Die deutsche Presse- welche Medien bevorzugt ihr?

Welche Medien bevorzugt ihr?

  • Der Spiegel

    Stimmen: 95 34,1%
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung

    Stimmen: 110 39,4%
  • Süddeutsche Zeitung

    Stimmen: 96 34,4%
  • Handelsblatt

    Stimmen: 36 12,9%
  • Die Welt

    Stimmen: 71 25,4%
  • Focus

    Stimmen: 23 8,2%
  • Stern

    Stimmen: 11 3,9%

  • Umfrageteilnehmer
    279
ich denke, es ist generell falsch, sich nur einer Informationsquelle zu bedienen. Egal, ob das nun große Nachrictenagenturen sind ... oder das, was Springer, Burda, Merkel oder Putin davon drucken "lassen" ... die eigene Erfahrung, Wikipedia oder Wahlkampfreden.
Man sollte immer versuchen, die Informationen anderweitig zu prüfen (also über andere Informationskanäle).

Natürlich kann dabei auch RT eine Rolle spielen, oder die ÖR .... solange man nicht NUR Bild liest (oder RT oder Merkels Tagesanzeiger).

Wichtig sollte es doch vor allem sein VERSCHIEDENE Perspektiven zu berücksichtigen ... die Flüchtlingskrise hat problematische Bestandteile ... die hat die AfD allerdings auch. Und ICH habe ehrlich gesagt vor den Leuten, von denen die verlinkten Zitate stammen, etwas mehr Angst, als vor Flüchtlingen.
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
Kritisch über Dinge zu berichten, die man selbst für absolut richtig hält, ist mMn wichtig ... Kritik alleine darf aber nicht alles sein, denn Kritik alleine kann nichts.

Ich vermisse kritische Presse in Deutschland grundsätzlich, wenn es um Regierungsentscheidungen, die EU, Freihandel und Kriege geht. Die Fehltritte deutscher Printmedien sind alleine in den vergangenen 18 Jahren eine lange Reihe von systematischem "Systemversagen". Wenn man schon der Politik nicht auf die Finger haut, was in einer funktionierenden Demokratie die Aufgabe der Presse ist, ist man schon gar kein Kontrollorgan gegenüber den Abgründen der Wirtschaft und des Welthandels.
Als Bürger steht man nur noch fassungslos da und registriert, wie die Propagandamaschinerie von gestern, die man mit imensem Aufwand in die Köpfe der Bürger zu hämmern versuchte, heute in winzigen Teilen besonders kleinlaut revidiert wird, weil sie sich inzwischen unübersehbar als falsch und verlogen gezeigt hat.

Wenn unser Bundespräsident, Herr Steinmeier, jüngst in seiner Veranstaltungsreihe "Forum Bellevue" erfreut verkündet, dass das Vertrauen in die etablierten Medien wieder zunehmen würde, ist das nur ein Trostpfästerchen. Schließlich wollen die Verantwortlichen der Leitmedien, die noch immer die höchsten Posten bekleiden, noch immer nichts davon wissen, was sie eigentlich falsch gemacht haben.


Ich plädiere dafür, mehrere Informationsquellen zu nutzen und bei jeder auch immer im Hinterkopf zu behalten, welche jeweiligen Interessen hinter ihnen stecken. Nur so kann man sich dem annähern, was Wahrheit sein könnte.
 
Schrammler schrieb:
Wenn man schon der Politik nicht auf die Finger haut, was in einer funktionierenden Demokratie die Aufgabe der Presse ist, ist man schon gar kein Kontrollorgan gegenüber den Abgründen der Wirtschaft und des Welthandels.
Was soll ich sagen, wahre Worte. Die Krux ist nur leider, dass eine unabhängige Presse nicht möglich ist, denn von einem ist die Presse immer abhängig ... Leser. Auch bei den Informationsmedien herrscht das "Primat des Marktes" ... und das, wass du als "Systemversagen" bezeichnest (und dabei meine volle Zustimmung hast) wird nunmal leider trotzdem gekauft .... oder (ich finde den Gedanken wirklich gruselig) gerade deswegen ... nicht umsonst ist BILD noch immer die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands.
Vielleicht haben alle anderen einfach von der BILD gelernt ... wozu kritisch berichten, wenn weder Politiker, noch Geldgeber, NOCH besonders viele Leser das lesen wollen?

