Mal unterstellend, dass die Funktion nicht generell defekt ist, würde ich als Personaler mich vor allem fragen, weshalb dieser Bewerber an meinem Bewerbungsportal scheitert. Wenn es hier Probleme gibt, wird natürlich der zuständige Personaler angerufen und gefragt, wie zu verfahren ist. Ich würde davon ausgehen, dass die meisten in diesem Fall eine Bewerbung per E-Mail der schriftlichen vorziehen würden - das elektronische System wurde schließlich nicht eingeführt, um Bewerber zu ärgern und IT-Praktikanten zu beschäftigen.
Zum Thema Termin:
Dass sowas verschoben wird, gehört zur Tagesordnung und grundsätzlich wird daraus niemandem ein Strick gedreht. Die Gründe der Verschiebung sagen ja meist auch etwas über den Bewerber aus. Ist es ein kurzfristig geplanter Urlaub, kann ich daraus in aller Regel schließen, dass der Bewerber ohnehin nicht die notwendige Passion mitbringt, um jeden Tag Leistung zu bringen und auch ansonsten nicht übermäßig begeistert von der konkreten Stelle ist. Sind es wie bei dir wichtige Prüfungen, würde ich hingegen eher eine gewisse Gründlichkeit und ein gesundes Prioritätenverständnis ableiten. Dennoch: ZF ist ein großes und rennommiertes Unternehmen. Es könnte durchaus sein, dass bereits eine Handvoll Bewerber in der zweiten Runde ist, wenn du dein verschobenes Interview antrittst. Und dann noch zum Zuge zu kommen, wird erfahrungsgemäß schwer.
Noch eine persönliche Anmerkung:
Deine Selbstsicherheit ist für viele Positionen eine wichtige Eigenschaft. In Anbetracht deiner scheinbaren Aversion, einfach mal unkompliziert die Leute zu fragen, die es wissen müssen, könnte man darin aber durchaus größtenteils heiße Luft sehen. Oder anders: der Personaler ist dein Partner. Er selbst will dir die Stelle geben. Genau dir. Denn ewig Bewerbungen sichten will niemand. Du musst ihn lediglich davon überzeugen, dass er das auch ruhigen Gewissens tun kann - das wird aber nichts, wenn du kleinste Problemchen im Forum breittrittst (zum Glück wird er wahrscheinlich nicht mitlesen

) anstatt einfach mal zum Telefonhörer zu greifen und nachzufragen.
Nachtrag:
Entweder haben wir verschiedene Ideen von den Begriffen "Großkonzern" und "Mittelstand" oder du kennst deinen Wunscharbeitgeber viel zu schlecht. Meine letzten Zahlen sind zwar von vor der Krise (07/08), aber da hat ZF mit etwa 55.000 Mitarbeitern einen Umsatz von fast 12 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wo fängt denn für dich der Großkonzern an?