Bewerbung mit lücken im Lebenslauf

Eltonno

Lt. Junior Grade
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Hallo zusammen

Leider steht jetzt nach längerer zeit ein Arbeitgeberwechsel an, was mich vor dem Problem Bewerbungsschreiben stellt.
Meine letztes Bewerbungsschreiben ist jetzt 22 Jahre her und hatte noch keine Probleme mit Lücken.
Die frage ist jetzt wie ich die Lücken und häufigen Arbeitsplatzwechsel in der Jugend/Heute am besten darstelle.

Ausbildung 1: (Koch) Gekündigt (von mir) nach 3 Monaten
Ausbildung 2: (Bäcker) anfang 3. Lehrjahr abgebrochen
Ca.3 Jahre Aushilfs- und Nebenjobs (Über 10 Stellen)
Ausbildung 3: (Bäcker) nach 2 Jahren mit Gesellenbrief beendet
Etwas über 16 Jahre im letzten Ausbildungsbetrieb angestellt
Danach 6 Wochen Befristeter Arbeitsvertrag (Weihnachtsmarkt)
Seit 01.01.20 fest angestellt. Möchte hier aber aufhören.

Da mein anvisierter neuer Arbeitgeber ein Industrieunternehmen (Großbäckerei) ist, fällt ein kurz vorbeifahren und direkt ansprechen leider flach :)

Wie sollte ich jetzt das ganze darstellen, um gute chancen bei dem neuen Arbeitgeber zu haben?
Hoffe ihr könnt mir da helfen und bedanke mich schon mal im voraus für die Ideen.
 
Deine beiden abgebrochenen Ausbildungen sind natürlich nicht hilfreich. Ich würde da halt auf die Karte "Ich war noch so jung und unerfahren...Wusste nicht wirklich, was ich wollte...'Findungsphase'...".
Gut ist natürlich, dass du dann eine Ausbildung auch abgeschlossen hast und dann auch 16 Jahre gearbeitet hast. Leider sehen die letzten Monate wieder etwas merkwürdig aus, vielleicht habe ich es auch nicht ganz verstanden. Du hast nach 16 Jahren bei deinem Ausbildungsbetrieb aufgehört, um dann 6 Wochen befristet auf dem Weihnachtsmarkt zu arbeiten? Seit dem 01.01.2020 bist du jetzt wo fest angestellt? Bei dem Verkauf vom Weihnachtsmarkt? Was machen die das Jahr über?

Sehe derzeit eher weniger deine Jugend als Problem, sondern vielmehr die letzten Monate. Über ein paar ergänzende Informationen wäre ich dankbar ;)
 
Danke schon mal.
Ich habe nach 16 Jahren gekündigt da es interne Unstimmigkeiten gab (war so etwas wie Abteilungsleiter hatte aber bei gleichen/besseren Qualifikationen das geringste Gehalt, keine bezahlten Überstunden und die Kollegen machten was sie wollten).
Weihnachtsmarkt: Arbeite seit 2 Jahren an meinen freien Tag auf dem Wochenmarkt nebenbei. Chefin hat auch einen stand auf dem Weihnachtsmarkt und hat mich dafür erst einmal befristet eingestellt, da ich gekündigt hatte ohne was neues zu haben. Zeitlich passte das ganz genau.
Seit den 1.1. bin ich bei einem bekannten in der Küche als Bäcker/Koch unbefristet angestellt, da er kein Personal findet.
 
Du hast 16 bzw. 22 Jahre am Stück gearbeitet und machst dir jetzt Sorgen wegen Lücken in deiner Jugend? Die Sorge dürfte ziemlich unbegründet sein vor allem, da du dich in einem Bereich bewirbst, der zwingend Fachkräfte sucht.

Ich würde im Anschreiben definitiv nicht darauf eingehen. Sollte es im Gespräch aufkommen, kannst du es ja sicherlich gut erklären.
 
Danke auch an dich.
Ich möchte nicht durch einen falschen ersten Eindruck mir die chance verbauen da anfangen zu können.

Tourgott schrieb:
Ich würde im Anschreiben definitiv nicht darauf eingehen. Sollte es im Gespräch aufkommen, kannst du es ja sicherlich gut erklären.
Also nur den Zeitraum und dann "Diverse Arbeitgeber" oder wie?
 
