News Datenschutz: Hessen verbannt Microsoft Teams aus dem Klassenraum

Euphoria

Admiral
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Was fließen für Daten in die USA, wenn z.B. das HPI Jitsi hostet?
Sorry, ich kenne nicht jegliche Produkte...

Etwas eigenes betreiben kriegen unsere Behörden auch nicht hin. Die HPI Schul Cloud hat permanent mit Störungen und Stabilitätsproblemen zu kämpfen.
https://www.pressebox.de/inaktiv/ha...en-fuenf-Kontinenten-im-Einsatz/boxid/1049747
https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Ausfall-mit-Ansage-485754.html
https://bildungsklick.de/schule/det...l-cloud-behindert-digitalisierung-der-schulen

Zum Thema Datenschutz wurde diese mehrfach gehackt.
https://www.tlz.de/leben/computer-i...in-der-thueringer-schulcloud-id231814963.html
https://www.spiegel.de/netzwelt/app...tdeckt-a-993fd05e-8eac-4fc8-ad12-fc9832e7bf12
https://www.it-zoom.de/mobile-business/e/hpi-schliesst-datenschutzluecke-in-schul-cloud-25919/

Ich befürchte, es wird dann sowas wie Zoom und Konsorten eingesetzt.

Ich sage einfach, man darf nicht pauschal etwas verteufeln. Wenn man gute Alternativen findet umso besser. Aber von jetzt auf gleich etwas verbieten ohne eine Alternative zu haben ist Bullshit und das passiert in DE und unseren Politikern zu oft.
Statt Alternativen zu fördern und diese schmackhafter zu machen, wird lieber mit Verboten hantiert und dann schaut man in die Röhre, weil die ach so tolle Alternative gar nicht da ist.
 

KitKat::new()

Lt. Commander
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Sorry, ich kenne nicht jegliche Produkte...
Dann ist es etwas unangebracht dieses (mit anderen) pauschal zu verurteilen

Etwas eigenes betreiben kriegen unsere Behörden auch nicht hin.
Das HPI ist keine Behörde ;)

Aber von jetzt auf gleich etwas verbieten ohne eine Alternative zu haben ist Bullshit und das passiert in DE und unseren Politikern zu oft.
Richtig verboten ist es schon lange - es wurde nur bisher geduldet verbotene Alternativen zu nutzen.

Letzteres soll ja durch den Abschluss des Ausschreibungsverfahrens nich mehr notwendig sein, was eine Alternative suggeriert 🙂
Und von jetzt auf gleich passiert es auch nicht: Es sind noch knapp 5 Monate bis zum neuen Schuljahr (bis die Alternative einsatzbereit sein muss)
 

Euphoria

Admiral
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Dann ist es etwas unangebracht dieses (mit anderen) pauschal zu verurteilen
Ich habe nochmal paar Sachen ergänzt. Mir sagte der Name HPI Jitsi nicht auf Anhieb etwas. Lebe selbst in Thüringen und unsere Kids nutzen die HPI Schuld Cloud.

Es ist auch kein Allheilmittel und auch bei weitem nicht perfekt.
Mindestens 1x die Woche funktioniert es nicht/ist down. Auch Datenschutztechnisch habe ich selbst paar Pannen erlebt.

HPI entwickelt es, betrieben wird es von den Bundesländern selbst!
Bei uns wird es vom Thüringer Landesrechenzentrum betrieben.
 

DoS007

Lieutenant
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Keine Ahinung warum hier so viel diskutiert wird. Mit iServ gibt es eine Lösung. Ich habe jetzt sicherheitshalber nochmal über jemanden, den ich kenne, nachgefragt: Die nutzen an deren Schule iServ und das läuft bei denen mit Videokonferenzen rund (die paar wenigen Sachen, mal angeblich nicht wo reingekommen oder was es gab, sind zum Teil dann auch eher auf die SuS bzw. Hausanschlüsse ggf. zurückführen).

iServ ist komplett integriert (vs moodle mit jitsi) und kann auch problemlos für große Gruppen genutzt werden. Im Grunde kann man aufhören zu suchen.
 

