren.
Das aber lernt man mit diesen (wichtigen aber einfachen) Themen optimal
 
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Ich persönlich würde das ganze einfach auf mich zukommen lassen. In 2-3 Wochen wirst du ohne irgendwelche Vorkenntnisse sowieso nicht viel machen können. Verschaff dir lieber mal einen Überblick. Bei den Info-VLs gab es bei uns eigentlich immer digitale Foliensätze zu den Vorlesungen und im Vordiplom auch häufig Skripte. Die kann man mal durchblättern um zu sehen, was auf einen zukommt.
 
informiert man sich nicht eigentlich VOR der anmeldung an einer universität über den studiengang??

da braucht mich eigentlich nix mehr zu wundern, warum 50% vorzeitig das studium abbrechen..
 
Bei mir im Studiengang sind auch ca. 50% in den ersten 2 Semestern gegangen (worden)... Das waren meistens die mit den World of Warcraft T-Shirts...

Ich glaub wenn man Spaß an der Sache hat und sich nen bisschen reinkniet dann ist es kein Problem. Also lass dich nicht von irgendwelchen vermeintlichen "Horrorvorlesungen" abschrecken, sondern lass es einfach auf dich zukommen. Du wirst dann schon schnell merken wo deine Schwächen sind und wo du mehr tun musst.
 
Meine Erfahrung beim Info Studium(TU Wien beginn 5. semester mach gerade den bac)

In Mathe sind Lerngruppen eher nicht zu empfehlen. Wenn das nicht fokusierte Leute sind kannst das total vergessen. Das hält mehr auf und lernen wirst dabei auch weniger.
Es prägt sich einfach viel mehr ein wennst dich selbst durchackerst ist mühsam und zeitaufwendig dafür kannst es dann wirklich.
Du darfst dich niemals dem, das war ja eh logisch oder ist eh klar hingeben. Wenn ich wem etwas erklärt hab und das als antwort bekommen hab war klar das er in 1 woche kA mehr hat worums ging.

Programmieren ist vermutlich auch in DE Java im grunde nicht schwer da muss man einfach durch. Unter Umständen begleit ich jetzt ein 1. semester das 0 vorkenntnisse hat. Da ist es einfach wichtig zu üben oft scheiterts da aber an was programmier ich jetzt eigentlich.

Wenn du Fragen hast oder wie du am besten rein kommst schreib mich einfach per PM an.
 
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Ja mit Lerngruppen ist das so ne Sache. Ich muss sagen bei den Lerngruppen in Mathe hab ich eine ganz andere Erfahrung gemacht solange man sich nur maximal zu 3. oder 4. zusammensetzt. Mehr Leute können sich eh nicht mehr ordentlich austauschen, ohne dass ein großes Chaos entsteht. Aber wenn du 2-3 Leute um dich rum hast die den Stoff auch wirklich können wollen, dann bringt es schon ne Menge und ist wesentlich weniger Aufwändig als sich als sich alles allein zu erarbeiten.
 
Ich weiss garnicht wieso hier alle meinen zu müssen Mathe wäre das wichtigste,
ich habe ursprünglich Maschinenbau studiert, dort ist Mathe richtig anspruchsvoll, im Informatikstudium ist Mathe eher mittleres Niveau also keine Angst.

Ich würde an deiner Stelle im Modulhandbuch bezüglich der Programmiersprache nachschauen und dann anfangen langsam zu üben. Als ich angefangen hab Informatik zu studieren gings am Anfang richtig rund, ersten Vorlesungen Variablen, Operationen usw., nach ein paar Vorlesungen hatten wir schon alle Schleifen und Abfragen durch, anschließend kamen Zeiger und Speicherallokierung (für Anfänger ist es ein recht schnelles Tempo finde ich).

Wenn du mit einer objektorientierten Sprache anfängst hast du Glück, wenn nicht wird es schon Anspruchsvoll (ich hatte die ersten 3 Semester C *kotz*).

Meiner Meinung nach ist es am besten mit PHP/C#/JAVA anzufangen, schau wie gesagt im Modulhandbuch nach, mit welcher Programmiersprache ihr anfangen werdet.

PS: Von Video2Brain und Galileo Computing gibt es haufenweise Videotraining-DVDs. Kostet rund 20 Euro pro Stück, für den Anfang sind die Teile spitze.

Gruß
Roman
 
Mal so eine Frage: Hängt es eigentlich von der Uni ab, welche Programmiersprache primär behandelt wird? Bzw. wie spezifisch wird dies gemacht?
 
Ja, macht jede Uni anders. Auch wenn es im allgemeinen hauptsächlich Java und C/++ sind.
 
aggroman schrieb:
Ich weiss garnicht wieso hier alle meinen zu müssen Mathe wäre das wichtigste,
ich habe ursprünglich Maschinenbau studiert, dort ist Mathe richtig anspruchsvoll, im Informatikstudium ist Mathe eher mittleres Niveau also keine Angst.

das ist von Uni zu Uni auch immer wieder anders, je nachdem wie die Profs meinen, ihren Stoff aufzubauen, generelle Aussagen und vor allem Vergleiche kann man da über einen Studiengang an einer x-beliebigen Uni nicht anstellen.
 
Im Endeffekt sollte es auch so sein (also bei uns zumindest ist es so), das man die verschieden Paradigmen / Einsatzzwecke anhand einer Programmiersprache erlernt und darauf aufbauend eigentlich jede andere Programmiersprache innerhalb kürzester Zeit erlernen kann.
 
badday schrieb:
Mal so eine Frage: Hängt es eigentlich von der Uni ab, welche Programmiersprache primär behandelt wird? Bzw. wie spezifisch wird dies gemacht?

Also bei mir war das so, dass wir im 1. Semester Java hatten als Beispiel für eine Imperative und OO Sprache. Im 2. Semester haben wir dann Haskell benutzt als Funktionale Sprache. Ich kann mich noch dran erinnern, dass wir in Haskell einen Parser für Prädikatenlogik schreiben musste, der die Dinger dann auch noch in Skolemnormalform transformieren können sollte. Ab dem 3. Semester durfte dann jeder die Sprache verwenden, die er wollte, solange das Ergebnis stimmte.

aggroman schrieb:
Ich weiss garnicht wieso hier alle meinen zu müssen Mathe wäre das wichtigste,
ich habe ursprünglich Maschinenbau studiert, dort ist Mathe richtig anspruchsvoll, im Informatikstudium ist Mathe eher mittleres Niveau also keine Angst.

Das scheint dann bei dir anders zu sein als z.B. hier in Karlsruhe. Die beiden großen Mathe-VLs (Ana und LA) hatten wir zusammen mit den Mathematikern, wohingegen die Maschinenbauer eigene VLs bekamen. Bei uns wurde mehr Wert auf die Theorie gelegt (wir mussten z.B. viele Sätze beweisen, während die Maschinenbauer sie einfach vorgesetzt bekamen und sie nur anwenden können mussten).
 
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