Bericht Copyright-Klagen: Wie AI-Firmen das Internet „klauen“ und womöglich damit durchkommen

MDM schrieb:
[Die KI klaut die Seiteninhalte, keiner besucht mehr meine eigenen Seiten. Warum sollte ich dann noch Inhalte ins Netz stellen?] Warum nicht?
Du bist wahrscheinlich noch nicht volljährig und bekommst alles noch von Deinen Eltern gestellt.
Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Du Dir eine Welt mit kostenlosen Inhalten von einer einzigen Quelle wünschst, die aber später alles voll mit Werbung oder gesponsorten Inhalten garnieren wird.
MDM schrieb:
Das Internet ist ganz böse, da kann man alles raubmordkopieren!!! Wieder zurück zu Bibliothek und Schallplatten!!!
Daran merkt man auch, dass Du nicht verstehst, das alles seinen Preis hat. Wenn DU willst, kannst Du ja zurück zu den Bibliotheken und Schallplatten gehen, aber ICH würde das nicht, nur weil Du alles geschenkt haben willst...
 
So Leude Forza ist endlich heruntergeladen, wollma ne Runde starten?
 
Zuletzt bearbeitet:
MDM schrieb:
Du möchtest wieder die Zustände von vor der industriellen Revolution haben? Geht es uns heute besser oder schlechter damit? Geht es uns besser als vor 100 Jahren?
Die Zustände haben sich erst mit dem Ende der Monarchie und der Einführung von Gewerkschaften gebessert.
Ich kann mich leider nur an die letzten 50 Jahre bewusst erinnern und schon da ging es uns nur unwesentlich schlechter als heute. Dieses etwas schlechter lag vermutlich daran, das man als Familie mit nur einem Monatsgehalt auskam, heute braucht man zwei um sich etwas leisten zu können.

Die Produktivität ist seither aber deutlich gestiegen, davon kommt aber wenig in der breiten Masse an.
 
Es gibt immer wieder neue Technologien und Trends, die derart schnell kommen, dass sie anfänglich defacto komplett unreguliert sind und "Wild West" Zustände herrschen. Mit der Zeit kommen dann Gesetze und Regularien. Mir fallen da z.B. Einweg-Vapes, Drohnen/Multicamcopter und Miet-E-Roller ein. Das gab es sogar noch viel früher: Vor über 100 Jahren gab es z.B. (auch in Deutschland) eine Zeit, in der Schusswaffen noch komplett unreguliert waren, da konnte jeder Depp sich einfach "Schießeisen" kaufen und mit sich rum tragen - es gab schlichtweg keine Gesetze dazu. Generative KI ist da quasi nicht anders. Die Hersteller nutzen die Zeit der Grauzonen dabei bewusst konsequent aus und versuchen diesen Zustand möglichst lange aufrecht zu erhalten damit man wenn dann die Gesetze kommen eine möglichst gut trainierte KI hat.
Ergänzung ()

fineline schrieb:
Von mir aus können sie die Hälfte der ganzen KI wieder abschaffen.

Ja genauso wie das Internet, das braucht auch keiner. :rolleyes:
Punkt ist: Generative KI ist eine disruptive Technologie, die gekommen ist um zu bleiben. Es gibt kein zurück mehr zum "Vor KI" Zeitalter.
 
Capthowdy schrieb:
Du hast die Bedeutung des Wortes "Urheberrecht" nicht verstanden. Kopiere dir doch mal ein paar frei zugängliche Texte und Bilder aus dem Internet und packe sie dann auf deine eigene Webseite. Wenn du die zahlreich ins Haus flatternden Abmahnungen irgendwann bewältigt hast, wirst du dir diese Naivität sicher abgewöhnt haben.
Ich kenne die Bedeutung und ich persoenlich achte auch darauf.

Allerdings (und darum geht es ja in diesem Thread) achten eben nicht alle Firmen darauf, vorallem, wenn sie in anderen Laendern sind und sich damit nicht an EU bzw. deutsches (Urheber)Recht halten muessen.

Das meine ich mit "davon gehe ich aus", es passiert halt, man muss damit rechnen. Ob jetzt irgendeine Firma meinen Quellcode kopiert oder irgendein perverser mein Strandfoto nimmt und mich per KI entkleidet, mit beidem wuerde ICH rechnen.

Da hilft es mir dann auch nix, wenn ich ein Copyright auf mein pers. Bild habe.

Ich spreche hier nicht davon was Recht ist, sondern wie es gelebt wird.
Ergänzung ()

LadyAlice schrieb:
Und Kunstschaffende sollen es dann einfach fressen wenn ihre Werke gestohlen werden für die sie Zeit, Blut, Schweiß und Tränen geopfert haben?

