Developer gesucht für Gesundheits-App

sarah.bccc1

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Hallo zusammen

Ich bin kein App-Programmierer, habe aber eine Idee für eine App und bin auf der Suche nach Kontakten, die ggf. Lust hätten, daran zu programmieren. Das Ganze ist allerdings - auch von der Idee her - noch ganz am Anfang aber ich dachte mir, es ist vielleicht gut, sich schon einmal umzuhören.

Ich bin Ärztin in einem großen neurologisch-psychiatrischen Zentrum und arbeite viel mit suchtkranken Patienten. Ich habe die Idee einer Gesundheits-App, bei der er darum geht, dass die Patienten unter anderem mit Hilfe der App, abstinent bzw. clean bleiben können, sie kann dann auch zusammen mit Therapeuten gesteuert oder benutzt werden. Es gibt schon konkrete inhaltliche Ideen, aber soviel erstmal hier.

Prinzipiell ist derzeit scheinbar eine gute Zeit für Gesundheitsthemen angesichts des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) mit der Möglichkeit, eine App auf Rezept verschreiben zu können.

Daher die grundsätzliche Frage: Habe ich die Anfrage hier richtig platziert? Gibt es vielleicht bei irgendwem grundsätzliches Interesse?

Liebe Grüße
 

Conqi

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Hallo und willkommen im Forum.

Grundsätzlich ist deine Idee vermutlich gar nicht schlecht, aber wenn es an einer Sache nicht mangelt, dann sind es Ideen für Apps. Die meisten Leute haben aber wenig Interesse, kostenlos (?) ihre Freizeit in so ein Projekt zu stecken, insbesondere wenn die Idee noch ganz am Anfang steht. In den meisten Fällen heißt das nämlich, dass es schief gehen wird.
Das ist jetzt nicht böse gemeint, ich möchte nur im Zweifelsfall deine Erwartungshaltung etwas dämpfen.

Was aus meiner Sicht aber noch wichtiger ist: als Privatperson würde ich mir nie und nimmer zutrauen, so eine App zu entwickeln. Es geht dabei ja um Patientendaten und etwas Kritischeres kann man praktisch nicht handhaben. Wenn davon was nach außen gelangt, hagelt es Bußgelder und Klagen. Wenn du wirklich an deine Idee glaubst, bist du vermutlich besser beraten, dich an einen kommerziellen Entwickler zu wenden, der bereits in dem Feld tätig ist.
 

slrzo

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Ich bin Ärztin in einem großen neurologisch-psychiatrischen Zentrum
Bestehen evtl. Kontakte zu Lehruniversitäten, Fachhochschulen etc.? Arbeite in einem Krankenhaus (nichtmedizinisch) und wir haben Kooperation mit einer größeren Universität bzgl. Medizinstudenten sowie einer Fachhochschule zu einem Lehrzweig glaube Richtung Medizintechnik/Ingenieurswissenschaften.

Denke da könnte bei wirklichem Interesse passende Ansprechpartner zu finden sein. Vielleicht als erste Machbarkeitsstudie oder so etwas in der Art. Wie oben schon geschrieben ist eine "Gesundheits-App" nicht ganz unkompliziert.
 

Conqi

Commander
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Was soll das bringen? Ich glaube, daß die Leute freiwillig eine App verwenden würden, wenn sie gut ist. Und ich glaube auch, daß diese Leute das lieber anynom machen wollen.
Und wie soll die App finanziert werden? Werbung fällt ja komplett flach für so etwas und kostenpflichtige Apps funktionieren in >90% der Fälle einfach nicht. App auf Rezept würde bedeuten, dass die Krankenkasse diese bezahlt.

Dazu kommt noch, dass ein Teil des Konzepts ja zu sein scheint, dass ein Therapeut involviert ist und die App nicht nur für einen alleine ist.
 

Falc410

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Dafür gibt es entsprechende Freelancer Vermittlungsplattformen oder Firmen die Apps entwickeln. Wenn es günstig sein soll, mit Studenten in Kontakt treten - aber dann darf man halt auch nicht perfekte Qualität erwarten.
Oder wie slrzo schon geschrieben hat, Kontakt zu Lerhstühlen - wir betreuen auch immer wieder externe Masterarbeiten bei denen das Thema von einer Firma kommt. Es muss halt thematisch passen.
 

