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[Erfahrungsbericht] Leadtek WinFast PX8600 GT TDH
Seit einigen Wochen wird viel über die neuen DirectX10-Karten von ATI und nVidia spekuliert und geschwafelt und Kaufberatungen zum Thema werden meist mit Spam im Stile "kauf Dir lieber eine DX9-Karte" zugemüllt. Um ein wenig Aktualität und vor allem Fakten in diese oft unsachliche Diskussion zu bringen, möchte ich hier von meinen Eindrücke einer DirectX10-Karte mit dem 8600 GT von nVidia berichten.
Die Wahl
Bei der Wahl einer 8600 GT-Karte tun sich viele schwer, denn der Markt ist geradezu mit den Modellen verschiedener Hersteller überschwemmt. Grob kann man die Karten derzeit so einteilen: es gibt die Karten mit dem Standardtakt von 540MHz bei der GPU und 700MHz Speichertakt und Karten, deren Takt vom Hersteller bereits hochgesetzt wurde. Zudem gibt es sowohl passiv als auch aktiv gekühlte Karten. Ich habe mich für eine passiv gekühlte Karte entschieden, die Leadtek WinFast PX8600 GT TDH, die mit den Standardtaktraten betrieben wird. Die Gründe waren recht klar: ich wollte eine möglichst ruhige Karte von einem Hersteller, mit dem ich bereits positive Erfahrungen gemacht habe. Zudem machte die passive Kühlung der Karte wenigstens auf dem Bild einen sehr wertigen Eindruck. Mir ist es einfach lieber, die Karte mit einem ausgeklügelten Gehäusebelüftungs-Konzept mit zu kühlen. Gehäuselüfter sind phantastisch günstig, leise und leicht zu ersetzen. Vom Standardtakt erwartete ich mir dahingehend recht moderate Temperaturen. Sonst hatte ich nur die Anforderung an die Karte, dass sie über einen DVI-Anschluss verfügt, an dem ich meinen 19-Zoll-TFT betreiben kann.
Der Einkauf
Gekauft wurde die Karte bei Alternate. Bei diesem derzeit überaus erfolgreichen Händler kaufe ich schon seit vielen Jahren auch beruflich ein und ich wurde noch nie enttäuscht. Aus diesem Grund habe ich die Karte auch für mich ungewöhnlich per Vorauskasse bezahlt, wodurch mich die Grafikkarte 109,95 Euro kostete. Von der Bestellung bis zur Lieferung dauerte es auch gerade mal drei Tage, was angesichts der Zahlungsart rekordverdächtig ist. Auch die Verpackung war sehr gut und rein papierbasiert, was die Umwelt freut. Insofern bin ich mit dem Ablauf des Kaufs absolut zufrieden.
Der Lieferumfang
Die Leadtek kam in einem Karton, dessen Erscheinungsbild sich bis auf die Aufdrucke glaube ich seit mehr als fünf Jahren nicht verändert hat. In diesem lag die Karte in einer rosafarbenen Antistatikverpackung, die gleichzeitig auch Polsterungen aufwies. Außerdem fand sich noch ein fünfsprachiger "Quick Installation Guide", ein Leadtek-Handbuch, eine Treiber-CD, eine Vollversion von Joint Task Force, eine Kabelpeitsche und ein DVI-SubD-Adapter im Karton.

Die Karte
Das Wichtigste ist aber die Karte selbst. Auf den Bildern im Internet sah der Kühler inklusive Heat-Pipe wertig aus, die Wirklichkeit übertraf aber jedes Bild. Die Karte wirkt durch das Gewicht recht massiv und der schwarze Kühlkörper umschließt die GPU und den Arbeitsspeicher. Die Konstruktion soll die aufgefangene Hitze dann vor allem über die Heatpipe und dickere Kühlrippen abgeben, die am Ende der Karte wie nachträglich aufgesetzt sitzen. Wie ich es schon früher bei Leadtek bewundern konnte, sitzt der Kühlkörper wie angewachsen auf der Karte - da wackelt nichts und alles wirkt wie aus einem Guss. An Anschlüssen verfügt die WinFast über zwei Mal DVI und ein Mal TV-Out. Für diesen ist auch die oben erwähnte Kabelpeitsche, über die sich dann ein externer Bilderzeuger per RGB-Cinch oder S-Video anschließen lässt.

