BWL Studium = pures Auswendiglernen ?

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Die interessante Frage ist doch, hat der BWL Student der nur auswendig lernt auch beruflichen Erfolg?

Hier trennt sich doch nachher die Spreu von Weizen. Wir haben bei uns Trainees (Abschluss Master Wirtschaftswissenschaften) wo man wirklich merkt, dass dort die Transferleistung von "Ich habe gelernt" zu "Ich habs verstanden" nicht stattgefunden hat.

Wenn jemand also BWL ... oder irgend ein anderes Fach studiert, kommt es in erster Linie darauf an, wie man sein Wissen im Berufsleben umsetzen kann.

ok?
 
Dem stimme ich zu, auch wenn ich das für allgemeingültig halte, unabhängig vom Studienabschluss.

Da ich recht viel mit Personalern zu tun habe, stolpere ich immer mal wieder über Beispiele von Quereinsteigern, die in den wichtigen Eigenschaften dennoch alle Konkurrenten ausstechen konnten - da war die Kaukasiologie-Absolventin, die eigentlich mit einer NGO in die Pampa wollte, sich umorientiert hat und eine großartige Personalreferentin wurde, ein Maschinenbau-Absolvent, der ohne nennenswerte Berufserfahrung die Stelle als Key Account Manager Bekommen hat, oder auch ein ehemaliger Chef von mir, der nach Sport auf Lehramt eine steile Karriere im Marketing hatte.

Diese Beispiele stammen alle aus internationalen Unternehmen mit mehreren 1.000 Mitarbeitern. Und die Einstellungen kamen nicht zustande, weil es keine "Absolventen vom Fach" gab. Selbstständig denken kann eben keine Hochschule lehren. Und manche Programme machen es einem sehr einfach, auch ohne diese Fähigkeit einen guten Abschluss zu erlangen.
 
Habe BWL studiert und gemischte Erfahrungen gemacht.
Ja, auswendig lernen ist meist dabei. Und die Inhalte die auswendig gelernt werden müssen sind eher langweilig und wenn Du dann ein paar Praktika machst (am besten vor dem Studium der ggf. kaumännische Lehre) merkst Du recht schnell, dass ein guter Teil der Inhalte für Dich nie wieder relevant sein werden. Das wirkt demotivierend, weil Du sie für Prüfungen trotzdem pauken musst.
Völlig sinnfrei sind die Inhalte aber nicht. Kaufmännisches Wissen und Fähigkeiten sind im Betrieb schlicht nötig. Ob man deshalb gleich BWL studieren muss... Da kann man veschiedener Meinung sein.

Wie mein Vorposter sagte, kommt es im Beruf tatsächlich auf das selbständige Denken an. Das lernt man durch Übung. Denk selbständig. ;) Such Dir ne große Uni und besuche mal 1 Jahr lang die Kurse die Dich interessieren. Damit kann man der Tendenz der Bachelorisierung entgegenwirken durch die man vor lauter Prüfungen gar nicht zum Denken kommt. So ein Jahr ist selten verschenkte Zeit.
Oder such Dir einen interessanten Studiengang der neben Wiwi noch was anderes macht. Z.B. Politik, Philosophie und Ökonomie an der Uni Witten/Herdecke, oder mit viel weniger Studiengebühren Philosophy and Economics an der Uni Bayreuth. Damit ersparst Du Dir die Bachelor Kurse (die machen am wenigsten Spaß) und machst Sachen die wirklich interessant sind und wo Du ins Nachdenken (statt Nachbeten) kommst.
Und Du kannst danach im Master einen spezialisierten BWL Master machen, z.B. Controlling, wenn Du klassisch kaufmännisch arbeiten möchtest.

Ach ja. BWL ist an sich nicht schwer. Daher die Feststellung eines Vorposters dass das jeder Depp kann. Aber es wird von den Unis oft schwer GEMACHT um zu "sieben". In der Regel mit Mathe / Statistik, weil das für die meisten schwer ist und leicht korrigierbar (günstig für die Uni).
 
dorian.grey schrieb:
merkst Du recht schnell, dass ein guter Teil der Inhalte für Dich nie wieder relevant sein werden. Das wirkt demotivierend, weil Du sie für Prüfungen trotzdem pauken musst.
Völlig sinnfrei sind die Inhalte aber nicht. Kaufmännisches Wissen und Fähigkeiten sind im Betrieb schlicht nötig. Ob man deshalb gleich BWL studieren muss... Da kann man veschiedener Meinung sein.

