Distro-Empfehlung für ThinkPad T14 Gen 5 (Intel Core Ultra) gesucht – Fokus: Dualboot & Veeam Agent

zorlu

Cadet 3rd Year
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Hallo zusammen,

ich möchte mein aktuelles Notebook gerne um eine Linux-Distribution erweitern und im Dualboot mit Windows 11 betreiben.
Da ich vor Jahren schon einmal Linux genutzt habe und auf meinem Hauptrechner aktuell wieder nutze, bin ich kein kompletter Neuling, brauche aber euren Rat bezüglich der Hardware-Kompatibilität und einer bestimmten Software.
Hier sind die Daten meines Notebooks:

Modell: Lenovo ThinkPad T14 Gen 5 (14 Zoll)
CPU: Intel Core Ultra 7 155U (inkl. Intel Arc Grafik / NPU)
Speicher: 32 GB RAM, 1000 GB SSD

Meine Linux-Erfahrung:
Vor ca. 8 bis 10 Jahren hatte ich auf meinem damaligen Notebook mehrere Jahre Manjaro im Einsatz. Auf meinem aktuellen Gaming-Rechner ( AMD Ryzen™7 7800X3D, RTX 5070ti, 32 GB DDR5) hatte ich erst mehrere Monate CachyOS und nutze dort seit gut einem Monat Nobara, die haben ja ihre Update/ Upgrade Politik geändert. Ich bin also mit Arch-basierten Systemen und Fedora vertraut und mag aktuelle Software (Rolling Releases). Das neue ThinkPad läuft allerdings seit zwei Jahren (bzw. seit dem Kauf) bisher nur mit Windows 11.
Die wichtigste Kernfrage – Veeam:
Für mich ist es absolut essenziell, dass der Veeam Agent für Linux ohne Probleme läuft, da mein komplettes Backup-Konzept darauf aufbaut.
Soweit ich weiß, bringt Veeam ein eigenes Kernel-Modul für Snapshots (CBT) mit, was bei sehr neuen Kernel-Versionen (wie sie bei Arch, CachyOS oder Fedora/Nobara Standard sind) manchmal zu Kompatibilitätsproblemen führt. Zwar gibt es den veeam-nosnap-Modus, aber ich wollte hören, ob hier jemand konkrete Praxiserfahrungen mit Veeam unter Linux auf einem daily Driver hat.
Welche Distribution könnt ihr mir für dieses Szenario empfehlen?
Sollte ich wegen Veeam lieber auf eine "stabile" Basis wie Ubuntu 24.04 LTS oder Debian setzen, weil Veeam diese offiziell unterstützt?
Oder läuft Veeam mittlerweile auch auf Fedora oder Arch-Derivaten (über das AUR) so stabil, dass man es für Backups produktiv nutzen kann?
Wie sieht es mit der Unterstützung der Intel Core Ultra Plattform (Meteor Lake) bezüglich Energiemanagement und Grafik unter den verschiedenen Distributionen aus?
Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Empfehlungen!
Viele Grüße
 
Ich kenne Veeam nicht. Und hier auf EndeavourOS kann ich es nur über das AUR beziehen (was ich bei einem essentiellem Tool nicht machen würde). Nicht mal über Flatpak ist es verfügbar. Fedora soll wohl auch nicht unterstützt sein:
"Die aktuelle Version des Veeam Agent for Linux unterstützt offiziell nur Fedora 36, 37, 38 und 39. Neuere Versionen wie Fedora 40, 41 oder 42 sind derzeit nicht unterstützt, und es gibt keine Pläne, die Unterstützung auf diese Versionen auszuweiten."

Aber du sagst, dass du Nobara (also Fedora) auf deinem Gaming Rechner hast und vorher Cachy installiert hattest. Hast du das nie getestet?

Ich würd an deiner Stelle wahrscheinlich einfach irgendeine Distro installieren die dir gefällt und testen, und zu Not wechseln.

Wegen der Unterstützung des Meteor Lake, wenn du sagst, dass du seit zwei Jahren Windows drauf laufen hast, dann ist die Unterstützung sicherlich sogar schon auf Debian basierten Systemen (also auch Ubuntu) angekommen. Da brauchst du dir keine Gedanken machen denke ich.

