Breitbandinternet in Deutschland eine Chaos?

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Benni90

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Ist das langsame Internet auch für euch ein Trauerspiel in Deutschland? Also für mich ist es das.

Wenn ich allein schon unsere Bundeskanzlerin höre dass das Internet für sie "Neuland" ist dann muss ich mir schon sehr an den Kopf fassen. Bei jeder Cebit sagt sie zwar dass das Internet ein wichtiges Medium sei aber die derzeitige Bundesregierung (und die früheren Auch) tun ja nichts dagegen.

Im Vergleich zu anderen Ländern auf der Welt ist Deutschland im hinteren Mittelfeld, und das ist für ein Industrieland wie Deutschland schon sehr peinlich.

Wie sehr ihr die ganze Geschichte?
 
Es wurde schon immer viel darüber geredet und wenig gemacht. Grund sind wirtschaftliche Interessen und Lobby-Arbeit. Wenn Du Dich da ein wenig mal einliest, dann verstehst Du das ganze auch...its only about the money.
 
Ja klar geht es ums große Geld, aber unsere Politik schwafelt doch immer davon das wir ein hoch technologisiertes Land sind dann sollen die das mal unter Beweis stellen mit einem flächendeckendem schnellem Internet und zwar überall in Deutschland.

Die Politik soll auch mal Geld in die Hand nehmen und selber dafür sorgen das schnelles Internet in Deutschland ausgebaut werden soll.
 
geht wiedermal nur um sinnloses geld welches sich besser ausgeben als investieren lässt...

ein trauerspiel und insgesamt sehr peinlich - so mein empfinden zum "netzausbau" in deutschland (oder warum sitze ich seit einem halben jahr auf einem glasfaseranschluss den vodafone nicht nutzen kann/will/darf... jetzt hat wenigstens endlich die telekom zugang zu diesen leitungen - alles immer so schleppend und elend langwierig - ende)
 
"Die Politik" betreibt aber die Netze nicht. Du kannst ja eine Petition einreichen, dass die Telcos wieder verstaatlicht werden. Dann hat die Politik auch wieder den direkten Druck.
 
Selbst das vorhandene Breitband Internet ist Müll. Hab vor 2 Tagen World of Tanks runtergeladen (ca. 20 GB), das ganze läuft über Torrent. Nach dem Download mit gut 10 mb/s wurde meine Downloadgeschwindigkeit nahezu auf 0 kb/s gedrosselt >>> Downloadtests haben abgebrochen.

Ähnliches ist mir im letzten halben Jahr schon öfters passiert daher halte ich ein Zufall für ausgeschlossen.

Edit: Ich wollte damit sagen das neben dem Breitband auch mal an der Qualität gearbeitet werden sollte... Wie oft ich bei Telekom und Kabel Störungen und Probleme hatte. Ich habe eine Zeit lang in München gewohnt und hier gab es ständig Tagelange ausfälle. Bin mir wie in einem dritten Welt land vorgekommen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hier werden jetzt verschiedene Sachen in einen Topf geworfen, die nicht ganz passen.

Die Netze sind privat (wirtschaftliche Interessen)

Die Politik redet viel (politisches Interesse...)

Und zu guter letzt persönliche Probleme, die vielleicht mit dem ISP oder in den eigenen vier Wänden hängt.


Vielleicht mal darüber einlesen, was zB. die Telekom mit Vektoring vs. FTTH will usw.
 
Man muss es differenzierter sehen. Es stimmt einfach nicht, dass nichts getan wird. Das sagen nur Leute, die Populistisch auftreten. Seit es Vectoring gibt kamen Millionen von Menschen ins Breitband mit 50Mbit/sec und mehr. Und es wird weiter zu günstigem Preis ausgebaut. Vodafone hat KD aufgekauft und macht das Netz stetig schneller. Ich bin persönlich viel rumgekommen, in Mittelstädten hat man kein Problem, neue Vororte auch nicht, Kleinstädte haben zum Teil gerne noch 16MBit/s, was ich für zu wenig halte. Dörfer sind oft echt mies angebunden, hier wird vor allem was getan siehe unten.
Die Meckerei war jedenfalls früher begründeter als heute, vor allem seit es Kabelinternet gibt. Hier haben auch ältere Häuser schnelle Interentanbindung.