Dasun

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Tut mir leid, dass ich hier dem Mietepeter spielen muss, aber so einfach, wie du dir das vorstellst, geht es leider nicht.

Medizinische Apps dürfen nicht einfach so programmiert werden. Hierzu ist eine Zertifizierung nach ISO 13485 notwendig. Wenn die App außerhalb Deutschlands angeboten werden soll ist zusätzlich eine Zertifizierung nach IEC 62304 notwendig. Beides schließt eine Einreichung der App an entsprechende Prüfstellen samt entsprechender Dokumentation (SDD, SAD, SRS, SYRS, UISD, ...) mit ein.

Hier führt kein Weg daran vorbei, dass hierzu ein auf medizinische Apps spezialisierter Softwareentwickler mit ins Bot geholt werden muss. Also Budget würde ich hierzu je nach Appfunktion und Umfang 500.000€ aufwärts anpeilen. Durch Googlen findet man mehrere Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind.

Hier ist etwas mehr Lesestoff zu dem Thema zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet:

-Rayz-

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Zertifizierung wird aber doch nur benötigt wenn auch medizinische Daten gespeichert werden oder?
 

Dasun

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Nach den Medical Device Regulation (MDR) dient die App zur therapeutischen Unterstützung und wird deshalb in die Klasse IIa eingestuft. Das Anbieten solch einer App ohne Zertifizierung und Genehmigung entspricht dem Medizinproduktegesetz (§7 MPG) nach einer Straftat.
 

LencoX2

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Daher die grundsätzliche Frage: Habe ich die Anfrage hier richtig platziert? Gibt es vielleicht bei irgendwem grundsätzliches Interesse?
Was ist Software und wie wird sie geschaffen:
Es handelt sich um ein technisches Produkt mit einem technischen Produktlebenszyklus. Es ist eingebettet in ihr Einsatzfeld für das es idealerweise Ingenieursmässig konzipiert, erstellt, getestet und freigegeben wird. Nach Veröffentlichung muss das Produkt gewartet und weiterentwickelt werden, solange bis das Produkt das Ende des Lebenszyklus erreicht, also vom Markt genommen wird.

Das alles kann nicht von einer Einzelperson, die sie hier im Forum vorfinden werden im Normalfall nicht geleistet werden.

Bitte richten Sie Ihre Anfrage an IT-Dienstleister mit Schwerpunkt medizinische Software. Siehe auch Beitrag von
@Dasun

Sollten Sie nur einen Demonstrationsprototypen wollen, mit dem man die Produktidee präsentieren kann, würde ich es auf einer geeigneten Plattform ausschreiben.
 

sarah.bccc1

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Zunächst einmal Danke für die Antworten. Ich muss vielleicht ein paar Dinge klarstellen

Es geht dabei ja um Patientendaten und etwas Kritischeres kann man praktisch nicht handhaben. Wenn davon was nach außen gelangt, hagelt es Bußgelder und Klagen.
Wie bei anderen Gesundheits-Apps (hier noch einfacher) wäre es möglich, das Ganz relativ anonym zu gestalten

Bestehen evtl. Kontakte zu Lehruniversitäten, Fachhochschulen etc.? Arbeite in einem Krankenhaus (nichtmedizinisch) und wir haben Kooperation mit einer größeren Universität bzgl. Medizinstudenten sowie einer Fachhochschule zu einem Lehrzweig glaube Richtung Medizintechnik/Ingenieurswissenschaften.
Daran habe ich tatsächlich auch schon gedacht. In meinem Fall ist eine solche digitale Infrastruktur leider überhaupt nicht gegeben, geschweige denn Verbindungen zu derartigen Fakultäten. Das ganze ist auch kein offizielles Vorhaben des Krankenhauses, sondern sozusagen erstmal nur meine eigene kleine Idee, um, wie hier, eine Einschätzung über die grundsätzliche Realisierbarkeit zu bekommen.


