News Elektronischen Patientenakten: Hacker finden erneut Sicherheitslücken in der ePA

Allan A7X schrieb:
Das ist doch schon wieder absoluter Unfug, nur erklärbar, falls deine angegebene chronische Erkrankung einen neurodegenerativen Charakter aufweist. Ich arbeite an der Uniklinik, ich schau mir mit 20 Kollegen jeden Morgen Vorbefunde im Tumorboard an und lege die weitere Therapie fest. Gerade bei chronischen Erkrankungen ist eine lückenlose Sammlung von Vorbefunden essentiell (und leider so gut wie nie vorhanden).
Dann haben deine Patienten viel Glück mit dir.

Beispiel aus meinem Leben (lückenlos mit Artzbriefen nachweisbar):

Wurde im Vorgespräch mit einer bereits aus vorherigen Terminen bekannten Oberärztin zur Neudiagnostik aufgrund Verschlechterung einbestellt. Die war am Termin nicht da. Der mir vorgesetzte Assistenzarzt hatte sich nicht mit beschäftigt und war völlig ahnungslos.

Da er mich persönlich scheinbar nicht mochte, hat er mir meine komplette Krankheitsgeschichte und Symptome abgesprochen (trotz mehrjähriger Vorbehandlung in selbiger Klinik), fast alle Untersuchungen für den Tag abgesagt (hab ja nur Monate drauf gewartet) und bullshit in den Befund geschrieben. Trotz Beschwerde an die Oberärztin und co ist nichts passiert und dieser Befund hat jetzt im System Bestand.

Weißt du, was ich für ein Problem hätte, wenn der jetzt der letzte Befund in der EPA wäre und jeder Folgebehandler den einsehen könnte? Und erzähl mir nicht, dass dann jeder die anderen 100 Seiten Vorgeschichte anguckt...

Und sowas ist garantiert kein Einzelfall. Ich will lückenlos und verlässlich selbst bestimmen wer was sehen darf und was überhaupt irgendwo online gespeichert wird. Und genau das ist ja nicht mal möglich. Das ganze System ist aktuell ein lächerlicher Haufen Mist, den vermutlich ein Informatik Student als Masterarbeit besser programmiert hätte 😅🤡
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tritratrullala, Spiczek, FLCL und eine weitere Person
Alphanerd schrieb:
Wir hatten kein einziges Wort einer Diskussion gewechselt.
Das hast du richtig verstanden. Deshalb verstehe ich auch nicht wieso du mich überhaupt in die Diskussion, die du offensichtlich mit jemand anders führen willst hineinziehst. Ich habe dir den Deutschlandmurks erläutert und auf was diese Anspielung bezogen war. Natürlich kannst du das Dummfug nennen, dass du aber überhaupt in dieser Art und Weise eine Diskussion (oder was das überhaupt werden soll) mit jemandem eröffnest, ist halt einfach maximal unsympathisch. Ich bereue ja schon, dass ich auf diesen Scheißdreck überhaupt reagiert habe. Offensichtlich ist es dir aber auch nicht recht, wenn wir das einfach beenden und du willst lieber weiter frotzeln?
 
Hab direkt anfangs dem ganzen widersprochen, da ich genau sowas befürchtete.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tritratrullala, Bolder und -MK
Vigilant schrieb:
Woher stammt dieses Bild?

Es gibt sehr wohl eine Diskussion über die Anzahl der Krankenkassen. Steht teilweise als "Bürgerversicherung" auch in Parteikonzepten.

Es sind übrigens 95 (2024) Krankenkassen. In 2000 waren es noch 420, 1990 über 1.000. Und der Kontrahierungszwang besteht weiter, auch wenn die Anzahl Zusammenschlüsse weniger wurde.

Die Zusammenlegung der restlichen 95 zu einer Bürgerversicherung würde kaum etwas bringen (-0,5 bis -1,2 Beitragssatzpunkte). Das wird von den Kostensteigerungsfaktoren sofort wieder aufgefressen und ist also nicht die Lösung, auch wenn das an den Stammtischen dieser Nation mit bierseligem Gemecker über Politik und Wasserköppe gerne so gesehen wird.
Naja -0,5 bis -1,2 Prozentpunkte sind jetzt nicht Nichts und immerhin überhaupt eine Kompensation der Kostensteigerungen. Ich kenn mich da nicht weiter aus. Aber welche Maßnahmen werden denn noch diskutiert, die mal eben solche Ersparnisse bringen könnten? Zumal sind 1% bei uns aufm Gehalt nicht viel. Aber insgesamt im Gesundheitssystem glaube ich schon ne Menge.