In Bayern investiert die CSU Milliarden ins Netz, um ländliche Regionen wettbewerbsfähig zu machen.

Über ganz Deutschland verteilt gibt es entsprechende Leitpläne der Landesregierungen, die mit Bundes und EU Fördergeld den Ausbau von dünnbesiedelten Kommunen unterstützen.

Wenn ihr mehr wollt, kann ich nur sagen: Der Netzausbau muss gefordert werden bzw. ein Wahlkampfthema sein, wie bei der CSU vor einigen Jahren. Auf Bundesebene sehe ich eher andere Themen im Schwerpunkt, mit dem Merkel ihre Wähler bei Stange hält und ebenso unglaublich viel Geld verschlingen. Da wäre das EEG, Energiewende allgemein und seit einem Jahr die Flüchtlingskrise, die aus Berlin mit Geld bekämpft werden will von Merkel. Hohe zweistellige Milliardenbeträge sind das, unfassbare Geldberge. Schäuble hat aktuell kaum Investitionsspielraum und ich denke das wird sich in den nächsten Jahren auch nicht ändern.
 
Benni90 schrieb:
Das ganze hat mehrere Probleme, fangen wir mit Grunsätzlichem an:

Deutschland ist ein Flächenland, wir haben Teilweise gebiete wo "kein A..." wohnt, dort muss genauso Breitband vorhanden sein wie in Großstädten.

Deutschland hat ein privates Telekommunikationsnetz, da kann jeder machen was er möchte, faktisch.

die "kleineren" Probleme:
Der Steuerzahle möchte nicht mehr Steuern zahlen.. faktisch ist es so, dafür wollen wir dafür natürlich mehr als möglich bezahlt haben
Zumindest läuft es dann so "Hey wir erhöhen die Steuern um 3% damit alle schnelles Internet bekommen können!" "Buhhh! Dich wähl ich nicht mehr!"

und das ist nur ganz grob so ;-)

Dazu gibt es noch zig punkte, bswp. Hauseigentümer die für Ihre Mieter (warum auch immer) kein FTTH wollen.. kostet die ja erst einmal Geld..

Die Liste ist lang, man muss sich eben nur mal umschauen!


Edit: Ja die Flüchtlinge sind mal wieder Schuld das wir kein schnelles Internet haben, da hat wohl jmd. die AfD Pille gefressen... ^^ (Oder zumindest glaubt er das)

Ich will niemanden für schnelleres Internet seine Menschenrechte aberkennen, sowell... im out
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe das Glück, dass ich mit 200 Mbit/s in beiden Richtungen sehr gut angebunden bin. In meiner Gegend sind hier alle mit Glasfaser recht gut angebunden, nur wenige surfen noch mit Kupfer rum. Aber generell läuft der Ausbau in Deutschland doch recht lahm und es gibt nur wenige Ausnahmen, die einen Breitbandanschluss besitzen.
 
es gibt 2 wichtige Aspekte:

Ausbau ( vor allem ländlicheren gegenden), und qualität ( performance)...

in beiden bereichen hat deutschland sicher aufzuholen, aber gerade der "ausbau" ist in meinen augen eine kathastrophe. wenn man bedenkt das 15-20 km vom südlichen ballungszentren wohnt , und käffer sich mit "DSL-Lite" oder "DSL HYbrid mit scheinheiligen versprechen" untergejubelt wird was weder qualitativ noch quantitativ einem zahlenden kunden zuzumuten ist, ...gebe ich dem TE vollkommen recht.


