• Mitspieler gesucht? Du willst dich locker mit der Community austauschen? Schau gerne auf unserem ComputerBase Discord vorbei!

Bundeswehr kritisiert neuen MoH Teil

Um hier nochmal etwas Klarheit in die Diskussion zu bringen: Nicht die Bundeswehr hat das Spiel kritisiert, sondern der Bundeswehrverband. Dies ist eine unabhängige Institution, die sich für die Soldaten und ihre Angehörigen/Hinterbliebenen einsetzt. Die Bundeswehr hat mit dem Bundeswehrverband selbst nichts zu tun.

Link: http://www.dbwv.de/
Statement:http://www.focus.de/digital/games/medal-of-honor-bundeswehr-findet-ego-shooter-widerwaertig_aid_543533.html

Außerdem hat sich der Bundeswehrverband nicht über Gewalt in Computerspielen generell kritisch geäußert, sondern sich explizit auf das Setting Afghanistan bezogen. Von unseren Politikern ist bisher noch keine Äußerung bekannt geworden, daher bitte ich hier um objektive Beiträge.
Denn es sind nicht nur die Politiker und Medien, die Computerspiele verteufeln, sondern auf der anderen Seite auch immer öfter die Spieler selbst, die polemische Verallgemeinerungen ("Die Politik will nur von Problemen ablenken...", "Ich kann sehr wohl zwischen Spiel und Realität unterscheiden...") in den Raum werfen, ohne dass dies vorher überhaupt thematisiert wurde.

Es geht hier nur darum, dass ein Spiel auf den Markt kommt, in dem der Einsatz in Afghanistan zum Vergnügen des Spielers dargestellt wird, währen im wirklichen Leben gleichzeitig Menschen um ihr Leben kämpfen dabei im Kampf fallen.
Ich habe grundsätzlich auch überhaupt nichts gegen Gewalt in Spielen, das soll von mir aus jeder so handhaben wie er möchte. Aber die Kritik ist für mich gut nachvollziehbar.

Wie würdet ihr über das Spiel denken, wenn euer Bruder oder Vater (oder mittlerweile auch Schwester oder Mutter) einem der Einsatzkontingente für Afghanistan angehört, und ihr jeden Tag hofft, dass nicht jemand von der Bundeswehr zusammen mit einem Notfallseelsorger vor eurer Haustür steht?
Oder was wollt ihr einem Afghanistan-Heimkehrer mit all seinen schrecklichen Erlebnissen erwiedern, wenn er euch fragt warum ihr gerade das Spiel spielt?

Oder aber ihr vesetzt euch selbst in die Lage eines Soldaten. Ihr werdet in den Einsatz geschickt, bekommt dafür z.T. mangelhafte Ausrüstung und Material, und sollt dann z.B. zu einem IED-Sweep (Suche nach Sprengfallen) aus dem Lager fahren. Dabei wird eines der Fahrzeuge durch eine Sprengfalle zerstört und die Insassen getötet oder schwer verletzt. Beim Versuch die Kameraden zu bergen werdet ihr plötzlich aus dem Hinterhalt mit Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen beschossen. Nun kämpft ihr um euer nacktes Überleben und müsst mitansehen, wie Kameraden im zerstörten Fahrzeug verbluten, andere angeschossen und schwer verwundet werden. Die herbeigerufenen MedEvac-Hubschrauber können nur unter größten Schwierigkeiten die am schlimmsten Verwundeten Soldaten bergen, die anderen müssen sich vor Ort verschanzen und auf Hilfe warten, da mehrere Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig sind, außerdem geht euch langsam die Munition aus...
Wenn ihr nach solch einem Erlebnis nach Hause kommt und dann mitbekommt, wie Kinder und Jugendliche zum Spaß in die virtuelle Haut eines Taliban schlüpfen, ohne darüber nachzudenken, was sie da eigentlich machen, dann versteht ihr vielleicht auch die Kritik des Bundeswehrverbandes, der sagt: Es ist widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben...

