Dämmung für mein Büro

Rou

Lt. Commander
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Hallo!

Und zwar bin ich Hobby Streamer und habe seit längerem ein Rode NT-USB. Nach einer weile habe ich die besten Settings für mich gefunden und bin mit dem Mic mehr als zu Frieden! Jedoch gibt es ein Problem, das ist mein Büro selbst. Der Raum ist relativ Leer und dadurch klingt mein Mic auch danach, obwohl ich es sehr nahe an meinem Mund habe. Ich würde gerne eine Dämmung anbringen, jedoch finde ich keine, die meinen Wünschen entspricht. Ich hätte gerne Blau / Schwarz und würde sie in dem Muster anbringen, wie in dem Screenshot den ich in diesem Thread hochladen werde.

Da ich 3 Wände habe, an denen ich etwas aufhängen kann werde ich das mal Probieren. Ich finde es sieht auch etwas "nerdig" aus was mir doch ganz gut zu sagt ;)

Preislich habe ich mir eigentlich keine Gedanken gemacht da ich nicht glaube das Schaumstoff für mein Vorhaben mehr als 50-70€ kosten wird?! Ich lasse mich jedoch gerne belehren.

Leider habe ich bei meiner Recherche (die wahrscheinlich nicht gut genug war) keinen Händler gefunden der das Anbietet was ich möchte. Ich weis jedoch das es sowas gibt. Gesucht habe ich nach "Studiodämmung, Akustikdämmung und Klangdämmung".


Ich bitte um Hilfe! Beste Grüße
Rou

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Der Aufwand nur für das Mic?
Hast du mal daran gedacht ein paar große Pflanzen in den Raum zu stellen?
Sieht besser aus und ist nicht so bedrückend beim Arbeiten im Büro
 
Danke euch beiden erstmal! Ich werde mir die von @Gentlem4n geposteten bestellen. Scheinbar habe ich wirklich im Keller gesucht :D

Und ja @Kaschper, ich habe 3 "tollwütige" Katzen die, wenn ich nicht aufpasse alle Pflanzen Shreddern als wären sie 50 KG schwere Raubtiere. Und da ich "große" 3x3 Dämmung hinter mir aufhänge, sehe ich sie nicht. Des weiteren habe ich vor links und rechts von mir jeweils 2x2 aufzuhängen. Vor mir hängt schon einiges an der Wand daher habe ich keinen Platz. Ich hoffe das es dann weniger Leer klingt.
Außerdem bin ich nicht so sorgsam mit Pflanzen, die Sterben noch bevor sie bei mir zu Hause sind ;)

Schönes Wochenende!


EDIT: Da wäre doch noch etwas, wie befestigt man die Dämmung eigentlich? Darauf habe ich ganz vergessen.
 
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Bei mir wachsen die Pflanzen auch sehr knusprig :D
 
Im Gegensatz zu mir, wachsen sie bei dir! ;)
 
Okay, danke! Und ja, ich hab nach meine Post selbst den Passenden Kleber via Google gefunden. Dennoch danke!!! :)

Das wäre dann auch alles. Danke und besinnliches Wochenende :)
 
Du hast verschiedene Optionen.

Wenn es nur allgemein um die Wandreflektionen geht, funktioniert im Prinzip alles was die glatte Struktur aufbricht. Selbst Möbel an der Wand verändern die Akustik schon. Du kannst aber auch große Pflanzen hinstellen. Was neben billigen Akustikelementen bei dir auch gut funktionieren dürfte sind Wandteppiche. Keine Ahnung, ob du der Typ dafür bist, aber (vorzugsweise schwere) Wandteppiche werden den Klang (sofern es nur um das Reflektionsverhalten geht) auch verbessern. Du kannst auch Kombinationen nutzen. Zum Beispiel günstige Akustikelemente direkt an der Wand und davor, der Optik halber, einen leichten Wandteppich.

Wenn es etwas spezieller wird, die Akustikelemente also bestimmte Eigenschaften haben sollen, wird es natürlich auch etwas mehr Geld kosten. Dann würde ich dir auch von einem Kauf bei Amazon abraten und dir z.B. Thomann empfehlen. Da werden neben den "Universalteilen" Elemente angeboten die definierte Eigenschaften haben. Natürlich solltest du dazu dann auch passenderweise wissen, welche Frequenzen bei dir besonders kritisch sind.
 