Auf keinen Fall sollen sie das akzeptieren. Aber was willst du dagegen machen? OpenAI oder Google einen Brief schreiben und die abmahnen?
 
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Entrovis schrieb:
Copyright und Datenschutz sind einfach mega nervig.
Bei solchen und ähnlichen Kommentaren kommt mir immer ein Gedanke in den Sinn:
Die Marihuana Legalisierung war ein Fehler.... :lol:
 
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gustlegga schrieb:
Die Marihuana Legalisierung war ein Fehler.... :lol:
Weed kann da nix zu. Manche Geister sind einfach von Haus aus vernebelt.
dh9 schrieb:
Auf keinen Fall sollen sie das akzeptieren. Aber was willst du dagegen machen? OpenAI oder Google einen Brief schreiben und die abmahnen?
Das ist das, was hier gerade passiert. Und wenn die großen Rechteinhaber das durchsetzen können, wird es für alle anderen danach leichter idr.
 
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Am Ende ist es egal was entschieden wird - der Geist ist schon aus der Flasche. Mit den schon gelernten Daten wurden Modelle erstellt. Open Source erledigte den Rest.

Den Geist bekommt man nicht mehr zurück in die Flasche.
 
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Conqi schrieb:
Natürlich ist es kein Raub (sind "Raubkopien" übrigens auch nicht), aber eine Urheberrechtsverletzung aus meiner Sicht halt schon. Ich als Urheber habe am Ende gar nichts davon, dass ChatGPT und Co. sich mein Wissen aneignen und das dann in Bruchstücken den Leuten wieder ausspucken.
Du hast mich auf eine Idee gebracht, aber vielleicht schrieb das schon jemand.
Falls KI ungestraft trainiert werden darf mit Wissensdaten, wieso sollte ich meine NI (natürliche Intelligenz) nicht auch unentgeltlich mit z.B. Spielen trainieren, weil ich ein eigenes entwickeln möchte?
 
Blutomen schrieb:
Am Ende ist es egal was entschieden wird - der Geist ist schon aus der Flasche. Mit den schon gelernten Daten wurden Modelle erstellt. Open Source erledigte den Rest.

Den Geist bekommt man nicht mehr zurück in die Flasche.
Sollte Disney wirklich Recht bekommen und die 150k$ PRO Verletzung im ausgespucktem Bild durchsetzen, ist der Geist schneller wieder in der Flasche, als Altmann "Aladin" sagen kann 😂
 
dh9 schrieb:
Da hilft es mir dann auch nix, wenn ich ein Copyright auf mein pers. Bild habe.
Die von dir vorgeschlagene Paywall hilft dagegen genausowenig. Dann wird einmalig bezahlt und schon sind deine Inhalte wieder geklaut. Am Ende ist das auch nichts anderes als ein Buch, das du einmalig kaufen musst. Du siehst also: es ist völlig unabdingbar seine Urheberrechte permanent durchzusetzen, denn die einzig andere Alternative ist, einfach keine Inhalte mehr zu erstellen und sich ein anderes Business zu suchen. Ich verstehe nicht wieso einige hier es so abfeiern und gutheißen, dass eine KI einfach so über die Werke anderer rauscht und sie dann allen anderen, in welcher Form auch immer, zur Verfügung stellt, ohne dass der eigentliche Urheber etwas davon hat. Vielleicht wollen diese Leute aber zukünftig auch einfach nur noch von KI erzeugte Inhalte sehen und lesen, who knows?
 
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Ich finde diese 10Seiten hier sehr interessant.

Man hätte den Thread splitten müssen um die unterschiedlichen Schwerpunkte zu trennen. So gab es doch die eine oder andere Verwirrung.
Viele Aussagen kann ich stark nachvollziehen. Es ist ein diverses Thema mit vielen Aspekten… und so sehr ich mich auf der Seite der Leute fühle, deren Existenz bedroht wird, wähne ich mich ebenfalls im Lager der Leute die meinen: lernen soll KI dürfen.
Ich versuche innerlich einen Konsens der Positionen zu schaffen.

Dieser Post von @ascer ist ein gutes Argument für das Pro-Lager: Post #125

Nur das Argument: “China macht auch was es will” will ich aber ganz klar widersprechen. Ich bin stolzer Europäer. Ich bin froh darüber, wie wir hier leben. Ich würde das nicht durch die “Freiheit” in den USA oder dem China-Speed tauschen wollen.
Wir haben unsere Identität und es ist vollkommen okay wie es ist.
Ich sehe die Risiken und Auswirkungen des Wettbewerbs mit China. Die Lösung liegt für mich aber nicht im Über-Bord-Werfen unserer Identität und der Regeln, die wir verhandelt haben, sondern darin, das wir uns hinsetzen, uns überlegen wie wir hier leben wollen und das auf eine tragfähige Basis stellen. Das auszuführen geht zu weit (Rente, Bildung, Gesundheitssysteme, Arbeit allgemein, …), das ist aber gerade der Grat an dem unsere Gesellschaft knabbert.