Ephitous schrieb:
Na klar kannst du das sagen, und wieso? Weil noch nie jemand auf deinem Grundstück erschossen wurde, ganz einfach. Früher fand ich GTA auch mal ganz witzig, rum zu heizen und "versehen" mal Leute überfahren undundund... Ist doch nur ein Spiel. Aber seitdem ich mal gesehen hab wie ein Radfahrer aussieht, nachdem er mal mit 100 über den Asphalt geschlittert als ein Auto ihn erfasst hat werde ich nie wieder solch ein Spiel spielen können. Für mich ist es gänzlich unverständlich geworden wie man mit so etwas Spaß haben kann. Ich denke, die Parallele hat nun jeder Verstanden. Geschehnisse sind niemals nachvollziehbar bis sie passieren. Jeder wird das mal erkannt haben.
Was die Wahl also respektlos macht, ist nicht die Wahl an sich, sondern dass, was von den Menschen daraus gemacht wird. Objektiv betrachtet wird es dem Soldaten in Afgahnistan weder schaden noch helfen, wenn so ein Spiel erscheint. Vielleicht nur das Heimkommen und sehen, wie andere die eigene Hölle als Vergnügen empfinden ohne wirkliches Verständnis zu zeigen. Wie denn auch.

Da kann ich nur zustimmen!


Edit: Ich möchte mit meinem Beitrag niemanden persönlich angreifen, auch wenn ich evtl. einige vorangegangene Aussagen sinngemäß wiedergebe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehr schöne, emotionale Ausführung. Hätte noch ein wenig melodramatischer sein können, finde ich.

Oh, Moment - kein Wort über verhungerte Soldaten im zweiten Weltkrieg? Oder wie denen an der Ostfront wegen mangelnder Fußbekleidung die Füße abgestorben sind? Langsames Verrecken im Schützengraben durch Reizgas?
Langzeitschäden und verkrüppelte Kinder dank Agent Orange im Vietnamkrieg?

Wenn ich das jetzt richtig sehe, sind Spiele über vergangene Kriege also korrekt, Afghanistan oder Irak aber nicht ok?

Könnte ich vielleicht eine kleine Tabelle bekommen, die zeigt, ab wie viel Jahren ein Konflikt ok oder noch zu jung ist?
Gibt's da keine Faustregel wie für den Bremsweg vom Auto?
Anzahl Tote/1000*Dauer des Konfliktes = Dauer bis zur "Spieletauglichkeit" vielleicht? (wenn Tote auf westlicher Seite, Faktor 5 dazunehmen, die sind bekanntlich deutlich mehr wert) :freak:


An dieser Stelle kann ich einfach nur nochmal zitieren:
Sun_set_1 schrieb:
Wenn du es abwertend findest ein solches Spiel zu spielen, nur weil der Konflikt noch aktuell ist, so frage ich Dich was genau denn bitteschön der geschmackvolle Unterschied gegenüber den Angehörigen der vor 30 Jahren gefallenen liegt?

Sind die toten von damals weniger Wert als die von heute? Oder akzeptiert man das weil die Gesellschaft sie schon vergessen hat?

Für mich bleiben die genauso tod, und einen Unterschied zwischen Konflikten von damals und heute zu machen bezeichne ich einfach mal als heuchelei.


Wieso wird sich denn bitte ausgerechnet über das Setting Afghanistan so aufgeregt?

Zu deinem 'Argument' "Was sagt man jemandem, der grad nach Hause kommt und man spielt sowas?" - tja, das gleiche, was man wohl seinem Opa sagt, wenn er ins Zimmer kommt während man grad einen x-beliebigen WWII-shooter spielt, würde ich sagen...
(oder muss ich wieder die Formel von oben bemühen? :rolleyes:)

Außerdem ist das Argument "Der Konflikt ist noch zu aktuell" insofern schon kompletter Müll, als dass sich lediglich über sterbende westliche Soldaten aufgeregt wird. Zivilopfer oder eben Tote, von denen man einfach mal angenommen hat, sie wären Terroristen, werden wenn überhaupt nur am Rande erwähnt.

Da merkt man einfach mal, dass auch hier schon viele die Einstellung "Wir sind die Guten!" drin haben.
Schießen auf unsere Soldaten - unvorstellbar!
Am Ende müsste man sich sogar noch fragen, ob der Einsatz vielleicht nicht so gerechtfertigt sei, wie es einem immer weis gemacht wird! Kritisches Hinterfragen, so weit ist es schon gekommen - wo soll das nur hin führen?! :rolleyes:

Ich verweise dafür einfach mal auf Volker Pispers: Teil 1, Teile 2 bis 5 findet man ohne Aufwand.