Ein Studium an einer Uni soll nicht praxisnah sein, sondern Methoden lehren. ANdernfalls muss man zur FH gehen oder eine Ausbildung machen.
 
Natürlich besteht BWL bis vielleicht auf Statistik und Mathe (ist im Prinzip auch nur Aufgaben nach Schema F lösen) nur aus stumpfem Auswendiglernen.
Ich bin selber im 3. Semester eines BWL Studiums und überlege mir ernsthaft es abzubrechen, weil es gar keinen Sinn macht. Man sitzt nur vor der Klausur und lernt bis zu 200 Seiten Skript nahezu auswendig, spuckt alles in der Klausur aus und weiß 1-2 Wochen später nichts mehr. Eigentlich braucht man sich nur die groben Stichpunkte merken und je nach Fach noch ein paar Kindergartenrechnungen (Formel mit 3-5 Variablen) beherrschen. Dann hat man eine 1-2 sicher. Ich habe in jedem Fach bis jetzt nur Einsen und Zweien, obwohl ich eigentlich bis auf 1-2 Wochen vor der Klausur nie etwas dafür gemacht habe.

Mich widert es schon an, das dort wirklich nicht gerade die "geistige Elite" sitzt, sondern eher die Leute die man früher als klassische "Streber" bezeichnet hat, die weder Transferdenken beherrschen noch überhaupt irgendwas geistig Anspruchsvolles lernen könnten. Ansonsten gibt es noch die typischen "Volldeppen" bzw. "gebräunte Lackaffen" die in anderen Studiengängen wohl nicht den Hauch einer Chance gehabt hätten. Auch hier erfüllt sich das typische BWLer Klischee.

Wenn man erst mal in einem BWL Studium sitzt, weiß man warum der Markt so dermaßen überlaufen ist , es "Hinz und Kunz" studieren und der Ruf des Studiums so schlecht ist.

Falls man nicht schon vorher das Handtuch geworfen hat, weil man dieses extrem hohle Zeug inkl. der dazu passenden Studenten leid ist und ein wahrscheinliches Darsein als zukünftiger Arbeitsloser mit 349 Euro/Monat fürchtet, wird man dieses Studium locker mit 1-2 absolvieren.

Leider kann man sich von dem Studium kaum etwas kaufen. Mehr als normaler Sachbearbeiter ist mit einem Bachelor in BWL i.d.R. nicht drin. Meistens eher Hartz4. Dazu kann man gleich eine normale Ausbildung zum Industrie- oder Bankkaufmann machen. Dabei muss ich mir aber nicht 200 Seiten pro Klausur antun und muss auch keine Studiengebühren von ca. 500 Euro bezahlen, sondern bekommt noch Geld. Der zweite positive Effekt ist, dass man einen geregelten Tagesablauf hat und nicht den ganzen Tag wie ein Hartz4-Empfänger von morgens bis abends nur rumgammelt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das Studenten die schon während des Studiums sich nicht angestrengt haben nachher auf Hartz4 abrutschen können ist unabhängig davon ob nun das Fach BWL oder irgend ein anderes Fach ist was man studiert ...

Mit pauschalen Aussagen zu "welcher Beruf nach dem Studium" man ausüben kann, hilft man niemanden. Keine Anstrengung, kein Erfolg, gilt überall ... basta!
 