Was soll das bringen? Ich glaube, daß die Leute freiwillig eine App verwenden würden, wenn sie gut ist. Und ich glaube auch, daß diese Leute das lieber anynom machen wollen.
Das ist natürlich eine ganz andere Frage und Rezept heißt ja keine Pflicht. Es heißt lediglich, dass, im Falle einer nicht-kostenfrei nutzbaren App, die GKV die Kosten übernehmen kann. Aber selbst das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig irrelevant. Ich wollte nur auf die wachsende Bedeutung von Apps auch im Gesundheitsbereich hinweisen.
 

[ChAoZ]

Commodore
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Die meisten Leute haben aber wenig Interesse, kostenlos (?) ihre Freizeit in so ein Projekt zu stecken, insbesondere wenn die Idee noch ganz am Anfang steht. In den meisten Fällen heißt das nämlich, dass es schief gehen wird.
Das ist jetzt nicht böse gemeint, ich möchte nur im Zweifelsfall deine Erwartungshaltung etwas dämpfen.
Genau das! Ich bin selbst Dev vom Beruf und nach meinen 8h auf der Arbeit (zum Glück kein HomeOffice mehr!) will ich nicht noch weitere 4h am PC verbingen, dazu noch unentgeltlich.

Geld MUSS man in die Hand nehmen wenn man keinen Sponsor hat.
Die Kundendaten / Chats usw. sollen ja gespeichert werden -> Server / Cloud wird benötigt -> kostet Geld und braucht Wartung / Backups.

Dazu kommen Gesetze, mit denen ICH mich nicht auskenne (siehe DSGVO usw.).
Deine Idee klingt gut, aber ohne Profis schwer bis nicht realisierbar...
 

sarah.bccc1

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Wieder, danke für die Rückmeldungen. Nochmal zur Einordnung: In meiner Arbeitsumgebung spielen derartige Dinge wie die Nutzung von Apps oder digitalen Dingen in der Psychiatrie kaum eine Rolle; deshalb bin ich alleine - ohne dass das irgendein geplantes medizinisches Vorhaben ist - auf diese Idee gekommen.

Jetzt kann ich das womöglich ein wenig besser einordnen, danke dafür, auch wenn es angesichts dieser Hürden voraussichtlich dann nicht zustande kommen wird.
 

kuddlmuddl

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Man darf halt nicht unterschätzen, wie viel Arbeit eine "akzeptable" Software/App ist.

Die Bedenken zum Thema "Medizinprodukte" kann man auch anders lösen. Solange die App eben NICHT von der KK verschreibbar ist und einfach nur zur freiwilligen Nutzung existiert ist es viel unkomplizierter.
Wenn ein Patient zB Google Docs benutzt, um für seine Therapie Tagebuch zu führen, begeht Google auch keine Straftat eine unzertifizierte Textverarbeitung angeboten zu haben. Und bei Dokumenten in der Cloud garantiert einem niemand, dass da nicht die Texte für dritte einsehbar, oder evtl. sogar veränderbar, sind. Oder zB Patienten mit Lese-Rechtschreib-Schwäche könnten auch werbefinanzierte Sprach-Lern-Apps nutzen, ohne, dass diese zertifiziert werden müssen. Die KK wirds aber niemals verschreiben/bezahlen.

Da es mehr als "ein paar Abende Arbeit" ist, stellt sich leider die blöde Frage:
Wie verdient man am Ende mehr, als es gekostet hat? Ist die App im Store extrem teuer? Und selbst dann: Kriegt man damit wenigstens das Gehalt des Programmierers wieder rein?

Auch wenn deine Idee gut ist gibts ja nur 3 Möglichkeiten:
  • Jemanden bezahlen: Dann muss eben dein "business case" stimmen, was mit der App schwer wird
  • Jemand meldet sich freiwillig und erleigt es als "gute Tat": Sehr unwahrscheinlich
  • Selber programmieren lernen und umsetzen
 

mastaqz

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Ich bin kein App-Programmierer, habe aber eine Idee für eine App und bin auf der Suche nach Kontakten, die ggf. Lust hätten, daran zu programmieren. Das Ganze ist allerdings - auch von der Idee her - noch ganz am Anfang aber ich dachte mir, es ist vielleicht gut, sich schon einmal umzuhören.

