Um hier nochmal etwas Klarheit in die Diskussion zu bringen: Nicht die Bundeswehr hat das Spiel kritisiert, sondern der Bundeswehrverband. Dies ist eine unabhängige Institution, die sich für die Soldaten und ihre Angehörigen/Hinterbliebenen einsetzt. Die Bundeswehr hat mit dem Bundeswehrverband selbst nichts zu tun.
Link: http://www.dbwv.de/
Statement:http://www.focus.de/digital/games/medal-of-honor-bundeswehr-findet-ego-shooter-widerwaertig_aid_543533.html
Außerdem hat sich der Bundeswehrverband nicht über Gewalt in Computerspielen generell kritisch geäußert, sondern sich explizit auf das Setting Afghanistan bezogen. Von unseren Politikern ist bisher noch keine Äußerung bekannt geworden, daher bitte ich hier um objektive Beiträge.
Denn es sind nicht nur die Politiker und Medien, die Computerspiele verteufeln, sondern auf der anderen Seite auch immer öfter die Spieler selbst, die polemische Verallgemeinerungen ("Die Politik will nur von Problemen ablenken...", "Ich kann sehr wohl zwischen Spiel und Realität unterscheiden...") in den Raum werfen, ohne dass dies vorher überhaupt thematisiert wurde.
Es geht hier nur darum, dass ein Spiel auf den Markt kommt, in dem der Einsatz in Afghanistan zum Vergnügen des Spielers dargestellt wird, währen im wirklichen Leben gleichzeitig Menschen um ihr Leben kämpfen dabei im Kampf fallen.
Ich habe grundsätzlich auch überhaupt nichts gegen Gewalt in Spielen, das soll von mir aus jeder so handhaben wie er möchte. Aber die Kritik ist für mich gut nachvollziehbar.
Wie würdet ihr über das Spiel denken, wenn euer Bruder oder Vater (oder mittlerweile auch Schwester oder Mutter) einem der Einsatzkontingente für Afghanistan angehört, und ihr jeden Tag hofft, dass nicht jemand von der Bundeswehr zusammen mit einem Notfallseelsorger vor eurer Haustür steht?
Oder was wollt ihr einem Afghanistan-Heimkehrer mit all seinen schrecklichen Erlebnissen erwiedern, wenn er euch fragt warum ihr gerade das Spiel spielt?
Oder aber ihr vesetzt euch selbst in die Lage eines Soldaten. Ihr werdet in den Einsatz geschickt, bekommt dafür z.T. mangelhafte Ausrüstung und Material, und sollt dann z.B. zu einem IED-Sweep (Suche nach Sprengfallen) aus dem Lager fahren. Dabei wird eines der Fahrzeuge durch eine Sprengfalle zerstört und die Insassen getötet oder schwer verletzt. Beim Versuch die Kameraden zu bergen werdet ihr plötzlich aus dem Hinterhalt mit Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen beschossen. Nun kämpft ihr um euer nacktes Überleben und müsst mitansehen, wie Kameraden im zerstörten Fahrzeug verbluten, andere angeschossen und schwer verwundet werden. Die herbeigerufenen MedEvac-Hubschrauber können nur unter größten Schwierigkeiten die am schlimmsten Verwundeten Soldaten bergen, die anderen müssen sich vor Ort verschanzen und auf Hilfe warten, da mehrere Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig sind, außerdem geht euch langsam die Munition aus...
Wenn ihr nach solch einem Erlebnis nach Hause kommt und dann mitbekommt, wie Kinder und Jugendliche zum Spaß in die virtuelle Haut eines Taliban schlüpfen, ohne darüber nachzudenken, was sie da eigentlich machen, dann versteht ihr vielleicht auch die Kritik des Bundeswehrverbandes, der sagt: Es ist widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben...
Da kann ich nur zustimmen!
Edit: Ich möchte mit meinem Beitrag niemanden persönlich angreifen, auch wenn ich evtl. einige vorangegangene Aussagen sinngemäß wiedergebe.
Link: http://www.dbwv.de/
Statement:http://www.focus.de/digital/games/medal-of-honor-bundeswehr-findet-ego-shooter-widerwaertig_aid_543533.html
Außerdem hat sich der Bundeswehrverband nicht über Gewalt in Computerspielen generell kritisch geäußert, sondern sich explizit auf das Setting Afghanistan bezogen. Von unseren Politikern ist bisher noch keine Äußerung bekannt geworden, daher bitte ich hier um objektive Beiträge.
