Blackout - Panikmache oder realistisches Szenario?

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Deine Vorhersage für 2023 lautet also, dass Deutschland das Jahr als Nettoexporteur abschließen wird, verstehe ich das richtig?

Zudem sollte man bedenken was da exportiert und importiert wird.

Exportiert wird EE-Überschuss aus ungesicherter EE-Erzeugungsleistung zu Ramschpreisen. Manchmal muss man sogar Geld drauflegen, dass einem der Überschuss entsorgt wird (02.07.23 bis zu -50 Cent pro kWh).

Importiert wird Energie aus gesicherter Erzeugungsleistung zu Tageshöchstpreisen...
1688809656825.png
link

Während der Dürre teures fremdes Wasser trinken und während der Regenzeit eigenes Wasser verramschen.

Tolles Geschäftsmodell. Nächste Woche gibt es die Juni-Zahlen zum EEG-Konto.
 
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SW987 schrieb:
Importiert wird Energie aus gesicherter Erzeugungsleistung
Magst du das vielleicht nochmal spezifizieren? Wie hoch ist denn der Anteil gesicherter Erzeugungsleistung am importierten Strom?

https://app.handelsblatt.com/untern...hland-von-strom-aus-dem-ausland/29238638.html

Das Handelsblatt zum Beispiel berichtet, dass etwa 50% des importierten Stroms im Mai 2023 aus EE stammen. Zudem steht dort, dass importiert wurde, weil es einfach billiger war als eigene Kohle und oder Gaskraftwerke zuzuschalten.

So schlimm scheint es also nicht um die Energieversorgung hierzulande zu stehen :)
 
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SW987 schrieb:
Andersrum wird ein Schuh draus. Gerade diese Wind- und PV-Lücken werden von gewisser Seite gerne mit bilanziellen Energiebetrachtungen über längere Zeiträume relativiert. Was wie gesagt sinnfrei ist, da es bei der Leistung um einen Augenblickswert geht.
wenn es darum geht, möglichst wenig Kohle zu verfeuern, dann ist das alles andere als Sinnfrei.
evtl. setzt du einfach komplett andere prioritäten.
 
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SW987 schrieb:
Deutschland das Jahr als Nettoexporteur abschließen wird
Ja, und auch ich gehe davon aus. Denn die letzten Jahre waren immer so, dass Mai, Juni und Juli sehr ausgeglichen bis Importüberschuss waren. Erfahrungsgemäß dreht sich dass im August zu Ausgeglichen und spätestens (auch historisch) ab September wieder deutlich Exportüberschuss. Warum? Im Sommer gibt es bei uns Erfahrungsgemäß wenig Frühling, Herbst und Winterstürme. Klick?
 
Ich halte das für eine sehr gewagte These.

Hier mal der Verlauf des Export-Import-Saldos über die Jahre 2022 und 2023 (monatsscharf)...

1688887204542.png


Im Jahr 2022 betrug die kumulierte Exportmenge bis Ende Juni 15,6 TWh.

Im Jahr 2023 beträgt die kumulierte Exportmenge bis Ende Juni 0,6 TWh.

Im Vergleich zu 2022 fehlen für die zweite Jahreshälfte die monatlich ca. 3 TWh aus den AKWs.

Es wird sehr vieler Herbst- und Winterstürme bedürfen.
 
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@SW987 was für eine Ironie, das ausgerechnet du auf Basis einer Excel-Tabelle eine politische Aussage triffst :)

Aus deinen Daten geht aber auch klar hervor, dass ab September 2022 ein deutlicher Anstieg von summiert nur über den Bereich Sep 2022 bis einschließlich Dez 2022 9,5TWh entstanden ist. Angenommen die Vorlage aus 2022 kann als Erwartungswert für 2023 dienen, dann müsste im Juli und August 2023 summiert ein Defizit von 10,1TWh entstehen, damit am Ende des Jahres in Summe 0 rauskommt.
In den Monaten April bis Juni 2023 ist aber pro Monat nur ein Defizit von 3,85TWh entstanden, was als Erwartungswert für Juli und August 2023 dienen könnte und folglich zu einem Saldo von -7,1TWh führen würde. Macht am Ende des Jahres also bei diesen Annahmen einen erwarteten kummulierten Export-Überschuss von 3,0TWh.

Bei Herbst- und Winterstürmen wie in 2022.

