Die 2-Klassen-Gesellschaft : Superschlaue studieren kostenlos

Diablokiller999

Captain
Registriert
Jan. 2007
Beiträge
3.311
Eine erschreckende Nachricht die ich gerade bei Spiegel-Online laß, in Freiburg und Konstanz können alle Leute mit einem IQ >=130 kostenlos studieren. Studiengebühren an sich finde ich ja schon schlimm genug, für Wissen Geld zu verlangen ist eigentlich ein Verbrechen. Jetzt noch den Leuten mit hohem IQ, die nachweißlich meistens aus Akademiker-Familien stammen und entsprechend auf solche IQ-Tests auch getrimmt werden, ein kostenloses Studium zu ermöglichen ist der Gipfel der Unverschämtheit. Dabei ist der IQ nicht einmal ein Garant dafür, gute Noten zu haben oder das Semester erfolgreich abzuschließen, also totaler Quatsch das Ganze.

Was haltet ihr davon vermeintlich Superschlauen ein kostenloses Studium zu ermöglichen?
Ich finde es ungerecht denen gegenüber die sich in der Schule abmühen und trotzdem noch Geld latzen müssen, Wissen gehört schließlich jedem und nicht nur dem, der bezahlen kann!

Quelle: Spiegel-Online
 
Salut,

ich finde es gut, wenn intelligente Menschen gefördert werden. Daß Leute mit hohem IQ öfters aus Akademiker-Familien stammen, hat weniger mit Geld zu tun, sondern mehr mit dem Verantwortungsbewußtsein dieser Schicht, dem Nachwuchs eine bestmögliche Förderung auf jedem Gebiet angedeihen zulassen. Ich finde es viel besser, wenn man seine Kinder auf Intelligenz trimmt, als sie mit der Glotze ruhig zu stellen.

Daß wir in DEutschland eine Zweiklassengesellschaft haben, hat nichts mit dem IQ zu tun.
 
Vorab: Ich fange jetzt demnächst ebenfalls an zu studieren und muss auch Studiengebühren bezahlen.

Meiner Meinung nach, ist dieses System gar nicht so schlecht für die Uni in Freiburg und Konstanz, da sich, entsprechend diesem Förderungssystem mehr intelligente Köpfe dort bewerben. Ich denke, dass man schlechte Erfahrungen mit dem Bonussystem "Abi-besser-als-1,2-darf-kostenlos-studieren" gemacht hat. Ein gutes Abi garantiert ja noch kein gutes Studium - wie auch die Intelligenz.

Ich sehe in o.g. System keine Probleme, finde es sogar gut, dass man Intelligenten, die bekannterweise nicht nur in Akademikerfamilien auftreten, die Möglichkeit gibt kostenlos zu studieren.
 
Wobei der hohe IQ doch überhaupt keine Garantie dafür gibt, wirklich schlaue Leute an der Uni zu haben. Ein "Intelligenter" Freund von mir ist z.B. zu blöd um eine Schraube einzuschrauben, soviel zum hohen IQ. Ich halte davon nichts, Leuten mit hohem IQ ein kostenloses Studium zu ermöglichen, weil es zum einen nichts bringt auf den IQ zu schauen und zum anderen die Menschen in Klassen unterteilt. Es sollten doch wohl alle gleich behandelt werden und es bleibt mir sowieso unerklärlich wieso etwas wie Studiengebühren überhaupt eingeführt wurden.
 
Hmm, irgendwas stimmt hier wirklich nicht. Nicht, dass Universitäten schlaue Köpfe 'unentgeltlich' fördert, das ist ja noch ok.
Aber jeder hat das Recht auf Bildung, aber nicht auf die Kohle, um die eigene Bildung zu finanzieren :freak:
 
Der Ansatz ist gut. Nicht soziale Herkunft oder Geldbeutel der Eltern entscheiden sondern das Potenzial des Studienbewerbers.

Dieses "Stipendium" für vielversprechende Kandidaten finde ich klasse.