Der Markt IST das Böse ... zumindest solange "Fehler" bzw. "Systemversagen" helfen können, den eigenen Marktanteil zu steigern.

Es gibt kritische Presse, die auch über die von dir vermissten Aspekte berichtet - die wirst du nur leider an keinem Kiosk finden (mal abgesehen vom Testexemplar, welches seit 3 Jahren in der Auslage zustaubt), denn das Zeug geht nicht gerade weg, wie warme Semmeln.

Die Frage ist also, wie kriegt man den Markt (Leser) dazu, eine Presse zu bezahlen, in der auch Dinge stehen, die man vielleicht lieber doch nicht wissen will ... oder: Wie schafft man wieder ein breites Interesse an kritischer Berichterstattung, das sich nicht nur in Polit-Foren niederschlägt, sondern auch in Absatzzahlen?
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
ich denke, es ist generell falsch, sich nur einer Informationsquelle zu bedienen.
So war es nicht gemeint, natürlich lese ich umfassend Artikel, in der Regel aber fassungslos bis laut lachend, bis auf wenige Ausnahmen

DerOlf schrieb:
Natürlich kann dabei auch RT eine Rolle spielen, oder die ÖR .... solange man nicht NUR Bild liest (oder RT oder Merkels Tagesanzeiger).
Man muss diese Quellen lesen, ich lese auch täglich aljazeera, und trotzdem kristallisiert sich immer wieder heraus, dass man im DLF sachlich und gut informiert wird und Kommentare als solche gekennzeichnet und fundiert sind.
https://www.aljazeera.com/

DerOlf schrieb:
Und ICH habe ehrlich gesagt vor den Leuten, von denen die verlinkten Zitate stammen, etwas mehr Angst, als vor Flüchtlingen.
Ich auch, massive. Kann aber am Alter liegen, ich habe noch genug mittelbar vom letzten tausendjährigem Reich mitbekommen, weil in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ganz andere Menschen lebten als heute. Dagegen sind heute Rechtsradikale moderat, nervig und gefährlich aber trotzdem.

Schrammler schrieb:
Ich vermisse kritische Presse in Deutschland grundsätzlich.
Es ist alles da, Du musst es nur lesen. Zu jeder Aktion gibt es Kommentare von "so und nur so" bis "das geht gar nicht", egal ob Handelsabkommen, Kriege, ähhh, was sage icch denn da böses, ähhh Friedenssicherungshilfen, poilitische Entscheiden oder Urteile vom Verfassungsgericht. Wenn Dir etwas fehlt, erweitere Dein Portfolio.

DerOlf schrieb:
...Die Frage ist also, wie kriegt man den Markt (Leser) dazu, eine Presse zu bezahlen, in der auch Dinge stehen, die man vielleicht lieber doch nicht wissen will ... oder: Wie schafft man wieder ein breites Interesse an kritischer Berichterstattung, das sich nicht nur in Polit-Foren niederschlägt, sondern auch in Absatzzahlen?
Abgesehen von den öffentlich rechtlichen, deren Unabhängigkeit aber auch immer weiter unterwandert wird, sind alle Organe dem Markt und den Verkaufszahlen verpflichtet. Darum muss man die journalistischren Perlen suchen. Einen Spiegel wie in den fünfziger und sechziger Jahren gibt es heute nicht mehr. Und das letzte bisschen unabhängige Presse gerade in den regionalen Sendeanstalten, soll als Vorbereitung zur nächsten Machtübernahme gerade zerschlagen werden.

Was frührer die Presse war wird immer mehr die Satire. Volker Pispers z.b. recherchiert wirklich gut und wird auch über die öffentlich rechtlichen bezahlt
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@ DerOlf:
Du willst ein Problem, das (zumindest auch) auf Kapitalismus beruht, mit (oder jedenfalls weiterhin im Rahmen von) Kapitalismus lösen.
Ich denke, nicht dass das viel Aussicht auf Erfolg hat.
 
AbstaubBaer schrieb:
Der Fall Gina Lisa etwa, oder einfach einschlägige Übersichtsseiten. Nichts zu danken.