Edit: Zwei Zahlen korrigiert, hab da irgendwie anfangs 0,3 statt 0,6 für Juni 2023 gelesen...
 
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SW987 schrieb:
Ich halte das für eine sehr gewagte These.
Deine Vorhersagen haben sich in der Vergangenheit aber, vorsichtig ausgedrückt, eher weniger bestätigt.
Deutschland ist ein Stromtransitland innerhalb des eu-Verbundnetzes. Es wird ständig Strom ex- und importiert, was ja auch rein aus wirtschaftlicher Sicht schon Sinn macht und nichts damit zu tun haben muss ob man gerade zuviel oder zu wenig Strom produziert.
Auch aus ökologischer Sicht sinnvoll wen z.B Österreich unseren Strom importiert um damit seine unzähligen Pumpspeicher zu füllen.
Bzgl. Stromimport:
"Wie setzt sich der Importstrom zusammen?
Der größte Teil stammt aus Erneuerbaren Energien, etwa 20 Prozent ist Atomstrom. Die drei größten Lieferländer sind die Schweiz, Dänemark und Frankreich."

"Wird der Importanteil langfristig sinken?
Das ist wahrscheinlich und hängt von der Geschwindigkeit unseres Zubaus an günstigen EE-Erzeugern, also PV- und Windkraftanlagen sowie auch künftig Geothermie-Anlagen ab. Generell muss man aber sagen, dass der Stromimport im europäischen Stromhandel kein Makel ist, sondern das, wofür dieses System geschaffen wurde."
Quelle
 
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R.Kante schrieb:
[...]Aus deinen Daten geht aber auch klar hervor, dass ab September 2022 ein deutlicher Anstieg von summiert nur über den Bereich Sep 2022 bis einschließlich Dez 2022 9,5TWh entstanden ist. [...]
Für 2022 ist das richtig, aber...
R.Kante schrieb:
Angenommen die Vorlage aus 2022 kann als Erwartungswert für 2023 dienen, dann müsste im Juli und August 2023 summiert ein Defizit von 9,8TWh entstehen, damit am Ende des Jahres in Summe 0 rauskommt.[...]
wie kommst Du darauf, dass das für 2023 gilt?

Insbesondere wenn man sich den deutlich anderen Verlauf zwischen Apr22-Jun22 und Apr23-Jun23 ansieht.
R.Kante schrieb:
In den Monaten April bis Juni 2023 ist aber pro Monat nur ein Defizit von 3,85TWh entstanden, was als Erwartungswert für Juli und August 2023 dienen könnte und folglich zu einem Saldo von -7,1TWh führen würde. Macht am Ende des Jahres also bei diesen Annahmen einen erwarteten kummulierten Export-Überschuss von 2,4TWh.[...]
Ist notiert.
Buttkiss schrieb:
Deine Vorhersagen haben sich in der Vergangenheit aber, vorsichtig ausgedrückt, eher weniger bestätigt.[...]
Welche meiner Vorhersagen haben sich weniger bestätigt.

Bitte Verweis auf die entsprechenden Beiträge oder derartige Unterstellungen unterlassen. Danke.
Buttkiss schrieb:
Deutschland ist ein Stromtransitland innerhalb des eu-Verbundnetzes. Es wird ständig Strom ex- und importiert, was ja auch rein aus wirtschaftlicher Sicht schon Sinn macht und nichts damit zu tun haben muss ob man gerade zuviel oder zu wenig Strom produziert.[...]
Beim Export-Import-Saldo werden alle grenzüberschreitenden Energieflüsse bilanziell saldiert.

Am Ende des Jahres steht dann entweder Exportland oder Importland, das hat mit Transit gar nichts zu tun. Wenn z. B. Strom aus Dänemark nach Östereich fließt, dann ändert das an der deutschen Bilanz 0,0.

Und Fakt ist auch, wenn es so weiter geht wird Deutschland die strategische Fähigkeit verlieren, sich selbst aus gesicherter Erzeugungsleistung zu versorgen.
 
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SW987 schrieb:
wie kommst Du darauf, dass das für 2023 gilt?
Du hast da was grundlegend falsch verstanden oder missachtest es mit Absicht: ich sage nicht das meine Annahmen gelten werden, ich sage das sie gelten können.

Und die Basis für diese Annahmen ist eben der Verlauf des vorherigen Jahres.