Die 94 Krankenkassen werden sich bestimmt wehren, gegen eine potentielle Bürgerversicherung. Da frage ich mich, von wem diese Zahl überhaupt kommt?

Wie war der Spruch noch ? "traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast"?


Vigilant schrieb:
Und wo wird diskutiert, dass das Krankenhauspersonal zu viel verdient?
Meine Frau ist Ärztin. Die hat schon so einiges erlebt und gehört/erfahren. Auch ist sie natürlich vernetzt mit anderen Kollegen im Gesundheitssystem. Die berichten alle ähnliches.

Ich sage es mal so. Würde in den Branchen, die regelmäßig streiken, solche Arbeitsbedingungen herschen wie im Gesundheitssystem, würde kein Zug mehr fahren und kein Flugzeug mehr fliegen.

Es ist doch immer das gleiche (und da gebe ich zu, werde ich mal zum "Schwurbler"): wenn gespart werden muss, gehts immer erst ans Personal. Da gehts nicht an die Gehälter der Manager oder an die Aktionäre - siehe aktuell in der Autobranche.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Spiczek und -MK
Schwobaseggl schrieb:
Ziemlich viel, habe die Aussage aber eher in Richtung Planung in DE bezogen
Und das hast du so auch richtig verstanden. Einige dieser Beispiele (aber auch andere) hatte ich dabei im Hinterkopf.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Schwobaseggl
Allan A7X schrieb:
Unser Gesundheitssystem ist eine knappe Resource, und wenn wir nicht endlich anfangen effizienter zu werden (und dazu gehört eine digitale Akte über alle Gesundheitseinrichtungen hinweg) wird das System zusammenbrechen.

MR2007 schrieb:
Was Effizienz angeht, hör ich aber in meinem persönlichen Umfeld von denen, die tatsächlich in Praxen damit arbeiten, etwas anderes.

Und angesichts der Kosten durch sie Demographie, können die Einsparungen auch nur marginal sein.

Ja das eine allg. Umstellung, in so einer tiefgreifenden Angelegenheit, nun erstmal nicht die Effizienz steigert, ist aber auch keine Überaschung. Und je nachdem wo mit der ePA gearbeitet wird, bzw. werden soll, wird es natürlich Unterschiede geben im Nutzen/Aufwand.
 
Allan A7X schrieb:
Ich arbeite an der Uniklinik, ich schau mir mit 20 Kollegen jeden Morgen Vorbefunde im Tumorboard an und lege die weitere Therapie fest. Gerade bei chronischen Erkrankungen ist eine lückenlose Sammlung von Vorbefunden essentiell
Eine Uniklinik ist wie hier das Forum eine Bubble und hat mit der Realität wenig zu tun. Ich kenne hier z.B. keinen niedergelassenen Arzt der sich die Zeit dazu nimmt. Auch lehnen alle mir bekannten Ärzte die ePA ab.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Spiczek, tritratrullala, -MK und eine weitere Person
Allan A7X schrieb:
Ich habe schlicht keine Zeit und Lust auf die Mehrarbeit.
Welche Mehrarbeit. Die ePA vereinfacht das doch schon. Man hat dieses Opt-In ja nicht umsonst auch an anderen Stellen.

Diese Anfrage kann ja auch automatisch an den Patienten rausgehen.

Was es schon mal gar nicht geben kann und darf ist Pauschalzugriff.
 
Casillas schrieb:
Würde in den Branchen, die regelmäßig streiken, solche Arbeitsbedingungen herschen wie im Gesundheitssystem,
Kann ich bestätigen von meiner Frau, ebenfalls Ärztin in einem öffentlichen KH in Deutschland. Bei beispielsweise BMW greift kein Mechaniker einen Schraubenschlüssel mehr an, wenn er für die gesamten Stunden im Monat inklusive Nacht (und ja das kann wenig sein oder durchgehend sein) dieses Monatsgehalt bekommt, was er sich auf die Stunde hinunter rechnet.