Hast du dir auch mal angesehen wer hinter der von dir verlinkten Seite steckt? Wohl eine eine Art EU Werbeapparat für die Länder Osteuropas:
https://eeas.europa.eu/headquarters...answers-about-the-east-stratcom-task-force_en

Interessant, dass von unseren an die EU gezahlten Geldern eine Seite gegen Falschnachrichten finanziert wird, die nicht etwa alle Nachrichten auf ihre Validität überprüft, sondern ausschließlich solche die pro Russisch sind!
Wenig überraschend ist dann so ein Eintrag:
https://euvsdisinfo.eu/report/crimea-reunited-with-russia-following-a-coup/

Wer RT für Kreml Propaganda hält, der sollte auch einsehen, dass soetwas EU Propaganda ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
Es gibt kritische Presse, die auch über die von dir vermissten Aspekte berichtet - die wirst du nur leider an keinem Kiosk finden (mal abgesehen vom Testexemplar, welches seit 3 Jahren in der Auslage zustaubt), denn das Zeug geht nicht gerade weg, wie warme Semmeln.

Schau dir die Auflagenrückgänge der (Leit-)Printmedien an, die basieren nicht alleine auf dem "digitalen Wandel", sondern auf fehlendem Vertrauen und verlorengegangenem Nutzen für den Leser.

Das Systemversagen ist die Tatsache, dass sich Verleger, genau wie die Politik, so gut wie geschlossen dem neoliberalen Zeitgeist angepasst haben. Die Verlage und ihre Strukturen sind in Folge kaputtoptimiert worden, was viele Reporter und nicht wenige Journalisten mit Arbeitslosigkeit bezahlen durften. Kritik an dieser Entwicklung wurde und wird branchenintern dadurch noch immer praktisch von selbst unterbunden.

DerOlf schrieb:
Die Frage ist also, wie kriegt man den Markt (Leser) dazu, eine Presse zu bezahlen, in der auch Dinge stehen, die man vielleicht lieber doch nicht wissen will ... oder: Wie schafft man wieder ein breites Interesse an kritischer Berichterstattung, das sich nicht nur in Polit-Foren niederschlägt, sondern auch in Absatzzahlen?

Die wäre von ganz alleine vorhanden, dafür muss ein solches Blatt allerdings genau den gegenteiligen Weg beschreiten: Mehr Journalisten, mehr Reporter vor Ort anstatt die üblichen Agenturmeldungen, mehr unterschiedliche Meinungen, mehr (echte!) Wissensvermittlung. Es ist ja nicht so, dass die Leute das nicht lesen wollten, sie bekommen es aus den oben genannten Gründen nur kaum noch.


Rotkaeppchen schrieb:
Es ist alles da, Du musst es nur lesen. Zu jeder Aktion gibt es Kommentare von "so und nur so" bis "das geht gar nicht", egal ob Handelsabkommen, Kriege, ähhh, was sage icch denn da böses, ähhh Friedenssicherungshilfen, poilitische Entscheiden oder Urteile vom Verfassungsgericht. Wenn Dir etwas fehlt, erweitere Dein Portfolio.

Was glaubst du was ich mache? Das ändert aber nichts daran, dass mich von 20 Artikeln 19 krampfhaft manipulieren wollen und nur einer so neutral geschrieben ist, dass er meinen Horizont sinnvoll erweitert. Mehr als Neutralität erwarte ich nicht, aber gerade die bekommt man heute sehr selten serviert.
 
Quetzalkoatlus schrieb:
Wer RT für Kreml Propaganda hält, der sollte auch einsehen, dass soetwas EU Propaganda ist.

Fakenews aufzudecken ist für dich also "EU-Propaganda"? Sehr interessantes Weltbild :freak:
 
Schrammler schrieb:
Schau dir die Auflagenrückgänge der (Leit-)Printmedien an, die basieren nicht alleine auf dem "digitalen Wandel", sondern auf fehlendem Vertrauen und verlorengegangenem Nutzen für den Leser.
Ich habe eine Weile für ein Verlagshaus in meiner Heimatstadt gearbeitet (natürlich als freelancer). Und die haben definitiv den digitalen Wandel einfach verpennt ... das hat hier Tradition.
Kennt jemand die Firma "Anker" ... bis zur Umstellung auf digitale Systeme kamen sehr viele Registrierkassen in Deutschland von Anker ... und in der Chefetage von Anker hat (genau wie anfangs bei IBM) keiner daran geglaubt, dass die Zukunft den digitalen Rechenknechten gehören würde.
Kurze Zeit später waren Registrierkassen dann meist von Nixdorf (heute Siemens), denn in Paderborn ist man auf den Zug früh genug aufgesprungen.
Die Anker-Werke wirken heute etwas verwaist ... ich habe keine Ahnung, ob da überhaupt noch gearbeitet wird.