Der Einbau
Das Einsetzen der Karte verlief absolut problemlos. Nach hinten benötigt sie durch die oben erwähnten, aufgesetzen Kühlrippen zirka 2,5 cm mehr Platz als eine Standard-Grafikkarte, der direkt unter dem PEG-Steckplatz sitzende PCI-Steckplatz wird durch den passiven Kühlkörper verdeckt. Aufgrund der zu erwartenden Temperaturen wäre das Einsetzen einer PCI-Karte direkt unter dem PEG-Slot aber auch ein recht fragwürdiges Unterfangen.
Das Testsystem
Die Karte wird in folgendem System getestet, besonderes Augenmerk sollte auf das Netzteil gelegt werden:
Im Gehäuse, einem Chieftec-Miditower befindet sich derzeit kein zusätzlicher Gehäuselüfter!
3DMark
Die beiden Benchmarks 3DMark05 und 3DMark06 habe ich beide sowohl mit der Leadtek-Karte als auch mit einer von Palit gestetet, die mit dem 2600XT ausgestattet ist. Bei der nVidia-Karte habe ich den Forceware 162.18 verwendet, bei der ATI-Karte den aktuellen Catalyst-Treiber mit der Versionsnummer 7.8, bei dem viele von einem immensen Performance-Schub berichtet haben. Insofern hat mich interessiert, ob die 2600XT die 8600GT nun deutlich abhängt, da die ATI ja bereits im Test von Computerbase knapp vor der nVidia-Konkurrenz lag.
Wie zu sehen ist, sind die Unterschiede so marginal, dass man keinen Gewinner ausmachen kann. Interessant ist auch der Vergleich mit der 1950 GT, die ja gerne als Retter der Mittelklasse und als bessere Alternative zu den DX10-Karten angepriesen wird. Laut einem Test auf Allround-PC.com macht hier die DX9-Karte beim 3DMark05 9353 Punkte und im 3DMark06 4524 und das, obwohl die Tester einen leistungsfähigeren PC mit Core 2 Duo-Prozessor verwendet haben. So riesig wie er oft dargestellt wird, ist der Unterschied zwischen der "neuen Mittelklasse" und der oft empfohlenen 1950 GT dann wohl doch nicht.
Spiele-Test
Computerspiele besitze ich selbst nicht viele. Meistens spiele ich nur die Demos an und bewundere die neusten Grafikeffekte. So habe ich mich bei meinen Tests auch vor allem darauf konzentriert, ob ein Spiel erstens mit den maximalen Einstellungen spielbar ist und zweitens, wie sich die Spieleperformance zwischen der ATI- und der nVidia-Karte merklich unterscheidet. Zudem habe ich auf auffällige Unterschiede in der grafischen Darstellung geachtet.
1. Age of Empires III
Das Spiel ist mit beiden Karten in 1280x1024 und allen Details problemlos spielbar. Ich hatte den Eindruck, dass das Spiel mit der ATI marginal flüssiger läuft. Allerdings kann das auch damit zu tun haben, dass ich die Shader- und Shadow-Qualität bei der ATI deutlich reduzieren musste. AOE3 unterscheidet wie die meisten Spiele dieser Art zwischen "Fog of War" und der erkundeten Spielfläche. Zudem stellt das Spiel den fokussierten Bereich normal dar und je weiter es zum Rand des sichtbaren, bereits erkundeten Spielfeld geht, desto nebliger wird das Bild. ATI unterscheidet bei vollständigem Shader und Shadow nicht zwischen dem Fokus und dem restlichen Bild und so ist alles neblig. Deshalb musste ich diese Effekte bei der 2600XT reduzieren, bei der 8600GT jedoch nicht, da diese den Effekt korrekt darstellte. Allerdings wurde die nVidia-Karte dadurch auch stärker beansprucht.