aber ob man jetzt DSl 50.000 wenn sie auch ankommen als "schlecht" beszeichnet ist ne ansichtssache. was macht der grossteil denn ? selbst hungrige breitband streamingsteckt das locker weg ... und wenn dann jmd schreit mein onkel, bekannter cousin,usw hat dort und dort dsl 200.000 dann ist das echt jammern auf hohem niveau... ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
eigentlich bin ich nur mit der gesamtsituation unzufrieden
bei mir liegt an:

kupfer-tele-leitung - max 6k bandbreite (mittlererweile endlich 16k bandbreite bekommen und gebucht!) - urteil ungenügend

kabel (TV): primacom betrieben (aus erfahrung wird dieser anbieter samt seinen furchtbar schwankenden und abbrechenden leitungen gemieden!) urteil unnutzbar (schaut mal einen stream damit - es ist die hölle)

neuerdings (seit september 2015) glasfaser: monatelang alle anbieter antelefoniert - keiner weiss was von der leitung. jetzt endlich nach 6/7 monaten kennt die telekom die leitung immerhin. aber vodafone? fehlanzeige.

ich kann schon verstehen wenn leute den netzausbau und die qualität unseres netzes schlecht machen.


aber klar es geht auch vorwärts und sie setzen sich ein -(die politik)

trotzdem ;)
 
Benni90 schrieb:
Ist das langsame Internet auch für euch ein Trauerspiel in Deutschland? Also für mich ist es das.

Wenn ich allein schon unsere Bundeskanzlerin höre dass das Internet für sie "Neuland" ist dann muss ich mir schon sehr an den Kopf fassen. Bei jeder Cebit sagt sie zwar dass das Internet ein wichtiges Medium sei aber die derzeitige Bundesregierung (und die früheren Auch) tun ja nichts dagegen.

Im Vergleich zu anderen Ländern auf der Welt ist Deutschland im hinteren Mittelfeld, und das ist für ein Industrieland wie Deutschland schon sehr peinlich.

Wie sehr ihr die ganze Geschichte?
Dir ist schon klar, dass das damals ein Versprecher von ihr war? Kein Grund immer auf das Thema Neuland anzuspielen
 
AW: Breitbandinternet in Deutschland - ein Chaos?

Hallo zusammen,

ich möchte hier berichten, dass es noch andere „Inseln“ im Land gibt, wo FTTH umgesetzt wurde bzw. noch wird.

Vorweg ich arbeite bei einer Firma für Softwareentwicklung und allgemein IT-Beratung. Wir haben uns mit den Stadtwerken einer kleineren Stadt (ca. 22000 Einwohner) zusammengesetzt und eine Machbarkeitststudie entwickelt. Darin kommt auch die Wirtschaftlichkeit vor. Ohne geht es nicht. Das war im letzten Oktober. Bereits erfolgt sind u.a. allgemein Projektstart, der Beginn von Softwareentwicklungen (alles agil), erste Grabungen und die Entwicklung von kostensparenden Partnerschaften (bekannter Netzwerktechnologiekonzern). Das Vorläufige Projektziel umfasst: FTTH (250Mbit/s – 10GBit/s) für geeignete Gebiete (Zielgruppen, viele Menschen, wenige Bauvorhaben, …), IPTV, IP-Telefon, stadtweites WLAN, Verwaltungssoftware. Darüber hinaus soll ein Rechenzentrum entstehen, das Cloud-Dienste anbietet.

Vor der Technik muss man in keinster Weise Angst haben. Es gibt nur drei Verantwortliche für die Netzwerktechnik (Ba ET, Systemelektroniker, Ma ET/TI). Wir liegen Zeitplan.

Probleme machen einzig ein paar Menschen auf der anderen Seite. Vor allem, weil ihnen die Fantasie, das technische (Anwender-)Verständnis und Kenntnis der primären Zielgruppen fehlen. Mit beinahe täglicher Kommunikation und einer Menge Geduld konnten wir aber bisher alle Probleme lösen.

Eine ganz wichtige Sache gibt es aber noch: die Finanzierung. FTTH kostet viel. Bringt aber noch mehr. Es gibt grob zwei Modelle mit denen eine Kommune/ein kommunales Unternehmen Projekte mit privaten Unternehmen umsetzen kann. Beide Modelle haben einen Zeitraum von 7 Jahren. Modell 1: Es wird 7 Jahre lang der Umsatz mit kommunalen Mitteln ergänzt, sodass das Unternehmen die Kosten decken kann.
Modell 2: Das Projekt gehört komplett der Kommune von Anfang an.