@asus1889: Zum Industrie oder Bankkaufmann hätte ich vor ein paar Jahren auch noch geraten.
1. Kann man während des Studiums sehr gut bezahlt Jobben und schon mal Firmen von innen sehen (ggf. netzwerken) und lernt 2. das nötige kaufmännische Wissen das man real braucht. Auch Bankkaufleute (auch studierte) können meist keine Zinsen berechnen etc.
ABER: Durch die Bachelorisierung gibt es heute statt Kaufmännischer Ausbildungen oft Berufsakademie-Bachelor.
Das klingt gut, weil man ja einen Abschluss hat, der dem FH oder Uni B.A. gleichgestellt ist, aber durch die begrenzte Zeit muss man den Stoff derartig schnell in sich reinfressen, dass gar nichts mehr hängen bleibt. Habe kaum BA-ler getroffen die damit glücklich waren.
@Y-ler: full Ack! Die Methoden die man beim BWL-Studium lernt sind aber oft trivial oder so speziell, dass sie völlig praxisfern sind. Dann ist es zwar toll wenn man sie beherrscht, aber man kann das Wissen nie anwenden.
 
_killy_ schrieb:
Das Studenten die schon während des Studiums sich nicht angestrengt haben nachher auf Hartz4 abrutschen können ist unabhängig davon ob nun das Fach BWL oder irgend ein anderes Fach ist was man studiert ...


Du vergisst, dass das Studium geradezu ein "Nichtleisten" des Studenten fördert bzw. ihm nicht mehr abverlangt. Das ist in anderen naturwissenschaftlichen Studiengängen nicht so. Der Student kann nichts dafür wenn, ihm alles in den Schoß fällt. In keinem Fach, außer anderen brotlosen Orchideenfächern muss man so wenig für "sehr gute" Noten tun.
 
asus1889 schrieb:
Der Student kann nichts dafür wenn, ihm alles in den Schoß fällt. In keinem Fach, außer anderen brotlosen Orchideenfächern muss man so wenig für "sehr gute" Noten tun.
Das ist aber eher ein konzeptionelles Problem. Eventuell muss man bei solchen Studiengängen einfach mal die Latte höher setzen. Wenn ich ehrlich bin wundert es mich wirklich, dass bei Studiengängen wie Soziale Arbeit es eher der Normalfall ist, dass die meisten mit unter 1,5 ihren Abschluss machen.
 
*polemik*
sind ingenieure nicht die leute, die sich nicht mal eine formel merken können und daher immer ihre unterlagen mit in die prüfungen nehmen müssen?

sind ingenieure nicht die lebensfernen, immer besoffenen, hässlichen und stets als außenseiter bekannten birkenstocktragenden hippies?

sind informatiker nicht immer diese pizzafressenden nerds, die nur vom dem computer sitzen?

sind ingenieure nicht die leute, die nicht in der lage sind, ihre bauteile so zu konstruieren, dass sie auch zu einem marktüblichen preis gefertigt und vor allem verkauft werden können?

sind nicht die ingenieure dafür verantwortlich, dass es maschinengewehre, atombomben und letztendlich auch tschernobyl und fukushima gibt?
*polemik*

geradezu beispielhaft für das typische schubladendenken und einem begrenzter horizont sind akula und versteckdoseV zu nennen. das demagogische blabla heisst, dass sie entweder trollen oder intelligenzmäßig auf einer höhe mit nem feldstein sind. anders sind deren kommentare nicht zu werten.

btw. ich bin dipl. betriebswirt und wir durften unsere unterlagen in die prüfungen mitnehmen. was soll einem da noch auswendiglernen bringen? entweder man versteht den stoff oder nicht. und die zwei bereits genannten demagogen sollten mal dringend ihren horizont erweitern. es gibt nicht nur marketingleute. nicht jeder "manager" ist auch automatisch ein betriebswirt. und nicht jeder BWLer wird börsenmakler.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das liegt bei denen sicherlich am (BWL?)-Studium!
 
dorian.grey schrieb:
Das liegt bei denen sicherlich am (BWL?)-Studium!

du meinst die zwei dampfplauderer, die ich erwähnt habe? das sind mit sicherheit keine BWLer. ich behaupte jedenfalls nicht, die einzig seligmachende wahrheit zu verkünden und dass alles andere böse ist. was ist mit den BWLern, die im controlling sitzen? mit denen, die im vertrieb sitzen? mit denen in der buchhaltung?

das pauschale BWLer gebashe ist so dermaßen von tellerranddenken geprägt, dass es bereits schmerzen verursacht. jeder, der solche "wahrheiten" propagiert, zeigt im endeffekt nur, dass er nicht verstanden hat. ohne einen BWLer in den verschiedensten positionen ist der ingenieur nichts! nur mit einem BWLer an seiner seite kann sich ein ingenieur in seinem habitat austoben, dass normalerweise forschung, entwicklung und konstruktion sein sollte.
 