Über die Jugendlücken würde ich mir kaum Gedanken machen. Du warst Jung, hast ausprobiert und warst unsicher. Letztlich hast du dich dann entschieden und warst viele Jahre in dem Beruf tätig. Von der Seite würde ich sagen alles kein Problem.
Wie aber schon angesprochen sind die letzten Monate wiederum negativ.
Du bist seit 01.01 in einer neuen Firma und willst nach gut einem Monat schonwieder weg. Das kommt mMn garnicht gut an. Das wirkt auf mich sehr sprunghaft. Da kommt dann wieder deine Jungend zum Tragen: Da hast du auch schon dieses Verhalten gezeigt. Das gäbe mir (wäre ich Personaler) den Eindruck, dass du sehr Sprunghaft bist und du bei der kleinsten Unstimmigkeit sofort das handtuch wirfst.
Für eine Firma, die längerfristig sucht, ist das ein echter Minuspunkt. Das musst du dann schon gut begründen und kompensieren können. Dabei dann immernoch den Spagat schaffen, nicht über den alten AG herzuziehen. („Scheiß Chef, blöde Kollegen, was für ein Saftladen“)
Da kann man als neues Unternehmen davon ausgehen, dass du über sie genauso sprichst wenn du wieder gehst.
 
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Viele betreiben ja etwas "Kosmetik" Man "könnte" die beiden abgebrochenen Ausbildungen weglassen oder eine um das in die 3 Jahre mit den Nebenjobs einbauen. Ob man das machen möchte, muss jeder selbst wissen.
Merken würde es der AG eventuell an den An und Abmeldungen bei der Krankenkasse. Oder wenn man sich im öffentlichen Dienst bzw. Bundeswehr bewirbt.

Aber ich würde als AG eher fragen warum du nach 16 Jahren auffhörst und dann eine neue Stelle (unbefristet) nach gut einem Monat schon wieder aufgeben willst. Das wird eher relevant sein im Gespräch.
Da muss ich @Khaotik zustimmen.

Ich habe derartiges auch schon mal gemacht, aber die Branche war übersichtlich und die Firma war bekannt dafür, und jeder wußte das ich keine Lügen erzähle.

(war so etwas wie Abteilungsleiter hatte aber bei gleichen/besseren Qualifikationen das geringste Gehalt, keine bezahlten Überstunden und die Kollegen machten was sie wollten).

Auch wenn es wohl so war, vorsichtig mit solchen Aussagen im Gespräch.
 
Danke auch an euch beiden.

Der grund warum ich jetzt nach einem Monat aufhören will ist, das falsche Gehaltsversprechen.
Es sind jetzt fast 50% weniger wie mündlich vereinbart, womit ich für den Mindestlohn arbeiten gehe.

brettler schrieb:
Auch wenn es wohl so war, vorsichtig mit solchen Aussagen im Gespräch.
Das hätte ich eh etwas schöner und neutraler dargestellt, aber danke für den hinweis.
 
Wenn du dich jetzt wieder als Bäcker bewirbst und der aktuelle Job eher Koch ist, sehe ich kein allzu großes Problem. Würde ich dann damit begründen, dass du eine neue Herausforderung gesucht hast, der Arbeitsbereich nun aber doch zu stark von deinen eigentlichen Qualifikationen abweicht. Dein Talent und deine Leidenschaft liegt eben in der Bäckerei.
 
Im Lebenslauf nicht lügen, sonst ist das später jederzeit ein Grund für eine Kündigung.

Sachen von vor 22 Jahren interessieren nicht/kaum. Wenn im Gespräch das Thema darauf fällt, dann sei eben ehrlich. Man sieht ja an deinem weiteren Lebenslauf, dass du dich gefunden hast und mittlerweile weißt, was du willst.
 
Aus der Ferne stellen sich natürlich schon ein paar ernste Fragen (die auch von den anderen Foristen zum Teil schon angesprochen wurden).

Die "alten Sachen" kann man abhaken, die wären nach 16 Jahren geheilt, wenn die Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses nicht belastet ist.

Ist es das? Zunächstmal, wie sieht das Zeugnis aus? Insbesondere in der Schlussformel spielt natürlich diesbezüglich die Musik. Steht da z. B. "scheidet auf eigenen Wunsch aus", "bedauern dies sehr" und "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit"?

Prinzipiell gilt, dass man eine Stelle erst dann kündigt, wenn man eine neue hat. Das mit dem "Abteilungsleiter" würde ich weglassen, wenn es keine offizielle "Leiterstelle" war. Wenn man Abteilungsleiter ist "und die Kollegen machten was sie wollten", dann stimmen hier zwei Dinge nicht. Als AL hat man Mitarbeiter, keine Kollegen (das sind die anderen ALs). Und wenn die Mäuse auf den Tischen tanzen, sind nicht die Mäuse schuld, sondern die Katze.

Das mit der neuen Festanstellung und dem "halben" Gehalt kann ich nicht nachvollziehen. Gibt es da keinen schriftlichen Arbeitsvertrag in dem das gereglt wurde?