Das unterscheidet meine Aussage möglicherweise auch essentiell von manch anderer von bestimmten Personen hier: ich behaupte nicht die Wahrheit über die Zukunft zu kennen und prophezeie deshalb auch nichts :-)
 
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SW987 schrieb:
Und Fakt ist auch, wenn es so weiter geht wird Deutschland die strategische Fähigkeit verlieren, sich selbst aus gesicherter Erzeugungsleistung zu versorgen.
Gesicherte Erzeugungsleistung wie die AKW in Frankreich, Belgien etc. oder die Kohlekraftwerke die aufgrund ihrer Abhängigkeit von Wasserstraßen nicht mehr versorgt werden können, meinst du die?
Der Großteil der ee bietet bereits heute eine gesicherte und klimaneutrale Energieerzeugung. Ja, natürlich ist, vor allem in Richtung Speichersysteme noch viel zu tun. Das wissen Alle. Nein, Politik und Wirtschaft laufen nicht sehenden Auges in den Untergang. Aktuell stehen wir deutlich besser da als der Großteil der restlichen eu-Länder und sind auf einem guten Weg.

SW987 schrieb:
Welche meiner Vorhersagen haben sich weniger bestätigt.

Bitte Verweis auf die entsprechenden Beiträge oder derartige Unterstellungen unterlassen. Danke.
Dein gutes Recht. Ich könnte mir natürlich jetzt die Zeit nehmen und das Forum nach Deinen Prophezeiungen bzgl. drohenden Blackout, Auswirkungen durch den Atomausstieg, Wahlverluste der Grünen oder des gesellschaftlichen Zusammenbruchs heraussuchen. Unter welchem Namen Du hier auch immer angemeldet warst. Aber offen gestanden habe ich da gar keine Lust zu. Du würdest dich ja eh wieder nur heraus lammentieren.
 
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Buttkiss schrieb:
[...]Dein gutes Recht. Ich könnte mir natürlich jetzt die Zeit nehmen und das Forum nach Deinen Prophezeiungen bzgl. drohenden Blackout, Auswirkungen durch den Atomausstieg, Wahlverluste der Grünen oder des gesellschaftlichen Zusammenbruchs heraussuchen. [...]
Dann tu das. Bis Du was gefunden und verlinkt hast unterlässt Du bitte dahingehende Unterstellungen, danke.
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R.Kante schrieb:
Du hast da was grundlegend falsch verstanden oder missachtest es mit Absicht: ich sage nicht das meine Annahmen gelten werden, ich sage das sie gelten können.[...]
Heute ist der 09.07.23. Der bisherige Verlauf seit April23 unterscheidet sich deutlich zum Vorjahresverlauf und es fehlen monatlich ca. 3 TWh aus den AKWs.

Deshalb die Frage, wie Du auf Deine "Annahme" kommst.
R.Kante schrieb:
Und die Basis für diese Annahmen ist eben der Verlauf des vorherigen Jahres.[...]
Welcher sich bereits jetzt, wie oben aufgeführt, vom letzten Jahr unterscheidet bzw. merklich unter geänderten Rahmenbedingungen steht.
R.Kante schrieb:
Das unterscheidet meine Aussage möglicherweise auch essentiell von manch anderer von bestimmten Personen hier: ich behaupte nicht die Wahrheit über die Zukunft zu kennen und prophezeie deshalb auch nichts :-)
Eine Prognose ist keine Prophezeiung.
 
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Wir haben eine gesicherte Erzeugungsleistung von ~90GW
Unser Verbrauch liegt in der Regel bei ~65GW

Solange nicht blauäugig ein großteil der gesicherten Erzeugungsleistung deinstalliert wird, ist es völlig egal, ob wir Netto Importeur oder Exporteur sind.

Und ich sehe auch bei den Grünen keine anzeichen für die planlose abschaltung.
Dafür sind sie zu gut mit der Wirtschaft vernetzt.
Wenn sie übers Ziel hinaus schießen, werden sie schon eingebremst.
Siehe z.b. die abgerissenen Dörfer für den Braunkohle Tagebau under Grüner Regierung.