@godapol:
Die Sache ist die, dass es nicht um die Funktion eines Betriebswirtes an sich geht, sondern alle, die mal dieses Fach studiert haben bzw. es noch tun, als homogene Masse angesehen werden, was ich unverschämt finde.
Genausogut könnte man alle Geistis als linksverhetzte Spinner und Sozialneidlinge beschimpfen, was beides
sicher nicht auf alle zutreffen wird.
Ich für meinen Teil urteile nicht danach, was wer studiert hat, sondern danach, wie er sich benimmt und was er so von sich gibt an schlauen oder dummen Sachen.

Heutzutage gibt es auch keine bestimmte Klientel, die BWL studiert (von wegen Papas Konto und so), sondern nur eine bestimmte Klientel, die das gern hätte zwecks Vereinfachung, damit man mehr Leute beschimpfen kann, die nicht die Grünen wählen.
Man konnte das ganz schön an den angeblich flächendeckend statt findenden Studentenprotesten 2009 sehen. Angeblich waren es ja alle Studenten, die protestiert haben.
Ich weiß aus sicherer Quelle, dass es nicht alle, sondern vornehmlich die Sowis und Geistis waren, die eh gerne mal demonstrieren,anstatt zu studieren im Gegensatz zu den BWLer, die zur gleichen Zeit viel lieber ein paar Arbeitnehmer entlassen oder Sozialausgaben kürzen (Vorsicht Ironie!!!).

Protestiert hat man dann, indem man z.B. in Duisburg oder Essen die Hörsäle der BWLer besetzt hat - widerrechtlich und gegen den Protest der betroffenen Studenten.
Ein Großteil der "Protestierer" hatte verdächtig große Verdi-Schilder dabei - soviel zum politischen Antrieb.

Falls sich jetzt jemand pauschal beurteilt fühlt oder über einen Kamm geschoren... einfach mal die ersten Postings dieses Threads aus der Sicht eines BWL-Studenten lesen.

;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
chancaine schrieb:
Die Sache ist die, dass es nicht um die Funktion eines Betriebswirtes an sich geht, sondern alle, die mal dieses Fach studiert haben bzw. es noch tun, als homogene Masse angesehen werden, was ich unverschämt finde.


Verallgemeinerungen sind nie zutreffend, das sollte wohl jedem Klar sein.
Wenn man sucht findet man natürlich immer die typischen Klischee-Vertreter. Sei das bei den BWL-studis der Typ mit der Gelfrisur, der nur mit Polohemd mit hochgeklapptem Kragen rumläuft und mit Buzzwords um sich wirft. Oder sei es die Gruppe von Nerds an den technischen Fakultäten, die ernsthafte Atemprobleme bekommt weil sich eine verplante sozi-Studentin im Gebäude geirrt hat und sie nach dem Weg fragt. :D

Wer ernsthaft glaubt das solche Beispiele den Schluss auf eine ganze Gruppe zulassen . . . ich drücke es mal vorsichtig aus: ohne solches Verhalten würde es eine erhebliche Menge an Leid auf der Welt weniger geben.

Zur Ausgangsfrage:
Wie wahrscheinlich ist es denn, dass 'Auswendiglernen' die einzige zum bestehen eines Studienganges oder gar akademischen Berufes notwendige Fähigkeit ist?
Und wenn das 'jeder Idiot' kann, warum zahlt mann dann akademiker-Gehälter?
Dann könnte man doch auch genausogut die ganzen hübschen Mädchen rekrutieren, die schon die allgemeinbildende Schule nur mit Auswendiglernen geschafft haben, und hätte auch noch was fürs Auge? (Achtung: wieder Stereotyp. ;-) )