Aber zum Thema, es ist erstaunlich, dass in Deutschland das nicht funktioniert, obwohl es in vielen anderen Ländern ähnliche Systeme gibt, da könnte man fast Analogien zur PKW Maut Thematik finden. Ich kenne mich zu wenig mit der Sicherheitstechnik hier aus, aber das müsste ja machbar sein? Wenn eine private Firma so arbeiten würde, wäre sie nicht lange existent (K.A. wie das bei der Gematik ist).
 
Helge01 schrieb:
Eine Uniklinik ist wie hier das Forum eine Bubble und hat mit der Realität wenig zu tun. Ich kenne hier z.B. keinen niedergelassenen Arzt der sich die Zeit dazu nimmt. Auch lehnen alle mir bekannten Ärzte die ePA ab.
Eine Uniklinik hat wenig mit der Realität zu tun, soso. :mussweg:

Na ich hoffe für dich, dass du in Zukunft nicht mal auf die Dienste einer Uniklinik angewiesen sein wirst.
 
Casillas schrieb:
Na ich hoffe für dich, dass du in Zukunft nicht mal auf die Dienste einer Uniklinik angewiesen sein wirst.
Völlig missverstanden, in einer Uniklinik läuft es meist bedeutend besser ab wie bei den niedergelassenen Ärzten. Meist haben die auch mehr Zeit für ihre Patienten und können sich so manchen "Luxus" leisten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Red_Bull und -MK
Weil ich beides kenne. In 100m Entfernung ist z.B. eine Uniklinik.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Red_Bull
@Casillas wieso bist du denn so auf Krawall aus? Sowohl die falsch verstandene, als auch die korrigierte Aussage greifst du ziemlich offensiv an 😅
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tritratrullala und Helge01
@-MK
Ich bin auf Krawall aus, weil ich die Quellen gewisser Aussagen hinterfrage? Sehe ich anders.

Wenn ich jetzt @Helge01 einmal missverstanden habe, dann tut es mir leid. Dafür kann ich mich auch gerne entschuldigen.

Aber seine Aussage, dass es in Unikliniken meist bedeutend besser läuft und die Ärzte mehr Zeit haben, steht ja nun im Raum. Das möchte ich nun das er mal erklärt, wie er darauf kommt. Und sorry, dass er nun scheinbar 100m neben einer Uniklinik wohnt, reicht mir da als Argument nicht aus.

Meinen Hintergrund zu dem Thema habe ich schon erklärt. Zusätzlich habe ich 5 Jahre lang in 2 verschiedenen Unikliniken gearbeitet. Allerdings nicht in der Patientenversorgung.
 
Casillas schrieb:
weil ich die Quellen gewisser Aussagen hinterfrage?
Dein Ton ist eher das Problem ;)

Casillas schrieb:
es in Unikliniken meist bedeutend besser läuft und die Ärzte mehr Zeit haben, steht ja nun im Raum
Also meiner Erfahrung nach (schau allein mal meine Beiträge hier im Thema) tut es das halt nicht. Das war vielleicht früher mal so. Inzwischen wird dir in der Regel ein unerfahrener Assistenzarzt vor die Nase gesetzt (kann man schon froh sein, wenn der halbwegs Deutsch spricht). Und der hat sich gar nix angeguckt. Meine letzten Uni-Arztbriefe (auch aus verschiedenen Fachbereichen) waren quasi alle fehlerhaft. Auf Korrekturbitte reagiert niemand. Wenn du sowas dann in der EPA hast und jede Vorzimmerdame alles abrufen kann, herzlichen Glückwunsch :rolleyes:
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tritratrullala, cookie_dent und Red_Bull
Casillas schrieb:
Die 94 Krankenkassen werden sich bestimmt wehren, gegen eine potentielle Bürgerversicherung. Da frage ich mich, von wem diese Zahl überhaupt kommt?
Na ja, das ist relativ einfach: https://de.statista.com/statistik/d...e/anzahl-gesetzliche-krankenkassen-seit-1970/
Casillas schrieb:
Es ist doch immer das gleiche (und da gebe ich zu, werde ich mal zum "Schwurbler"): wenn gespart werden muss, gehts immer erst ans Personal.
Leider wahr. Vor allem die Bereich Gesundheitsversorgung und Sicherheit sollten meiner Auffassung nach a) vernünftig bezahlt werden und b) einen ausreichend hohen Personal-Schlüssel besitzen, um den Anforderungen (am Patienten) gerecht werden zu können, ohne latent mit einem Bein im Burnout zu stehen.