Bei dem Verlagshaus, in dem ich Einblicke bekam, war das Problem NICHT die journalistische Qualität, sondern einfach der Einnahmenrückgang aus den Anzeigen ... digital ist die Reichweite einfach höher ... und eben auch nicht auf die Auflage der Zeitungen begrenzt.
Nun handelt es sich bei diesem Verlagshaus nicht um einen Verleger von Tageszeitungen oder Wirtschaftsnachricten. Das Portfolio ist auf Hobbys ausgerichtet ... Wer surft, Segelt, MB oder Snowboard-fährt, der wird wahrscheinlich Titel wie "Surf" oder "Yacht" kennen ... die berichten heute noch genau, wie vor 20 Jahren. Und sie hatten in der Zeit, wo ich mit ihnen zusammen gearbeitet habe, nur ein Ziel ... ihre Produkte zu digitalisieren und damit endlich wieder einen besseren Zugang zu Werbern zu bekommen - das war 2014/15 ;)

Es gibt kaum Zeitungen, die von etwas anderem leben, als Anzeigenverkäufe (Kleinanzeigen und Werbung) ... und wenn sich dieser Markt digitalisiert, dann hats bei den reinen Printmedien eben ein Finanzierungsproblem.

@Propaganda:
Es ist immer Propaganda, wenn es FÜR die andere Seite spricht und es ist nie Propaganda, wenn es den eigenen Standpunkt unterstützt ... Propaganda ist ein manipulativer Begriff aus der Filterblase (und zwar egal aus welcher).
Ausserdem ist alles Propaganda ... es kommt nur auf den eigenen Standpunkt an.
Sogar neutrale Berichterstattung ist Propaganda, wenn man an Neutralität kein Interesse hat.

@Rotkaepchen:
Das mit der Vielfalt bezog sich auch nicht direkt auf dich.
 
Zuletzt bearbeitet:
rg88 schrieb:
Fakenews aufzudecken ist für dich also "EU-Propaganda"? Sehr interessantes Weltbild :freak:

Nochmal:
1. Wenn es wirklich um die Sache ginge, "Fake News" aufzudecken, wieso werden dann von einer EU-finanzierten Organisation ausschließlich Nachrichten geprüft, die pro Russisch sind, und nicht etwa alle Nachrichten? So ist es für mich nichts weiter als antirussische Agitation.
2. Was auf dieser "Anti Fakenews" Seite publiziert wird ist doch nichts weiter als pro-EU Gegenpropaganda (Siehe Beispiel was ich verlinkt habe). Ist das für dich eine seriöse, neutrale Antwort auf eine tatsächliche Falschmeldung?
 
DerOlf schrieb:
Nun handelt es sich bei diesem Verlagshaus nicht um einen Verleger von Tageszeitungen oder Wirtschaftsnachricten. Das Portfolio ist auf Hobbys ausgerichtet ... Wer surft, Segelt, MB oder Snowboard-fährt, der wird wahrscheinlich Titel wie "Surf" oder "Yacht" kennen ... die berichten heute noch genau, wie vor 20 Jahren. Und sie hatten in der Zeit, wo ich mit ihnen zusammen gearbeitet habe, nur ein Ziel ... ihre Produkte zu digitalisieren und damit endlich wieder einen besseren Zugang zu Werbern zu bekommen - das war 2014/15 ;)

Wenn du dir die sogenannten "Fachmagazine" ansiehst und mit denen vor 30-40 oder noch mehr Jahren vergleichst, wird dir auch in dem Bereich auffallen, dass man heute bei fast 100% Werbung angekommen ist. Wenn im redaktionellen Teil nur noch neue Produkte in den Himmel gelobt werden, nebenbei Firmenportraits oder Influencer (von Unternehmen bezahlte Szenepromis) die Seiten füllen, ist es mit dem Sinn des Kaufs eines solchen Printerzeugnisses rasch vorbei.

Das war einmal völlig anders, damals fühlten sich Autoren wie auch Verlage primär dem Leser verpflichtet. Die Hersteller waren diejenigen, die man kritisch beleuchten wollte, die nie alles richtig machten, neutral ging man mit den ebenfalls inserierenden Händlern um. Die Anzeigenkunden waren damals auch noch sehr breit gefächert und nicht auf z.B. den einen Bereich des Fachmagazins beschränkt. Dadurch war man unabhängiger, so konnte man ganze Seiten mit Tabak-, Bier- und Schnapswerbung füllen, auch wenn man nur ein Segelmagazin war (hab' noch nie es solches gelesen, aber das wird in dem Bereich auch nicht anders gewesen sein).
 