Das einzige, was hieran widerlich ist, ist die heuchlerische Bigotterie unter dem Deckmäntelchen des Humanismus, mit der hier manche in die Diskussion einsteigen.
 
Danke Toxic, genau das waren eben meine Gedanken, als ich C's Worte las.

Vielleicht habe ich ein wenig Polemik an den Tag gelegt, als ich verallgemeinerte, dass Öffentlichkeit bzw. Politik dies nutzen, um abzulenken.
Aber: Ist es nicht so?! Was ist passiert nach unendlichen Diskussionen über "gewaltverherrlichende" Shooter und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft? Gibts es jetzt besser ausgebildete Lehrer, bessere Unterstützung für Alleinerziehende, Förderprogramme für Migranten, Integrationsprogramme...irgendetwas?
Nein! Und deshalb halte ich es für Ablenkung.

Wie schon vorher gesagt ist es jedem selbst überlassen, Spiele in denen Krieg nachgestellt wird zu spielen oder nicht.

C, guck dir einfach mal folgende Liste an, dann weißt du welche Wellen das Thema schlägt, auch wenn die Ausage vom Bundeswehrverband zuerst da war. Warte noch ein paar Tage, dann springt der erste Politiker auf den Zug auf.

http://www.google.de/news/story?pz=1&cf=all&ned=de&cf=all&ncl=drASHIX5_PpprQMZUkJ6UEGz5jivM
 
.. mal abgesehen von der berechtigten Diskussion um MoH bzgl. der Tatsache,
dass man im MP (vllt auch im SP) ..in die Rolle eines Terroristen schlüpft ...
versteh ich eines nicht.

Wer noch Americas Army kennt erinnert sich vllt an die dort verwendete und wirklich simple Lösung des Problems.

Egal welches Team man wählte .. man spielte selbst immer aus der Sicht der US Army.
Gegner waren also immer "Terroristen".
So könnte E.A. das Problem doch eigentlich simple aus der Welt schaffen.

Oder nicht .. ?
 
DrToxic schrieb:
Sehr schöne, emotionale Ausführung. Hätte noch ein wenig melodramatischer sein können, finde ich.

Ohne Kommentar ;)

DrToxic schrieb:
Oh, Moment - kein Wort über verhungerte Soldaten im zweiten Weltkrieg? Oder wie denen an der Ostfront wegen mangelnder Fußbekleidung die Füße abgestorben sind? Langsames Verrecken im Schützengraben durch Reizgas?
Langzeitschäden und verkrüppelte Kinder dank Agent Orange im Vietnamkrieg?

Wenn ich das jetzt richtig sehe, sind Spiele über vergangene Kriege also korrekt, Afghanistan oder Irak aber nicht ok?

Ich kenne keine Kriegs-Spiele, in denen ich Soldaten das Essen oder die Stiefel wegnehmen, Giftgas verschießen oder Agent Orange versprühen muss. Lasse mich aber gerne eines besseren belehren. ;)

DrToxic schrieb:
Könnte ich vielleicht eine kleine Tabelle bekommen, die zeigt, ab wie viel Jahren ein Konflikt ok oder noch zu jung ist?
Gibt's da keine Faustregel wie für den Bremsweg vom Auto?
Anzahl Tote/1000*Dauer des Konfliktes = Dauer bis zur "Spieletauglichkeit" vielleicht? (wenn Tote auf westlicher Seite, Faktor 5 dazunehmen, die sind bekanntlich deutlich mehr wert) :freak:

Ich habe zu keinem Zeitpunkt bestritten, dass Kritik an z.B. WW2 Spielen unberechtigt ist. Der Grund für die fehlende Kritik ist, dass es einfach nicht viele Menschen gibt, die besagten Krieg miterlebt haben, und sich dann im hohen Alter für die Computerspiele ihres (Ur-)Enkels interessieren. Aber so weit ich weiß, hat der Bundeswehrverband sich auch nicht über WW2-Spiele kritisch geäußert, daher möchte ich diese Diskussion gerne auf die tasächlich getätigte Aussage zum Afghanistan-Setting in Medal of Honor beschränken, was ja auch das Thema des Threads ist. Über andere Spiele können wir uns gerne per PN unterhalten, dann schweifen wir hier nicht so ab...