Liegt es da nicht nahe, dass es irgendwie doch nicht ganz so einfach sein kann?
Sicher, das BWL-Zusatzmodul in meinem Ingenieursstudiengang mit 1 SWS bestand auch nur aus Auswendiglernen.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, würde ich einen Wirtschafts- oder Geisteswissenschaftler mit in eine Einführungsveranstaltung Elektrotechnik nehmen, er würde auch erstmal eine menge Gesetzmäßigkeiten schlichtweg lernen müssen, um weiter folgen zu können.
Wäre sein Urteil 'da muss man nur auswendig lernen' dann gerechtfertigt, ohne auch nur einen Bruchteil der Gesamtkomplexität überblicken zu können? Wohl kaum. Ich kann es nur vermuten, nehme aber stark an, das es in anderen Studiengängen ähnlich sein wird.
Also: selbst wenn ein BWL-Studium im Verhältnis zu anderen Studiengängen einen hohen Auswendiglernanteil hat, wird man wohl im Laufe des Studiums irgendwelche weitergehenden Fähigkeiten erwerben müssen. Durchaus auch privat, ausserhalb der Hochschule.
In meinem E-technik Studiengang ist es jedenfalls so, dass ich hauptsächlich 'erweitertes Handwerkzeug' gelehrt bekomme. Für die gewünschte Berufsausrichtung benötigten speziellen praktischen Fähigkeiten muss man sich selbst aneignen (Trotz FH), um für einen zukünftigen Arbeitgeber attraktiv zu sein. Oder man ist optimistisch und hofft auf ein umfangreiches Einsteigerprogramm. Ich kann mir vorstellen, dass sich das auf andere Studiengänge zum Teil übertragen lässt.

Grüße,
David
 
Mdave, Du sagst es!

Ich für meinen Teil würde eher etwas kritisch auf die Studiengänge blicken, die kein oder wenig eigenes Fachwissen bzw. fachtypischen Inhalt haben, wie z.B. die Sozialwissenschaften an meiner ehemaligen Alma Mater, deren Studieninhalte damals dahezu inhaltsgleich mit reinen Statistikveranstaltungen waren. Wo waren da die gesellschaftswissenschaftlichen Themen, die ich als Aussenstehender mir darunter vorgestellt hatte?

Wenn ich auf die Geisteswissenschaften blicke (ohne sie zu bewerten), dann würde ich auch sagen, dass dort mit am wenigsten auswendig gelernt wird, weil die sich mit vielen komplexen Dingen "freidenkend" beschäftigen wie z.B. Literaturwissenschaften, Linguistik, etc., wo einem Theorien nicht weiter helfen, weil es eben nicht die eine Wahrheit gibt und alles mehr oder weniger Ansichtssache ist.
Natürlich muss es wohl auch dort auswendig zu lernende Theorien geben, aber weniger, denn die heißen ja nicht umsonst GEISTESwissenschaften...

Vom Volumen her lernen Mediziner und Pharmazeuten mit am meisten auswendig. Bei letzerem kann ich mitreden. Das war nicht gerade ein Vorteil, denn man hat sich wie ein Auswendiglern-Roboter gefühlt und weitergebracht im Leben hat es einen auch nicht. Sowohl Mediziner als auch Pharmazeuten haben es mehr als uni-internes Aussiebverfahren gesehen, mit dem man die großen Mengen an Studenten reduzieren wollte oder im Fall der Pharmazie einfach etwas seine Macht als Prof bzw. Assi zeigen wollte.

In der BWL habe ich im Vergleich dazu relativ wenig auswendig lernen müssen, größtenteils mathematische Verfahren, ökonomische Modelle oder Gesetze. Dinge also, die einfach zum BWL-Studium dazu gehören und einem im Berufsleben mehr oder weniger weiterhelfen können.
Wenn ich einen mittelständischen Betrieb z.B. über die schwere Finanzkrise retten möchte ist es gut, zu wissen, in welcher Phase der Konjunktur wir uns befinden und was die entscheidenden Rahmenbedingungen sind und wie diese mein Unternehmen beeinflussen bzw. was ich tun kann, um erfolgreich aus der Krise zu gehen.