Denn es sind nicht nur die Politiker und Medien, die Computerspiele verteufeln, sondern auf der anderen Seite auch immer öfter die Spieler selbst, die polemische Verallgemeinerungen ("Die Politik will nur von Problemen ablenken...", "Ich kann sehr wohl zwischen Spiel und Realität unterscheiden...") in den Raum werfen, ohne dass dies vorher überhaupt thematisiert wurde.
Es geht hier nur darum, dass ein Spiel auf den Markt kommt, in dem der Einsatz in Afghanistan zum Vergnügen des Spielers dargestellt wird, währen im wirklichen Leben gleichzeitig Menschen um ihr Leben kämpfen dabei im Kampf fallen.
Ich habe grundsätzlich auch überhaupt nichts gegen Gewalt in Spielen, das soll von mir aus jeder so handhaben wie er möchte. Aber die Kritik ist für mich gut nachvollziehbar.
Wie würdet ihr über das Spiel denken, wenn euer Bruder oder Vater (oder mittlerweile auch Schwester oder Mutter) einem der Einsatzkontingente für Afghanistan angehört, und ihr jeden Tag hofft, dass nicht jemand von der Bundeswehr zusammen mit einem Notfallseelsorger vor eurer Haustür steht?
Oder was wollt ihr einem Afghanistan-Heimkehrer mit all seinen schrecklichen Erlebnissen erwiedern, wenn er euch fragt warum ihr gerade das Spiel spielt?
Oder aber ihr vesetzt euch selbst in die Lage eines Soldaten. Ihr werdet in den Einsatz geschickt, bekommt dafür z.T. mangelhafte Ausrüstung und Material, und sollt dann z.B. zu einem IED-Sweep (Suche nach Sprengfallen) aus dem Lager fahren. Dabei wird eines der Fahrzeuge durch eine Sprengfalle zerstört und die Insassen getötet oder schwer verletzt. Beim Versuch die Kameraden zu bergen werdet ihr plötzlich aus dem Hinterhalt mit Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen beschossen. Nun kämpft ihr um euer nacktes Überleben und müsst mitansehen, wie Kameraden im zerstörten Fahrzeug verbluten, andere angeschossen und schwer verwundet werden. Die herbeigerufenen MedEvac-Hubschrauber können nur unter größten Schwierigkeiten die am schlimmsten Verwundeten Soldaten bergen, die anderen müssen sich vor Ort verschanzen und auf Hilfe warten, da mehrere Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig sind, außerdem geht euch langsam die Munition aus...
Wenn ihr nach solch einem Erlebnis nach Hause kommt und dann mitbekommt, wie Kinder und Jugendliche zum Spaß in die virtuelle Haut eines Taliban schlüpfen, ohne darüber nachzudenken, was sie da eigentlich machen, dann versteht ihr vielleicht auch die Kritik des Bundeswehrverbandes, der sagt: Es ist widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben...
Ephitous schrieb:Na klar kannst du das sagen, und wieso? Weil noch nie jemand auf deinem Grundstück erschossen wurde, ganz einfach. Früher fand ich GTA auch mal ganz witzig, rum zu heizen und "versehen" mal Leute überfahren undundund... Ist doch nur ein Spiel. Aber seitdem ich mal gesehen hab wie ein Radfahrer aussieht, nachdem er mal mit 100 über den Asphalt geschlittert als ein Auto ihn erfasst hat werde ich nie wieder solch ein Spiel spielen können. Für mich ist es gänzlich unverständlich geworden wie man mit so etwas Spaß haben kann. Ich denke, die Parallele hat nun jeder Verstanden. Geschehnisse sind niemals nachvollziehbar bis sie passieren. Jeder wird das mal erkannt haben.
Was die Wahl also respektlos macht, ist nicht die Wahl an sich, sondern dass, was von den Menschen daraus gemacht wird. Objektiv betrachtet wird es dem Soldaten in Afgahnistan weder schaden noch helfen, wenn so ein Spiel erscheint. Vielleicht nur das Heimkommen und sehen, wie andere die eigene Hölle als Vergnügen empfinden ohne wirkliches Verständnis zu zeigen. Wie denn auch.
Da kann ich nur zustimmen!
Edit: Ich möchte mit meinem Beitrag niemanden persönlich angreifen, auch wenn ich evtl. einige vorangegangene Aussagen sinngemäß wiedergebe.
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