2. Anno 1701
Dieses Spiel habe ich bei beiden Karten mit exakt den selben Einstellungen getestet. Bei 1280x1024 wurden alle Effekte auf Maximum gestellt, nur AA wurde auf 2 und AF auf 4 gestellt. Mit der ATI-Karte ließ sich das Spiel in diesen Einstellungen ohne Beeinträchtigungen spielen. die 8600GT kam jedoch merklich ins Schwitzen, vor allem beim Verschieben des Bilds merkte man die geringere Frames-Zahl. Spielbar war Anno 1701 aber mit beiden Karten und hinsichtlich der Grafikqualität konnte ich keine Unterschiede erkennen.
3. Bioshock
Auch hier habe ich exakt die selben Einstellungen verwendet, 1280x1024 und alle Effekte auf "Hoch". Von der Performance her waren beide Karten gefühlsmäßig gleichauf, nur die Grafikqualität kam mir doch recht unterschiedlich vor. Wo ich bei der ATI das Gefühl hatte, in einer einzigen, dunklen Suppe zu stehen und ständig das Bedürfnis hatte, den Lichtschalter zu betätigen, zeichnete die nVidia-Karte die hellen und dunklen Bildbereiche sehr viel besser ab.
4. Call of Duty
In diesem Spiel hatte ich arge Probleme mit der ATI 2600XT. So ließen sich nicht alle Effekte einschalten und nach einiger Zeit bekam ich Texturfehler im Spiel. Mit der 8600GT ließen sich alle Effekte bis auf Anschlag ziehen und Texturfehler sind mir keine zu Gesicht gekommen. Allerdings ruckelte das Spiel an manchen Stellen merklich, sodass man CoD nur mit reduzierten Effekten oder in einer kleineren Auflösung spielen sollte.
5. Die Siedler - Rise of an Empire Demo
Das Spiel ruckelt schon recht deutlich, das allerdings sowohl auf der nVidia- als auch der ATI-Karte. Sorgen muss ich mir jedoch nicht machen, denn im CB-Thread über die Demo berichteten sogar Nutzer von Intel-Systemen mit 8800ern, dass die Framerate recht schlecht und das Ruckeln erkennbar ist. Sieht man die anderen technischen Probleme, die viele mit der Demo haben (bei mir stürzte sie auch erstmal mitten im Spiel ab), so ist wahrscheinlich noch recht viel Optimierungspotenzial für die Entwickler vorhanden. Mir geht es hier aber um ein anderes Phänomen, die Verwendung von AA und AF. So war die Spieleperformanz mit allen Details inklusive AA und AF nicht schlechter, als ohne AA und AF. Bei den DX10-Karten der Mittelklasse wird ja gerne behauptet, man müsse auf AA und AF verzichten, um nicht einen deutlichen Einbruch der Performanz zu erleben. Das Deaktivieren sei wiederum aber schlecht, da das Spiel dann schlechter aussehe. Deshalb habe ich einmal zwei Screenshots gemacht. Der erste zeigt das neue Siedlerspiel mit allen Details und AA sowie AF auf Maximum. Bei dem zweiten Screenshot habe ich dann AA und AF auf den niedrigsten Wert gestellt:

Nun kann sich jeder selbst einen Eindruck verschaffen, wie "stark" dieser Effekt wirklich ist.