Ich bin nicht der Meinung, dass alle, in Bezug auf ihre intellektuellen Fähigkeiten, gleich behandelt werden sollten. Sie bringen ja auch nicht die gleichen Vorrraussetzungen mit. Gerade begabte Menschen sind zu fördern und da ist diese Fördermethode zu begrüssen.
Der Hebel ist hier viel grösser.


MFG
 
Meiner Meinung nach sollte niemand kostenlos Studieren, sondern jeder:

1) Einen geringen montl. Beitrag leisten.
2) Die angefallenen Kosten am Ende der Studienzeit restlos begleichen.

Das einzige wofür der Staat sorgen sollte: ein zinsfreies Darlehen.
So würden sich die Studenten etwas mehr anstrengen.
 
Ich sehe den Verzicht auf Gebühren für drei Semester als reine "Werbeaktion" der Universitäten Freiburg und Konstanz an. Daraus läßt sich noch nicht eine allgemeine Aufteilung unseres Bildungssystems in verschiedene Klassen ableiten - zumindest nicht auf Grund dieser Aktion. Ich kann mich genauso wenig darüber beklagen, von Werbegeschenken ausgeschlossen zu sein, wie in anderen Situationen auch.

Bislang sind in Ba-Wü die Abiturienten mit einem Notenschnitt von mindestens 1,2 von den Semestergebühren befreit. Weshalb siehst du in dieser Maßnahme nicht bereits die Bildung einer 2-Klassen-Gesellschaft?
 
e-ding schrieb:
Der Ansatz ist gut. Nicht soziale Herkunft oder Geldbeutel der Eltern entscheiden sondern das Potenzial des Studienbewerbers.
Oder das gekaufte Potenzial.
Der Geldbeutel spielt immer eine Rolle. Auch bei diesem System.

Ich find es an und für sich nicht in Ordnung. Es mag begabte geben die sich ein Studium nicht leisten können. Aber nach 3 Semestern ohne Gebühr können sie es sich immer noch nicht leisten.
Da kommen dann wieder die Eltern zum tragen. Entweder werden für alle für gewisse Zeiträume die Gebühren aufgehoben oder man lässt es.
Ich kann mir bei der Geschichte sehr gut vorstellen, dass viele für den IQ-Test büffeln wie blöde und sich danach die ganzen Semester im Durchschnitt rumdümpeln lassen.
Ist wie mit vielen Azubis die sich in den bis zu 4 Monaten Probezeit anstrengen und sich danach wie die Axt im Walde verhalten und nicht mal schulische Leistung bringen...
 
@dragonice

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich bin grundsätzlich gegen Studiengebühren und natürlich hängen Einkommensverhältnisse und Bildung zusammen. Es geht aber nicht um Studiengebühren an sich sondern die Förderung von Hochbegabten.

Und natürlich sollten Menschen mit besseren geistigen Vorraussetzungen eher gefördert werden als andere.

Ohne Zentralabitur wären einheitliche fachspezifische Aufnahmetests an Universitäten eine Idee. Aber das ist jetzt etwas OT.
 
e-ding schrieb:
Und natürlich sollten Menschen mit besseren geistigen Vorraussetzungen eher gefördert werden als andere.
Ach ja? Und was machen wir mit denen, die vielleicht auch auf eine andere Art Hilfe benötigen, was das Lernen betrifft? Ich denke da an Leute mit Lernschwächen z.B.
Wollen wir denen auch alles "schenken"? Dem ist, dass weiß ich leider aus dem eigenen Familienkreis, nicht so. Und diese Menschen leisten mit Sicherheit ein vielfaches mehr, um ihrem Kind nur das normale 1x1 beizubringen, das kannst du mir glauben.

Also entweder kommen wir hier auf ein "Gleichheitsgebot" oder nicht, ansonsten sieht es sehr wohl nach "Zweiklassengeselllschaft" aus.
 
