CPU nach overvoltage nicht mehr in Stock betreibbar

didi4238

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Guten Tag liebe Computerbase Community.

Die letzten 4 Jahre nutzte ich einen Ryzen 7 1700x, Übertaktet mit 1,4 vcore und 3900mhz.
Auf einem Asus x370 Prime pro Mainboard.

Vorige Woche kaufte ich mir den Ryzen 7 5800x um wieder auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein. Da ich über die Jahre genug Hardware angehäuft habe um daraus einen funktionierenden PC zu bauen, baute ich die alte CPU sowie das Board in einen anderen PC. Dabei fiel mir auf :
Ich kann den 1700x nicht mehr mit Stock voltage + clock Betreiben. Unter lasst stürzt das System ab. Übertakte ich das System allerdings auf den ursprünglichen Zustand läuft alles einwandfrei.

Meine Frage ist nun :
Ist es möglich dass das jahrelange, starke übertakten die CPU insofern "geschädigt" hat, das diese zwingend übertaktet sein muss um korrekt zu funktionieren. ?
 
didi4238 schrieb:
Ist es möglich dass das jahrelange, starke übertakten die CPU insofern "geschädigt" hat,
Definitiv.
didi4238 schrieb:
as diese zwingend übertaktet sein muss um korrekt zu funktionieren. ?
Weniger übertaktet, eher dass sie jetzt generell eine höhere Spannung benötigt. Was die Abnutzung nur weiter beschleunigt. Deswegen übertaktet man bei AM4 mit P-states. Alles andere wirtschaftet eine moderne CPU ziemlich schnell in den Boden.

Wenn sie noch ein wenig halten soll würde ich den maximalen Boosttakt mit stocksettings ausloten und mich damit abfinden.
 
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Moin,

der Fachbegriff für dieses Phänomen nennt sich Elektromigration.
Die zu hohe Spannung schadet auf Dauer den Leiterbahnen.
 
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Wow, die Antwort kam schnell :p

Hab jetzt Mal im Schnelldurchgang nach p-states gegoogelt. Wenn ich das richtig verstanden hab bedeutet das die automatisierte schrittweise Erhöhung der Spannung sowie des taktes im laufenden Betrieb. Ist das richtig ?
 
didi4238 schrieb:
Ist das richtig ?
Ist falsch. Übertakten mit den P-States bedeutet, dass höhere Spannung und ein anderer Multiplikator nur dann angewendet werden, wenn man die CPU in einem spezifischen Auslastungszustand hat (Ein Kern oder alle Kerne in Volllast wäre P0, zumindest bei meinem 2700). Somit liegt die höhere Spannung nur zu diesem Zeitpunkt an und die CPU läuft im Rest der Zeit @stock.

Und für deine CPU ist es bereits zu spät dafür. Lass sie normal laufen und reduziere den Boosttakt auf ein stabiles Level.
 
So wie ich das ganze Thema über die Jahre verfolgt habe, bringt das Übertakten eines Ryzen nicht viel bis nichts.
Denn das Powermanagement der CPU senkt dann die GHz, um im Powertarget zu bleiben (einfach gesagt).
Es ist viel besser die CPU in den P-States zu undervolten, was die Erhöhung der GHz hervorruft, da sie kühler ist und somit die Performance steigert (einfach gesagt).

Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
 
Dann weiß ich jetzt Bescheid und mach es in Zukunft besser. Der Vorschlag die CPU lange am Leben zu halten durch stocksettings+stabilen boosttackt ermitteln ist top, werde ich so machen! Vielen Dank für die Hilfe!
 
NikoNet schrieb:
bringt das Übertakten eines Ryzen nicht viel bis nichts.
Teilweise schon, wenn man wie ich einen Energiespar 8-Kerner gekauft hat.
Der hatte einen Singlecoreboost von 4,2Ghz und Allcore von 3,2Ghz.
Das war mir irgendwann zu wenig, also habe ich P0 so angepasst, dass jetzt alle Kerne (egal ob einzeln oder gleichzeitig) auf 4Ghz boosten.
Beim Encoden macht das schon einen Unterschied ob alle Kerne mit 3,2 oder 4Ghz rödeln.
 