DrToxic schrieb:
Wieso wird sich denn bitte ausgerechnet über das Setting Afghanistan so aufgeregt?

Zu deinem 'Argument' "Was sagt man jemandem, der grad nach Hause kommt und man spielt sowas?" - tja, das gleiche, was man wohl seinem Opa sagt, wenn er ins Zimmer kommt während man grad einen x-beliebigen WWII-shooter spielt, würde ich sagen...
(oder muss ich wieder die Formel von oben bemühen? :rolleyes:)

Deiner Aussage entnehme ich, dass du deratige Diskussionen schon hattest, und weißt, wie sich Menschen dann fühlen? Da wundert es mich, dass dann jede Kritik von betroffenen so einfach beiseite gewischt werden kann. Oder gibt es auch Formeln was man einem Menschen zumuten können sollte?

DrToxic schrieb:
Außerdem ist das Argument "Der Konflikt ist noch zu aktuell" insofern schon kompletter Müll, als dass sich lediglich über sterbende westliche Soldaten aufgeregt wird. Zivilopfer oder eben Tote, von denen man einfach mal angenommen hat, sie wären Terroristen, werden wenn überhaupt nur am Rande erwähnt.

Da merkt man einfach mal, dass auch hier schon viele die Einstellung "Wir sind die Guten!" drin haben.
Schießen auf unsere Soldaten - unvorstellbar!
Am Ende müsste man sich sogar noch fragen, ob der Einsatz vielleicht nicht so gerechtfertigt sei, wie es einem immer weis gemacht wird! Kritisches Hinterfragen, so weit ist es schon gekommen - wo soll das nur hin führen?! :rolleyes:

Komm doch bitte mal von deinem verallgemeinernden hohen Ross herunter, und unterstelle mir nicht einfach irgendwelche Aussagen oder Denkweisen.

DrToxic schrieb:
Ich verweise dafür einfach mal auf Volker Pispers: Teil 1, Teile 2 bis 5 findet man ohne Aufwand.

Volker Pispers ist bekannt, trotzdem danke.

DrToxic schrieb:
Das einzige, was hieran widerlich ist, ist die heuchlerische Bigotterie unter dem Deckmäntelchen des Humanismus, mit der hier manche in die Diskussion einsteigen.

Manche sehen sich nun mal mit der von mir geschilderten Situation konfrotiert. Ich kenne viele Kameraden, die äußerlich gesund nach Hause gekommen sind, aber trotzdem kein normales Leben mehr führen können, weil sie psychisch sehr unter ihren Erfahrung in AFG leiden. Und es ist besonders schlimm, wenn man die Kameraden kennt, die im Einsatz gefallen sind.

Daher kann ich an dieser Stelle nur wiederholen, dass ich die Kritik seitens des Bundeswehrverbandes verstehen kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger habe ich in meinem vorigen Beitrag auszudrücken versucht. Und durch meine Ausführungen wollte ich denen, die in der glücklichen Lage sind, nichts mit dem Thema zu tun zu haben, die Sichtweise der Soldaten bzw. deren Angehörigen und Hinterbliebenen verdeutlichen.

Ich freue mich für dich, dass du so locker mit dem Thema umgehen kannst, ganz ehrlich...

Und nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich spiele ebenfalls Ego-Shooter, und möchte es auch jedem selbst überlassen, wie viel Gewalt er in seinen Spielen sehen will.
Ich finde es nur bedenklich, dass selbst tagesaktuelle Kampfhandlungen, die immer noch Opfer fordern (auf allen Seiten) bereits für Spiele ausgeschlachtet werden. Das wirft aber eher ein schlechtes Licht auf die heutige Gesellschaft als ganzes, nicht nur auf die Spieler an sich.

Demnächst kommen vielleicht auch Spiele wie "Loveparade - the real escape", oder "Pakistan swim team". Das sind ebenfalls Beispiele für Geschmacklosigkeit höchsten Grades. Aber so kann jemand, der nicht aus dem militärischen Umfeld kommt, vielleicht besser die Sichtweise der Kritiker des Bundeswehrverbandes an Mdeal of Honor verstehen...
 