Die Urspungsfrage: Blackout Ja/Nein
Kann man damit bis auf weiteres völlig problemlos mit "Nein" beantworten.
(Restrisiko gibt es natürlich immer)
 
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florian. schrieb:
Wir haben eine gesicherte Erzeugungsleistung von ~90GW
Unser Verbrauch liegt in der Regel bei ~65GW
Das Durchschnittsalter der gesicherten Erzeugungsleistung nimmt seit Jahren zu, d. h. der Anlagenpark altert schneller, als dies durch neue Anlagen kompensiert werden kann.

Die Spitzenlast liegt derzeit bei ca. 70 GW (KW4). "Verbraucht" wird Energie, bei der Spitzenlast geht es um elektrische Leistung, also den Augenblickswert.
florian. schrieb:
Solange nicht blauäugig ein großteil der gesicherten Erzeugungsleistung deinstalliert wird, ist es völlig egal, ob wir Netto Importeur oder Exporteur sind.[...]
Es gab/gibt feste gesetzlich vorgeschriebene Abschalttermine für thermische Kraftwerke, aber keine gleichgearteten Regelungen für die Inbetriebnahme von Ersatzanlagen.

Die selbst von den Grünen nicht angezweifelten 25 GW Gaskraftwerkskapazitäten (es gibt innerhalb der Energiewirtschaft Stimmen, die mindestens 40 GW als notwendig erachten), sollen erst Ende des Jahres ausgeschrieben werden. Zum Verfahren gibt es bisher keine Details.

Ich kann dazu nur sagen, hoffentlich hat das Verfahren nicht die Qualität des Heizungsgesetz und es kommen beim Bau nicht Ameisenbläuling, Gelbbauchunke oder Heldbock dazwischen.

Und aus strategischer Sicht spielt es sehr wohl eine Rolle, ob man Exporteur oder Importeur ist. Das ist immer auch eine Frage der Machtposition oder einer Abhängigkeit, die sich daraus ableitet.

Energiepolitik ist Langfristpolitik, Europa in der heutigen Form als Ewigkeitskonstrukt zu sehen, mag wohlfeil und erstrebenswert sein, aber sicher ist es nicht (siehe Brexit).


florian. schrieb:
Und ich sehe auch bei den Grünen keine anzeichen für die planlose abschaltung.[...]
Ich auch nicht. Abgeschaltet wird nach Agora/Graichen-Plan.
florian. schrieb:
Dafür sind sie zu gut mit der Wirtschaft vernetzt.[...]
Mit der EE-Lobby? Ganz sicher!
florian. schrieb:
Wenn sie übers Ziel hinaus schießen, werden sie schon eingebremst.[...]
Von wem? Den ÜNBs wie im letzten August nach dem zweiten Streßtest?

Deren Macht ist begrenzt. Die grüne Ökobürokratie zieht im Moment über die Konstellation BMWK > BNetzA alle Register.
florian. schrieb:
Siehe z.b. die abgerissenen Dörfer für den Braunkohle Tagebau under Grüner Regierung.[...]
Alles andere wäre ein rechtswidriger Vertragsbruch gewesen. Das unvermeidliche Einhalten von rechtlichen Vorgaben ist keine Heldentat.
florian. schrieb:
Die Urspungsfrage: Blackout Ja/Nein
Kann man damit bis auf weiteres völlig problemlos mit "Nein" beantworten.
(Restrisiko gibt es natürlich immer)
Ein Blackout bedingt durch eine Großstörung unter ungünstigen Bedingungen kann immer auftreten, deshalb wird das bei den Netzbetreibern auch regelmäßig geübt.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist durch die Energiewende leicht erhöht, der Netzwiederaufbau stark erschwert. Das liegt an den fehlenden thermischen Kraftwerken und ihren Fähigkeiten in Hinblick auf Systemdienstleistungen.
 
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Was SW nicht erwähnt, ist die Tatsache, dass es zu thermischen Kraftwerken eine Alternative gibt, von der auch seit mindestens 70 Jahren klar ist, dass man sie braucht, wenn man auf die relativ unzuverlässigen Quellen Wind und Sonne setzt.
Speicher ... daran hat man aber seit ende des zweiten Weltkrieges eher halbherzig geforscht, weil man glaubte, mit der Kernenergie eine Zukunftstechnologie zu haben ... leider hat die KE eben auch ein Zukunftsproblem, welches mit jedem Jahr der Nutzung einfach nur immer größer wird.
Dann kam der Ausstieg aus der KE ... und schon in der Planung hat man auf fossile Brennstoffe für grundlastfähige Kraftwerke gesetzt (vor allem Erdgas). Wohlwissend, dass das eben ein Problem nicht löst (CO2-Emissionen).

