Beurteilung Software-Projektmitarbeit

Gogs

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Hallo zusammen,

ich arbeite seit einigen Jahren als Softwareentwickler in einer mittelständischen Firma mit ca. 120 Mitarbeitern (alle 5 Filialen zusammengerechnet).
In der Firma sind Jahresgespräche mit Zielsetzungen etc. leider nicht üblich. Dementsprechend gibt es im Normalfall auch keine Retrospektiven geschweige denn schriftliche Beurteilungen. Eine solche Beurteilung hätte ich aber gerne (von Zeit zu Zeit). Zum einen, um offizielles Feedback vom Projektleiter und vom Abteilungsleiter zu bekommen und zum anderen, um später mal was in der Hand zu haben, falls ich mich wirklich woanders bewerben sollte.

Ich hatte vor ein paar Jahren schon mal eine angefragt, als ein größerer Themen-/Projektwechsel erfolgte. Das hab ich zwar damals auch bekommen, doch wurde ich damals vom Abteilungsleiter schon schief angeschaut und gefragt, für was ich das denn brauche, so nach dem Motto, ob ich die Firma verlassen will.
Aktuell steht wieder ein Wechsel in ein neues Projekt an, darum würde ich gerne für die Mitarbeit im letzten Projekt (dauerte etwa 10 Monate) eine Beurteilung erhalten.

Darum meine Fragen:
1. Ab welcher Projektmitarbeitsdauer ist es üblich, eine Beurteilung darüber zu erhalten? Kann man sicher nicht pauschal sagen, aber so ne grobe Idee?
2. Habe ich als Mitarbeiter das Recht, eine Beurteilung zu verlangen (ohne den Arbeitsvertrag zu kündigen) ?
3. Mir wäre es eigtl. lieber, dass die Standard-Schlussformel : "Dieses Zwischenzeugnis wurde auf Wunsch von Herrn ... ausgestellt." nicht drinsteht, kann man das auch rauslassen?

Vielen Dank schon mal für Antworten, Meinungen und Tipps!
 
Ich pers habe noch nie gehört das jemand Projektbeurteilungen haben will... wenn - dann gibts das im (Zwischen-/)Arbeitszeugnis und man bittet den AG im Zeugnis diese Projekte explizit zu erwähnen und darauf einzugehen.
Wenn jemand so ein Zeugnis anfordern würde, würde ich genau so gucken wie dein Chef... da denkt doch jeder das du weg willst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich empfehl dir eher eine andere Herangehensweise. Quatsch einfach mal mit deinem Projektleiter mit der Zeit bekommt man dann recht gut heraus was er für eine Meinung von dir hat. Die Art der Aufgaben die man zugewiesen bekommt erlaubt in der Regel auch recht gute Rückschlüsse.
z.B.: Bekommst du regelmässig die, nennen wir sie es einmal CRUD aufgabe. Dinge die grundsätzlich nur replikation von vorhandenem mit ein paar adaptionen erfordert? Oder eher tasks die etwas komplizierter oder gar missions kritischer sind? Bist du der, der für die Lösung komplizierten Bugs / Probleme zuständig ist?
Solche dinge sind firmenintern 100x mehr Wert als Papier.
 
Ich habe von einem Zeugnis für die Projektarbeit auch noch nie etwas gehört.

Du hast aber das Recht, dass dir dein AG ein Arbeitszeugnis deiner bisher geleisteten Sachen ausstellt.
Dieses Recht gilt aber immer nur 1x innerhalb eines bestimmten Zeitraums. (Ein Zeugnis alle 6 Monate darf dein AG verweigern und ist eigentlich auch recht sinnfrei für Festangestellte)

Wegen der Klausel musst du mit deinem AG reden.

Falls es dir aber nur um eine Beurteilung geht, wäre das vllt. ein Vorschlag für die Personalabteilung und deinen Chef.
 
Ich schließe mich den anderen an. Sowas ist unüblich.

Ich arbeite jetzt 5 Jahre als Softwareentwickler und bekomme erst in wenigen Tagen mein erstes Arbeitszeugnis weil unsere Firma übernommen (geschluckt wurde) und wir nicht wissen ob unser Abteilungsleiter (der Beste der Welt!^^) uns erhalten bleibt.

Sprich mit deinem Abteilungsleiter.
Jeder von uns hat ein Mal im Jahr ein Termin beim Teamleader für 2h und alles zu besprechen. So erhalte ICH meine Beurteilungen jedes Jahr.
 