Temperaturen
Wichtig waren mir natürlich die Temperaturen, die mit der passiv gekühlten 8600GT in meinem nicht mit Lüftern ausgestatten Gehäuse entstehen. Zur Messung verwendete ich daher die nVidia-Software nTune, mit der ich die GPU-Temperatur im Auge behielt. Unter Windows hatte ich eine Starttemperatur von 60 Grad Celsius. Bei den 3D-Mark-Benchmarks erreichte die GPU einen stattlichen Wert von 100 Grad und bei "wirklichen" Spielen schwankte die Temperatur zwischen 75 und 90 Grad. Die Raumtemperatur lag bei 28.1 Grad. Wenn man davon ausgeht, dass nVidia einen Wert von 127 Grad Celsius als untersten Schwellenwert für eine Überhitzungsmeldung vorsieht, so bewegt sich diese passiv gekühlte Karte trotz fehlender Gehäusebelüftung in hohen, aber nicht kritischen Temperaturen. Um die Kartenelemente aber nicht unnötig zu stressen und Hitzestaus in engen, weil vollgepackten Gehäusen zu vermeiden, ist eine Gehäusebelüftung aber anzuraten, die die Grafikkarte konzeptionell mit in den Luftstrom einbezieht. Lebensnotwendig scheint es aber jedenfalls nicht zu sein.
Fazit
Die Leadtek WinFast PX8600 GT TDH ist eine sehr hochwertig und sorgfältig verarbeitete Karte, die von der Leistung her mit der Konkurrenz von ATI mit dem 2600XT zu vergleichen ist, ja sogar in den synthetischen Benchmarks fast identische Werte liefert. Aktuelle Spiele lassen sich problemlos spielen, auch wenn das vollständige Zuschalten von AA und AF deutliche Einbußen mit sich bringt, wie Computerbase ja auch bereits festgestellt hat. Die passive Kühlung scheint gut zu funktionieren und erfreut das verwöhnte Ohr von Silent-Freaks. Zwar sollten Gehäuselüfter angebracht werden, deren Lärmpegel lässt sich durch die richtige Wahl der Marke und des Modells aber um einiges besser steuern als bei einem vormontierten Grafikkartenlüfter.
Von mir eine klare Empfehlung!
EDIT 1: vielen Dank an abcd12, die falsche Bezeichnung habe ich korrigiert
EDIT 2: Infos und Screenshots über "Die Siedler" hinzugefügt
EDIT 3: Vergleich zur 1950 GT bei den 3DMarks hinzugefügt
Seit einigen Wochen wird viel über die neuen DirectX10-Karten von ATI und nVidia spekuliert und geschwafelt und Kaufberatungen zum Thema werden meist mit Spam im Stile "kauf Dir lieber eine DX9-Karte" zugemüllt. Um ein wenig Aktualität und vor allem Fakten in diese oft unsachliche Diskussion zu bringen, möchte ich hier von meinen Eindrücke einer DirectX10-Karte mit dem 8600 GT von nVidia berichten.
Die Wahl
Bei der Wahl einer 8600 GT-Karte tun sich viele schwer, denn der Markt ist geradezu mit den Modellen verschiedener Hersteller überschwemmt. Grob kann man die Karten derzeit so einteilen: es gibt die Karten mit dem Standardtakt von 540MHz bei der GPU und 700MHz Speichertakt und Karten, deren Takt vom Hersteller bereits hochgesetzt wurde. Zudem gibt es sowohl passiv als auch aktiv gekühlte Karten. Ich habe mich für eine passiv gekühlte Karte entschieden, die Leadtek WinFast PX8600 GT TDH, die mit den Standardtaktraten betrieben wird. Die Gründe waren recht klar: ich wollte eine möglichst ruhige Karte von einem Hersteller, mit dem ich bereits positive Erfahrungen gemacht habe. Zudem machte die passive Kühlung der Karte wenigstens auf dem Bild einen sehr wertigen Eindruck. Mir ist es einfach lieber, die Karte mit einem ausgeklügelten Gehäusebelüftungs-Konzept mit zu kühlen. Gehäuselüfter sind phantastisch günstig, leise und leicht zu ersetzen. Vom Standardtakt erwartete ich mir dahingehend recht moderate Temperaturen. Sonst hatte ich nur die Anforderung an die Karte, dass sie über einen DVI-Anschluss verfügt, an dem ich meinen 19-Zoll-TFT betreiben kann.