Achtung, Mammutpost (sorry)

tl;dr: Wo bleibt die umfassende Kritik, wenn es angeblich nicht darum geht, dass man aktuelleren Kriegen einen höheren Stellenwert zuweist?


Soo, dann wollen wir mal.


Mr. C schrieb:
Ich kenne keine Kriegs-Spiele, in denen ich Soldaten das Essen oder die Stiefel wegnehmen, Giftgas verschießen oder Agent Orange versprühen muss. Lasse mich aber gerne eines besseren belehren. ;)
Klar, gleich nachdem du mir die Kriegs-Spiele gezeigt hast, bei denen RL-Freunde, zu denen man eine freundschaftliche Beziehung hat, vor den eigenen Augen aufgrund einer Sprengfalle verbluten, während einem unter Beschuss langsam die Munition ausgeht, wie in deinem Beitrag eindrucksvoll geschildert ;)

Mr. C schrieb:
Ich habe zu keinem Zeitpunkt bestritten, dass Kritik an z.B. WW2 Spielen unberechtigt ist.
Das ist korrekt. Trotzdem wirkt es immer seltsam, wenn dann so zielgerichtete Kritik kommt.
Wenn es doch eine allgemeine Kritik an Darstellung von Kriegshandlungen, bei denen echte Menschen sterben und gestorben sind, sein soll, wieso wird sie dann so nicht formuliert?
Dann muss man sich nicht wundern, wenn ein derartiger (vielleicht falscher?) Eindruck entsteht.


Mr. C schrieb:
Aber so weit ich weiß, hat der Bundeswehrverband sich auch nicht über WW2-Spiele kritisch geäußert, daher möchte ich diese Diskussion gerne auf die tasächlich getätigte Aussage zum Afghanistan-Setting in Medal of Honor beschränken, was ja auch das Thema des Threads ist.
Siehe oben, genau darum geht es mir doch!
WIESO äußern sie sich denn eben nicht zu diesen Spielen?
Wieso gibt es keine generelle Kritik?

Dass man mit WWII-Shootern leben kann, aber bei aktuelleren Handlungen auf die Palme geht, ist dafür die einzige Erklärung - und das ist nach wie vor eine unglaublich einseitige Betrachtungsweise.




Mr. C schrieb:
Deiner Aussage entnehme ich, dass du deratige Diskussionen schon hattest, und weißt, wie sich Menschen dann fühlen? Da wundert es mich, dass dann jede Kritik von betroffenen so einfach beiseite gewischt werden kann. Oder gibt es auch Formeln was man einem Menschen zumuten können sollte?
Und deiner Aussage entnehme ich, dass drei rolleyes-smileys wohl immer noch nicht genug sind, um den bitterbösen Sarkasmus meines Posts als solchen erkennen zu lassen.



Mr. C schrieb:
Komm doch bitte mal von deinem verallgemeinernden hohen Ross herunter, und unterstelle mir nicht einfach irgendwelche Aussagen oder Denkweisen.
Dir direkt habe ich gar nichts unterstellt.
Mich nervt einfach nur, dass dieses "World Police Good Guy"-Gehabe, dass man sonst nur von Amis kennt, langsam auch in Deutschland seinen Lauf nimmt.
(Anmerkung: Ich will damit keineswegs terroristische Anschläge irgendwelcher Art verunglimpfen oder verharmlosen. Aber ein wenig mehr Differenziertheit und vielleicht versuchen, das ganze auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, würde meiner Meinung nach vielen Diskussionsteilnehmern gerade in diesem heiklen Thema mal gut tun.)



Mr. C schrieb:
Volker Pispers ist bekannt
Die Person oder der von mir verlinkte Auftritt? ;)

Mr. C schrieb:
Immer wieder gerne :cool_alt:


Mr. C schrieb:
Manche sehen sich nun mal mit der von mir geschilderten Situation konfrotiert. Ich kenne viele Kameraden, die äußerlich gesund nach Hause gekommen sind, aber trotzdem kein normales Leben mehr führen können, weil sie psychisch sehr unter ihren Erfahrung in AFG leiden. Und es ist besonders schlimm, wenn man die Kameraden kennt, die im Einsatz gefallen sind.
Ich habe nie in Abrede gestellt, dass diese Szenarien für Soldaten absolut traumatisch sein können, vor allem, wenn die Betreuung solcher Fälle durch die BuWe mehr als dürftig ausfällt.

