Sensemann schrieb:
Bis jetzt habe ich 3*CDU und 2*SPD gewählt

, warum jetzt nicht mal der FDP eine Chance geben.
Tja, weil du damit ohnehin nur eines erhälst: Die CDU. Denn halten wir uns mal eines vor Augen, die FDP wird selbst mit dem stärksten Wahlergebnisse aller Zeiten nicht an der CDU vorbeikommen. Aber es wird immer für eine CDU/FDP-Koalition reichen, denn die Schwäche der CDU ist eben auch die Stärke der FDP. Diejenigen, die von der CDU enttäuscht sind, wählen sie durch die FDP wieder. Wir werden sehen, ob sich etwas zum positiven verändert, wenn weiterhin sämtlichen kritischen Posten von der CDU besetzt sind. Und das ist nun mal Innenministerium- und Familienministerium derzeit. Wird sich eine FDP die in Hessen z.b. sich nicht mal zu einer einzigen kritischen Position gegenüber der CDU durchringen konnte eine CDU in irgend einer Weise in diesen Ressorts angreifen?
Mag sein, dass die FDP momentan die Anliegen des Wählerpotentials (sowohl wirtschaftliche, wie freiheitliche Aspekte) richtig einschätzt. In einer Koalition aber ist das schnell vergessen. Beispiele gibt es mehr als genug.
Andere Parteien sehe ich nicht in der Lage uns durch die Wirtschaftskrise zu steuern.
Und das ist der andere Punkt. Auf eine Partei vertrauen, die alle und noch mehr Freiheiten für die Banken fordert(e), die alles getan hat, damit es soweit kommt, soll man die Führung einer Wirtschaft anvertrauen? Deren einzig positiver Aspekt wäre, dass man vielleicht (und auch das ist spekulativ) die ganzen Pleitefirmen den Bach runtergehen lassen würde, bevor man sie verstaatlicht. Der Nachteil an dieser Lösung wäre, dass all die daraus resultierende Erwerbslosen (ich rede bewusst nicht von arbeitslos, denn Vollzeit-Arbeit zum Quasi-Nulltarif ist heute schon Standard dieses Sozialstaates, was der FDP erklärtermaßen noch nicht genug ist, soviel zu "Initiative und Selbstverantwortung") auf ein allenfalls noch rudimentäres Sicherungssystem stoßen würden. Einen besseren Zunder in Krisenzeiten kann man sich eh nicht wünschen. Denn für die FDP und ihre Stammwähler ist Arbeitslosigkeit lediglich Faulheit. Denn die von diesen Wähler heraufbeschworene Krise betrifft sie am Allerwenigsten. Wer ohnehin Geld genug verdient(e) zum Vorsorgen, tut sich leicht diese anzumahnen. Da vergisst man schnell, aus welchen Notwendigkeiten heraus soziale Absicherung entstanden ist (durchaus richtig, dass dort zuallererst Reformen notwendig wären, aber nicht mit der Perspektive).
Das ist die FDP, deren Politik man wählt. Gut, wenn die Sozialliberalen in der FDP noch was zu sagen hätten, wärs möglicherweise was anderes, so wird aber der Bock zum Gärtner gemacht, ausgerechnet weil man dem Bock die beste Kompetenz in Sachen Salat zutraut.