Ich selbst weiß keine Lösung, finde die Diskussion aber spannend, wie man KI regulieren kann um das Potential der Technologie auszuschöpfen und gleichzeitig einen allgemeinen Mehrwert für einen Großteil der Menschheit zu gewährleisten.
Die Gefahr eines unregulierten Einsatzes von KI sehe ich ebenfalls. Dafür muss aber erst die Frage beantwortet werden, wie wir leben wollen.
Sollen Roboter und KI für uns arbeiten? Wie werden die Erträge umgelegt, wenn es nur noch wenige Arbeiter gibt (Spezialisten und Forscher)?

Vielen Dank an: @Alphanerd , @HAse_ONE , @Conqi , @LadyAlice , @Ayo34 @ascer und all die anderen, die die Diskussion bereichert und die Studie auch nochmal aufbereitet dargestellt haben
 
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morb schrieb:
Argument für das Pro-Lager
Die Ironie ist halt, auch wenn ich mich so negativ ausdrücke, dass ich in KI selbst die Zukunft sehe, allerdings nicht zu Lasten der Allgemeinheit und das findet aktuell halt statt.

Ich finde es ja auch sehr interessant, dass die Redaktion keine Beiträge zu xAIs Gasturbinen und dem Smog macht welcher tatsächlich die Leben tausender vor allem Afroamerikanischer Bürger*innen gefährdet oder über den massiven digitalen Neokolonialismus der betrieben wird .

Eine europäische „KI“ muss ethnisch korrekt erstellt werden, nachhaltig und effizient entwickelt und darf keinesfalls auf digitalen Neokolonialismus beruhen. Das wird natürlich teurer, allerdings wäre das halt eine positivere Zukunft für die Technologie, während xAI, OpenAI und Co. lediglich auf maximalen Profit aus sind und es nicht interessiert wie viele Menschen darunter leiden.

Da geht es auch nicht um „ja aber früher gab es ja auch Pferdekutschen“ wie es gerne zum lächerlich machen genutzt wird, was leider auch nur das Maß der Ignoranz zeigt.

Wenn wir mit „KI“ mit China mithalten wollen, dann dürfen wir NIEMALS die gleichen Methoden verwenden wie sie auch von Autoritären Regimes wie China und den USA gepusht werden, sondern müssen unsere Stärken nutzen und die haben wir.

Wir können und müssen und einfach über die ethisch korrekte Nutzung solcher Systeme unterhalten und daran arbeiten meiner Meinung nach.

Quellen:
Fem-ai.eu „Why do we need to speak about digital colonialism
How big AI companies exploit data workers in Kenya | DW News
Coda „ In Kenya’s slums, they’re doing our digital dirty work“
 
LadyAlice schrieb:
Eine Merkwürdige Begriffsdefinition der digitale Neo Kolonialismus.
Was verstehst du denn darunter?

Kolonialismus war im Grunde das Ansiedeln von fremden Kulturen auf dem Gebiet bestehender Kulturen ohne deren Zustimmung mit der Folge, dass die ansässigen Kulturen verdrängt wurden und sich der neuen unterordnen mussten.

Die bedingungslose Niederlassungsfreiheit (zumindest auf bestimmte Gebiete bezogen) die dem Kolonialismus zu Grunde liegt ist heute einer der Grundwerte in Europa.

Selbst Gegenüber anderen Ländern wie den USA tritt Europa massiv dafür ein bedingungslose Migration ins Land zuzulassen.

Die westliche Stärke war gesellschaftlicher Fortschritt der zu wirtschaftlichen Fortschritt geführt hat und damit von anderen Teilen der Welt nachgeahmt wurde.
 
matschei schrieb:
Was verstehst du denn darunter
Damit meine ich tatsächlich keine Nationen per se, sondern Unternehmen. Es sind Unternehmen die den digitalen Raum unter sich aufteilen und dafür Menschen in Niedriglohnländern ausbeuten und zerstören und dabei ihre digitale Souveränität vernichten. Dazu hat es letztes Jahr auch ein Panel vom bpb Digitalen Kolonialismus dekodieren (YT 8 Stunden Panel) und hier Brot für die Welt - Vom Kolonialismus zum digitalen Neo-Kolonialismus
 
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