florian. schrieb:
Wir haben eine gesicherte Erzeugungsleistung von ~90GW
Unser Verbrauch liegt in der Regel bei ~65GW
Das Durchschnittsalter der gesicherten Erzeugungsleistung nimmt seit Jahren zu, d. h. der Anlagenpark altert schneller, als dies durch neue Anlagen kompensiert werden kann.
Die Spitzenlast liegt derzeit bei ca. 70 GW (KW4). "Verbraucht" wird Energie, bei der Spitzenlast geht es um elektrische Leistung, also den Augenblickswert.
florian. schrieb:
Solange nicht blauäugig ein großteil der gesicherten Erzeugungsleistung deinstalliert wird, ist es völlig egal, ob wir Netto Importeur oder Exporteur sind.[...]
Es gab/gibt feste gesetzlich vorgeschriebene Abschalttermine für thermische Kraftwerke, aber keine gleichgearteten Regelungen für die Inbetriebnahme von Ersatzanlagen.
Die selbst von den Grünen nicht angezweifelten 25 GW Gaskraftwerkskapazitäten (es gibt innerhalb der Energiewirtschaft Stimmen, die mindestens 40 GW als notwendig erachten), sollen erst Ende des Jahres ausgeschrieben werden. Zum Verfahren gibt es bisher keine Details.
Ich kann dazu nur sagen, hoffentlich hat das Verfahren nicht die Qualität des Heizungsgesetz und es kommen beim Bau nicht Ameisenbläuling, Gelbbauchunke oder Heldbock dazwischen.
Und aus strategischer Sicht spielt es sehr wohl eine Rolle, ob man Exporteur oder Importeur ist. Das ist immer auch eine Frage der Machtposition oder einer Abhängigkeit, die sich daraus ableitet.
Energiepolitik ist Langfristpolitik, Europa in der heutigen Form als Ewigkeitskonstrukt zu sehen, mag wohlfeil und erstrebenswert sein, aber sicher ist es nicht (siehe Brexit).
florian. schrieb:
Und ich sehe auch bei den Grünen keine anzeichen für die planlose abschaltung.[...]
Ich auch nicht. Abgeschaltet wird nach Agora/Graichen-Plan.
florian. schrieb:
Dafür sind sie zu gut mit der Wirtschaft vernetzt.[...]
Mit der EE-Lobby? Ganz sicher!
florian. schrieb:
Wenn sie übers Ziel hinaus schießen, werden sie schon eingebremst.[...]
Von wem? Den ÜNBs wie im letzten August nach dem zweiten Streßtest?
Deren Macht ist begrenzt. Die grüne Ökobürokratie zieht im Moment über die Konstellation BMWK > BNetzA alle Register.
florian. schrieb:
Siehe z.b. die abgerissenen Dörfer für den Braunkohle Tagebau under Grüner Regierung.[...]
Alles andere wäre ein rechtswidriger Vertragsbruch gewesen. Das unvermeidliche Einhalten von rechtlichen Vorgaben ist keine Heldentat.
florian. schrieb:
Die Urspungsfrage: Blackout Ja/Nein
Kann man damit bis auf weiteres völlig problemlos mit "Nein" beantworten.
(Restrisiko gibt es natürlich immer)
Ein Blackout bedingt durch eine Großstörung unter ungünstigen Bedingungen kann immer auftreten, deshalb wird das bei den Netzbetreibern auch regelmäßig geübt.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist durch die Energiewende leicht erhöht, der Netzwiederaufbau stark erschwert. Das liegt an den fehlenden thermischen Kraftwerken und ihren Fähigkeiten in Hinblick auf Systemdienstleistungen.