ETF's auswählen

parats schrieb:
Sollte es zum Knall kommen, dann sind die Gläubiger der Banken als erstes dran, das ist nicht der Staat.
Bei den Gläubigern muss man aber zwischen denen die ein Guthaben auf einem Konto bei der Bank haben und denen, die eine Anleihe der Bank besitzen, unterschieden. Diejenigen mit einem Konto, werden durch die Einlagensicherung bis zu einer bestimmten Höhe abgesichert.
parats schrieb:
Kurzum bevor ein Staat (AAA Rating) zahlungsunfähig wird, muss schon sehr viel passieren.
So viel muss da nicht passieren, wenn so viele Banken zusammenbrechen, dass die Rücklagen der Einlagensicherung nicht mehr reichen, dann müsste der Staat einspringen. Außerdem ist kein Staat, auch die Bundesrepublik Deutschland, in der Lage seine fälligen Anleihen zurückzuzahlen, ohne dafür neue Anleihen auszugeben. Wenn diese neuen Anleihen keine Abnehmer mehr finden, eben weil das Vertrauen verschwunden ist, dann ist auch ein Staat der vorher noch ein AAA Rating hatte, ganz schnell pleite.
parats schrieb:
Das trifft auf übrige Assets am Kapitalmarkt nicht so zu.
Das ist doch Blödsinn, die Aktien sind Anteile von Unternehmen und auch wenn Unternehmen pleite gehen können, so werden nie alle Unternehmen pleite gehen, weshalb man eben immer breit gestreut in Aktien investiert, wenn man wirklich investieren und nicht zocken will. Anders als bei (Staats-)Anleihen wo es am Ende darauf ankommt ob der Gläubiger zahlungsfähig ist, gibt es am Aktienmarkt Millionen von potentiellen Käufern und man muss nur einen finden, der einem die eigenen Aktien abkauft um wieder liquide zu sein, die Wahrscheinlichkeit das niemand (und dies praktisch fast weltweit) eine Aktie kaufen will, geht wohl extrem gegen Null. Die dem Sinne wird der Aktienmarkt also wohl niemals zahlungsunfähig werden.
 
Du widersprichst dir...
Zum einen soll die Einlagensicherung schützen und auf der anderen Seite räumst Du ein, dass im worst case diese sowieso nicht reicht.
Nochmal: Eine Bank hat in der Bilanz Verbindlichkeiten gegenüber seinen Gläubigern und im worst Case wird die Einlagensicherung reduziert und damit die Bilanz gesäubert. Im Zuge der Eurokrise hat der liebe Herr Schäuble eingeräumt, dass bei der nächsten Krise die Gläubiger herangezogen werden.

Ich widerspreche dir grundsätzlich gar nicht, möchte aber nur zu bedenken geben, dass eine Staatsanleihe im Falle durchaus sicherer sein kann als das Tagesgeld. Du brauchst bei Staatsanleihen auch keinen großen Markt mit anderen Teilnehmern, dir reicht die Sicherheit der Bundesrepublik. Ich bin sicherlich kein Freund von Staatsanleihen, nur sollte man nie kategorisch etwas ablehnen.
 
parats schrieb:
Du widersprichst dir...
Nein, da ist kein Widerspruch, denn wenn die Einlagensicherung nicht mehr reicht, dann muss der Staat einspringen, oder alle Dämme werden brechen. Wenn alle Dämme gebrochen sind, dann kann man seine Staatsanleihen aber auch vergessen. Deshalb setzt ich ja auch auf Aktien und nicht Bankguthaben oder Anleihen, was bei dies letztlich fast das Gleiche ist.
parats schrieb:
Eine Bank hat in der Bilanz Verbindlichkeiten gegenüber seinen Gläubigern und im worst Case wird die Einlagensicherung reduziert und damit die Bilanz gesäubert.
Nein, so ein Blödsinn, eine Bank kann doch nicht die gesetzliche Einlagensicherung reduzieren, die Gelder im Sicherungsfonds gehören auch nicht der Bank selbst. Du hast einfach überhaupt keine Ahnung.
parats schrieb:
Im Zuge der Eurokrise hat der liebe Herr Schäuble eingeräumt, dass bei der nächsten Krise die Gläubiger herangezogen werden.
Ja und dann wird auch der nächste Haircut bei den Staatsanleihen kommen, einfach mit dem Argument die Halter der Anleihen nicht besser stellen zu wollen, was der Masse der Wählen sogar gut ankommen wird, denn die glauben dies treffe nur die Reichen und freuen sich, wenn auch die nicht nur sie mit ihren Ersparnissen dran sind. Das bösen Erwachen kommt, wenn dann die private Rentenversicherung auch die Rente kürzen muss (und dann sicher auch darf), schließlich sind die Rentenversicherungen die größten Abnehmer der Staatsanleihen.

