News Elektronische Bürgerdienste wecken Interesse

Es ist schon viel schlimmer, was kommt, deshalb vestehe ich auch nicht, warum das immer so locker gesehen wird. Auch wenn in der Krise mehr Internetausbau als Förderung gepriesen wird, sieht man es mit ganz anderen Augen, wenn man das hier liest:

3.5. E-Government
Ein neuer Bereich entsteht in Zukunft im Bereich E-Government. In diesem hoch politischen Thema wird bis zum Jahr 2013 erarbeitet, wie Anforderungen im E-Government umgesetzt werden können und welche Einschränkungen und Möglichkeiten sich ergeben. Es bedarf einer „E-Government-Gesamtstrategie“, um die vielen unterschiedlichen Anforderungen, wie Gesetzesvorgaben und -änderungen, Sicherheit, Identität, Effizienz, demographischer Entwicklung, Bürgerbeteiligung und Verwaltungsabbau zu berücksichtigen. (1)
• Vision:
E-Government – sicher, mobil und netzzentriert – hat sich auf breiter Ebene durchgesetzt, ist überall nutzbar und gestaltet positiv das Miteinander von Verwaltungen, Bürgern und Unternehmen.
• Nutzen:
E-Government als technologischer Motor der Verwaltungsmodernisierung leistet einen bedeutenden Beitrag zu einem effizienten Staat, der Bürgern und Unternehmen ein ideales Umfeld und gute Zukunftschancen bietet.
• Herausforderungen:
Die öffentliche Verwaltung muss trotz ungünstiger demografischer Entwicklung und Strukturwandel ihre Serviceorientierung und die Nähe zu Bürgern und Wirtschaft aufrechterhalten und ausbauen.
• Handlungsanforderungen:
Deutschland muss die technische und organisatorische Vernetzung von Bürgern und Verwaltungen vorantreiben, einfache Möglichkeiten für sichere und rechtsverbindliche digitale Kommunikation bereitstellen und durch geeignete Rahmenbedingungen Investitionsanreize schaffen.
Ein anderer Aspekt in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass die besten E-Government-Infrastrukturen ihren vollen Nutzen nicht entfalten können, wenn auf der Nutzerseite die Bürger nicht über einen adäquaten Netzzugang verfügen. Basis für eine breite Nutzung ist die Weiterentwicklung hin zu leistungsfähigeren Breitbandnetzen in Deutschland. Dazu gehören sowohl neue, Glasfaser basierte Zugangsnetze als auch innovative mobile Breitbandlösungen, die beispielsweise für den ländlichen Raum genutzt werden können.
Verwendung findet in einer Vision der ePass und PIN um z.B. einen Umzug zu organisieren. Dabei dient der heutige Zugang zum Online-Banking als Beispiel für Einfachheit.
Die „Maastricht Economic and social Research and training centre on Innovation and Technology“ (MERIT) hat eine Rangliste für verschieden Länder herausgebracht, welche die Innovationsentwicklung mit Hilfe des European Innovation Scoreboard (EIS) bewertet (2).

1. DeMail. [Online] [Cited: 1 22, 2009.] http://www.cio.bund.de/cln_093/DE/Home/Teaserbox/teaserbox_projekte_initiativen_links_inhalt.html.

2. Verfassungsrechtliche Visionen für E-Government. [Online] http://www.cio.bund.de/cae/servlet/...licationFile/6968/ag3_broschuere_download.pdf.

3. European Innovation Scoreboard 2008: Summary of the situation in the 27 Member States. [Online] http://europa.eu/rapid/pressRelease...format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en.

Ist viel, ich weiß. Aber speziell die ag3_broschuere ist echter Zündstoff.
Danach hat man wirklich mal etwas Blick in die Zukunft und nicht nur Phrasen von Politikern gehört.
Das was wir vom Internet wollen ist nicht das, was gewisse Politiker möchten.
Und wer will tut zur Wahl was dagegen - Oder ist begeistert über den wirtschaftlichen Überwachungsstaat.

Warnung: Das Thema kann euch den Tag vermiesen ...
 
MCCornholio: Exakt! Auch habe habe schon mehr als genug von dieser Lobbyorganisation für Softwarepatente. Ich versteh auch nicht warum Computerbase immer wie ein kleiner Hund alles nachplappert. :(
 
Das bestehende Patenrecht für Software oder anderen "kulturfremden" Medien ist auf auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Daran wird auch ein Festkrallen der Politik am Rednerpult im klimatisierten EU-Parlament nichts ändern. Zum Glück sterben Elefanten auch irgendwann einmal und die s.g. NewGeneration der Computerkinder wird, der medialen Verdummung hoffentlich zum Trotz, aufwachen und aufstehen.

E-Goverment ist in soweit sinnvoll, als das es Prozesse und behördliche Abläufe vereinfachen soll. Doch wenn ich mir die verstaubten Stempel in manchen Amtsstuben so ansehe, die zudem noch älter sind als das Gebäude darüber, dann frage ich mich, ob die digitale Revolution überhaupt in den Ämtern begonnen hat, oder es nur schöner neuer Schein ist - ohne SSL und Datenschutz. Change-Management beginnt im Kopf, nicht mit dem Netzwerkanschluss unterm Schreibtisch.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich frag mich auch ob unser Amtswesen im 21. Jahrhundert angekommen ist, die Abläufe stammen jedenfalls aus noch längst vergangenen Tagen.
Man sollte sich stark darüber Gedanken machen wie man die Bürokratie digitalisieren kann, in BWL/GP hört man oft noch vom Papier- und Abheftwahnsinn, der durch IT leicht bewältigt werden könnte. Was in Unternehmen also schon lange gegängelt wird, scheint in den Ämtern längst noch Praxis zu sein.
Gerne würde ich die elektronischen Wege nutzen, allerdings nicht für jeden Preis. Für solche Projekte sollte man sich an bestehende offene Standards halten und aus Barrierefreiengedanken keinesfalls proprietäre Ansätze oder Dokumentformate verwendet werden, den Austausch zwischen den Ämtern ermöglichen, einheitliche IT-Infrastrukturen aufbauen. Datenschutz und Sicherheit gewähren.

Da kommt man schon zur Schattenseite, Netzwerke sind nicht einfach 100% sicher, so gibt es hier große Hürden - woran solche Ansätze wohl weitgehends scheitern. Aber im Grunde können auch unsere Post und die der Ämter verloren gehen oder missbraucht werden ...
Größte Schattenseite ist die wirtschaftliche Sicht, Unternehmen winken da Millionenaufträge zu, proprietäre Formate und DRM-Maßnahmen wollen untergebracht werden (Lobbyarbeit), Schlamperei ist ebenso vorprogrammiert.
 
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