Der Einkauf
Gekauft wurde die Karte bei Alternate. Bei diesem derzeit überaus erfolgreichen Händler kaufe ich schon seit vielen Jahren auch beruflich ein und ich wurde noch nie enttäuscht. Aus diesem Grund habe ich die Karte auch für mich ungewöhnlich per Vorauskasse bezahlt, wodurch mich die Grafikkarte 109,95 Euro kostete. Von der Bestellung bis zur Lieferung dauerte es auch gerade mal drei Tage, was angesichts der Zahlungsart rekordverdächtig ist. Auch die Verpackung war sehr gut und rein papierbasiert, was die Umwelt freut. Insofern bin ich mit dem Ablauf des Kaufs absolut zufrieden.
Der Lieferumfang
Die Leadtek kam in einem Karton, dessen Erscheinungsbild sich bis auf die Aufdrucke glaube ich seit mehr als fünf Jahren nicht verändert hat. In diesem lag die Karte in einer rosafarbenen Antistatikverpackung, die gleichzeitig auch Polsterungen aufwies. Außerdem fand sich noch ein fünfsprachiger "Quick Installation Guide", ein Leadtek-Handbuch, eine Treiber-CD, eine Vollversion von Joint Task Force, eine Kabelpeitsche und ein DVI-SubD-Adapter im Karton.

Die Karte
Das Wichtigste ist aber die Karte selbst. Auf den Bildern im Internet sah der Kühler inklusive Heat-Pipe wertig aus, die Wirklichkeit übertraf aber jedes Bild. Die Karte wirkt durch das Gewicht recht massiv und der schwarze Kühlkörper umschließt die GPU und den Arbeitsspeicher. Die Konstruktion soll die aufgefangene Hitze dann vor allem über die Heatpipe und dickere Kühlrippen abgeben, die am Ende der Karte wie nachträglich aufgesetzt sitzen. Wie ich es schon früher bei Leadtek bewundern konnte, sitzt der Kühlkörper wie angewachsen auf der Karte - da wackelt nichts und alles wirkt wie aus einem Guss. An Anschlüssen verfügt die WinFast über zwei Mal DVI und ein Mal TV-Out. Für diesen ist auch die oben erwähnte Kabelpeitsche, über die sich dann ein externer Bilderzeuger per RGB-Cinch oder S-Video anschließen lässt.

Der Einbau
Das Einsetzen der Karte verlief absolut problemlos. Nach hinten benötigt sie durch die oben erwähnten, aufgesetzen Kühlrippen zirka 2,5 cm mehr Platz als eine Standard-Grafikkarte, der direkt unter dem PEG-Steckplatz sitzende PCI-Steckplatz wird durch den passiven Kühlkörper verdeckt. Aufgrund der zu erwartenden Temperaturen wäre das Einsetzen einer PCI-Karte direkt unter dem PEG-Slot aber auch ein recht fragwürdiges Unterfangen.
Das Testsystem
Die Karte wird in folgendem System getestet, besonderes Augenmerk sollte auf das Netzteil gelegt werden:
- Gigabyte GA-MA69GM-S2H
- AMD Athlon64 X2 4000+ EE
- 2x1024MB MDT DDR2 800MHz
- Samsung T166 320 GB SATAII
- NEC 3570A
- HEC 300LR
Im Gehäuse, einem Chieftec-Miditower befindet sich derzeit kein zusätzlicher Gehäuselüfter!
3DMark
Die beiden Benchmarks 3DMark05 und 3DMark06 habe ich beide sowohl mit der Leadtek-Karte als auch mit einer von Palit gestetet, die mit dem 2600XT ausgestattet ist. Bei der nVidia-Karte habe ich den Forceware 162.18 verwendet, bei der ATI-Karte den aktuellen Catalyst-Treiber mit der Versionsnummer 7.8, bei dem viele von einem immensen Performance-Schub berichtet haben. Insofern hat mich interessiert, ob die 2600XT die 8600GT nun deutlich abhängt, da die ATI ja bereits im Test von Computerbase knapp vor der nVidia-Konkurrenz lag.
