Hallo Rou,
geht es bei den Vorhaben nur um die Optik oder tatsächlich auch darum, die Raumakustik zu verbesern?
In ersterem Fall kannst du dir einfach irgendwelche Matten an die Wand hängen. Da reicht dann auch das Günstigste. Habe Schaumstoff bisher immer über Pyramidenkönig bezogen und war mit deren Produkten (außer mit dem weißen Schaumstoff, der sich mit der Zeit leider in ein unschönes Gelb verfärbte) eigentlich sehr zufrieden. Das Preismodell von Schaumstofflager finde ich persönlich etwas überzogen. Von den anderen Anbietern, die auch gerne auf das Attribut "Akustikschaumstoff" pochen, ganz zu schweigen...
Geht es demgegenüber darum, die Akustik des Raumes anzupacken, dann ist das Verkleben von porösem Schaumstoff so ziemlich der laienhafteste Fehler, den man in dem Bereich machen kann. Grundsätzlich musst du dir erst mal klar machen, was in deinem Raum überhaupt das Problem ist und wie du es nach den Gesetzen der Physik anpacken kannst:
https://recording.de/threads/basic-akustik-faq.143389/
Als erstes würde ich schauen, dass du deinen Schreibtisch so platzierst, dass du möglichst wenig
Raummoden (stehende Wellen) einfängst und genügend Abstand zu den reflektierenden Wänden hast. Grundlegend ist es immer sinnvoll, die Abstände nach Symmetrie zu bemessen. Siehe dazu auch die Angaben im verlinkten FAQ. Was für das akustische Austarieren eines Abhörplatzes gilt, gilt im weitesten Sinne auch für den Aufnahmeplatz.
Wenn du den optimalen Platz oder bestmöglichen Kompromiss im Raum gefunden hast, dann kann man weitergehen und schauen, welche Akustikelemente zu einer
Dämpfung (nicht Dämmung!) spezifischer Frequenzbereiche sinnvoll sind. Die meisten einfacheren Schaumstoffe und leider auch viele sog. "Akustikschaumstoffe" zeichnen sich leider durch ein äußerst inhomogenes, schmalbandiges Dämpfungsverhalten aus. Dies hat zur Folge, dass überwiegend nur die Höhen bedämpft werden, während Mitten und vor allem Tiefen weitestgehend unberührt bleiben. Gerade der kritische Tieftonbereich, der auch von der (vornehmlich männlichen) Stimme oft in Form von unschön wummernden stehenden Wellen angeregt wird, wird hier aufgrund der Materialeigenschaften eigentlich nicht berührt. In der Praxis führt der Einsatz solcher Schaumstoffe, gerade wenn sehr viel davon verwendet wird, meist zu einem völlig unausgewogenen Klangbild. Zwar verschwindet ein Teil der hochfrequenten Reflexionen. Zugleich bleiben sämtliche anderen Problemzonen, welche durch solche Absorber eben nicht abgedeckt werden, jedoch gänzlich bestehen und sorgen schnell für eine schwammiges, topfig-nasales Klangbild. In den Fachforen werden solche einfachen Schaumstoff aufgrund ihrer unausgewogenen Wirkungsweise auch gerne als "Höhen-Killer" bezeichnet.
Wenn man denn dämpfen möchte, dann sollte man sich unbedingt nach
Breitbandabsorbern erkundigen!
Diese decken im Optimalfall fast den gesamten Frequenzgang ab und reduzieren damit nicht nur einen spezifischen Teil des Klangs, sondern
bedämpfen den Raum als Ganzes. An verwendeten Material setzt man oft auf Mineralwolle, welche
in sachgemäßer Dicke(!) zum Beispiel in ein Holzrahmen gepackt und dann mit Stoff überzogen wird. Solche Panele lassen sich
relativ kostengünstig und einfach herstellen. Dazu findest du auch tausende Tutorials, sowohl in Text- als auch Videoform, im Netz.
Zu behandeln wären:
A) Erstreflexionsflächen
B) Raumecken
Weiteres dazu findest du in den einschlägigen Guides und FAQs
Hoffe, ich konnte weiterhelfen.
Darkscream schrieb:
Wenn ich an meine Funk Zeiten denke hast du nur das falsche Mic, ein Kondensator Mic mit kleiner Membran ist wesentlich unanfälliger gegen Hall. Mit meinem ersten Standmic hatte ich sobald ich ein wenig weiter weg war auch immer starken Hall, mit dem 2. (kleine Kapsel +Niere) war so gut wie keiner mehr zu hören. Der Unterschied war riesig.
Aus dem 2. habe ich hinterher eine Wanze gebaut

Nur mal so aus Gaudi. Hat super funktioniert, ganz egal wo im Raum du dich befunden hast.
Lässt sich so pauschal nicht sagen.
Hängt immer davon ab, wie ein Mikrofon spezifisch gebaut ist.
Streng genau genommen ist auch das NT USB mit seinen "lediglich" 1,27cm an Kapseldurchmesser eher ein Klein- als ein Großmembraner. Mit seinen größeren Verwandten teil es jedoch die offene Bauform, die dazu beiträgt, dass der von hinten einfallende Schall stärker aufgezeichnet wird.
Bei den Stäbchen sowie Bühnen- oder Ansteckmikrofonen ist die Kapsel nach hinten sowie zur Seite hin besser geschirmt. Daher sind diese Mikros für den rundherum einfallenden Schall jenseits der Frontalachse meist auch weniger empfindlich.
Probleme mit der Raumakustik lassen sich aber auch einfach dadurch umgehen, dass man näher an die Membran herangeht. Dadurch wird die Stimme im Verhältnis zum Raum lauter. In Folge kann man die Verstärkung runterdrehen und hat dann wieder gleich viel Stimme, aber weniger Raum in der Aufnahme.
Bis zu einem gewissen Punkt, wo der Nahbesprechungseffekt Überhand nimmt, lässt sich das auch mit den üblichen Verdächtigen der "Studio-Großmembrankondensator-Mikrofone" (wenn man die schwammigen Bezeichnungen des Marktes übernehmen möchte) problemlos anwenden.