Außerdem schafft es Deutschland trotz bester Konjunktur und Nullzinsen gerade mal auf eine schwarze Null, also am Ende des Jahres nicht mehr ausgegeben zu haben als es eingenommen hat, aber eben auch nicht wirklich nennenswert weniger. Dies weckt schon reichlich Begierden wofür man das Geld, wobei ich mich frage welches Geld dies sein soll (wohl das was man sich sonst immer zusätzlich leiht), anderweitig ausgeben könnte. Dabei müssten nun die Schulden abgebaut werden um bei der nächsten Krise wieder mehr Spielraum für neue Schulden zu bekommen.

So einen Schuldner der auch in den besten Zeiten gerade mal keine zusätzlichen Schulden anhäuft, würde ich kein Geld leihen und dabei ist Deutschland in der Hinsicht noch eine vorbildliche Ausnahme und hat ein AAA Rating. Es ist aber absehbar, dass auch in Deutschland die Staatsschuldenquote immer weiter stiegen wird und irgendwann wird die Verschuldungsquote einfach untragbar, wenn sie immer nur steigt.
parats schrieb:
möchte aber nur zu bedenken geben, dass eine Staatsanleihe im Falle durchaus sicherer sein kann als das Tagesgeld.
Wenn man über der Grenze der Einlagensicherung der Bank liegt, dann ist man in dem Fall das es nur bei dieser eine Bank oder zumindest nur bei wenigen Bank Probleme gibt, mit den Staatsanleihen sicherer. Aber wenn wirklich die Hütte brennt, wie es 2008 fast passiert wären, dann dürfte man bei beiden mit mindestens einem blauen Auge zurückbleiben. Derzeit ist die weltweite Verschuldung auf Rekordhöhe, eines Tages wird dieses Problem nicht mehr wie bisher mit noch mehr Schulden zu lösen sein und dann bleibt keiner ungeschoren, aber mit Sachwerten wird man danach besser dastehen. Im ersten Moment werden die Kurse auch schlecht sein, schon weil es danach eine solche Situation, wie damals als die DM eingeführt wurde, einfach zu wenig Geld gibt um viel Geld für Aktien bezahlen zu können, aber die Unternehmen werden schnell wieder Gewinne erwirtschaften und Dividenden auszahlen, die Geldmenge wird schnell wachsen und damit werden auch die Käufer von Aktien bald mehr Geld dafür zur Verfügung haben und die Kurse steigen.

parats schrieb:
Du brauchst bei Staatsanleihen auch keinen großen Markt mit anderen Teilnehmern, dir reicht die Sicherheit der Bundesrepublik.
Mir reicht die nicht, ich habe keine Anleihen und plane nicht mir welche zu kaufen, obwohl ich durchaus Einlagen bei Banken habe die über die durch die Einlagensicherung abgesicherten Summe hinausgehen. Einfach weil ich kein Geld für diese zusätzliche Sicherheit ausgeben möchte, da ich derzeit das Risiko des Super-GAU als zu gering ansehen und gleichzeitig die Aktienkurse als zu hoch um mal wieder kräftig zu investieren. Derzeit habe ich etwa die Hälfte in Aktien und je ein Viertel in Immobilien und Cash.
 
Die Einlagensicherung wird vom Staat herabgesetzt. Du bist eine absolute Goldwaage. gg no re.
 
@larska

ich streue meine Altersvorsorge derzeit über drei ETFs:

  • S&P 500 (USA)
  • Stoxx 600 (Europa)
  • MSCI China (China)

Damit bin ich ganz gut über die größten Weltmächte Welt gestreut und nicht zu USA-Lastig. Ich suche aber auch noch einen guten und günstigen ETF um Russland abzudecken.
 
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Mein Sparplan-Depot sieht so aus:
  • 33% MSCI World
  • 33% MSCI World Small Cap
  • 33% Emerging Markets

Wenn ich heute nochmal anfangen müsste, würde ich wahrscheinlich einfach einen oder höchstens zwei der breiten Vanguard-ETFs besparen.
 