Wie zu sehen ist, sind die Unterschiede so marginal, dass man keinen Gewinner ausmachen kann. Interessant ist auch der Vergleich mit der 1950 GT, die ja gerne als Retter der Mittelklasse und als bessere Alternative zu den DX10-Karten angepriesen wird. Laut einem Test auf Allround-PC.com macht hier die DX9-Karte beim 3DMark05 9353 Punkte und im 3DMark06 4524 und das, obwohl die Tester einen leistungsfähigeren PC mit Core 2 Duo-Prozessor verwendet haben. So riesig wie er oft dargestellt wird, ist der Unterschied zwischen der "neuen Mittelklasse" und der oft empfohlenen 1950 GT dann wohl doch nicht.
Spiele-Test
Computerspiele besitze ich selbst nicht viele. Meistens spiele ich nur die Demos an und bewundere die neusten Grafikeffekte. So habe ich mich bei meinen Tests auch vor allem darauf konzentriert, ob ein Spiel erstens mit den maximalen Einstellungen spielbar ist und zweitens, wie sich die Spieleperformance zwischen der ATI- und der nVidia-Karte merklich unterscheidet. Zudem habe ich auf auffällige Unterschiede in der grafischen Darstellung geachtet.
1. Age of Empires III
Das Spiel ist mit beiden Karten in 1280x1024 und allen Details problemlos spielbar. Ich hatte den Eindruck, dass das Spiel mit der ATI marginal flüssiger läuft. Allerdings kann das auch damit zu tun haben, dass ich die Shader- und Shadow-Qualität bei der ATI deutlich reduzieren musste. AOE3 unterscheidet wie die meisten Spiele dieser Art zwischen "Fog of War" und der erkundeten Spielfläche. Zudem stellt das Spiel den fokussierten Bereich normal dar und je weiter es zum Rand des sichtbaren, bereits erkundeten Spielfeld geht, desto nebliger wird das Bild. ATI unterscheidet bei vollständigem Shader und Shadow nicht zwischen dem Fokus und dem restlichen Bild und so ist alles neblig. Deshalb musste ich diese Effekte bei der 2600XT reduzieren, bei der 8600GT jedoch nicht, da diese den Effekt korrekt darstellte. Allerdings wurde die nVidia-Karte dadurch auch stärker beansprucht.
2. Anno 1701
Dieses Spiel habe ich bei beiden Karten mit exakt den selben Einstellungen getestet. Bei 1280x1024 wurden alle Effekte auf Maximum gestellt, nur AA wurde auf 2 und AF auf 4 gestellt. Mit der ATI-Karte ließ sich das Spiel in diesen Einstellungen ohne Beeinträchtigungen spielen. die 8600GT kam jedoch merklich ins Schwitzen, vor allem beim Verschieben des Bilds merkte man die geringere Frames-Zahl. Spielbar war Anno 1701 aber mit beiden Karten und hinsichtlich der Grafikqualität konnte ich keine Unterschiede erkennen.
3. Bioshock
Auch hier habe ich exakt die selben Einstellungen verwendet, 1280x1024 und alle Effekte auf "Hoch". Von der Performance her waren beide Karten gefühlsmäßig gleichauf, nur die Grafikqualität kam mir doch recht unterschiedlich vor. Wo ich bei der ATI das Gefühl hatte, in einer einzigen, dunklen Suppe zu stehen und ständig das Bedürfnis hatte, den Lichtschalter zu betätigen, zeichnete die nVidia-Karte die hellen und dunklen Bildbereiche sehr viel besser ab.
4. Call of Duty
In diesem Spiel hatte ich arge Probleme mit der ATI 2600XT. So ließen sich nicht alle Effekte einschalten und nach einiger Zeit bekam ich Texturfehler im Spiel. Mit der 8600GT ließen sich alle Effekte bis auf Anschlag ziehen und Texturfehler sind mir keine zu Gesicht gekommen. Allerdings ruckelte das Spiel an manchen Stellen merklich, sodass man CoD nur mit reduzierten Effekten oder in einer kleineren Auflösung spielen sollte.