Wenn ich an meine Funk Zeiten denke hast du nur das falsche Mic, ein Kondensator Mic mit kleiner Membran ist wesentlich unanfälliger gegen Hall. Mit meinem ersten Standmic hatte ich sobald ich ein wenig weiter weg war auch immer starken Hall, mit dem 2. (kleine Kapsel +Niere) war so gut wie keiner mehr zu hören. Der Unterschied war riesig.
Aus dem 2. habe ich hinterher eine Wanze gebaut :freaky: Nur mal so aus Gaudi. Hat super funktioniert, ganz egal wo im Raum du dich befunden hast.
 
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Du kannst aber auch ein Deckensegel über deinen Schreibtisch hängen.
Dadurch vermindert sich der Hall erheblich.

Alles eine Kostenfrage
 
Hallo Rou,

geht es bei den Vorhaben nur um die Optik oder tatsächlich auch darum, die Raumakustik zu verbesern?

In ersterem Fall kannst du dir einfach irgendwelche Matten an die Wand hängen. Da reicht dann auch das Günstigste. Habe Schaumstoff bisher immer über Pyramidenkönig bezogen und war mit deren Produkten (außer mit dem weißen Schaumstoff, der sich mit der Zeit leider in ein unschönes Gelb verfärbte) eigentlich sehr zufrieden. Das Preismodell von Schaumstofflager finde ich persönlich etwas überzogen. Von den anderen Anbietern, die auch gerne auf das Attribut "Akustikschaumstoff" pochen, ganz zu schweigen...

Geht es demgegenüber darum, die Akustik des Raumes anzupacken, dann ist das Verkleben von porösem Schaumstoff so ziemlich der laienhafteste Fehler, den man in dem Bereich machen kann. Grundsätzlich musst du dir erst mal klar machen, was in deinem Raum überhaupt das Problem ist und wie du es nach den Gesetzen der Physik anpacken kannst:
https://recording.de/threads/basic-akustik-faq.143389/

Als erstes würde ich schauen, dass du deinen Schreibtisch so platzierst, dass du möglichst wenig Raummoden (stehende Wellen) einfängst und genügend Abstand zu den reflektierenden Wänden hast. Grundlegend ist es immer sinnvoll, die Abstände nach Symmetrie zu bemessen. Siehe dazu auch die Angaben im verlinkten FAQ. Was für das akustische Austarieren eines Abhörplatzes gilt, gilt im weitesten Sinne auch für den Aufnahmeplatz.

Wenn du den optimalen Platz oder bestmöglichen Kompromiss im Raum gefunden hast, dann kann man weitergehen und schauen, welche Akustikelemente zu einer Dämpfung (nicht Dämmung!) spezifischer Frequenzbereiche sinnvoll sind. Die meisten einfacheren Schaumstoffe und leider auch viele sog. "Akustikschaumstoffe" zeichnen sich leider durch ein äußerst inhomogenes, schmalbandiges Dämpfungsverhalten aus. Dies hat zur Folge, dass überwiegend nur die Höhen bedämpft werden, während Mitten und vor allem Tiefen weitestgehend unberührt bleiben. Gerade der kritische Tieftonbereich, der auch von der (vornehmlich männlichen) Stimme oft in Form von unschön wummernden stehenden Wellen angeregt wird, wird hier aufgrund der Materialeigenschaften eigentlich nicht berührt. In der Praxis führt der Einsatz solcher Schaumstoffe, gerade wenn sehr viel davon verwendet wird, meist zu einem völlig unausgewogenen Klangbild. Zwar verschwindet ein Teil der hochfrequenten Reflexionen. Zugleich bleiben sämtliche anderen Problemzonen, welche durch solche Absorber eben nicht abgedeckt werden, jedoch gänzlich bestehen und sorgen schnell für eine schwammiges, topfig-nasales Klangbild. In den Fachforen werden solche einfachen Schaumstoff aufgrund ihrer unausgewogenen Wirkungsweise auch gerne als "Höhen-Killer" bezeichnet.