Nachteil Modell 1: ist das Unternehmen nach 7 Jahren nicht wirtschaftlich, geht es weg und verkauft das Projekt (Anlagen, sonstige Güter). Es gibt in diesem Land deswegen Kommunen mit z.B. ungenutzten hochmodernen Fernwärmenetzen.

Vorteil Modell 2: sollte sich das private Unternehmen verheben, geht es weg. Das komplette Projekt bleibt aber im Besitz der Kommune. In unserem Fall hätte die Kommune Glasfaser in der Erde (und mehr) und braucht nur ein neues Unternehmen für die Weiterentwicklung suchen.

Kurz: Wenn die Konzerne nicht können oder wollen, dann machen wir es eben selbst.

Wenn ihr Fragen habt, fragt ruhig (Anwendungsfälle, Anekdoten über digital-wenig-Erreichte, Provider) :)
 
Ob die Telekom ausbaut hängt ja auch von den Gemeinden selber ab.
Die müssen aktiv werden. Sonst tut sich nichts.
Also anstatt zu motzen einfach mal die Gemeinde ansprechen.
Die Telekom zum Beispiel baut zzt. massiv aus.
 
Timerle schrieb:
Ob die Telekom ausbaut hängt ja auch von den Gemeinden selber ab.
Diese Erklärung stimmt, aber nicht immer oder nur teilweise. In meinem Fall, weiß ich, dass der Telekom die Anschlusskosten von durchschnittlich 1000€/Haushalt zu hoch sind. Wenn man mit 40-60€ pro Monat und Haushalt (und den Aktionären ;)) rechnet, ist das ja auch verständlich.
 
CryNickSystems schrieb:
Ich will endlich Glasfaser haben :( (Gut, der Durchschnittsbürger kann da vermutlich nicht viel mit anfangen, wenn man es ihm nicht schmackhaft macht).

Zwei kleine Denkanstöße:

  • Autobahnen: Die Idee war einfach schneller von A nach B zu kommen. Ohne Gegenverkehr und Kreuzungen. Man hatte Dinge wie Auto- und Busreisen, Logistikunternehmen, Raststätten, steigende Geschwindigkeiten, Tempomat, Transport verderblicher Waren, … gar nicht im Sinn.

  • Es gibt Software/Medienunternehmen die ihre Produkte auf Festplatten per Post versenden, weil es über Internet wesentlich länger dauern würde. Ein richtig krasses Beispiel ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die einen kleinen Geschäftsraum in Polen angemietet haben, weil es dort 500Mbit/s gibt. Da fährt dann einer hin…mit Festplatte..und naja :D:freak:

Und jetzt versuche ich mal Anwendungsfälle für FTTH vorherzusagen:
- Streamen von 4K 3D Filmen mit 60Hz, gleichzeitig wird mit dem selben Anschluss telefoniert, gezockt und gearbeitet
- Installation von Software in eine Cloud: z.B. AutoCad mit Rasberry möglich = kostensparend, flexibel
- Hotels haben endlich schnelles WLAN/Internet auch bei vielen Gästen

Richtig dolle Zukunftsmusik: Streamen von VR-MMORP-Games mit schwacher günstiger Hardware, das über Jahre und mit immer besserer Grafik.

Ich bin der Meinung, dass ein ausgebautes Glasfasernetz die Grundlage für ganz neue Entwicklungen/Branchen ermöglichen könnte, sodass auch der Durchschnittsbürger profitiert.
 
Der Thread ist mehr PuG als
Internetprovider und Webhosting
Provider, Hostingangebote, Daten in der Cloud? Diskussionen, Probleme

Für PuG wäre er zu dünn, aber auch hier sehe ich keinen Sinn in diesemThread.
Über Technik, vermeintliche Ursache und entsprechende (Stammtisch) Meinungen konnte schon ausführlichen geschrieben werden.
 
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