Trotzdem kann mir niemand erzählen, dass er nicht genau wusste, worauf er sich einlässt, als er seinen schönen Verpflichtungsvertrag unterschrieben hat.....



Mr. C schrieb:
Daher kann ich an dieser Stelle nur wiederholen, dass ich die Kritik seitens des Bundeswehrverbandes verstehen kann.
Ich auch, jedoch nur bedingt. Sollte mittlerweile aber klar sein, siehe oben.


Mr. C schrieb:
Ich freue mich für dich, dass du so locker mit dem Thema umgehen kannst, ganz ehrlich...
Das kann ich mit Sicherheit nicht, mir ist das Thema nach wie vor sehr ernst.
Ich werde mich jedoch bemühen, Ironie und Sarkasmus in Zukunft deutlicher kenntlich zu machen :)

Mr. C schrieb:
und möchte es auch jedem selbst überlassen, wie viel Gewalt er in seinen Spielen sehen will.
Bedingt, ja. Es gibt selbstverständlich auch Spiele, die gegen die Verfassung verstoßen und/oder unnötig brutal bzw menschenverachtend sind.


Mr. C schrieb:
Ich finde es nur bedenklich, dass selbst tagesaktuelle Kampfhandlungen, die immer noch Opfer fordern (auf allen Seiten) bereits für Spiele ausgeschlachtet werden. Das wirft aber eher ein schlechtes Licht auf die heutige Gesellschaft als ganzes, nicht nur auf die Spieler an sich.
Finde ich auch bedenklich. Aber es fällt alles wieder auf die gleiche Frage zurück:
Was ist hieran so schlimm, was an "alten Kriegen" besser ist? Wo bleibt die allgemeine Kritik?
Mit Menschlichkeit oder gar Moral hat diese einseitig-bigotte Einstellung nichts zu tun, solange man sich lediglich auf dieses aktuelle Thema stürzt, ohne den größeren Kontext zu beachten bzw. diesen sogar systematisch ausklammern will, indem man versucht, eben diese entscheidende umfassende Diskussion auf PMs zu verlagern/aus dieser Diskussion zu entfernen.

Mr. C schrieb:
Demnächst kommen vielleicht auch Spiele wie "Loveparade - the real escape", oder "Pakistan swim team".
[ironie] Achsooo, jetzt verstehe ich.
Weil diese Menschen sich auch alle freiwillig für 10 Jahre haben verpflichten lassen, mit dem bewussten Risiko, dabei draufzugehen, wenn die Loveparade/Fähre startet? [/ironie]


Mr. C schrieb:
Aber so kann jemand, der nicht aus dem militärischen Umfeld kommt, vielleicht besser die Sichtweise der Kritiker des Bundeswehrverbandes an Mdeal of Honor verstehen...
[ironie] War natürlich klar, dass nur der gestandene Veteran die Leiden dieser Welt gesehen hat und sich alle anderen schnöden Zivilisten davon überhaupt kein Bild machen können und deswegen per definitionem ungeeignet sind, an dieser Diskussion teilzunehmen. [/ironie]

Wo war nochmal das hohe Ross? :o
 
Ich fürchte, dass der Grundtenor meiner Aussage hier nicht korrekt angekommen ist.

Ich selbst möchte nur klarstellen, dass ich die Kritik an MoH aufgrund eigener Erfahrungen im privaten Umfeld durchaus verstehen kann. Das liegt daran, dass ich mich selbst häufig mit der Thematik beschäftige bzw. beschäftigen muss. Daher ist es für mich persönlich besonders unschön, wenn diese Thematik als Freizeitgestaltung in Spielen dargestellt wird. Dies könnte zum Beispiel darin resultieren, dass pubertierende Jugendliche (Womit ich hier niemanden direkt oder indirekt ansprechen möchte) auf der Jagd nach dem Highscore beim Töten von Soldaten abstumpfen, und den parallel dazu geführten Einsatz in AFG verzerrt oder verharmlost wahrnehmen. Dies würde dem persönlichen Einsatz der Menschen vor Ort nicht gerecht werden.