Wenn man denn dämpfen möchte, dann sollte man sich unbedingt nach Breitbandabsorbern erkundigen!
Diese decken im Optimalfall fast den gesamten Frequenzgang ab und reduzieren damit nicht nur einen spezifischen Teil des Klangs, sondern bedämpfen den Raum als Ganzes. An verwendeten Material setzt man oft auf Mineralwolle, welche in sachgemäßer Dicke(!) zum Beispiel in ein Holzrahmen gepackt und dann mit Stoff überzogen wird. Solche Panele lassen sich relativ kostengünstig und einfach herstellen. Dazu findest du auch tausende Tutorials, sowohl in Text- als auch Videoform, im Netz.

Zu behandeln wären:
A) Erstreflexionsflächen
B) Raumecken

Weiteres dazu findest du in den einschlägigen Guides und FAQs ;)

Hoffe, ich konnte weiterhelfen.

Darkscream schrieb:
Wenn ich an meine Funk Zeiten denke hast du nur das falsche Mic, ein Kondensator Mic mit kleiner Membran ist wesentlich unanfälliger gegen Hall. Mit meinem ersten Standmic hatte ich sobald ich ein wenig weiter weg war auch immer starken Hall, mit dem 2. (kleine Kapsel +Niere) war so gut wie keiner mehr zu hören. Der Unterschied war riesig.
Aus dem 2. habe ich hinterher eine Wanze gebaut :freaky: Nur mal so aus Gaudi. Hat super funktioniert, ganz egal wo im Raum du dich befunden hast.
Lässt sich so pauschal nicht sagen.
Hängt immer davon ab, wie ein Mikrofon spezifisch gebaut ist.

Streng genau genommen ist auch das NT USB mit seinen "lediglich" 1,27cm an Kapseldurchmesser eher ein Klein- als ein Großmembraner. Mit seinen größeren Verwandten teil es jedoch die offene Bauform, die dazu beiträgt, dass der von hinten einfallende Schall stärker aufgezeichnet wird.
Bei den Stäbchen sowie Bühnen- oder Ansteckmikrofonen ist die Kapsel nach hinten sowie zur Seite hin besser geschirmt. Daher sind diese Mikros für den rundherum einfallenden Schall jenseits der Frontalachse meist auch weniger empfindlich.

Probleme mit der Raumakustik lassen sich aber auch einfach dadurch umgehen, dass man näher an die Membran herangeht. Dadurch wird die Stimme im Verhältnis zum Raum lauter. In Folge kann man die Verstärkung runterdrehen und hat dann wieder gleich viel Stimme, aber weniger Raum in der Aufnahme.
Bis zu einem gewissen Punkt, wo der Nahbesprechungseffekt Überhand nimmt, lässt sich das auch mit den üblichen Verdächtigen der "Studio-Großmembrankondensator-Mikrofone" (wenn man die schwammigen Bezeichnungen des Marktes übernehmen möchte) problemlos anwenden.
 
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Wenn du bei dem Thomann link unten weiter blätterst findest du genau die Art die auch auf deinem Bild ist. Einmal in Blau und einmal in Schwarz :)
 
Grundsätzlich hat der Kabelbinder schonmal einiges wichtiges gepostet.
Ich halte es hier jedoch nicht für zwingend wichtig den Bassbereich und die Raummoden zu optimieren. Die wichtigen Signalanzeile der Stimme fangen bei den meisten Sprechern/Sängern erst deutlich über 100Hz an und da wird die Raummodendichte in den meisten Räumen schon etwas höher. Klar kann die Aufnahme in so einem Raum immer noch topfig oder im unteren Mittenbereich unpräzise klingen. Am störendsten wird aber bei einer Sprachaufnahme der Nachhall im Präzenzbereich empfunden weil das schnell der Sprachverständlichkeit schadet.
Wichtig ist auch direkte Reflektionen von den Wänden zu dämpfen, die erzeugen sonst einen Kammfiltereffekt.
Wenn der Aufwand überschaubar bleiben soll, ist Schaumstoff durchaus das Mittel der Wahl. Die Dicke sollte möglichst hoch sein, zB 10cm. Flacher Schaumstoff ist Pyramiden und sonstigen Formen vorzuziehen. Zur Aufhängung wurde schon einiges gepostet, am besten hängt man solche Absorber im Abstand der Absorberdicke zur Wand auf. Bis 20cm ist Basotect als Material sehr empfehlenswert, weil es einen hohen längsgezogenen Strömungswiderstand hat und eine Brandschutzzertifizierung hat. Lässt sich gut kleben, ist aber etwas brüchig und nicht ganz billig.
Steht das Mikro auf einer Seite des Raumes, sollte der Schaumstoff auch bevorzugt auf dieser Raumseite angebracht werden. Das ansonsten für Regieräume empfohlene LEDE Prinzip kommt also umgekehrt zur Geltung.
Es ist natürlich empfehlenswert, die Decke mit einzubeziehen.