KitKat::new()

Lt. Commander
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Mir sagte der Name HPI Jitsi nicht auf Anhieb etwas.
Es gibt kein HPI Jitsi.
Es gibt alleine Jitsi, was ein Open Source Videokonferenzensystem ist (und dadurch in Konkurrenz zu Teams als Videokonferencing-Software steht).
Dann gibt es das HPI, das Jitsi potentiell hosten könnte. Soweit ich es sehe haben sie Jitsi entweder sogar bereits integriert oder planen es (siehe GitHub-Repo von der Schulcloud).
Eine weitere Videokonferenzsoftware ist Big Blue Button, was definitiv bereits über die Schul-Cloud angeboten wird.

Es ist auch kein Allheilmittel und auch bei weitem nicht perfekt.
Nichts anderes behauptet - aber es wird ja weiterentwickelt
 

Biedermeyer

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Wenn ich das richtig lese, geht es in diesem Fall zwar um Microsoft, aber auch generell um amerikanische Produkte?
 

Cyv

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Ziemlich dünne Leistung von Hessen. Dass O365/M365 nicht DSGVO-konform eingesetzt werden kann, ist vollkommener Unsinn und zeugt davon, dass man selbst europäische Gesetze nicht verstanden hat.

Schaut man sich die OST, DPA und das Cloud-Kompendium von M365 an, sieht man, dass Microsoft in der Lage ist, alles für einen konformen Betrieb zur Verfügung zu stellen. Es gibt keine Cloud-Anbieter, der soviel investiert und auf dem europäischen Markt Gesetze umsetzt. Jedoch muss man sich intensiv mit der DSGVO ausrinander setzen und die SaaS-Dienste entsprechend konfigurieren. Auch eine Lösung aus Europa ist nicht per se konform. Das wollen die Leute aber nicht verstehen.

Die mit dem Schrems II erfolgte Gesetzesänderung belastet Microsoft wenig, da der Datentransfer nie auf Grundlage des Privacy Shield erfolgt ist, sondern durch Garantien und Standardsatenschutzklauseln nach Art. 46 DSGVO. Im Idealfall deaktiviert man non-core Services und dann erfolgt überhaupt kein Datentransfer in die USA.

Unsere Politiker treffen Entscheidungen ohne eine Basis zu haben, geschweige denn die Gesetze zu verstehen, die für solche Entscheidungen relevant sind. Ich bin alles andere als ein Microsoft-Fan und setze privat gar keine MS-Produkte ein. Ich beschäftige mich jedoch mit den MS-Produkten und Datenschutz im beruflichen Umfeld und muss mich doch stark wundern, was die Leute inkl. Politiker für einen Unsinn von sich geben.
 

HighDefinist

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Im einen Fall sind es alle amerikanischen Anwendungen (in deinem Zitat), im anderen ist es eine bestimmte Anwendung und eine ungenannte Menge an amerikanischen Anwendungen (andere amerikanische Anwendungen aka eine gewisse Auswahl von amerikanischen Anwendungen).

Letzteres ist eine potentiell echte Teilmenge aller amerikanischen Anwendungen
Nein. Weder ich noch der Artikel verwenden das Wort "alle". Sowohl meine Formulierung als auch die Formulierung des Artikels suggerieren allerdings "alle".

Was nun genau gemeint ist, geht aus dem Artikel tatsaechlich nicht hervor, diese "Undeutlichkeit" bleibt aber auch in meiner Verkuerzung erhalten.
Ergänzung ()

Ziemlich dünne Leistung von Hessen. Dass O365/M365 nicht DSGVO-konform eingesetzt werden kann, ist vollkommener Unsinn und zeugt davon, dass man selbst europäische Gesetze nicht verstanden hat.
Ja, das erscheint mir nun auch die plausibleste Interpretation. Anscheinend soll aber sogar O365 weiterhin verwendet werden, es geht nur um MS Teams:
https://microsoft365-fuer-lehrer.de/allgemein/hessen-teams-verboten/

Auch interessant ist, dass die "Entscheidung" der einzelnen Datenschutzgruppen sehr knapp mit 9:8 ausgefallen ist, und die 8, die gegen dieses Verbot waren, unter anderem mit "uns war die Begruendung des Verbots zu duenn" argumentiert haben... denn Microsoft bietet ja durchaus die Option an, alle Cloud-Daten in Europa zu speichern.