Das Problem für den Ausstieg aus der KE war der Atommüll und das Risikopotenzial (selbst menschliches Versagen darf nicht solch katastrophale Auswirkungen haben, wie Tschernobyl ... gelingt das nicht, ist die Technik eben noch nicht marktreif).
Das Problem bei Gas, Öl und Kohle ist die massive CO2-Freisetzung. Daher sollte man aus denen tatsächlich langfristig aussteigen. Und wenn es einem dabei nur darum geht, den eigenen Arsch vor den Folgen des durch hohen CO2-Ausstoß mindestens beschleunigten Klimawandels zu bewahren (seien es direkte Schäden oder indirekte Kosten).

Das Problem von Wind und Sonne ist eben, dass sie nicht zuverlässig und gleichmäßig verfügbar sind, was stärkere Netzregelung erfordert, um das Netz stabil zu halten.
Es muss immer eine zur Erzeugungsleistung passende Menge Abnehmer da sein, damit das Netz seine 50hz halten kann. Man kann das über die Erzeuger regeln (mit leistungsstabilen Kraftwerken, die man gut genug rauf- oder runter regeln kann), oder man regelt auf der Abnehmerseite ... durch vernetzte Speicherkapazitäten, die als "Abnehmer" einspringen, wenn die Abnahme oder der Erzeugungswert fällt oder ansteigt.
Jedes mal könnten die Speicher einspringen und bedarfsgerecht Energie abnehmen oder einspeisen ... wenn es sie gäbe und eine intelligente Steuerung etabliert wäre ... leider Fehlanzeige.

Der Aufbau ist natürlich eine krasse Aufgabe (denn die Kapazitäten müssten riesig sein), während das Netz für die andere Variante (leistungsstabile gut steuerbare thermische Kraftwerke) bereits vorhanden ist.
Natürlich ist es auch immer günstiger (aka profitabler), ein altes Netz weiter zu nutzen, als ein neues Netz aufzubauen.

Dass die Energiewende easy machbar sei, und ohne größere Anstrengungen und Änderungen zu bewerlstelligen sein würde, hat nie jemand behauptet.
Klar wird dabei auch einiges zu Bruch gehen ... wie das bei jedem Wandel ist ... geht der Klimawandel einfach weiter, geht ziemlich sicher mehr zu Bruch.

Thermische Kraftwerke sollten ursprünglich die Zeit überbrücken, in der die EE-Kapazitäten aufgebaut werden ... eigentlich gehören dazu auch Speicherkapazitäten von entsprechendem Ausmaß und ein entsprechendes Verbundnetz, welches sich selbst reguliert und stabilisiert.
Aber statt Speichern haben wir halt noch immer thermische Kraftwerke und haben lieber in Filtertechnologien investiert, als in echte Aternativen zu diesen Kraftwerken.
 
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DerOlf schrieb:
Aber statt Speichern haben wir halt noch immer thermische Kraftwerke und haben lieber in Filtertechnologien investiert, als in echte Aternativen zu diesen Kraftwerken.
So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Man will doch nicht die Mrd. Gewinne unser armen Energieversorger schmälern.

Es ist ja nicht so als ob die nicht gekonnt hätten.

Zitat:
Erneuerbare Energien: RWE mit Rekordgewinn will „jedes Projekt bauen, was möglich ist“.
RWE-Chef Markus Krebber betont im Rahmen der Bilanzkonferenz in Essen mehrfach, wie wichtig das „grüne Kerngeschäft“ für das Unternehmen ist. 4,4 Mrd. € habe RWE 2022 in eine „klimaneutrale Energieversorgung“ investiert, weltweit. Ausbau erneuerbarer Energien muss schneller gehen.

Da stellt sich mir die Frage: Warum jetzt plötzlich dieser Sinneswandel ?

Wenn unsere Regierung keine Klimapolitik macht (Was die letzten 20 Jahre der Fall war) passiert da halt von alleine gar nichts.
 