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@feynman
habe es ja dann ähnlich gemacht, 75 % MSCI World und 25 % Emerging Markets

@BridaX & @feynman
habt ihr eure Sparrate immer konstant gehalten und wie lange laufen diese schon?
Ich habe vor in den nächsten Jahren meine zu erhöhen und evtl. noch einen dritten ETF dazuzunehmen oder evtl. einen grösseren Betrag, den ich nebenbei anspare dann in einen ETF zu platzieren...

aber grundsätzlich bin ich ja anscheinend auf dem richtigen Weg, dafür dass ich vor einem halben Jahr noch in ein Eigenheim/Bausparvertrag investieren wollte und von Börse null Ahnung hatte... :jumpin:
 
Ich bespare (konstant) erst seit ca. 2 Jahren meine ETFs (Voll Replizierend und Thesaurierend) - Für die Altersvorsorge wende ich 20% meines Nettoeinkommens auf. Bin so gesehen auch noch Frischling (bin aber bereits seit 4 Jahren an der Börse und fühle mich recht sicher und informiert) :)

Achtet ihr eigentlich darauf keine synthetischen ETFs zu verwenden? Hört sich für mich nach einem unnötigen Risiko an.
 
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Prinzipiell bin ich eher der Meinung, dass eine Aktien-Anlage möglichst direkt und mit möglichst wenigen Konstruktionen von statten gehen sollte. Alleine deswegen versuche ich synthetische ETFs zu meiden. De facto sollte deren Risiko aber nur mininmal höher sein, als das von replizierenden ETFs.
Bis 2018 dürfte es auch so gewesen sein, dass die steuerlichen Nachteile von synthetischen ETFs deren steuerlichen Vorteile überwogen haben (Quellensteuerproblematik). Also der Vorteil für thesaurierende Swaper keine KESt zahlen zu müssen war kleiner als der Nachteil durch die Quellensteuerproblematik. Das ist aber seit 2018 eh alles hinfällig.
 
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feynman schrieb:
Prinzipiell bin ich eher der Meinung, dass eine Aktien-Anlage möglichst direkt und mit möglichst wenigen Konstruktionen von statten gehen sollte. Alleine deswegen versuche ich synthetische ETFs zu meiden.
So sehe ich es auch und deswegen habe ich keine ETFs, sondern direkt Aktien im Depot. Dies erfordert aber ein gewisses Kapital, damit man einerseits breit streuen kann und zum anderen auch genug bei jeder Order ausführen kann, damit die Ordergebühren nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Bei mit ist es eine mittlere zweistellige Anzahl unterschiedlicher Aktien aus unterschiedlichen Branchen und damit eine für mich ausreichend breite Streuung gegeben.

Aber ich bespare nicht regelmäßig, sondern bin als Value Investor eher der Schnäppchenjäger und spare das Geld, bis sich wieder eine gute Einstieg- / Nachkaufgelegenheit bietet. Klar ist es zuweilen bitter zu sehen wie viel Gewinn einem entgangen ist, aber meine Hoffnung ist eben, dann bei der Erholung nach dem Kurssturz diese wieder wett zu machen. Aber dies muss jeder selbst wissen, wer sich unsicher ist ob er erkennen kann wie die Bewertung der Aktien und Märkte ist, der sollte besser regelmäßig in Aktien sparen.
 
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larska schrieb:
@feynman
habe es ja dann ähnlich gemacht, 75 % MSCI World und 25 % Emerging Markets

@BridaX & @feynman
habt ihr eure Sparrate immer konstant gehalten und wie lange laufen diese schon?
Ich habe vor in den nächsten Jahren meine zu erhöhen und evtl. noch einen dritten ETF dazuzunehmen oder evtl. einen grösseren Betrag, den ich nebenbei anspare dann in einen ETF zu platzieren...

aber grundsätzlich bin ich ja anscheinend auf dem richtigen Weg, dafür dass ich vor einem halben Jahr noch in ein Eigenheim/Bausparvertrag investieren wollte und von Börse null Ahnung hatte... :jumpin:

Ich bespare meine ETFs monatlich seit gut 4 Jahren mit ca. 50% vom Nettogehalt, bin also auch noch nicht so lange dabei. Zudem habe ich noch ein Depot mit Einzelaktien (Buy&Hold). Eben weil ich auch einen Teil ohne "Konstruktion" haben will. Außerdem macht es mehr Spaß und die Dividenden sind psychologisch wertvoll :) Der Verhältnis Einzelaktien zu ETFs ist ca. 1:3.

Aber du hast den wichtigsten Schritt schon mal getan, indem zu dich mit der Börse befasst. Für mich war es auch lange so, dass ich mir dachte wie soll ein kleiner Privatanleger schon gegen die "Großen" am Aktienmarkt anstinken. Da hat mir das Buch von Gerd Kommer die Augen geöffnet. Danach war mir klar, dass die Märkte so effizient sind, dass ein Privatanleger so ziemlich die gleichen Chancen wie ein Profi hat (eigentlich ist der Privatanleger sogar in der besseren Position).