Ich weiß nicht, wie solche Fachmagazine vor 30 oder mehr Jahren ausgesehen haben ... ich werfe aber regelmäßig einen Blick in "Gitarre und Bass", weil es mein Mitbewohner abboniert hat.
In der Kategorie "News" werden da Instrumente und Effektpedale vorgestellt ... reines productplacement.
Ansonsten gibt es Influenza-Interviews (Bonnamassa, Satriani ... natürlich immer auch begleitet von ihren aktuellen "Lieblingsprodukten" ihrer Sponsoren.
Am Ende noch ein paar "Riffs" fürs eigene Repertoire und das wars ... wären die Riffs nicht seit beginn an wichtiger Bestandteil dieser Zeitschrift, dann wären wohl auch die bereits ganzseitgen Werbeanzeigen gewichen.

Da ist es tatsächlich zu fast 100% Werbung ...

Wenn ich mir ansehe, wie onlineportale mit "werberunfreundlichem" content umgehen, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es eben nicht die Verleger sind, die hier bestimmen, sondern eben die Werber ... wer für Unternehmen XY auch weiterhin werbung machen will (und dafür nicht schlecht Kohle kassieren) der sollte es sich wohl mit diesem Unternehmen lieber nicht verscherzen ... und das kann schnell gehen. Bei einzelnen Unternehmen dürfte da schon ein einziger kritischer Artikel zu einem Produkt ausreichen.

Vielleicht stehen diese Blätter vor der Entscheidung zwischen Werbeeinnahmen (die man braucht, um überhaupt weitermachen zu können) oder dem Verzicht auf "werberunfreundlichen" content.
 
DerOlf schrieb:
Ich weiß nicht, wie solche Fachmagazine vor 30 oder mehr Jahren ausgesehen haben ... ich werfe aber regelmäßig einen Blick in "Gitarre und Bass", weil es mein Mitbewohner abboniert hat.
Sie waren früher ganz anders. Ich lese Spektrum der Wissenschaft seit 1979 und alle Hefte stehen vor mir. Wenn ich die alten Hefte mit wenigen aber inhaltlich fundierten Berichten sehe, an denen man Stunden gelesen hat, Artikel über 20 Seiten, und es mit heutigem fokushaftem Aufbau vergleich, mit vielen kurzen Nachrichten, Überschriften ohne Inhalt, dazu einer höheren Gewichtung auf grafische Gestaltung ist der Unterschied mehr als augenfällig.

Eine Entwicklung ist eindeutig von tiefer redaktioneller Arbeit hin zum Zusammenschustern verfügbarer Nachrichten zu erkennen. Im Spiegel, denke ich an Artikel der siebziger Jahre, ist die Entwicklung ähnlich. Ob es auf alle Fachmagazine übertagbar ist, kann ich nicht beurteilen, ich postuliere es einfach. Eine Wertung soll es nicht sein. ob wenig und für fundiert "besser" als viel und dafür oberflächlicher ist, muss jeder für sich selber beurteilen. Die alten Artikel haben auf jedem Fall geholfen, methodisch tiefer in selektive Themen einzusteigen und zu lernen, dieses Wissen auf andere Thrmen übertragen zu können. Und genau diese Transferleistung fehlt mir in der heutigen Generation immer mehr.
 
Quetzalkoatlus schrieb:
Nochmal:
1. Wenn es wirklich um die Sache ginge, "Fake News" aufzudecken, wieso werden dann von einer EU-finanzierten Organisation ausschließlich Nachrichten geprüft, die pro Russisch sind, und nicht etwa alle Nachrichten? So ist es für mich nichts weiter als antirussische Agitation.
2. Was auf dieser "Anti Fakenews" Seite publiziert wird ist doch nichts weiter als pro-EU Gegenpropaganda (Siehe Beispiel was ich verlinkt habe). Ist das für dich eine seriöse, neutrale Antwort auf eine tatsächliche Falschmeldung?