Und der kaum spürbare Entlastungseffekt einer Bürgerversicherung allein für sich gesehen würde die Versorgung der Patienten nicht verbessern. Und weil der Effekt so klein ist, verpufft dieser ohne Nachhaltigkeit schlicht im System oder wird schon bei der Transformation aufgefressen. Gewonnen ist dadurch für Patienten und Beschäftige... nichts. Zumal auch nicht klar ist, wie das neue Bürokratie-Monster davon abgehalten werden kann, zum Monster zu werden. Dazu bedarf es neue Strukturen und hinsichtlich ihrer neuen Vorteile und Nachhaltigkeit validierbare Abläufe, Strukturen, Gesetze und Verordnungen. Die fallen nicht per Fingerschnippen von Bäumen.

Es braucht mehr. Und bei der Betrachtung wird auch klar, weshalb es keine schnelle und einfache Lösungen geben kann und das Vorhaben einer Reformierung ein langfristige Transformations-Prozess wäre:

1. Finanzierungsreform (Bürgerversicherung, Steuerzuschüsse, Diversifizierung der Einnahmequellen, outcomebasierte Vergütungen, Anpassung des Risikostrukturausgleichs, wobei dieser bei einer Bürgerversicherung in aktueller Form vermutlich nicht erforderlich wäre).

2. Strukturreform (Auflösung von Sektoren-Grenzen Ambulant - Stationär, Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft, Primärversorgung stärken...)

3. Digitalisierung (ePA, Telemedizin, sonstige digitale Anwendungen, Nutzung der Gesundheitsdaten für Forschung, Validierung, Qualitätssicherung...)

4. Transparenz (Qualitätstransparenz, patientenorientierte Ergebnismaße...)

Evtl. gestützt durch Koppelung der max. Kostensteigerung an den Einnahmeentwicklungen (wie bspw. in den Niederlanden).

Und das ist ja nur die allerhöchste Flugebene. Bei genauerer Betrachtung dürfte klar werden, weshalb das alles andere als mal eben so zu machen ist. Wie schwierig das ist, zeigt auch ein Blick in den bisherigen Verlauf der Krankenhausstrukturreform.

Es ist kein irgendwie isoliertes Problem, wie ein tropfender Wasserhahn. Die Komplexität multipler Einflussfaktoren ist sehr groß: Demographie hinsichtlich Alterung, steigender Lebenserwartung und steigendem Behandlungs- und Pflegebedarf, teure medizinisch-technische Innovationen, wirtschaftliche Entwicklung hinsichtlich Beschäftigungszahlen, Einkommenssteigerungen und Steuereinnahmen, etc.

Wenn das angegangen werden soll, und das muss es irgendwie, braucht es Mut, Entschlossenheit, Kooperation und viele wirklich kompetente Menschen. Das ist nichts für Populisten und Politikkarrieristen.

Noch jemand Bock auf den Job? 😅

Und es wird Verlierer geben, weil irgendjemand lebt von den Milliarden an Ausgaben.
 
Zuletzt bearbeitet:
holdes schrieb:
Auf die Idee den CCC während der Entwicklungsphase in Form von Beratungsleistung oder Audits zu akkreditieren kommt keiner und dann ist immer alles halb so wild weil „realitätsfern“. Machen die das aufgrund von Fördergeldern so oder warum immer das heruntergespiele?
Der CCC ist ein Verein, der nicht kommerziell agieren darf und auch sonst die Randbedingungen nicht erfüllt, die eine Firma in der IT-Sicherheit nachweisen können muss. Zudem ist die Einstellung vom Verein, dass man keine solche Beteiligung wünscht, da man ja unabhängig meckern können will. ;)
Ansonsten ist die Gematik und Telematikinfrastruktur einfach sehr teuer gewesen und wird teuer bleiben (je nach Perspektive ist der Spaß also äußerst Lukrativ für Anbieter..). Es besteht daher kein Interesse daran zuzugeben, dass da ein Milliardenprojekt beschissen ist.


Allan A7X schrieb:
Jedes System ist hackbar. Dein Windows PC kann hackt und deine Festplatte ausgelesen werden, deine Schmuddelbilder können von deinem IPhone oder der Cloud entwendet werden etc.