Sorry für den längeren Text, aber das Thema verleitet zum retrospektiven Schwadronieren ;-)
 
Akula schrieb:
Habe ich eigentlich schon erwähnt, das mich VWLer mehr beeindrucken als BWLer? ;)

ich darf dich zitieren:

Akula schrieb:
Als Gesellschafter und zukünftige Co-Geschäftsführer, werde ich mich in naher Zukunft natürlich auch mit BWL noch weit mehr auseinandersetzen müssen. Gewisse Module sind dabei auch wichtig. Dabei nun zu erfahren, dass Theorie und das Auswendiglernen den Großteil ausmacht, macht mir weiterhin kaum Mut. Genau das konnte ich schon in der Schule nicht - ich war der Praktiker und Eigenbrötler. Will ich also hoffen, das Ganze möglichst schnell hinter mich zu bringen, denn im Grunde benötige ich nur den Titel Ökonom. Das Ganze berufsbegleitend zu absolvieren, wird mir hoffentlich vieles Geistige oder Ungeistige leichter machen, als im Vollstudium.

wenn BWL so unnötig und so viel kaputt gemacht, hat, warum setzt du dich dann damit auseinander? warum legst du wert auf den titel? warum verzichtest du nicht auf die zusatzausbildung, die nach deiner aussage eh unnötig ist? nachdem du ja offenbar autodidakt bist, sollte sich das ja durch schnelles lesen einiger bücher erledigen. und auf dein von dir selber ausgestelltem zeugnis kannste ja draufschreiben, dass du die bücher XY gelesen hast und demzufolge qualifiziert bist.
 
Akula schrieb:
...Was hat BWL denn mit Interesse zutun? Ich denke das Ganze ist im Grunde eine philosophische Frage. Ich mache kein Hehl daraus, BWL hat viel in diesem Lande und Unternehmen kaputt gemacht, vorallem geistig. Und was man ebenso ganz subjektiv feststellen kann, BWL hat mit der Praxis herzlich wenig zutun. Das ist auch der Grund, wieso eben sovieles scheiterte. Sehe sich auch einer Börsenanalysten an - einer der sinnlosesten Berufe auf Erden. Volker Pispers Urteil will ich dabei mal nicht weiter zitieren. Da stellte man ganze Herrscharren von BWLern ein und glaubte, man hätte nun den großen Goldrausch noch einmal erfunden. Und noch heute werden Herrscharren von BWLern ausgebildet, auch weil viele vom großen Materialismus träumen, anstatt etwas Sinnvolles zu studieren....

Akula, der Kritik musst du dich einfach stellen, vor allem nach diesem Absatz. Auch BWL hat viel mit Interesse zu tun und ist weit mehr als eine philosophische Sichtweise. Das ganze Studium wird begleitet von Mathematik, einem handfestem Rechenwerk, der doppelten Buchhaltung die seit vielen Jahrhunderten Anwendung findet (und ein echtes Handwerk ist, früher auf Papier, heute mit Computern) bis hin zu wissenschaftlichen Methoden wie dem Controlling mit seinen Spielarten, Menschenführung in der Unternehmensführung (und das kann sehr wichtig im Umgang mit Mitarbeitern sein) usw. Klar gibt es schlechte BWLer, es gibt aber auch schlechte Ärtze und Juristen, die auch nicht mit ihrem Wissen und Menschen umgehen können, das ist nicht auf die BWL beschränkt oder konzentriert.

BWL hat nichts kaputt gemacht sondern die Unternehmen seit Jahr und Tag begleitet und du wirst in deinem Werdegang als Unternehmer sicher feststellen, dass dir das Studium eine Menge geben wird, Interessantes, Wichtiges, Spaßiges und Langweiliges. Es ist durchaus praxisnah und in der Wirtschaft anwendbar, du wirst einiges lernen was du nicht wieder brauchst und vieles mitnehmen was dir hilft - wie in jedem anderen Studium auch.

Und Börsenanalysten sind sehr selten BWLer, sondern meist VWLer und Banker. Und Volker Pispers mag zwar lustig sein und ich mag seine Shows auch sehr, aber er hat nicht immer die Wahrheit auf seiner Seite, sondern nutzt nur die aktuelle Lage aus um Witze auf Kosten anderer zu machen. Gute Witze, keine Frage, aber nicht immer der Wahrheit entsprechend.
 
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