5. Die Siedler - Rise of an Empire Demo
Das Spiel ruckelt schon recht deutlich, das allerdings sowohl auf der nVidia- als auch der ATI-Karte. Sorgen muss ich mir jedoch nicht machen, denn im CB-Thread über die Demo berichteten sogar Nutzer von Intel-Systemen mit 8800ern, dass die Framerate recht schlecht und das Ruckeln erkennbar ist. Sieht man die anderen technischen Probleme, die viele mit der Demo haben (bei mir stürzte sie auch erstmal mitten im Spiel ab), so ist wahrscheinlich noch recht viel Optimierungspotenzial für die Entwickler vorhanden. Mir geht es hier aber um ein anderes Phänomen, die Verwendung von AA und AF. So war die Spieleperformanz mit allen Details inklusive AA und AF nicht schlechter, als ohne AA und AF. Bei den DX10-Karten der Mittelklasse wird ja gerne behauptet, man müsse auf AA und AF verzichten, um nicht einen deutlichen Einbruch der Performanz zu erleben. Das Deaktivieren sei wiederum aber schlecht, da das Spiel dann schlechter aussehe. Deshalb habe ich einmal zwei Screenshots gemacht. Der erste zeigt das neue Siedlerspiel mit allen Details und AA sowie AF auf Maximum. Bei dem zweiten Screenshot habe ich dann AA und AF auf den niedrigsten Wert gestellt:

Nun kann sich jeder selbst einen Eindruck verschaffen, wie "stark" dieser Effekt wirklich ist.
Temperaturen
Wichtig waren mir natürlich die Temperaturen, die mit der passiv gekühlten 8600GT in meinem nicht mit Lüftern ausgestatten Gehäuse entstehen. Zur Messung verwendete ich daher die nVidia-Software nTune, mit der ich die GPU-Temperatur im Auge behielt. Unter Windows hatte ich eine Starttemperatur von 60 Grad Celsius. Bei den 3D-Mark-Benchmarks erreichte die GPU einen stattlichen Wert von 100 Grad und bei "wirklichen" Spielen schwankte die Temperatur zwischen 75 und 90 Grad. Die Raumtemperatur lag bei 28.1 Grad. Wenn man davon ausgeht, dass nVidia einen Wert von 127 Grad Celsius als untersten Schwellenwert für eine Überhitzungsmeldung vorsieht, so bewegt sich diese passiv gekühlte Karte trotz fehlender Gehäusebelüftung in hohen, aber nicht kritischen Temperaturen. Um die Kartenelemente aber nicht unnötig zu stressen und Hitzestaus in engen, weil vollgepackten Gehäusen zu vermeiden, ist eine Gehäusebelüftung aber anzuraten, die die Grafikkarte konzeptionell mit in den Luftstrom einbezieht. Lebensnotwendig scheint es aber jedenfalls nicht zu sein.
Fazit
Die Leadtek WinFast PX8600 GT TDH ist eine sehr hochwertig und sorgfältig verarbeitete Karte, die von der Leistung her mit der Konkurrenz von ATI mit dem 2600XT zu vergleichen ist, ja sogar in den synthetischen Benchmarks fast identische Werte liefert. Aktuelle Spiele lassen sich problemlos spielen, auch wenn das vollständige Zuschalten von AA und AF deutliche Einbußen mit sich bringt, wie Computerbase ja auch bereits festgestellt hat. Die passive Kühlung scheint gut zu funktionieren und erfreut das verwöhnte Ohr von Silent-Freaks. Zwar sollten Gehäuselüfter angebracht werden, deren Lärmpegel lässt sich durch die richtige Wahl der Marke und des Modells aber um einiges besser steuern als bei einem vormontierten Grafikkartenlüfter.
Von mir eine klare Empfehlung!
EDIT 1: vielen Dank an abcd12, die falsche Bezeichnung habe ich korrigiert
EDIT 2: Infos und Screenshots über "Die Siedler" hinzugefügt
EDIT 3: Vergleich zur 1950 GT bei den 3DMarks hinzugefügt
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