Wenn Microsoft bis heute abgewartet hätte, bis es eine 100% einbruchssicheres Build von Windows gibt um es zu veröffentlichen würden wir immernoch alle mit dem Rechenschieber arbeiten. Auf der einen Seite beschweren sich alle, dass in Deutschland nichts voran geht, auf der anderen Seite wird wo es nur geht gemeckert und blockiert, weil die Lösung nicht von Tag 1 an perfekt ist. Ich ertrage dieses Land nicht mehr.
In deiner Betrachtung fehlt etwas, dass das Projekt (Gematik GmbH) seit zwei Dekaden daran arbeitet und von Beginn an die grundlegende Struktur der Telematikinfrastruktur sachlich kritisiert wird. Wobei die Kritik ignoriert wird. Sowohl von der Gematik als auch politisch. Was sogar soweit geht, dass Gematik und Ti von der NIST2 Richtlinie ausgenommen und die Einspruchsmöglichkeiten von BfdI sowie BSI gesetzlich geschliffen wurde.
Das ist Qualitativ schon eine komplett andere Geschichte, wenn Kontrollmechanismen bewusst ausgeschaltet werden, weil die kontrollierende Wirkung nervig war. Auch verlangt der CCC normalerweise keine absoluten Lösungen, die Abteilung TI-Stammtisch wäre schon glücklich wenn die TI nicht so absolut beschissen wäre!


TeaShirt schrieb:
Verstehe auch nicht wieso wir nicht einfach bestehende Systeme anderer Länder kopieren und wieder unser eigenes Ding machen müssen was von vorn bis hinten nicht zu Ende gedacht ist und eine ewige Baustelle bleiben wird die Millionen an Steuergelder verschwendet.
meph!sto schrieb:
Oder wurde hier wieder was neues erfunden statt auf bestehende Lösungen zu setzen ?
Shinsaja schrieb:
Ich frage mich manchmal, warum man nicht bei Ländern anfragt, die das seit Jahren schon nutzen. Stattdessen will man auf biegen und brechen iwas was eigenes
cruse schrieb:
Wieso muss man ins Deutschland jedesmal alles neu erfinden? Wieso nicht einfach das beste System von irgendwo importieren?
Als das Ganze 2005 begonnen wurde, war die Verbreitung anderer digitaler Systeme noch nicht so groß. Es wäre aber allemal schlau gewesen eine europäische Lösung anzustreben. Im liberalem Marktglauben wurde aber die Gematik gegründet mit einer bestimmenden Mehrheit der Unternehmen. Die Interessen der Unternehmen haben da u.a. einen großen Anteil daran, dass Formate zum Datenaustausch eher schlecht sind, die Subbestandteile jeweils eigene Lizenzen/Abos bedingen und Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit eher mau sind.


Allan A7X schrieb:
Nochmal, Lücken wird es immer geben. Du wirst auch in einem hypothetisch technisch einwandfreiem System am Ende einen korrupten Arzt finden der dir Zugang verschafft: Kein System ist unfehlbar.
Es ist ein eklatanter Unterschied, ob ein System vom Konzept her problematisch ist oder aber, ob das Konzept ausreichend belastbar ist gegenüber Missbrauchsversuchen. Rechteverwaltung in einer Form, dass Nutzer mit eskalierten Rechen grundlegend nicht Vollzugriff erlangen können und eine Transparenz bei etwaigen Zugriffen herzustellen ist kein Hexenwerk.

Der CCC ist ein super Verein und leistet wichtige Arbeit, aber die ePA muss neben der Sicherheit auch andere Eigenschaften mitbringen: Usability, Implementierbarkeit in die verschiedenen KIS usw.
Die Useability der aktuellen TI ist ja aber auch einfach scheiße. Bleiben wir nur bei der ePA. Die ist derart begrenzt, dass viele diagnostische Daten da nicht sinnvoll abgebildet werden können. Genauso wie Akten als PDF/A abgebildet werden, was eine automatische Übernahme der Daten in Praxisverwaltungssoftware (oder andere Verwaltungssoftware) nicht erlaubt.
Es wäre nicht so, als würde der CCC nur das Sicherheitskonzept madig machen, es wird auch der ganze andere Bockmist kritisiert. Der schafft es nur meist nicht in die Medien.

Wenn ich für einen Zugriff eine handsigniterte Notiz mit einer reinrassigen Brieftaube zur Verifikation a den CCC schicken muss ist die Akte zwar sicher, man kann sie aber genauso gut nicht einführen.
Das ist einfach nur polemischer Unsinn.