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SW987 schrieb:
Und aus strategischer Sicht spielt es sehr wohl eine Rolle, ob man Exporteur oder Importeur ist. Das ist immer auch eine Frage der Machtposition oder einer Abhängigkeit, die sich daraus ableitet.
Das wurde hier ja eigentlich schon erklärt das man Strom nicht zwangsläufig importiert weil man zu wenig davon hat. Das sind rein wirtschaftliche Vorgänge. Von "Abhängigkeiten" kann also keine Rede sein und man muss keine Schnappatmung bekommen weil mal mehr importiert als exportiert wird.

"Die Vorstellung, ein Land könne sich selbst nicht mit Strom versorgen, nur weil es aus dem Ausland welchen importiere, sei „ein Trugschluss und komplett falsch“, sagt Burger. Tatsächlich ist es ein Merkmal des europäischen Strommarktes, dass ständig irgendwo gehandelt wird, je nach Tageszeit, Preis und benötigter Last." (Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme)
Deutsche Strombilanz nach dem Atomausstieg

Trotz unseres Atomausstiegs ging die Energieproduktion Deutschlands aus der Stein- und Braunkohle stark zurück, im Vergleich zum Vorjahr um über 20%. Gleich mehrere Kohlekraftwerke wurden heruntergefahren.
Das liegt vor allem an einem seit Jahren rückläufigen Stromverbrauch in Deutschland, ein europaweiter Trend.

SW987 schrieb:
Energiepolitik ist Langfristpolitik, Europa in der heutigen Form als Ewigkeitskonstrukt zu sehen, mag wohlfeil und erstrebenswert sein, aber sicher ist es nicht (siehe Brexit).
Der Brexit war eine politische Scharade, die negativen Folgen für die Briten absehbar. Nicht ohne Grund wünscht sich der Großteil der Briten heute eine Rückkehr in die Eu.

DerOlf schrieb:
Der Aufbau ist natürlich eine krasse Aufgabe (denn die Kapazitäten müssten riesig sein), während das Netz für die andere Variante (leistungsstabile gut steuerbare thermische Kraftwerke) bereits vorhanden ist.
Eine Idee ist die alten Kohlekraftwerke zu thermischen Speichern umzubauen. Die Infrastruktur wäre zu grossen Teilen bereits vorhanden.
Quelle
 
Größter PV-Park Deutschlands mit 650 MW Maximalleistung geht im Herbst auf einem unwirtschaftlichen alten Tagebaugelände Nähe Leipzig in Betrieb.
Der Energiepark sei Teil der Energiewende, aber völlig unabhängig von staatlicher Förderung, sagte Pielmaier. Move on Energy erhalte keine Einspeisevergütung, sondern verkaufe seinen Strom direkt über einen Großhändler an Industriekunden. Die Solartechnologie sei inzwischen so weit, dass sie ohne Subventionen bestehen könne, fügte Pielmaier hinzu. Eigentümer des Parks ist der Versicherungskonzern Signal Iduna.
Für die PV-Stromerzeugung würde ja schon ein über-Nacht-Speicher sehr viel helfen, um bei hellem Wetter konstant Strom liefern zu können. Bei schlechtem Wetter könnten Windstrom oder die Kohle-Gaskraftwerke aus der Reserve die Lücke füllen. Wetter ist tageweise schon gut im voraus planbar und dementsprechend die benötigten Kapazitäten.

Das mit den umnutzbaren Energiespeichern >fossile Kraftwerke< habe ich auch schon gehört. Aktuell sollen z. Bsp. Gele als Hochenergiespeicher über EE tagsüber hochgeheizt werden, um dann nächtens diese Kraftwerke über die konventionelle Wärmewandlung (Dampfturbine) antreiben zu können.
 
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ThomasK_7 schrieb:
Maximalleistung geht im Herbst auf einem unwirtschaftlichen alten Tagebaugelände Nähe Leipzig in Betrieb.
Und wenn er den Strom ohne Subventionen an die Industrie verkauft bekommt er erheblich weniger als sonst. Ich kenne den aktuellen Industriepreis nicht, wird sich aber bestimmt um die 10 cent /kWh bewegen.

Man kann davon ausgehen das es nicht nur zum Geldwechseln gemacht wurde, sondern das Investment sich selbst trägt und Gewinn abwirft.
 
Nein, der Tagebau dort war bestimmt wirtschaftlich. :D
Es geht um die Unwirtschaftlichkeit der hinterlassenen aufgeschütteten Fläche, da sie kaum bebaut werden kann/darf und der Landwirtschaftsertrag am Anfang auch gering sein wird.
 
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