Ich bin Ärztin in einem großen neurologisch-psychiatrischen Zentrum und arbeite viel mit suchtkranken Patienten. Ich habe die Idee einer Gesundheits-App, bei der er darum geht, dass die Patienten unter anderem mit Hilfe der App, abstinent bzw. clean bleiben können, sie kann dann auch zusammen mit Therapeuten gesteuert oder benutzt werden. Es gibt schon konkrete inhaltliche Ideen, aber soviel erstmal hier.
Hallo,

du hast eine Idee und Expertenwissen, das ist bereits ein guter Anfang.

Anwendungen erstellt man heutzutage mit einem Ansatz, bei dem man in kurzen Zyklen zwischen Entwicklung und Nutzerfeedback abwechselt.

Da ich in der Branche tätig bin, kann ich dir folgende Ideen geben:
  • Schau an deiner alten Uni nach Gründermeetings: viele Unis haben Gründertreffen, Gründergrillen etc., bei der Menschen ihre Projekte vorstellen und dann von den anderen Teilnehmern Feedback erhalten; an deiner alten Uni, weil es dort ja dann auch andere Menschen gibt, die Medizin, Psychologie o.ä. studiert haben und eventuell auch Interesse am Unternehmertum haben
  • Schau generell nach Gründermeetings an technischen Unis: RWTH, KIT etc.

Dein erstes Ziel sollte es sein, einen sehr kleinen Prototypen zu haben, der nur die absoluten Kernfeatures hat, der dann direkt an den Endkunden getestet wird.

Wenn ich deine Beschreibung richtig verstehe, soll die Anwendung eine unterstützende Rolle in einer Psychotherapie einnehmen (?), dementsprechend würde ich mich auch mit Psychotherapeuten unterhalten. Auf jeden Fall musst du deine potentiellen Endkunden sehr viel besser kennenlernen und das geht am besten, wenn sie deinen Prototypen nutzen.
 

ayngush

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Wie bei anderen Gesundheits-Apps (hier noch einfacher) wäre es möglich, das Ganz relativ anonym zu gestalten
Wie soll das anonym Ablaufen? Eine App wird ja in der Regel aus einem App Store installiert. Dort hat man einen Account. Und man benutzt zur technischen Kommunikation zwischen zwei Systemen über das Internet IP-Adressen, die als pseudonym gelten.

Wenn ich jetzt also mit meiner IP-Adresse 1.2.3.4 die App "Drugbuster" mit meinen Account "apfel@domäne.de" aus dem App Store herunter lade ist das nicht anonym. Und irgendjemand, der bei Apple die Nutzerprofile auswertet weiß dann, dass ich eine App zur bekämpfung einer Drogensucht herunter geladen habe... Nicht so gut.

Sobald die App dann eine Verbindung zu einen zentralen Dienst aufnimmt, um "... dann auch zusammen mit Therapeuten gesteuert oder benutzt werden ..." ist das nicht anonym.

Sobald die App eine Verbindung zu irgendwelchen Analysediensten im Hintergrund aufbaut, weil man im Framework "vergessen" hat die Facebook SDK, Google Analytics und Co. raus zu werfen, dann ist das nicht anonym.

Anonym ist man selten und sobald man nicht anonym ist, unterliegt so etwas der EU-DSGVO. Und dann steht alles bereits oben: Patientendaten (egal wie trivial) sind besonders schützenswert. Medizinische Produkte unterstehen speziellen Genehmigungsverfahren, die nur durch Fachfirmen durchgeführt werden können. Ich persönlich halte die Einschätzung zum Budget von 500.000 EUR für das fertige, zertifizierte und genehmigte Produkt für viel zu niedrig angesetzt.

Einfacher, jedoch nicht über den Status "Studienzweck" hinaus wird es sein, wenn man sich da tatsächlich interdisziplinär über medizinisch technische Hochschulen vernetzt. Das wäre aus meiner Sicht überhaupt der einzig richtige Weg, denn eine App kommerziell zu entwickeln, die man dann "verschreiben" kann, muss ja zuvor eine umfangreiche Evaluation durchlaufen haben, um einen medizinischen Nutzen nachzuweisen.
 

sarah.bccc1

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Die Bedenken zum Thema "Medizinprodukte" kann man auch anders lösen. Solange die App eben NICHT von der KK verschreibbar ist und einfach nur zur freiwilligen Nutzung existiert ist es viel unkomplizierter.
Ja, ich wollte das nur am Rande anbringen, dass es prinzipiell die Möglichkeit gibt, dass die KK Apps bezahlt, aber das ist keinesfalls das definierte Ziel, das wäre zum jetzigen Zeitpunkt sowieso total übertrieben, du hast vollkommen recht.