Kleiner Realitätscheck: Ich brauch das Ding eben nicht für die 35 jährige Patientin mit Nierenbeckenentzündung, die mir auch so sagen kann, dass sie nebenbei noch eine MS hat. Hier geht’s um die 89 jährige demente Oma Liese, die eben NICHT vor Ort dem Zugriff auf ihrem Smartphone mittels eigener PIN zustimmen kann, bevor ich einsehen kann welche Allergien, Dauermedikation und Vorerkrankungen zu berücksichtigen sind. Und wer mal in einer NFA in Deutschland gearbeitet hat weiß auch, dass der allgemeine IQ der sich vorstellenden Patienten unabhängig des Alters eher in Richtung von Oma Liese tendiert…
Und die TI hat an der Stelle mehrere Mängel. Zum einen wäre es durchaus denkbar, dass es abgestufte Rechte gibt. Sodass Behandler in der Notaufnahme erweiterte Rechte bekommen, deren Zugriff aber ebenso dokumentiert gehört. Ebenso wäre es sinnvoll, wenn die Patientendaten strukturiert, maschinenlesbar abgebildet wären statt als PDF/A etc. pp.
Und der Anwendungsfall Vollmachten über die ePA/eRezept etc. zu hinterlegen, sodass man als pflegende Person gescheit mitarbeiten kann ist sowieso eine Katastrophe.


Nuklon schrieb:
Ehrlicherweise war dies und der "Hack" davor kein Hack. Sie mussten nichts technisch umgehen, sie haben keine Lücken in der Software genutzt, sondern genau so, wie es der Arzt tun sollte und sie hatten glänzende Startbedingungen(connector, SMC-B).

Prinzipiell haben sie nichts anderes gemacht als ein wenig Social Engeneering für die SMC-B Passwörter und Ausnutzen vorhandener Strukturen. Es sind organisatorische Schwächen, die aber klar zur IT-Sicherheit gehören.
Ein Hack bleibt ein Hack, auch wenn "nur" das Sicherheitskonzept von "Wir hoffen, dass Niemand an ein Sicherheitsmerkmal kommt, welches wir hunderttausendfach im Land verteilen." unterlaufen wird.
Zudem es etwas wahnsinnig ist, die SMB-C Karte die da zum Einsatz kommt ist seit über einem Jahr in der Verfügung von Mitgliedern des CCC. Das es die Pfuscherbanden rund um die Gematik nicht schaffen das Zertifikat der SMB-C Karte zu invalidieren ist wenn überhaupt ein weiterer Kritikpunkt am ganzen System.
Ganz abgesehen davon, wenn es reicht mir auf Ebay irgendwas zu kaufen und damit Credentials zu erhalten um ein Sicherheitssystem zu unterlaufen, dann wird das Sicherheitsaudit erfolgreich abgeschlossen, als "durchgefallen" mit dem Hinweis, dass das ganze Sicherheitskonzept gravierende Mängel hat.


mibbio schrieb:
Die Absicherung hätte man halt nur mit Ende-zu-Ende Verschlüsselung der Daten und der Chipkarte des Patienten als Schlüssel. Die Ver- bzw. Entschlüsselung findet auf dem Client statt, durch Einstecken der Chipkarte. Auf den Servern liegen die Daten dann nur verschlüsselt vor und der Betreiber kann die Mangels Schlüssel auch nicht entschlüsseln.
So einfach ist es leider auch nicht. Das Ziel sollte ja schon sein, dass dich ein Arzt zum Beispiel zur Röntgendiagnostik schickt und die Daten dann beim Arzt landen, ohne dass du bzw. deine Karte nochmal zum Arzt muss. Ebenso ist es durchaus sinnvoll, dass bei Verlust/Beschädigung/Vergessen ein Ärzt·in immer noch an deine Daten kommt. Reines E2E ist damit sogut wie ausgeschlossen, ein sinnvolles Konzept zur Rechteverwaltung, Zugriffsprotokollierung etc. pp. wäre aber allemal sinnvoll.

