e-ding schrieb:
...Ein Kredit kostet immer Geld....
Nein. Ein Kredit zu 0% ist sogar so zu rechnen, das dieser einen Vorteil gegenüber der sofortigen Bezahlung einräumt. Man umgeht die Inflation und kann das Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegen.
e-ding schrieb:
... Du finanzierst immer ein Adressausfallrisiko und den Ausfall an alternativen Anlagen vom Gläubiger.
Alles eine Frage des Rechnens und der Risikoneigung des Kreditnehmers. Und die Alternativen kann man durch die Inanspruchnahme eines Kredits sogar wahrnehmen. Einfaches Beispiel: ich wollte den TV in bar bezahlen (1.800 Euro) und habe die 0% Prozentfinanzierung in Anspruch genommen, weil:
- der TV auch im Internet zu diesem Zeitpunkt nicht günstiger war als im Saturn
- ich das Geld anlegen konnte mit 2% bei der Diba
- ich den Inflationsvorteil hatte (ca. 2,5%)
- ich mit einem Teil des angelegten Geldes etwas anderes kaufen konnte, die Finanzierung hat mir die Nutzung 2er Alternativen (TV auf Finanzierung und Möbel in bar) ermöglicht
Der Kredit war in mehreren Bereichen von Vorteil für mich. Selbst Zinsen von 4% wären noch von Vorteil gewesen, man muss nur mal kurz nachrechnen was man tut.
e-ding schrieb:
...Ob Du nun einen Finanzierungszinssatz zahlst oder dieser bereits in der Produktkalkulation (bei 0,00%-Angeboten) integriert ist, spielt dabei keine Rolle. Bei diesen Angeboten wirds einfach in die Marge gerechnet und etwaige Verhandlungsspielräume gibt es nicht.
Was interessiert mich denn die Rechnung des Händlers, wenn ich in dem Augenblick mit dem Angebot zufrieden bin, ich es evtl verglichen habe und die Finanzierung für mich lohnt? Ob ich finanzier oder bar zahle, man prüft immer das Angebot und rechnet es durch. Pauschal "nein" zu sagen ist falsch. Oder habt ihr alle in der 5. Klasse mit dem Rechenunterricht aufgehört?
Und wozu verhandeln, wenn man mit dem Angebot und der Finanzierung (evtl 0%) zufrieden ist?!
e-ding schrieb:
...Liegt der reale Finanzierungszinssatz allerdings unter einem möglichen Anlagezinssatz (eher selten) kann eine Finanzierung wieder Sinn machen.
Das ist völlig korrekt. Man muss dabei aber auch den persönlichen Finanzierungszinssatz berücksichtigen, zu dem der Käufer bereit ist, den Zeitvorteil der früheren Nutzung des Gutes zu bezahlen. Das ist eine persönliche Preferenz und kann per se nicht als Negativ bewertet werden. Und auf das Beispiel PC mit 600 Euro Finanzierung auf 10% angewandt -macht 30 Euro Zinsen; glaubst du nicht, das 6 Monate früherer und damit längerer Spielspaß 30 Euro wert sind? Da kosten ja die Spiele mehr

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Stefan_Sch schrieb:
Jede Finanzierung ist Unsinn, weil man am Ende deutlich mehr zahlt.
Jede Pauschalisierung ist Unsinn, weil man am Anfang nicht deutlich nachgedacht hat.
Jede Finanzierung muss immer wieder im einzelnen durchgerechnet werden (egal ob privat, gewerblich oder beruflich) und kann nicht pauschal als negativ bewertet werden. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle (persönliche wie kalkulatorische). Aber sie von vornherein zu verteufeln ist falsch und sie mit eventuellen Risiken sofort abzulehnen ist auch falsch, weil auch die Vorteile demgegenüber gestellt werden müssen.
Ich lehne auch die meisten Finanzierungen ab, aber nicht, weil ich prinzipiell dagegen bin wie viele hier, sondern weil ich im einzelnen die Konditionen durchrechne und mir Gedanken mache. Soll ich Zinsen zahlen dafür, das ich ein Gut evtl 1 Jahr früher erhalte? Soll ich das Risiko des Ausfalls der Raten in Kauf nehmen? Brauche ich die Ware überhaupt? Das sind Fragen, die man nichts so einfach mit "...Jede Finanzierung ist Unsinn ..." abtun darf. Wer soll sonst Häuser in bar finanzieren und bauen (wen kennt ihr, der sein Haus bar bezahlt hat?), wer kauft die Autos auf in bar? Wie sollen Unternehmen größere Investitionen bezahlen und damit Arbeitsplätze sichern? Das läuft zum Großteil über Finanzierung. Wer dabei sein Gehirn ausschaltet tut mir nicht leid. Bei der Finanzierung darf man auch nicht davon ausgehen, was andere Leute für Fehler machen, sonst dürfte man auch nicht am Straßenverkehr teilnehmen.