Daher wollte ich mit meinen Schilderungen, die auf Vorkommnissen des ISAF-Einsatzes beruhen und mitnichten bloß meiner Phantasie entsprungen sind, nur zum differenzierten Nachdenken anregen, um die Grundlage der Kritik des Bundeswehrverbandes zu verstehen. Ich will niemanden von meiner oder irgendeiner anderen Meinung überzeugen, ich möchte nur dass man sich auch in die Situation des jeweils anderen hineinversetzten kann. Da ich als Spieler von Ego-Shootern einerseits und als Reservist andererseits nun einmal beide Seite kenne und in großen Teilen auch verstehe, wollte ich den anderen Lesern im Forum ebenfalls Einblicke in die evtl. eher unbekannte Sichtweise des Bundeswehrverbandes geben.

Sollte ich bei meiner Darstellung etwas zu emotional geworden sein, so bitte ich dies zu entschuldigen. Bei diesem Thema kann ich nicht immer gänzlich objektiv bleiben, da ich wie gesagt selbst von den Geschehnissen im Zusammenhang mit AFG betroffen bin.

Vielleicht ist es daher auch gewünscht, dass ich mich aus der Diskussion zurückziehe? Denn ich möchte nicht als Missionar für das Gutmenschentum auftreten.
 
Mr. C schrieb:
Dies könnte zum Beispiel darin resultieren, dass pubertierende Jugendliche (Womit ich hier niemanden direkt oder indirekt ansprechen möchte) auf der Jagd nach dem Highscore beim Töten von Soldaten abstumpfen, und den parallel dazu geführten Einsatz in AFG verzerrt oder verharmlost wahrnehmen. Dies würde dem persönlichen Einsatz der Menschen vor Ort nicht gerecht werden.
Natürlich ist die Gefahr, dass Menschen Information unreflektiert konsumieren, überall gegeben.
Aber das gibt einem doch noch lange nicht das Recht, etwas derart zu verteufeln und es, speziell im Falle des Bundeswehrverbandes, direkt als "widerlich" zu titulieren (obwohl gerade mal grobe Informationen vorhanden sind, wie das Spiel denn jetzt letztendlich aussehen wird).
Man kann ja schlecht dahergehen und sämtliche Nachrichten verbieten, weil es Leute gibt, die sie "verzerrt oder verharmlost" wahrnehmen können und werden.

Ich denke schon, dass sich die allermeisten Menschen des Ernstes der Lage der Soldaten, die dort stationiert sind, durchaus bewusst sind.

Aber wie gesagt: Sie haben sich immer noch freiwillig verpflichtet ( die Formulierung klingt echt bescheuert :D ) und waren sich der Risiken bewusst, weil sie über alles informiert wurden, bevor sie unterschrieben haben. Falls nicht, läuft meiner Meinung nach bei der BuWe gehörig etwas falsch.

Mr. C schrieb:
Daher wollte ich mit meinen Schilderungen, die auf Vorkommnissen des ISAF-Einsatzes beruhen und mitnichten bloß meiner Phantasie entsprungen sind, nur zum differenzierten Nachdenken anregen, um die Grundlage der Kritik des Bundeswehrverbandes zu verstehen.
Da möchte dir ja auch keiner einen Strick draus drehen.
Mich persönlich stört nur immer wieder diese einseitige Sichtweise, mit der oftmals an das Thema rangegangen wird, aber das ist glaube ich aus meinen vorherigen Posts bereits mehr als deutlich geworden :)


Mr. C schrieb:
Da ich als Spieler von Ego-Shootern einerseits und als Reservist andererseits nun einmal beide Seite kenne und in großen Teilen auch verstehe, wollte ich den anderen Lesern im Forum ebenfalls Einblicke in die evtl. eher unbekannte Sichtweise des Bundeswehrverbandes geben.
Ich kann ebenfalls beide Seiten sehr gut verstehen - insbesondere, dass bei solchen Diskussionen die Emotionen schnell hochkochen können. Für eventuelle Erlebnisse in Auslandseinsätzen beneide ich weiß Gott niemanden und dafür mache ich auch niemandem einen Vorwurf.

Trotz aller Dramatik muss man sich aber im Klaren darüber sein, dass man in dem Moment, in dem sich die Emotionen derart hochschaukeln, den Pfad einer objektiven und sachlichen Beurteilung verlässt, was für Diskussionen nicht wirklich vorteilhaft ist und relativ zügig zu vorurteilhaften und vorschnellen Urteilen führen kann.