Aber ich kann dir nur raten dich weiter zu informieren. Dann kannst du deinen eigenen Plan entwickeln und den mit Überzeugung durchziehen. Auch wenn es mal scheppert an den Börsen.
 
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feynman schrieb:
war es auch lange so, dass ich mir dachte wie soll ein kleiner Privatanleger schon gegen die "Großen" am Aktienmarkt anstinken.
Es geht ja nicht darum gegen die Großen anzustinken, wenn die Märkte sich in eine Richtung bewegen, kann selbst einer der Großen nicht dagegen anstinken, sondern darum mitzuschwimmen und dabei ebenfalls zu profitieren. Es muss nicht der Gedanke sein, dass man die andere schlägt, zumal da die Frage wäre, was die Referenz sein soll, denn da gäb es unendlich viele Kandidaten und irgendeiner wird immer erfolgreicher sein.
feynman schrieb:
(eigentlich ist der Privatanleger sogar in der besseren Position).
Eben, da seine Positionen so klein sind, dass seine Trades die Märkte nicht beeinflussen.
larska schrieb:
Eigentlich alle, jedenfalls wüsste ich gerade welche ich nicht dabei habe. Mit comdirect bin ich auch Banken dabei, die hatte zwar keine tolle Performance, ist aber recht stabil und für PNE Wind gilt fast das Gleiche, über die habe ich das Thema Alternative Energien abgedeckt. Sind beides keine großen Positionen, aber ich hatte mir einfach vorgenommen eben auch solche Branchen abzudecken, bei denen ich skeptisch war und bin froh nicht nicht einen der damals so gehypten Solarwerte genommen zu haben. Bei den Banken wäre die Aareal Bank die bessere Entscheidung gewesen, aber man wird dann im Nachhinein immer feststellen, dass man nicht die optimale Entscheidung getroffen hat. Man kann und muss nicht jede Entscheidung richtig treffen, es reicht wenn mehr richtige als falsche dabei waren.
 
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Als Empfehlungen diese Aktien zu kaufen, wollte ich das nicht verstanden sehen und ob es sich lohnt bei einer von den genannten oder irgendeiner andere Aktie einzusteigen, muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Gerade die beiden waren, wie gesagt nicht gerade die Überflieger in meinem Depot.
 
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vereinfacht gesagt gibt es drei unterschiedliche Anlageformen:

-Wertpapiere (Aktien von Firma XY)
-Renten (Firmen + Staatsanleihen, Tagesgeld, Sparbuch, etc...)
-Rohstoffe (Öl, Gold, Getreide, usw...)

Die drei unterschiedlichen Klassen korrelieren untereiander. Jede klasse lässt sich auch über ETFs kaufen. Jetzt kann man natürlich jede Klasse einzeln kaufen und hoffen das man immder das richtige timing dabei erwischt (nennt man market timing). Aber da kein Mensch die Zukunft vorhersehen kann, hat das in der gesammten Menschheitsgeschichte noch nie geklappt. Glück haben ist keine Kompetenz!

Daher ist deine Idee mit den regelmässigen dauerauftag eine sehr gute Idee.
Der ARERO deckt alle o.g. Anlageklassen ab und sind meiner meinung nach eine gute Idee um einfach, günstig und relativ risikoarm für sein Alter vorzusorgen.

Man kann zwar soviele ETFs bespaaren wie man möchte. Jedoch kostet jede Transkation gebühr. Oft mind. 5€ pro trade. Also sind 1x 150€ sparen günstiger als 3x 50€
 
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@Skywalker27
Zwei semantische Hinweise:
ETF ("Börsen gehandelter Fonds") wird in Deutschland Synonym für einen Indexfonds (passiver Fonds, der einen Index nachbildet) verwendet, was aber nur meistens zutrifft. Der ARERO ist ein Indexfonds, aber kein ETF.

Wertpapiere sind keine Anlageklasse sondern lediglich ein Vehikel. Je nach Wertpapier können sie aber für unterschiedliche Anlageklassen genutzt werden - Rentenpapiere, Zertifikate, Rohstoffe oder, wie z.B. im Fall von Anteilen am Arero, auch mehrere Anlageklassen kombinieren.

@larska
Der ARERO ist ein gutes Produkt. Wenn du dir überlegst, statt dem MSCI World den ARERO zu besparen, ist das aber ein Strategiewechsel, da eben eine unterschiedliche Asset Allocation vorliegt. Welche Strategie besser ist, ist abhängig von deinen sonstigen Finanzen und deinen Zukunftsplänen.

Es ist kein Problem, den Sparplan zu beenden und einen neuen auf den ARERO zu erstellen. Bereits gekaufte Anteile kannst du entweder behalten oder verkaufen und den Erlös in den ARERO investieren.
 
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