Aber was dieses Veeam angeht, da hab ich keine Ahnung. Und wenn dir das so wichtig ist musst du vielleicht testen, oder dich zur Not nach Alternativen umschauen. Ich wüsste nicht, dass es unter Linux an Backup Möglichkeiten mangelt. Ich synchronisiere z.B. manuell mit FreeFileSync, aber ich weiß ja nicht was Veeam so kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde edavouros ebenfalls für Einsteiger am einfachsten.
Setz es mit btrfs und timeshift auf. Das ist viel angenehmer als veeam

Veeam sollte aber mit dem AUR Paket gehen
 
Würde für ein modernes Notebook ein Arch Derivat oder Ubuntu 26.04 nehmen. Ich hasse Ubuntu zwar wegen der Ausrichtung auf Snap, aber der Support für Arch und Fedora lässt zu wünschen übrig, also bleibt nur (K)Ubuntu
 
zorlu schrieb:
Wie sieht es mit der Unterstützung der Intel Core Ultra Plattform (Meteor Lake) bezüglich Energiemanagement
Das schreibt das Arch Wiki zum Lenovo T14 Gen 5:

t14g5.png


Das Yes mit Sternchen bezieht sich auf den Soundchip, der wohl Anpassungen/Zusatzpakete benötigt. "Untested" bezieht sich auf das Power Management... ich würde das mal mit einer Arch-basierten Distro testen. Und auch bzgl. Veeam würde ich mal das AUR-Paket testen.
 
Wegen Veeam Agent müsstest du leider Debian nehmen, aber ob Debian 13 neu genug für die Hardware ist auch eine Frage.
Wenn du eine Resistenz gegen Verzweiflung hast, dann könntest du noch Ubuntu 26.04 probieren.
 
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Vielen Dank für die zahlreichen und extrem hilfreichen Rückmeldungen! Das bringt mich bei der Entscheidung schon ein ganzes Stück weiter. Ich versuche mal, die wichtigsten Punkte für mich zusammenzufassen und direkt darauf einzugehen.

1. Zum Thema Veeam & Kernel-Kompatibilität ( @gio127 , @Amaoto , @foofoobar , @GTrash81 )
Ihr habt genau den wunden Punkt getroffen, vor dem ich Schiss hatte. Die offizielle Support-Matrix von Veeam hinkt den aktuellen Kernel-Versionen leider oft hinterher.

Fedora/Arch: Dass Veeam offiziell nur bis Fedora 39 unterstützt wird, ist ein KO-Kriterium für ein topaktuelles Fedora oder Nobara, wenn ich auf ein stabiles Backup angewiesen bin. Das AUR-Paket bei Arch-Derivaten (wie @madmax2010 und @fixedwater erwähnten) wäre zwar einen Versuch wert, aber bei einem essenziellen Backup-Tool schwingt da im Produktivbetrieb immer ein ungutes Gefühl mit, wenn der Kernel mal wieder springt.
Enterprise-Distros: Alma oder Rocky Linux (@Amaoto) sind super stabil, aber für ein modernes Notebook mit Intel Core Ultra (Meteor Lake) hardwareseitig vermutlich etwas zu altbacken, was die Kernel-Treiber angeht.

Der Kompromiss (Ubuntu/Debian): Ubuntu (@mr_andersson, @GTrash81) scheint hier tatsächlich der logischste Mittelweg zu sein. Es bietet meist besseren Third-Party-Support von kommerziellen Herstellern wie Veeam, bringt aber in den neueren Versionen genug Hardware-Support für das T14 Gen 5 mit.
2. Zu den Backup-Alternativen ( @madmax2010 , @foofoobar )
Der Einwand von @madmax2010 mit Btrfs + Timeshift (oder Snapper) ist genial und eigentlich der Standardweg unter modernen Linux-Systemen.

Warum Veeam? Ich nutze Veeam primär, weil ich damit mein komplettes Bare-Metal-Backup direkt auf mein NAS schieben kann. Wenn mir die NVMe im ThinkPad abraucht, ziehe ich das Image per Veeam-Recovery-Medium wieder glatt.

@foofoobar: Ein reines File-Backup (wie mit FreeFileSync) reicht mir da leider nicht ganz. Aber die Idee, auf Dateisystem-Ebene mit Snapshots (Btrfs) für die tägliche Sicherheit zu arbeiten und Veeam "nur" als sekundäres Full-Backup zu nutzen (vielleicht sogar im veeam-nosnap-Modus ohne das proprietäre Kernel-Modul), wäre ein brauchbarer Kompromiss.

3. Zum ThinkPad T14 Gen 5 & Hardware-Support ( @fixedwater )
Danke für den Screenshot aus dem Arch-Wiki! Das sieht ja eigentlich extrem vielversprechend aus. Dass Sound und Power Management ein paar Anpassungen brauchen oder noch als "Untested" markiert sind, ist bei so neuer Hardware normal. Da das Gerät im Wiki aber grundsätzlich ein "Yes" hat, mache ich mir um die reine Linux-Kompatibilität des T14 Gen 5 weniger Sorgen – eher um das Zusammenspiel mit Veeam.

Mein weiteres Vorgehen,
Ich werde mir vermutlich als Erstes ein Ubuntu-basiertes System oder sogar ein aktuelles Fedora in einer VM oder auf einer externen SSD installieren, um explizit zu testen, wie sich der Veeam Agent verhält. Wenn das fehlschlägt, überlege ich ernsthaft, meinen Backup-Workflow für das Notebook auf Btrfs + Snapper/Timeshift umzustellen und die Daten separat aufs NAS zu sichern, um bei der Distro-Wahl (z. B. CachyOS/Arch oder Nobara) völlig frei zu sein.

Falls noch jemand den Veeam Agent erfolgreich auf einem aktuellen Ubuntu oder per AUR auf Arch im Einsatz hat, freue ich mich weiterhin über Erfahrungsberichte!

Vielen Dank nochmals für den genialen Input!
 
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zorlu schrieb:
Warum Veeam? Ich nutze Veeam primär, weil ich damit mein komplettes Bare-Metal-Backup direkt auf mein NAS schieben kann. Wenn mir die NVMe im ThinkPad abraucht, ziehe ich das Image per Veeam-Recovery-Medium wieder glatt.

@foofoobar: Ein reines File-Backup (wie mit FreeFileSync) reicht mir da leider nicht ganz. Aber die Idee, auf Dateisystem-Ebene mit Snapshots (Btrfs) für die tägliche Sicherheit zu arbeiten und Veeam "nur" als sekundäres Full-Backup zu nutzen (vielleicht sogar im veeam-nosnap-Modus ohne das proprietäre Kernel-Modul), wäre ein brauchbarer Kompromiss.
Linux kann man auch aus einem File-basierten Backup boot-fähig wieder herstellen: (Tarball reicht)

https://relax-and-recover.org/
https://wiki.ubuntuusers.de/Ubuntu_umziehen/
https://wiki.ubuntuusers.de/GRUB_2/Reparatur/#chroot-Methode
 
mr_andersson schrieb:
[...]aber der Support für Arch und Fedora lässt zu wünschen übrig,
Inwiefern das? Der Support für moderne Laptops hängt doch in erster Linie von der Kernel-Version ab.
 
zorlu schrieb:
Modell: Lenovo ThinkPad T14 Gen 5 (14 Zoll)

Genauer? Es gibt da eine Modellnummer von Lenovo.

zorlu schrieb:
Für mich ist es absolut essenziell, dass der Veeam Agent

Das ist eine kommerzielle Software. Wenn die wie VMWare drauf sind, dann kann es schon mal sein die 1 Jahr Verzögerung haben bevor es Support für einen aktuellen Kernel gibt.

zorlu schrieb:
Zwar gibt es den veeam-nosnap-Modus, aber ich wollte hören, ob hier jemand konkrete Praxiserfahrungen mit Veeam unter Linux auf einem daily Driver hat.

Brauchst du den "anderen" Modus wirklich? Wieso unbedingt Veeam?

zorlu schrieb:

Auf dem Nachfolger läuft es. Wird ja auch so verkauft:

1780843297304.png


wenn man dieser Liste hier trauen darf: https://docs.fedoraproject.org/en-US/marketing/ready/lenovo/

Zusätzlich sind die Modelle auch noch zertifiert von RedHat für RHEL: ThinkPad T14 Gen 6 (21QDZCW1CN)

zorlu schrieb:
Wie sieht es mit der Unterstützung der Intel Core Ultra Plattform (Meteor Lake) bezüglich Energiemanagement und Grafik unter den verschiedenen Distributionen aus?

Das hängt vom Kernel ab. Ich habe hier das aktuelle T14 Gen7 und funktioniert unter Linux alles. Die NPU habe ich nicht getestet. Eher zufällig habe ich mit einer Fedora 42 Live ISO (released 2025-04) auf dem sehr neuen T14 Gen7 (released 2026-05) getestet.

Überlege ob du dein Killer-Kriterium Veeam beibehalten willst. Wieso brauchst du überhaupt ein Full Image Backup? Geht es hier um eine Firmenanfrage und deren Ökosystem? Wenn ja, wieso ist die Distribution dann quasi egal? Die muss doch meistens auch in einem Supportvertrag drin sein?

Ansonsten wenn du deine Modellnummer nennst, dann kannst du auch unter https://linux-hardware.org/ nachschauen wie der Support Status pro Distribution ist.
 
Vielen Dank nochmals für die super Fortsetzung der Diskussion und die neuen Denkanstöße!
Um kurz die offenen Fragen zu klären.

Die genaue Modellnummer meines Geräts lautet 21ML008YMZ (Lenovo ThinkPad T14 Gen 5, Intel Core Ultra 7 155U). Auf linux-hardware.org werde ich damit auf jeden Fall mal die genauen Probes abgleichen, danke für den Tipp @JumpingCat!

Hier mein Feedback zu euren super interessanten Punkten.

1. Zum Thema "Warum unbedingt Veeam?" & Alternativen ( @foofoobar , @JumpingCat )
@JumpingCat, Du hast absolut recht. Veeam verhält sich im Linux-Bereich oft wie VMware – der Support für topaktuelle Kernel hinkt kommerziell bedingt gerne mal Monate hinterher. Es ist ein rein privates System, kein Firmennetzwerk. Der Grund, warum ich so an Veeam hänge, ist reine Gewohnheit aus der Windows-Welt: Ein kompletter Bare-Metal-Restore auf ein neues, nacktes Laufwerk war damit bisher ein No-Brainer.
@foofoobar: Der Hinweis mit Relax-and-Recover (ReR) und der Chroot-Methode bei simplen Tarballs ist genial. Das öffnet mir eigentlich die Augen: Linux ist eben nicht Windows. Wenn ein Boot-fähiges Wiederherstellen auch sauber und zuverlässig über File-basierte Backups (bzw. Bordmittel) klappt, relativiert das mein "Killer-Kriterium" Veeam ein ganzes Stück. Ich werde mir Relax-and-Recover definitiv genauer ansehen!

2. Zur Hardware-Unterstützung & Distro-Wahl ( @4nanai , @JumpingCat )
@4nanai: Genau das war auch mein Gedanke. Der Support für moderne Laptops steht und fällt mit dem Kernel. Da das T14 Gen 5 (und sogar das neuere Gen 6/Gen 7, wie @JumpingCat erwähnte) ab Werk mit Fedora/Ubuntu verkauft wird bzw. RHEL-zertifiziert ist, mache ich mir um die Hardware-Kompatibilität bei modernen Distros absolut keine Sorgen mehr.

Wenn selbst ein Fedora 42 Live-System auf einem brandneuen Gen 7 (bis auf die NPU) out-of-the-box rennt, ist die Intel Core Ultra Plattform softwareseitig inzwischen wohl extrem gut gereift.

Mein Plan für die Testphase.
Bevor ich das System wirklich produktiv einsetze, werde ich das Ganze erst einmal ausgiebig in einer Testumgebung (auf einer separaten Partition oder externen SSD) ausprobieren.

Testlauf 1 (Fedora / Arch-Derivat mit Veeam), Ich werde mir ein modernes Fedora oder ein Arch-Derivat (CachyOS/EndeavourOS) installieren und schauen, ob ich den Veeam Agent (ggf. im nosnap-Modus oder übers AUR) stabil zum Laufen kriege. Ein Test-Recovery wird dann zeigen, ob ich der Sache vertrauen kann.

Testlauf 2 (Die Linux-Alternative), Parallel werde ich die von euch vorgeschlagene Kombination aus Btrfs + Snapper/Timeshift für den Alltag und Relax-and-Recover (oder klassische File-Backups aufs NAS) testen. Wenn sich das im Test als zuverlässig erweist, fliegt Veeam für das Notebook endgültig vom Zettel.
Erst wenn einer dieser beiden Workflows im Test absolut fehlerfrei funktioniert, ziehe ich das System final und produktiv im Dualboot um.

Danke euch allen, ihr habt mir extrem geholfen, den richtigen Ansatz für meine Testphase zu finden!
 
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zorlu schrieb:
Kombination aus Btrfs + Snapper/Timeshift
Ich mag ja persönlich echt EndeavourOS, aber wenn es um Btrfs + Snapper geht kenne ich out-of-the-box nichts besseres als CachyOS. Ich weiß das auch OpenSuse eine gute Grundkonfiguration haben soll, aber OpenSuse ist wieder ein Thema für sich. Ob Fedora mittlerweile eine gute out-of-the-box Konfiguration anbietet weiß ich nicht.

Relax-and-Recovery werde ich mir auch selbst mal anschauen :)
 
Nutze CachyOS auf meinem ThinkPad t14s G3 als daily driver zum Arbeiten.
Backup mit btrfs snapshots und PikaBackup, wobei ich beides bisher nicht gebraucht habe.
 
gio127 schrieb:
Ob Fedora mittlerweile eine gute out-of-the-box Konfiguration anbietet weiß ich nicht.
Nö, die nennen ihr Root-Subvolume immer noch root und nicht @root, womit Timeshift leider nicht umgehen kann.
 
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