Auch wenn deine Idee gut ist gibts ja nur 3 Möglichkeiten:
  • Jemanden bezahlen: Dann muss eben dein "business case" stimmen, was mit der App schwer wird
  • Jemand meldet sich freiwillig und erleigt es als "gute Tat": Sehr unwahrscheinlich
  • Selber programmieren lernen und umsetzen
Ja, so sehe ich das mittlerweile auch. 1 Scheidet wohl aus, da ich mich bei so einer unsicheren Sache nicht selbst direkt finanziell belasten möchte und 3 wäre wohl ein sehr langwieriger Prozess, aber wer weiß ;-)

Dein erstes Ziel sollte es sein, einen sehr kleinen Prototypen zu haben, der nur die absoluten Kernfeatures hat, der dann direkt an den Endkunden getestet wird.
Das ist eine gute Idee. Ich hatte auch schon den Gedanken, dass die Entwicklung eines Prototyps auf jeden Fall der erste Meilenstein ist.
 

Dasun

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@KuddelMuddel

Die Bedenken zum Thema "Medizinprodukte" kann man auch anders lösen. Solange die App eben NICHT von der KK verschreibbar ist und einfach nur zur freiwilligen Nutzung existiert ist es viel unkomplizierter.
Wenn ein Patient zB Google Docs benutzt, um für seine Therapie Tagebuch zu führen, begeht Google auch keine Straftat eine unzertifizierte Textverarbeitung angeboten zu haben. Und bei Dokumenten in der Cloud garantiert einem niemand, dass da nicht die Texte für dritte einsehbar, oder evtl. sogar veränderbar, sind. Oder zB Patienten mit Lese-Rechtschreib-Schwäche könnten auch werbefinanzierte Sprach-Lern-Apps nutzen, ohne, dass diese zertifiziert werden müssen. Die KK wirds aber niemals verschreiben/bezahlen.
Es geht hier nicht darum, ob die App von KK verschreibbar ist oder nicht, sondern darum, als was die App angeboten und beworben wird und was die Funktion dieser App ist. Ist es ein medizinisches Produkt und nach der MDR zertifizierungspflichtig, dann muss es zertifiziert werden.

Hier ein Überblick aus der MDR:

Software, die dazu bestimmt ist, Informationen zu liefern, die zu Entscheidungen für diagnostische oder therapeutische Zwecke herangezogen werden, gehört zur Klasse IIa, es sei denn, diese Entscheidungen haben Auswirkungen, die Folgendes verursachen können:
  • den Tod oder eine irreversible Verschlechterung des Gesundheitszustands einer Person; in diesem Fall wird sie der Klasse III zugeordnet, oder
  • eine schwerwiegende Verschlechterung des Gesundheitszustands einer Person oder einen chirurgischen Eingriff; in diesem Fall wird sie der Klasse IIb zugeordnet.

Software, die für die Kontrolle von physiologischen Prozessen bestimmt ist, gehört zur Klasse IIa, es sei denn, sie ist für die Kontrolle von vitalen physiologischen Parametern bestimmt, wobei die Art der Änderung dieser Parameter zu einer unmittelbaren Gefahr für den Patienten führen könnte; in diesem Fall wird sie der Klasse IIb zugeordnet.Sämtliche andere Software wird der Klasse I zugeordnet.
Ich habe z.B noch nie gesehen, dass Google Docs als medizinisches Produkt beworben wird, noch weniger für eine Datencloud., noch ist mir bekannt, dass ihre Verwendung eine direkte Auswirkung auf den Gesundheitszustand eines Patienten besitzt. Ebenso ist auch ein Sportfahrrad kein medizinisches Produkt, obwohl Menschen es für ihre Fitness und Gesundheit benutzen. Auch Pflaster und Bettpfannen als Medizinprodukte müssen nicht zertifiziert werden da sie z.B keinerlei Messfunktion besitzen oder im sterilen Zustand auf dem Markt gebracht werden müssen. Ebenso könnte sicher ein Küchenmesser für eine OP als Werkzeug verwendet werden und mit einem Auto lassen sich andere Menschen potentiell tötliche Verletzungen hinzufügen. Trotzdem müssen diese auch nicht als Medizinprodukt zertifiziert werden, weil es nicht sein Einsatzzweck ist und sie dafür eingesetzt werden.