1. Ich wüsste nicht, dass eine andere Regierung einen staatszugehörigen Rundfunk betreibt, der einzig und allein dafür gedacht ist, die eigene Regierungpropaganda in anderen Ländern auszustrahlen.
2. Es ist ein signifikanter Unterschied, ob man FakeNews aufdeckt oder verbreitet
 
DerOlf schrieb:
Ich weiß nicht, wie solche Fachmagazine vor 30 oder mehr Jahren ausgesehen haben ... ich werfe aber regelmäßig einen Blick in "Gitarre und Bass", weil es mein Mitbewohner abboniert hat.
...
Da ist es tatsächlich zu fast 100% Werbung ...

Genau das meine ich. Wie solche Hefte vor 30 Jahren aussahen? Besser, es lohnte noch sie auch zu kaufen, weil der Inhalt lesenswert war. Heute hat sich das Warenangebot bestimmt verhunderfacht (siehst du im Gitarrenbereich sehr schön), auch die Zahl der Marken ist deutlich gewachsen, aber der Inhalt solcher Zeitschriften wurde immer mehr vom Nutzen für den Kunden zum Nutzen für die Vermarktung verschoben.

DerOlf schrieb:
Wenn ich mir ansehe, wie onlineportale mit "werberunfreundlichem" content umgehen, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es eben nicht die Verleger sind, die hier bestimmen, sondern eben die Werber ... wer für Unternehmen XY auch weiterhin werbung machen will (und dafür nicht schlecht Kohle kassieren) der sollte es sich wohl mit diesem Unternehmen lieber nicht verscherzen

Richtig, dabei spielt auch noch eine Rolle, wie eng heute ehemaligen Konkurrenten verbandelt sind, wieviel Marktmacht sich nur noch auf wenige Unternehmen konzentriert, aber auch was ich betont habe: Es gab im Anzeigenmarkt früher genug Alternativen- aus den gleichen Gründen. Während früher eine einzelne Biermarke durchaus Anzeigen in Hobbyfachzeitschriften schaltete, um eine breitere Zielgruppe zu finden, gehört sie heute zu einem Großkonzern, der seinen (gewachsenen) Werbegetat z.B. lieber in große Sportveranstaltungen steckt.
Hinter all dem steckt das gleiche Prinzip: Profitmaximierung um jeden Preis, auch wenn die Qualität damit den Bach runter geht (betrifft in dem Beispiel Fachmagazine wie Biermarken..).

DerOlf schrieb:
Vielleicht stehen diese Blätter vor der Entscheidung zwischen Werbeeinnahmen (die man braucht, um überhaupt weitermachen zu können) oder dem Verzicht auf "werberunfreundlichen" content.

Diese Blätter sind auf maximalen Profit ausgerichtet und das ist ihr Problem. Früher wollte man eine möglichst konstant hohe Auflage, um den Werbekunden etwas bieten zu können, was wiederum die Anzeigen verteuerte. Dafür war eine hohe Qualität des Heftes wichtig.
Heute spart man in der Redaktion und an Autoren und verscherzt es sich, wie du richtig beschreibst, lieber nicht mit den Anzeigekunden, von denen nicht wenige Autoren auch noch Geld bekommen, die Leser stehen inzwischen an letzter Stelle.
Dieser Wandel vom "Fachmagazin zum Werbeheft" spiegelt sich allerdings auch in den Preisen wieder, manches Jahresabo kannst du inzwischen für 5€ kaufen.
 
Schrammler schrieb:
Diese Blätter sind auf maximalen Profit ausgerichtet und das ist ihr Problem. Früher wollte man eine möglichst konstant hohe Auflage, um den Werbekunden etwas bieten zu können, was wiederum die Anzeigen verteuerte. Dafür war eine hohe Qualität des Heftes wichtig.
Heute spart man in der Redaktion und an Autoren und verscherzt es sich, wie du richtig beschreibst, lieber nicht mit den Anzeigekunden, von denen nicht wenige Autoren auch noch Geld bekommen, die Leser stehen inzwischen an letzter Stelle.
Dieser Wandel vom "Fachmagazin zum Werbeheft" spiegelt sich allerdings auch in den Preisen wieder, manches Jahresabo kannst du inzwischen für 5€ kaufen.
Das ist zu einfach, weil der "durchtriebene" Konsument ebenso eine Profitmaximierung anstrebt und für Informationen nicht mehr bereit ist, zu bezahlen. Warum lesen und schreiben wir hier, anstatt ein gutes Magazin zu kaufen? Damit schaukelt sich das ganze auf. Die einen zahlen nicht mehr, die Auflagen sinken und damit der Gewinn der Zeitungen. Das Zeitungssterben ist seit 30 Jahren riesig, statt vieler regionaler engagierter Zeitungen haben wir heute fünf große Konzerne. Die Funke Medien Gruppe, Holzbrink, Madsack, Springer und Bertelsmann, teien sich den Printbereich auf. Und auch die straucheln, weil sich der Markt verlagert.