Postman schrieb:
Jeder digitale Start macht Schwierigkeiten.
Der Weg ist aber der richtige, denn ich will selbst schnell entscheiden das ein weiterführender Arzt meine Daten schnell bzw. digital bekommt. Irgendwelche analogen Wege kosten Nerven, Zeit oder ggf. auch Menschenleben.
Der digitale "Start" ist 20 Jahre alt geworden und das Übermitteln von Emails via. KIM dauert mittlerweile zwischen 30s bis 30min anstatt wie zum Start von Kim irgendwas zwischen Stunden, Tagen, garnicht.
Und das Feature, dass du entscheiden kannst, welcher Arzt was sieht wurde aus der (aktuellen) ePA3.0 gestrichen. Das hat der Ulrich Kelber als er aktiv BfdI war kritisiert, wollte Veto einreichen und daraufhin wurde das Vetorecht vom BfdI gegenüber diesem Pfusch gesetzlich beschnitten.


cc0dykid schrieb:
Ich finde den Fortschritt gut – noch besser ist, dass Fehler entdeckt und behoben werden. Kein System ist absolut "sicher". Manche Boomer hier scheinen zu vergessen, dass man sich bei ausreichend wertvollen Daten auch einfach physischen Zugang verschafft. Vor allem staatlich unterstützte Akteure verfügen über alle notwendigen Mittel – da spielt es keine Rolle, auf welchem Medium die Daten gespeichert sind.

Nachtrag: Wer fehlerfreie Software schreibt, der commite den ersten Pull Request!
Es geht nicht um fehlerfreie Software. Es geht darum, dass bereits die Verfahren zur Standardisierung scheiße sind, dass entsprechend die Konzepte mies sind und die Umsetzung folglich auch. Du scheinst also grundlegend die Kritik nicht zu verstehen.
Und ein gescheites IT-Sicherheitskonzept ist gegenüber physischem Zugriff weitestgehend gehärtet. Wie schlecht dies für die meisten Praxisverwaltungssysteme und vergleichbare Lösungen in der Praxis ausschaut ist eine andere Geschichte. Da gibt es zwar ein Zulassungsverfahren der Gematik, aber bei dem was ich real sehe, hat das keinerlei Wirkung.

Firefly2023 schrieb:
Wieder so typisch deutsch. Liest man zwischen den Zeilen merkt man, dass es „höchst unwahrscheinlich“ ist. Nachbessern und gut ist, dass da Hinz und Kunz dran kommt. Der Vorteil der ePA ist einfach zu groß um es schlecht zu reden.
Die Versprechungen der ePA sind groß, der reale Nutzen bleibt aber weit hinter dem zurück, was IT leisten kann. PDF/A statt strukturierte Daten, bisher zu wenig Kapazität um größere Datensätze aus der Diagnostik zu hinterlegen, ...
Und das "höchst unwahrscheinlich" ist eine Aussage der Betreiber, deren Interesse ist nicht großartig in eine Verbesserung des Zustandes zu investieren.. Da bist du beim Lesen anscheinend in der geschriebenen Zeile verrutscht.



gorg schrieb:
Warum nur ist die Gematik so arrogant und selbstgefällig, dass sie den CCC nicht vor Freigabe beauftragt, mal nach Sicherheitslücken zu gucken.
Compliance Theater wird da gespielt um die teure Aufführung zu rechtfertigen. Entsprechend ist das Interesse klein, dass da harte Tests aus die Belastbarkeit des Ganzen Theaters stattfinden.
Ansonsten, der CCC ist ein Verein und als solches nicht in der Lage Tests anzubieten, noch willens.


Firefly2023 schrieb:
Was ist denn dein Problem? Welche Ärzte die dich behandeln sollen denn nicht sehen, was drin steht. Ich sehe in der Akte alles, was in den letzten 5 Jahren gemacht wurde. Alle meine Ops. Die OP-Berichte, Medikation, MRTs usw. Alles an einem Platz. Verstehe die Aufregung nicht. [...]
Das Problem ist nicht, was du sehen kannst, sondern was Dritte sehen können. Dein Zahnarzt, Physiotherapeut hat kein Mehrwert von der Aktenlage beim Gynäkologen und hackende Dritte sollten das auch nicht einsehen können.