sarah.bccc1 hat oben explizit geschrieben:

Ich bin Ärztin in einem großen neurologisch-psychiatrischen Zentrum und arbeite viel mit suchtkranken Patienten. Ich habe die Idee einer Gesundheits-App, bei der er darum geht, dass die Patienten unter anderem mit Hilfe der App, abstinent bzw. clean bleiben können, sie kann dann auch zusammen mit Therapeuten gesteuert oder benutzt werden
Somit ist der Einsatzzweck der App zur Heranziehung für Entscheidungen für diagnostische oder therapeutische Zwecke.
 

sarah.bccc1

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@Dasun danke für die ausführliche Rückmeldung. Das sind wichtige Anhaltspunkte. Nichtsdestotrotz würde ich trotzdem einfach versuchen, einmal klein anzufangen (trotz der gewaltigen Hürden), und sei es nur, damit die Idee von anderen, vernetzten Kreisen weitergetragen wird (oder eben nicht, das wäre auch okay), ein grobes Konzept erstellen und eventuell daraufhin zu arbeiten ggf. mit Unterstützung (wie genau, muss ich dann natürlich organisieren) einen Mini-Prototyp zu erstellen.
 

Testa2014

Lieutenant
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Fürs erste nimm dir Papier und Stifte, Zeichne deine Anwendung. Also jeden Bildschirm einzeln mit den Grundfunktionen. Fange nicht gleich mit Schleifchen an, nur der Grundstock. Wenn du das hast (sollten mehrere unterschiedliche Bildschirme sein) nimmst du dir einen potentiellen Anwender und gibst Ihm ein paar bereits im Voraus definierte Aufgaben die er selbstständig lösen muss. Du beobachtest Ihn nur und misst die Dauer die er benötigt. Nachdem er mit allem fertig ist fragst du was er gut und schlecht fand. Das ganze nennt sich Prototyping. Danach kannst du diesen digital umsetzen, also schauen welche Benutzerelemente kann ich für was nutzen und die Navigation zwischen diesen virtuellen Bildschirmen herstellen. Danach ist das ganze schonmal interaktiv und die Idee greifbar und nachvollziehbar.

nach Erfahrung kann ich dir sagen das dieser Prozess schon alleine viel Zeit in Anspruch nimmt. Was für dich einfach und intuitiv ist, kann für jemand anderes total kompliziert sein. Das ist ein iterativer Prozess, also du verbesserst mit jedem Schritt deinen Prototyp.
bevor du da nichts konsistentes hast kannst du dir jede weitere Arbeit sparen. (So wird das in guten Projekten gehandhabt, dafür gibt es die UX Designer.)

wenn ich das bisher richtig verfolgt habe gibt es einmal den Patienten und den Arzt. Soll das dann alles in einer App sein oder getrennt? Sind auch unterschiedliche Funktionen, so kannst du von vornherein die Logik stärker trennen.
muss es eine App sein? Das klingt jetzt nicht danach als ob du eine richtige App benötigen würdest. Eine PWA sollte dafür auch ausreichen (kann man (oder bald) auch im App Store anbieten), ist im Grunde eine Website. Sehe hier keinen Bedarf an speziellen Rechten oder Sensoren. Vorteil: komplett Plattformunabhängig, ob iOS, Android, Windows, Fernseher, Smartwatch oder dein Autoentertainmentsystem spielt keine Rolle. Heißt weniger Arbeitsaufwand.

alles andere wurde weiter oben schonmal angesprochen.

Edith: Hier mal noch was zum Einstieg:
https://www.youtube .com/watch?v=pBZvUZtT8r0
https://www.mosaiic.com/blog/2018/02/20/low-vs-high-fidelity-prototyp/

Würde den Weg Papier > Interaktiv (gibt auch Webtools dafür, einfach mal googeln) > Hi-Fi nehmen. Beim letzten solltest du dich dann mehr oder weniger schon für eine Technik entschieden haben.
 
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