Mr. C schrieb:
Sollte ich bei meiner Darstellung etwas zu emotional geworden sein, so bitte ich dies zu entschuldigen. Bei diesem Thema kann ich nicht immer gänzlich objektiv bleiben, da ich wie gesagt selbst von den Geschehnissen im Zusammenhang mit AFG betroffen bin.
Wie oben gesagt, einem Betroffenen kann man das nicht wirklich krumm nehmen.

Andererseits kann es doch wohl nicht zu viel verlangt sein, wenn man sich wünscht, dass Amtsträger oder Institutionen ein bisschen sachlicher und differenzierter an diese Sache heran gingen?


edit:
Mr. C schrieb:
Vielleicht ist es daher auch gewünscht, dass ich mich aus der Diskussion zurückziehe?
Irgendwie scheinst du hier für alle gesprochen zu haben - seit gestern ist der Thread tot oO
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde man kann keine bessere Formulierung treffen als Mr. C

Das ganze Thema ist einfach ein zweiseitiges Schwert, das immer von beiden Seiten betrachtet werden sollte.

Und ehrlich gesagt stören mich die Aussagen des Bundeswehrverbandes nicht. Aus Sicht eines Betroffenen sind Sie nämlich sicherlich verständlich.

Auch hier gilt einfach wieder, solange USK vergeben und eingehalten wird, bitte nur zu, geht eurem Hobby nach. Die einzige Achillesferse an dem ganzen Thema der Egoshooter ist die dass soviele Minderjährige an höher eingestufte Software mit Leichtigkeit rankommen können. Aber das weicht schon wieder vom eigentlichen Thema ab.

Fazit: Wenn jemand vor eurer Haustür erschossen wird und jemand macht ein Spiel draus. Würdet ihr es spielen? Ich denke nicht. Der, der die Haustür und dessen Umfeld aber nicht kennt sieht es als ganz normalen Ego-Shooter.
 
Mr. C schrieb:
Dies könnte zum Beispiel darin resultieren, dass pubertierende Jugendliche (Womit ich hier niemanden direkt oder indirekt ansprechen möchte) auf der Jagd nach dem Highscore beim Töten von Soldaten abstumpfen, und den parallel dazu geführten Einsatz in AFG verzerrt oder verharmlost wahrnehmen. Dies würde dem persönlichen Einsatz der Menschen vor Ort nicht gerecht werden.



Vielleicht ist es daher auch gewünscht, dass ich mich aus der Diskussion zurückziehe? Denn ich möchte nicht als Missionar für das Gutmenschentum auftreten.


Das ist völlig richtig. Mit Gutmenschentum hat das gar nichts zu tun. Gutmenschentum wäre hier etwa Werbung für die Bedürfnisse der Terroristen.

Ich denke, dass man die Diskussion viel weiter fassen muss: Was ist mit Weltkriegsspielen? In Call of Duty 1 ballert man etwa an der Oder alles nieder, was rumläuft. In der Realität hat man da Alte, Versehrte und Kinder genötigt fürs Vaterland zu sterben. Ist es glorreich diese Leute niederzumähen oder eher traurig, weil es nur Verlierer gab? Ich habe selbst Angehörige, die in diesen Bereichen gefallen sind und absolut was anderes vorhatten, als "glorreich" zu sterben.

Was ist mit diesen Reportagen im TV? Da kann man inzwischen jeden Abend "Adolf" gucken. Der Zweite Weltkrieg verkommt langsam zur Seifenoper. Schaue ich "Die Auswanderer" oder doch "Hitlers Österreich". :rolleyes: Dass Menschen da abstumpfen, ist doch völlig logisch.

Ich würde mich freuen, wenn einerseits dieses Gutmenschentum eingedämmt würde, das überall böse Kriegsverbrecher ausmacht, wo gar keine sind, und andererseits dem Thema mit einem gewissen Respekt begegnet würde.

Der Zweite Weltkrieg wird inzwischen wie die Bibel rezipiert. Undifferenzierte Sichtweisen werden wie ein Amen immer und immer wieder eingeübt. :(
 
Zurück
Oben