Firefly2023 schrieb:
  • Einen Zugang zur Telematik-Infrastruktur, also dem Netzwerk, über das die ePA läuft.
  • Die Gesundheitskartennummer eines Patienten
  • Die auf der Karte ablesbare Krankenversichertennummer
  • Den sogenannten hash check value (hcv) als Prüfwert........"
"Hürden hat der Zugang zur ePA also immer noch. Die ePA sei „nicht so schlecht geschützt, dass nun alle gesetzlich Versicherten davon ausgehen sollten, früher oder später Opfer eines Hacks zu werden“,
Zugang zur TI wurde durch die Mitglieder vom CCC dadurch erreicht, dass sie sich auf eBay einen Konnektor mit aktiver SMC-B gekauft haben. Die Hürde ist damit komplett nichtig. Entsprechende Angebote auf Ebay, Kleinanzeigen finden sich immer wieder.
Das die SMB-C die hier zum Einsatz kommt nach über einem Jahr(!!!) noch immer nicht ihr Zertifikat invalidiert bekommen hat zeugt davon, dass es hier keine weitere, wirksame Sicherheitsmaßnahme gibt.

Die Gesundheitskartennummern der Patienten sind fortlaufend, das Generieren diese ist damit unterkomplex. Fortlaufende IDs als Sicherheitsmerkmal sind in den meisten Fällen ein Garant dafür ein Sicherheitsaudit nicht zu schaffen.

Öffentlich einsehbare Versichertennummer sind kein Sicherheitsmerkmal, zudem der Zahlenraum unzureichend klein ist.

HashCheckValue, es wurde nachgewiesen, dass dieser via KIM abrufbar ist. Wobei KIM zugänglich wird, wenn man Verfügung über eine aktive SMC-B Karte erlangen kann.

Insofern gibst du nur die Position der Gematik wieder, die fröhlich angibt, dass da irgendwas sichernde Wirkung hat, nachdem gezeigt wurde, wie diese Parameter keinen wirksamen Schutz darstellen.


nexos93 schrieb:
Hier wäre es am BSI gewesen, mal etwas zu tun, das mit seinem Namen in Verbindung steht und die Akkreditierung zu verweigern und den Start zu unterbinden/untersagen, bis die Schwachstellen geschlossen sind.
Es gibt mehrere Fälle, wo das BSI zur Konzeptphase von Bestandteilen der TI Kritik samt Verbesserungsvorschlägen eingebracht hat. Diese wurden ignoriert, dass BSI hat dann vom Vetorecht vor der Inbetriebnahme Gebrauch gemacht und auf Nachbesserung bestanden. Wobei das maximal ungünstig ist, weil an der Stelle bereits Geld/Zeit in Implementierung und Test geflossen sind. Das selbe Spiel mit dem BfdI.
Als Konsequenz wurde Gematik bzw. die TI von der NIST2 Richtlinie ausgeschlossen und BSI sowie BfdI um ihre Vetorechte gebracht. Politisch wurde also festgestellt, dass der ganze Bereich so konsequent verkackt und beratungsresistent ist, dass Möglichkeiten zum Einspruch beschnitten werden müssen, um konsequenten Pfusch nicht aufzuhalten.


Snapuman schrieb:
Hohe technischen Hürden wären ordentlich(!) implementierte kryptographische Verfahren, wenigstens mit Stand aus dem vergangenen(!) Jahrhundert... DAS ist hier das eigentliche (technische) Problem, an dem sich bis heute nichts(!) geändert hat, alles nur Flickschusterei und Ausreden bisher.
Die implementierte Kryptografie ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Im Regelfall liegen Konnektor, Kartenterminal und Software auch allerhand Erklärungen bei, dass da Bibliothek XY unter Lizenz Z Verwendung findet.
Die Handhabe von Schlüsseln, Autoritäten, Identitäten, Hashes, Cipher ist oftmals vom Konzept her unter aller Sau.

Zugegeben, bei einigen von der Gematik zugelassenen Softwarelösungen ist dann auch die Implementierung gruselig, aber Imho gibt es da auch ein paar Regelungslücken.

-MK schrieb:
Das ganze System ist aktuell ein lächerlicher Haufen Mist, den vermutlich ein Informatik Student als Masterarbeit besser programmiert hätte
Volle Zustimmung, nur der Einwand, dass die Gesamtkonzeptionierung der TI zu umfangreich sein dürfte für eine Masterarbeit. Naja und bei den meisten Studiengängen wird derart wenig Augenmerk auf Sicherheit gelegt, dass ich mir da nicht all zu sicher wäre, dass Masterstudenten da immer auf den richtigen Weg kommen würden.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: cruse, nexos93, Snapuman und 4 andere
Zurück
Oben