Schaumstofflager ist mir such als günstiger Lieferant in Erinnerung.

Soweit mal...
 
Hallo. Das war natürlich einiges an Input. Ich werde mich im Laufe des Tages nochmal melden mit mehr Infos.
 
Wenn möglich, würde ich den Raum schon als Ganzes behandeln.
Dazu zählen auch die wummernden stehenden Wellen, die man zumindest mit einer entsprechenden Platzierung des Arbeitsplatzes so gut wie möglich umgehen sollte. Man sollte dabei nämlich nicht vergessen, der der Grundton der männlichen Stimme im Schnitt zwischen 100 Hz und 150 Hz ansetzt und damit genau in dem kritischen Bereich liegt, der oft von Raummoden verunglimpft wird. An meinem Arbeitsplatz habe ich aufgrund der ungünstigen Raumverhältnisse beispielsweise eine Mode (stehende Welle) bei 125-130Hz. Genau diese überlagert sich beim Sprechen zeitweilig mit den tieftönigen Anteilen meiner Stimme und sorgt bei manchen Lauten oder Lautfolgen dann immer wieder für ein kurzes Dröhnen, welches auch in den Aufnahmen klar und deutlich zu hören ist. Die Verwendung von einfachem Schaumstoff ist hier so gut wie wirkungslos, da dieses nicht auf den tieffrequenten Bereich abgestimmt ist. Selbst so einige "Akustikschaumstoffe" haben deutliche Defizite im Dämpfungsverhalten, brechen ab den oberen Mitten nämlich immer weiter ein. Basotect ist - eine ausreichende Dicke vorausgesetzt (min. 10cm!) - eine kleine Ausnahme, andererseits jedoch auch entsprechend teuer. Wenn man den Platz zur Verfügung hat, dann würde ich durchaus über ein paar selbstgebaute Akustikelemente aus Mineralwolle nachdenken. Diese lassen sich wie gesagt mit überschaubarem Zeit- und Kostenaufwand selbst herstellen und individuell (auch optisch) auf die Raumgegebenheiten anpassen. Wichtig wäre hierbei auch der von druckluft genannte Aspekt des Abstandes zur Wand. Damit verschiebt man das Material in der Regel nämlich weiter ins Schnellemaximum, wo die bestmögliche Absorptionsleistung erzielt werden kann.

Im Zuge solcher Maßnahmen wäre es auch sinnvoll, die tatsächlichen Einwirkungen auf die Raumakustik am Arbeitsplatz festzuhalten. Wie sich ein Akustikelement auf den Raum auswirkt, lässt sich zum Beispiel mittels eines Messmikrofons und einer Analyse-Software wie etwa REW (Room EQ Wizard) auch graphisch nachvollziehen. Mit der Freeware lassen sich unter Anderem die Intensitäten (Pegel) und Latenzen (Nachhallzeiten) einzelner Frequenzbereiche dokumentieren.
Umfassende und auch überwiegend verständlich formulierte Infos dazu finden sich zum Beispiel in den Sammelthreads auf Recording.de ;)

...

Ich weiß, das gesamte Bohei klingt im ersten Moment wirklich erschreckend. Man sollte sich aber einfach vor Augen führen, dass die Akustik kein Zuckerschlecken ist und manchmal eine Menge Kompromissbereitschaft sowie Trial and Error fordert.

Ja, man kann stellenweise auch mit wenigen Mitteln bereits viel bewirken. Dies erfordert allerdings auch, dass man sich ein wenig Zeit nimmt und sich zuzmindest mit den Basics der Materie vertraut macht. Mal eben ein wenig Schaumstoff an die Wand pappen und hoffen, dass sich der unausgewogene Raumklang von jetzt auf gleich in Wohlgefallen auflöst, ist - so leid es mir auch tut - nunmal nicht drin.

Just my 2 sceptical Cents.
 
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