Wie Khaotik bereits richtig geschrieben hat, unterlasse jede Kritik am alten Arbeitgeber, Dein Blick ist nach Vorne gerichtet, nicht nach hinten. Du suchst Dir nach reichlicher Überlegung eine neue Herausforderung und diese Großbäckerei bietet genau diese. Informiere Dich gut über dieses Unternehmen und entwickle eine Argumentationskette, die diese "Geschichte" so gut erzählt, dass Du am Ende selbst daran glaubst.
 
Idon schrieb:
Im Lebenslauf nicht lügen, sonst ist das später jederzeit ein Grund für eine Kündigung.

Da hätte ich aber gerne mal eine Quelle, dass glaub ich nämlich so nicht.

Denn müsste ja jeder zweite Angst haben da die meisten ein wenig schummeln.

Ich habe auch vor kurzen ein Arbeitswechsel vollzogen, und was ich gelernt habe ist: der lebenslauf muss Heutzutage bei älteren Menschen nicht das ganze Arbeitsleben beinhalten, meistens sollten es die letzten 15 Jahre sein, und die hast du ja Souverän in einer Firma abgeleistet. ;)
 
Quelle, dass glaub ich nämlich so nicht.

Zumindest bei der Bundeswehr oder anderen Behörden ist es so, das ein "lückenloser Lebenslauf" (sozusagen von der Wiege zur Bahre) gefordert wird, und man unterschreibt auch, das man bei Falschangaben entlassen werden kann (bei der Bw sogar mit Rückforderung von Dienstbezügen).

Und ich habe auch schon in einigen Firmen "Personalbögen" ausfüllen müssen, die auch einen Lebenslauf forderten und da stand auch das es Konsquenzen hat bei Falschangaben. Wie das rechtlich zu beurteilen ist weiß sicher Idon denk ich.

Es kommt wohl sicher auch auf den Einzelfall an.
 
dante1975 schrieb:
Da hätte ich aber gerne mal eine Quelle, dass glaub ich nämlich so nicht.

Das ist schon richtig so. Siehe: https://www.roberthalf.de/presse/bei-luegen-im-lebenslauf-kennen-personaler-keine-gnade

Etwas weglassen und bewusst falsche Angaben machen, sind allerdings zwei paar Stiefel. Mit Sicherheit muss man nach 20 Berufsjahren nicht mehr das Praktikum aus der Schulzeit aufführen. Ich lasse z.B. bereits jetzt meine gesamte Schullaufbahn weg, da sowieso nur noch der Studienabschluss zählt.
 
Für solche Themen gibt es Bewerbungsforen wie z.B.:
http://www.bewerbung-forum.de/forum/anschreiben-ausbildung-f35

Und wie bereits andere geschrieben haben, ist es ein KO Kriterium über ehemalige Kollegen und Chefs herzuziehen. Ebenfalls problematisch ist das Kündigen ohne neuen Job, oder ohne vollwertigen Job. Großbäckereien dürften jedoch hohen Personalbedarf haben, weil dort die Arbeitsbedingungen und Löhne suboptimal sind, somit würde ich das ganze nicht so kritisch sehen.
Viele kurze Beschäftigungen, die für den angestreben Job nicht relevant sind, kann man im Lebenslauf auch zusammenfassen wie z.B. 2010 bis 2011 diverse Hilfstätigkeiten im Bereich XY bei unterschiedlichen Betrieben (bessere Formulierung finden!).
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Binalog schrieb:
Das mit der neuen Festanstellung und dem "halben" Gehalt kann ich nicht nachvollziehen. Gibt es da keinen schriftlichen Arbeitsvertrag in dem das gereglt wurde?

Es wurde erst mal alles mündlich vereinbart. Hatte erst am 15.01.2020 den Arbeitsvertrag bekommen.

Das mit dem lügen/Falschangaben ist mir auch bekannt, deswegen auch dieser thread. Ich darf z.B. nicht behaupten das ich Abteilungsleiter war, weil es nicht im Arbeitsvertrag stand.

Schlecht reden über ehemalige Arbeitgeber/Kollegen mache ich generell nicht und wurde hier auch nur für bessere Erklärung genannt.

Auch ein dank alle anderen für ihre Ansichten.
Ich werde es jetzt einfach versuchen und das beste hoffen.
 
Die Lücken im Lebenslauf sind nach so langer Zeit nicht mehr relevant. Das spielt höchstens eine Rolle, wenn man sich aus einer Lücke heraus bewerben will und selbst das dürfte heute kein großes Problem sein. Die AG sind froh, wenn sie überhaupt irgendwen finden. Gerade Bäcker - das will doch keine Sau mehr machen.
 
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