Frag um unter 20 jährigen mit eigener Wohnung, wer ein Zeitungsabonnement hat. Heute traut man Youtubeschwätzern, die Meinungen, Gerüchte und Beleidigungen verbreiten, aber kein Wissen. Und wenn diese Konsumenten auf Wissen stoßen, erkennen sie es nicht mehr. Es ist aber auch schwer, weil es kaum noch Wissen gibt. Fast alles, was ich z.B. an investigativen Reportagen im Fernsehen sehe, ist hanebüchener Blödsinn. Es sind punktuell stimmige Informationen, die aus dem Kontext gerissen mit viel bösartigem und entstellendem Zusammenschnitt einzelner Aussagen massiv manipulieren sollen. Besonders negativ sind mir Sendungen wie Monitor in Erinnerung. Früher unter Bednarz war es nichts weiter als ein Füllhorn für falsche oder zumindest entstellte Nachrichten.

Übliche Stilmittel waren, sich bei wem auch immer zum Gespräch einzuladen und abrupt das Thema zu wechseln, dazu grelles gelbes Licht von oben und den stammelnden Vorstand "Ähh, da kann ich jetzt nichts zu sagen". In der Sendung wird vor dieser Aussage dem seriös dargestellten Spezialist viel Raum für seine Meinung gegeben, die schlagartig stimmig wird mit dem Zusatz " Und hier die Hinhaltetaktik des Konzern XZ. Das ist so offensichtlich manipulativ und trotzdem fällt der Zuschauer in der Regel darauf rein.

Ich kann den Ruf nach "Lügenpresse" in Grenzen nachvollziehen, trotzdem ist es ein Unterschied, zu lügen, wie wir es heute immmer wieder von AfD Politikern und der Rechten im Allgemeinen erleben im Vergleich zu manipulativer Darstellung. Viele Journalisten glauben ihrer fixen Idee und suchen kramphaft Beweise. Bestes Beispiel dafür war eine Reportage über den Dioxinkandal in Seveso und die Behauptung, es wurden bewußt Kampfmittel erzeugt. Und genau hier setzt die Medienkompüetanz ein. Die wird aber immner geringer, wie man am Glauben an Verschwörungstheorien wie dem angeblichen Mondlandungsfake sieht. Die ist witzige Unterhaltung, aber keine Information. Und trotzdem glauben es Millionen Menschen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ihr konsumiert einfach eindeutig die falschen Medien. Ich sage mal, dass tut ihr bewusst, passt besser in die Filterblase. Wr will, liest und sieht auch heute noch genügend gut recherchiertes Material.

Zum anderen frage ich mich immer wieder, wie so manch einer hier eigentlich in der Lage sein will, faktisch basiert zu überprüfen, dass das alles so schlecht ist wie er es meint. Hier scheinen ja nur grandiose, umfassend Gebildete unterwegs zu sein, wenn sie bei so vielfältigen und verschiedenen Themen stets fundiert bewerten können, dass das präsentierte un- bzw. halbwahr ist...
 
Mustis schrieb:
Hier scheinen ja nur grandiose, umfassend Gebildete unterwegs zu sein,.
Danke, aber das kommt mit dem Alter, wenn man die Zeit nutzt. Wer viele Jahre als Führungskraft aus den einzelnen Aussagen aller Mitarbeiter die stimmigen herauskondensieren muss, lernt das.
 
rg88 schrieb:
1. Ich wüsste nicht, dass eine andere Regierung einen staatszugehörigen Rundfunk betreibt, der einzig und allein dafür gedacht ist, die eigene Regierungpropaganda in anderen Ländern auszustrahlen.

noch nie was von deutscher welle oder radio free europe gehört?

2. Es ist ein signifikanter Unterschied, ob man FakeNews aufdeckt oder verbreitet

angebliche fakenews aufdecken, indem man selbst fakenews verbreitet? das funktioniert schon rein logisch nicht.
 
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