Nun ist zwar die Kritik an den Microsoft-Produkten auch nicht komplett abwegig, aber viel mehr als "die privacy-Einstellungen sind fuer den Einzelnutzer etwas unueberschaubar, und nicht so einfach konfigurierbar, wie sie sein sollten" konnte ich auch mit sehr wohlwollender Interpretation nicht erkennen. Soetwas sollte sich nun wirklich als Administrator mit irgendwelchen Policies, oder auch in kurzer Ruecksprache mit Microsoft, loesen lassen.
 
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DoS007

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Meine Erfahrung: noch jede Ankündigung "Das Ende der Geschichte!" oder "Dieses Produkt macht jeden glücklich!" oder "Endlich das Perpetuum mobile!" hat sich als Unsinn erwiesen.
Der Punkt ist, hier gibt es teilweise Aussagen nach dem Motto "es gibt bisher keine alternative Lösung". Dazu habe ich mit iServ ein Gegenbeispiel gebracht, bei dem ich über jemanden, den ich kenne, weiß, dass iServ bereits erfolgreich (auch mit Webkonferenzen) produktiv an einer Schule eingesetzt wird und funktioniert.
 

BeBur

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Traurig, dass die Kohle in die USA fließt bzw. fließen muss. Mal ein paar Millionen EU-Gelder investieren und Jitsi fit machen und Milliarden Euro fließen plötzlich nicht mehr in die USA über Microsoft, Zoom und Co.

Ziemlich dünne Leistung von Hessen. Dass O365/M365 nicht DSGVO-konform eingesetzt werden kann, ist vollkommener Unsinn und zeugt davon, dass man selbst europäische Gesetze nicht verstanden hat.
Ja, dito Zoom, aber das sind die neu auserkorenen "bösen" bei denen, die die Auswirkungen von Software-Entscheidungen nicht ausbaden müssen.

IServ kenne ich nicht, aber zwischen Zoom und Jitsi liegen Welten, bzw. da muss noch ein Weg zurück gelegt werden von Jitsi. Funktionen, Stabilität, Verlässlichkeit, Anpassungsfähigkeit an Corporate Identity ist auch nicht so optimal, dabei wäre das gerade was womit Zoom nicht aufwarten kann.

Moodle z.B. ist ein Klasse Produkt, aber sehe ich nicht unbedingt optimal an Schulen eingesetzt, das ist ein recht komplexes Framework, womit man viel bauen und abbilden kann, dadurch gibt es aber seitenweise Optionen und Auswahlfelder, für Lehrende sowieso, aber ist nach meiner Erfahrung mit der Software vermutlich nur bedingt Schul-gerecht zu bauen.

An Unis gibt es den Prof, der den Moodle Kram an nen Mitarbeiter abgibt, welcher es an eine Hilfskraft abgibt, welche dann einen Moodle-Kurs baut bzw. aktuell hält, sowie Uni-interne Schulungen für Lehrende zum Umgang mit Moodle. Nichts davon kann eine Schule leisten.
 
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brabe

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Wie kann einen das beim Niveau deutscher Politik (und deren Protagonisten) eigentlich wirklich noch wundern?

Da muss man gar nicht erst in die Politik gehen. Ich kenne sehr viele Menschen, die die Macht haben und über sehr vieles entscheiden müssen, aber halt nicht überall Profi sein können. Was mich ärgert, dass diese Menschen sich meisten keinen Rat holen, weil sie glauben, über einem zu stehen. Nur, weil man älter ist und daher schon weiter in der Karriere gekommen ist, heißt es noch lange nicht, dass man auch in allem besser sein muss. Das Wörtchen Team kennt nicht jeder.
 

Jelais

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Wieso fragt man nicht mal bei den Fern Unis an. Die dürften doch mittlerweile brauchbare Plattformen haben. Sich Ideen von skandinavischen Ländern zu holen, wäre auch eine Alternative.
 

BeBur

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Wieso fragt man nicht mal bei den Fern Unis an. Die dürften doch mittlerweile brauchbare Plattformen haben. Sich Ideen von skandinavischen Ländern zu holen, wäre auch eine Alternative.
Weil solche Aufträge oft ausschreibungspflichtig sind, d.h. du darfst nicht den Anbieter nehmen auf den du Bock hast, sondern musst Anforderungen definieren und dann Angebote einholen und den günstigsten Anbieter wählen der die Anforderungen erfüllt.
Das soll Korruption vorbeugen, aber ist stets aufwendig und mit fragwürdigem Ergebnis, man kann sich vorstellen, der billigste Anbieter ist nicht unbedingt der, den man haben will.
 
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