Konti schrieb:
Das in der Klammer ist grober Unfug.
Alles, was es an "Cyber-Crime" gibt, ist nichtmal annähernd schlimm genug, um zu rechtfertigen, nun auch noch das letzte freie Medium zu zensieren und zu überwachen.
Der Irrglaube ist, es müsse ein total freies Medium geben. Bzw. der Wegfall von persönlicher Verantwortung würde das Netz besser machen. Das war vielleicht mal so, aber im Endeffekt zeigt, sich dass doch erst die Möglichkeit oder der Glaube man sei anonym zu solchen Auswirkungen führt, dass man glaubt dies nur mit Deanonymisierung wieder in den Griff zu bekommen. Es geht nicht um Zensur und Überwachung, es geht um Haftung. Das jeder für den Mist gerade steht, den er verzapft. Das einfachst ist die Forderung des Realnamens. Es gäbe andere und subtilere Methoden.
Da ist der Mehrwert der Anonymität einfach weit größer als der Schaden.
Der Schaden wird seit Jahren diskutiert und es wird nicht besser eher wird der Schaden größer. Er lässt sich monetär nicht messen, aber die Verhaltensweise, das Selbstverständnis des Tabu-Bruchs nimmt zu. Man will keinen Generalverdacht. Deswegen scheint es sinnvoll, dass im Fall der Fälle aber identifizierbar ist. Nicht Datenspeicherung auf Vorrat, sondern wie im sonstigen Leben: Die Möglichkeit der sozialen Kontrolle und der Identifizierung bei Straftaten.
Das Problem ist, technisch ist es schwer das zu garantieren und Missbrauch zu verhindern. Dieser Missbrauch scheint einigen aber schon so gottgegeben, dass er als Argument gegen dessen Bekämpfung dient.
Es gibt keine Anonymität im Netz, es gibt nur Insel, wo das prinzipiell aufwändiger ist (Tor, Freenet Project etc.). Aber es ist zu einfach sich im Netz eine neue "Identität" zuzulegen, wenn man die alte verschlissen hat Und der ultimative Schritt ist dann eben, dass man nur mit der eigentlichen Identität sozial aktiv wird.
Genau das ist der Grund warum auch soziale Netzwerke mehr Erfolg haben, als jede andere Plattform davor: Die meisten Leute wollen zeigen wer sie sind, was sie ausmacht und statt sich eine mühsam aufzubauen, haben sie eine, die sie auch nicht verlieren möchten. Es ist ihr Ausweis. Klar geht Blizzard auch in die Richtung, weil es erfolgreich ist, nicht nur wegen der Verhinderung von Spam. Aber bei allem hirnlosen Spam, der da durchrauscht, es ermöglicht das, was außerhalb des Netzes erst Gesellschaft ausmacht: Gewisse Normen.
Wie gesagt dazu gehört auch Aufpasser zu etablieren, die auch eine gewisse Autorität haben müssen und die Schaffung von neuen Identitäten wirksam einzuschränken. Klar ist der Realname da nur eine, quasi letzte Option ist. Ich will das auch nicht als optimal hinstellen. Aber als Variante, die weiter kommen wird, weil sich die Mehrheit von den Zuständen bei der Kommunikation genervt fühlt (aber dennoch sich dran beteiligt, dass ist natürlich der Nachteil).