Meine wprime32 Scores waren im übertakteten Zustand deutlich besser als ohne Übertaktung. Drum würde ich gefühlt sagen das es etwas gebracht hat. Und zwar mehr Leistung + geschrottete CPU :)
 
1.4V (allcore-Volt) sind schon ne Hausnummer für den 1700x für die 3.9GHz. Hier mal zum Vergleich mein damaliger 1700 non-x (1.275V für 3.9GHz allcore. Pro 0.1V Vcore kann man ungefähr gute 10 Watt Mehrverbrauch einkalkulieren)
https://valid.x86.fr/le6d2x

Wie Warm wurde die CPU unter Vollast und im täglichen Betrieb? Kühler?
Vorab: Wenn du da immer an den 80 Grad oder höher gekratzt hast, tippe ich stark auf Degrading der CPU.

Du kannst auch mal alles auf Stock stellen per Clear-Cmos und die TDP begrenzen für deinen 1700x. Weiss gerade aber nicht mehr auswendig, ob man bei Ur-Zen die TDP per PPT begrenzen kann, sorry, müsstest du googlen.
Oder einfach Takt auf Stock und einfach mal per Negativ-Offset die Vcore runter und schauen wie er taktet.

vg Chris
 
Chillaholic schrieb:
Moin,

der Fachbegriff für dieses Phänomen nennt sich Elektromigration.
Die zu hohe Spannung schadet auf Dauer den Leiterbahnen.

Hab mir den Artikel durchgelesen. Das bedeutet also das meine neue CPU mit halb so großer Strukturbreite doppelt so anfällig für Elektromigration ist wenn ich das das richtig verstanden habe.

Das ganze Thema wird mir langsam zu komplex. Als ich damals mit Pentium 4 oder Athlon "gebastelt" hab, müsste man nur wissen was fsb und Multiplikator bedeutet. Elektromigration bei bei 180nm noch nicht so ins Gewicht zu fallen.

Muss da erstmal wieder den Anschluss an die Thematik finden.
 
Kryss schrieb:
Wie Warm wurde die CPU unter Vollast und im täglichen Betrieb? Kühler?
Vorab: Wenn du da immer an den 80 Grad oder höher gekratzt hast, tippe ich stark auf Degrading der CPU.
Im stresstest nicht über 70C° und im Sommer. Hab allerdings eine vernünftige wakü
 
didi4238 schrieb:
Das bedeutet also das meine neue CPU mit halb so großer Strukturbreite doppelt so anfällig für Elektromigration ist wenn ich das das richtig verstanden habe.
Natürlich wird das Problem nicht geringer, mit stetig weiter schrumpfenden Fertigungsverfahren.
Safe Voltage für Zen sollten imho 1.275 sein.
Anfänglich war das Gerücht im Umlauf, die würden mit 1.325V safe sein, das wurde aber widerlegt.
https://www.reddit.com/r/overclocking/comments/ejd5c9/1325v_is_not_safe_for_zen_2/
 
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@Chillaho
AMD senkt die Spannung und den Takt bestimmt nicht willkürlich. Die Sache ist komplexer als einfach Spannung X ist safe, Der elektrische widerstand von Halbleiter ist Temperatur Abhängig. Das Muster ist klar bei wenig current ist mehr Spannung erlaubt.

@didi4238
Sudden Northwood Death Syndrome war schon bei p4 130nm ein Thema, dass war so ~2002.

Teste mal dein neues Board mit dem 1700x die Spannungswandler auf dem Board können auch nachlassen.
 
Multivac schrieb:
Teste mal dein neues Board mit dem 1700x die Spannungswandler auf dem Board können auch nachlassen.
Das neue Board hat zwar am4 sockel jedoch den x570 Chipsatz der meines Wissen nicht mit der ersten ryzen Generation kompatibel ist.
 
didi4238 schrieb:
Das neue Board hat zwar am4 sockel jedoch den x570 Chipsatz der meines Wissen nicht mit der ersten ryzen Generation kompatibel ist.
Wenn ich mich recht erinnere gab es da irgendwann mal ein AGESA Update bei dem das geändert wurde, sollte also inzwischen wieder gehen.
 
Geht auch. Hatte einen 1800X mit meinem X570 im Einsatz bis zum 5900X.
 
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