Du hast als abhängig Beschäftigter ein Anrecht auf regelmäßige Personalgespräche mit Deiner Führungskraft. Übliche Handhabe spricht von einem Gespräch pro Halbjahr (Selbstredend, daß die Ergebnisse dieser Gespräche in Deiner Personalakte schriftlich festgehalten werden und auch Einfluß auf z.B. Versetzungen, Gehaltserhöhungen oder leistungsabhängige Einmalzahlungen haben, deswegen vor Unterschrift immer noch einmal genau durchlesen).

Auf der anderen Seite hast Du auch ein Anrecht auf ein (qualifiziertes) Zwischenzeugnis, bzw. eine Beurteilung auf Anfrage, auch hier spricht die übliche Handhabe von etwa einem pro Jahr.

Ferner kannst Du auch Einsicht in Deine Personalakte nehmen, wenn Du wissen willst, was da so alles steht. Sollte man sowieso einmal im Jahr schriftlich beantragen. Wer weiß, was der Chef da so alles einträgt, wenn man recht selten mit ihm zu tun hat oder sogar schlecht mit ihm auskommt. Ggf. kann man Berichtigung oder Löschung beantragen, wenn man stichhaltige Beweise gegen Fehlangaben hat. Oder aber eine Gegendarstellung hinzufügen. Chefs bleiben auch nicht ewig.
 
Mit diesem Anrecht auf ein Zwischenzeugnis muss man aufpassen. Das stimmt prinzipiell wenn du z.B. intern die Stelle wechselst und z.B. einen neuen Vorgesetzten bekommst. Damit wird dann festgehalten was du bisher gemacht hast. Einfach so nach Lust und Laune hast du keinen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis.

Sollte dein Chef oder deine Personalabteilung sich deswegen verweigern, hast du aber immer noch die Möglichkeit zu sagen, dass du dich Bewerben möchtest und deswegen ein Zwischenzeugnis benötigst. Hier ist dein Arbeitgeber dann wieder verpflichtet dir eins auszustellen.
 
Vielen Dank für eure Einschätzungen! Jetzt bin ich wieder ein Stück weit schlauer und werde somit den ein oder anderen Faux pas vermeiden.

Also z.B. die Anfrage einer Beurteilung für die letzte Projektmitarbeit lass ich dann lieber, wenn das wirklich so unüblich ist.

ChAoZ:
Jeder von uns hat ein Mal im Jahr ein Termin beim Teamleader für 2h und alles zu besprechen. So erhalte ICH meine Beurteilungen jedes Jahr.

Das hätte ich natürlich auch gerne, den ein regelmäßiger Termin ist viel besser als ein explizit von mir verlangter/erwünschter Termin. Aber das ist eben bei uns leider nicht üblich.

Twostone:
Einsicht in Deine Personalakte ... Sollte man sowieso einmal im Jahr schriftlich beantragen. Wer weiß, was der Chef da so alles einträgt ...

Hm, gut zu wissen, aber da bleibe ich jetzt glaub ich auch erst mal vorsichtig, das könnte vielleicht auch unnötig Staub aufwirbeln.

Funart:
Quatsch einfach mal mit deinem Projektleiter ... Bist du der, der für die Lösung komplizierten Bugs / Probleme zuständig ist?
Solche dinge sind firmenintern 100x mehr Wert als Papier.

Das ist richtig, das mache ich auch, ist allerdings natürlich nur firmenintern von Belang.


Ich wollte halt nur vorab schon mal vorsorgen, um nicht erleben zu müssen, was einem Freund passiert ist: Er war jahrelang bei einer Firma und war dort auch geschätzt und beliebt, hatte dann aber wohl mal so großen Zoff mit seinem Chef, dass er nicht mehr lange dort bleiben wollte. Zum Abschied bekam er dann ein dürftiges (wenn auch wohlwollendes wie vorgeschrieben) Arbeitszeugnis von den Vorgesetzten.

Das kann einem zwar trotzdem passieren, aber zumindest hätte man mit dem ein oder anderen Zwischenzeugnis (meinetwegen alle 2 Jahre) etwas in der Hand, mit dem man bei zukünftigen Bewerbungen klar machen kann, dass man dort durchaus gute Arbeit geleistet hat.
Natürlich werden sich die Entscheider bei anderen Firmen auch denken können, dass einen die Firma sonst wohl nicht so lange gehalten hätte. Auf der anderen Seite werden sie vielleicht dem Zwischenzeugnis weniger Bedeutung zumessen als einem "Abschluss"-Zeugnis, da man ja noch mit dem Arbeitnehmer weiter zusammenarbeitet.
 
Niemand in der Personalabteilung liest ein Zwischenzeugnis wenn ein Abschlusszeignis vorliegt... die Jungs und Mädels dort haben jeden Tag unmengen von Bewerbungsunterlagen auf dem Tisch...
 
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