Salut,

Diablokiller999 schrieb:
Wobei der hohe IQ doch überhaupt keine Garantie dafür gibt, wirklich schlaue Leute an der Uni zu haben. Ein "Intelligenter" Freund von mir ist z.B. zu blöd um eine Schraube einzuschrauben, soviel zum hohen IQ.

und was hat das mit IQ oder Intelligenz zu tun ? Handwerkliche Fähigkeiten müssen nicht unbedingt mit einem niederen oder hohen IQ einher gehen. Mir scheint, du hast andere Auffassungen darüber, was man Intelligenz nennt.

Ich denke schon, daß ein hoher IQ eine gewisse Garantie dafür ist, wirklich schlaue Leute an der Uni zu haben. Schraubdrehen wird dort wahrscheinlich weniger gefragt sein, eher die Fähigkeit, abstrakt zu denken oder Probleme erfassen und an Lösungen zu arbeiten.
 
@blacksavage

Das ist doch eine ganz andere Richtung! Solchen Menschen muss natürlich auch geholfen werden. Das Ziel und der Ausgangspunkt unterscheiden sich aber hier.

Bei der Begabtenförderung werden Menschen nicht auf ein "normales" Bildungslevel gebracht.

Natürlich ist es schwerer, Leute mit Lernschwächen zu fördern. Auch wenn es hart klingt aber diese Menschen sind nicht unbedingt die innovativen und gut ausgebildeten Köpfe, die Deutschland braucht.

MFG
 
Das wäre dann eine klare "Zweiklassengesellschaft". Genau, was machen dann mit Leuten mit Lernschwächen. Mir fällt es auch nicht leicht mir in kurzer Zeit große Mengen einzuprägen, anderen dagegen umso leichter. Nur wenn einer in der Uni sehr gut abschneidet heißt das noch lange nicht das er ein intelligenter Mensch ist. Ich kenne genügen sehr kluge Leute, doch mit meist starken sozialen Schwächen.
 
Mir ist es lieber, dass Potenzial, Können und Leistung über meine Förderung entscheiden als Geldbeutel und soziale Herkunft.

Ein bisschen viel Gleichmacherei ist hier kontraproduktiv.

MFG
 
e-ding schrieb:
Mir ist es lieber, dass Potenzial, Können und Leistung über meine Förderung entscheiden als Geldbeutel und soziale Herkunft.
MFG
Ja gut, da gebe ich dir absolut Recht.
 
Eine solche Förderung(oder auch ein weiterführendes Stipendium) auf Grundlage des IQs halte ich nicht für sinnvoll. Dafür sollte es zentrale Eignungstests geben. Nur wer diese mit überdurchschnittlichen Leistungen erfüllt erhält eine solche Förderung.
Im Allgemeinen bin ich aber auch gegen Studiengebühren innerhalb der Regelstudienzeit.
 
e-ding schrieb:
@dragonice
Und natürlich sollten Menschen mit besseren geistigen Vorraussetzungen eher gefördert werden als andere.
Woher weiß man, dass jemand bessere geistige Voraussetzungen hat?
Gibt ja Leute die sind ganz toll im Umgang mit Zahlen, kriegen aber im Nachhinein keinen vernünftigen Satz o.Ä. zu Stande.
Da haben wir jemanden der mit Zahlen hochbegabt ist. Und nur weil er das kann ist er jetzt "toll" und muss gefördert werden?
Eher sollte da genau die Schwäche gefördert werden durch Weiterbildung und nicht die Stärke durch Studium... Am Ende kann der nicht mal mehr einen Kaffee kochen aber dir Pi bis auf die 200. Nachkommastelle aus dem Fzett aufsagen. Kann das das Wahre sein?

Und dann kommt noch der Punkt hinzu den BlackSavage bereits erwähnt hat.

@ schmidi -- Damit erreichst du den selben Effekt den du aber bereits ablehnst. Entweder wird das Ergebnis gekauft. Man kann sich auch speziell auf solche Tests vorbereiten und super abschneiden aber von 0 eine Ahnung haben...
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben