Der Wirkungsgrad bezeichnet, wie viel Schallleistung aus gegebenem Stromfluss resultiert. Die Empfindlichkeit bezeichnet die Schallleistung aus gegebener Spannung.
Niederohmige Hörer haben also in der Regel eine höhere Empfindlichkeit, weil sie aus der vom Verstärker angelegten Wechselspannung mehr Strom fliessen lassen (= der Spannung weniger Widerstand entgegensetzen). Ist allerdings ihr Wirkungsgrad, z.B. aufgrund schwacher Magneten, gering, kann dies den theoretischen Vorteil aufheben; dann fliesst wohl viel Strom, aber der wird nicht in entsprechende Schallleistung umgesetzt.
Portable Geräte sind auf niederohmige Hörer zugeschnitten, da sie aufgrund der limitierten Batteriespannung nur an solchen Lasten genügend Strom liefern können. Doch aufgepasst: Die meisten portablen Digitalspieler haben wegen der Platznot und aus finanziellen Überlegungen unterdimensionierte Koppelkondensatoren am KH-Ausgang, die mit niedrigen Lastimpedanzen einen frühen Bassabfall produzieren.
So gesehen wären für diese Gerätekategorie also doch wieder höhere Impedanzen angesagt, zumindest solche über 60 Ohm.
Die meisten Heimgeräte, darunter auch spezialisierte KH-Verstärker, liefern normalerweise genügend Spannung und damit Leistung an hochohmigen Kopfhörern. Anderseits kennen sie auch das Problem mit den unterdimensionierten Koppelkondensatoren nicht, so dass auch niederohmige Hörer keinen Nachteil darstellen und sogar den Vorteil der höheren Empfindlichkeit bieten. Aber ganz so einfach ist es nicht. Zum Beispiel haben Röhrenverstärker höhere Ausgangsimpedanzen als Transistorverstärker. Diese machen einerseits den Empfindlichkeitsvorteil niederohmiger KH zunichte und verringern anderseits den Dämpfungsfaktor. Dieser hat im Bereich Kopfhörer nur eine wichtige Funktion: den Bassfrequenzgang zu kontrollieren. Denn die Eigenresonanz der Minilautsprecher im Kopfhörer führt zu einer Impedanzüberhöhung bei ihrer Eigenfrequenz, die gut und gern das Doppelte der Nennimpedanz betragen kann. Zusammen mit einem hohen Serienwiderstand im Signalweg führt das zu einer Bassbetonung um 100 Hz, die mit den meisten KH unvorteilhaft klingt. Die durch die Schwingspuleninduktivität zu den Höhen ansteigende Impedanzkurve ist zumeist etwas weniger stark ausgeprägt und hat demzufolge geringere Auswirkungen auf den resultierenden elektrischen Frequenzgang.
Dieses Szenario zeigt auch auf, dass niederohmige KH empfindlicher auf hohe Ausgangsimpedanzen und generell Serienwiderstände reagieren als hochohmige. Deshalb sind – entgegen landläufiger Meinung – hochohmige Kopfhörer im Prinzip einfacher zu betreiben als niederohmige. Nicht zu vergessen, dass die höhere Empfindlichkeit Letzterer nicht nur von Vorteil ist: Auch Brummen und Rauschen von Verstärkerausgangsstufen treten mit ihnen stärker in Erscheinung. Und schliesslich führt der geringere Stromfluss im Falle hochohmiger KH zu messbar geringeren Verzerrungen – vorausgesetzt, der Verstärker muss nicht in der Nähe seiner Leistungsgrenze arbeiten.