"15% freier Speicherplatz":
Diese Angabe ist beim XP-Defrag nicht wirklich richtig: Es ist eher als Faustregel zu sehen. Genaugenommen hängt der "notwendige Freie Speicherplatz" auf NTFS-Partitionen eher von den darauf gespeicherten Dateien ab. Wenn die größte Datei auf der Platte 12 KByte groß ist, dann reicht es vollkommen aus, wenn du 4 freie Cluster (16Kbyte) Platz auf der Platte hast, bei einer Partition im Gbyte Bereich wären das keine 0,01%. Wenn jedoch die Größte Datei 10 Gbyte groß ist, dann benötigst du mindestens 10 Gbyte + 1 Cluster freien Speicherplatz. Auf einer 30 Gbyte Partition wären das also 33,33%. Das liegt daran, das ein Schreibzugriff auf NTFS erst vollständig abgeschlossen sein muss, bevor die Erfolgsmeldung den MFT aktualisieren kann, der dann erst den vorherig belegten Platz freigibt. Da OO nur die Funktionen des NTFS-Treibers nutzt, also nicht direkt auf die Hardware zugreift, beötigt es genau so viel freien Platz.
Anders sieht die Sache bei FAT32 Laufwerken aus, hier reicht 1 Freier Cluster aus weil hier auch eine Aktualisierung der FAT zulässig ist, bevor der Schreibvorgang vollständig abgeschlossen ist, der FAT wird also nach jedem einzelnen Cluster aktualisiert.
Sowohl für beide Dateisysteme wie auch die Defragger gilt, das je mehr freier Speicherplatz auf einem Datenträger vorhanden ist, desto schneller geht die Defragmentierung vonstatten. Je näher du am minimum des notwendigen freien Speichers bist, dest länger dauert es, weil hier die selben Daten teilweise x-mal auf der Platte verschoben werden müssen, bis sich die "Optimale" Reihenfolge erzielen lässt.
OO und Geschwindigkeit: Je nach verwendeter Optionen ist es immer schneller, mal schneller, oder auch Langsamer als das XP-Defrag.
OO bietet viele Spezielle Defragmentierungsoptionen, zum Beispiel die nach "Änderungsdatum". Die erstmalige Defragmentierung mit dieser Option kann auf großen Platten schon ziemlich Lange dauern. OO Ordnet die Dateien dann nach dem Schema an, die Dateien mit dem ältesten Änderungsdatum an den Anfang (der Schnelle Bereich) der Platte anzuordnen, je weniger das Anderungsdatum zurückliegt, desto weiter am Ende der Platte befinden sich die Dateien. OO geht hier von der Annahme aus, das Dateien die sich längere Zeit nicht geändert haben, das auch in Zukunft nicht tun werden. Sie an den Anfang der Platte zu legen, verhindert, das sie in einem Zukünftigen Durchgang nochmals verschoben werden müssen. Bei den Dateien am ende der Platte, deren Änderungsdatum am aktuellsten ist, ist eine tatsächliche Änderung für das fragmentieren der Platte dann nicht mehr ganz so kritisch, da sich das ganze dann ja am ende der Platte abspielt. Beim nächsten Aufruf von OO muss dann unter Idealen Bedingungen nur das letzte halbe GByte der Daten neu angeordnet werden.
Ich persönlich halte diese ganzen Spezialdefragmentierugen für relativ überflüssig. Dazu kommt noch, das OO mit dem Boot-Prefetching von XP schon mal kollidiert, XP schreibt die zum Start notwendigen Datein in nach einem ausgeklügelten System ca. alle 3 Tage an den Anfang der Platte, OO schiebt sie wieder sonstwo hin, da kann es schonmal vorkommen, das Windows nach Stundenlanger OO Defragorgie 20 Sekunden länger zum Booten braucht, und sich die Standardanwendungen erst ungewohnt spät öffnen, in dem Fall hat man es mit den OO-Optionen wohl übertrieben.
J3x