... jeder sollte sich hier wirklich Gedanken darüber machen, was da im Augenblick wirklich passiert?
Es geht doch gar nicht darum, dass Fremdfirmen einfach nur bessere Software entwickeln müssen, um sich dann auch gegen Microsoft behaupten zu können. Und auch die Ansicht, eine Firma dürfe schließlich selbst entscheiden, welche Programme sie in ihrem eigenen Betriebssystem implementieren will, ist im Endeffekt nicht mehr, als nur ein Blick bis zum eigenen Tellerrand. Ihr dürft doch nicht vergessen, dass wir hier über einen Quasi-Monopolisten reden, der unter allen Umständen versucht, immer mehr eigene Programme in ein Betriebssystem zu verankern, dass im Desktop-Bereich weltweit von fast 95% der entsprechenden Klientel genutzt wird. Und genau da liegt die Krux! Wieso glaubt ihr wohl, hat der Internet Explorer eine solche Ausdehnung erfahren? Weil er so gut und so sicher ist? Oder weil er so tief in ein System integriert wurde, das durch seine einzigartige Stellung alle anderen Konkurrenten aus dem Weg räumen konnte? Erst jetzt, so nach und nach, haben es andere Browser wieder geschafft, sich einen kleinen Teil des verlorenen Terrains zurück zu erobern. Aber was hat uns das bisher gekostet? Wahrscheinlich kann das niemand wirklich genau beziffern, aber die nie versiegenden Sicherheitslücken, die jedem Schweizer Käse zur Ehre gereichen würden, vernichteten bisher sicherlich Hunderte von Milliarden und noch ist kein Ende in Sicht! Macht doch wenigstens einmal die Augen auf, es geht schließlich darum, auch in der Zukunft noch eine eigene Wahl zu haben. Ich persönlich möchte wirklich nicht von einem einzigen Konzern abhängig sein. Und ihr? Ich weiß, jetzt kommen wieder die gutgemeinten Ratschläge ... von wegen ... niemand zwingt dich dazu, Windows-Produkte zu benutzen, und es gibt ja noch alternative Möglichkeiten! Ich weiß, es gibt Alternativen, und ich beschäftige mich auch damit und nutze sie, aber ein Feld, das so stark von einem einzigen Anbieter dominiert wird, hat auch Auswirkungen auf mich persönlich. Und als alter Hardcore-Zocker ist meine Wahlfreiheit eben genau hier zu Ende. Und noch etwas! Teilweise habe ich Statements gelesen, die darauf hinweisen, dass unbedarfte Nutzer viel zu gefährdet wären, wenn sie sich auch noch selbst um die Sicherheit ihres Computers kümmern müssten. Das Argument ist sicherlich nicht so einfach unter den Tisch zu kehren, aber mehr als eine rudimentäre Abschirmung ist trotzdem nicht nötig. Sollen alternative Firmen doch Sicherheitspakete entwickeln, die es auch dem Laien ermöglichen, sie durch einfachste Handhabung zu nutzen. Nur dann, wenn der Markt die Möglichkeit hat, seine Produkte auch wirklich an den Mann zu bringen, in dem man dem einzelnen Menschen klar machen kann, dass er sich nicht nur auf eine trügerische Sicherheit verlassen darf, werdet ihr auch in Zukunft noch die Freiheit haben, unter den verschiedensten Möglichkeiten zu wählen. Denkt daran, wenn andere Firmen nichts mehr verdienen können, verschwindet auch die Vielfalt, und es war noch nie gut, die Welt nur durch eine einzige Brille begutachten zu lassen. Mir jedenfalls ist es um Klassen lieber, eine gewisse Gefährdung hinzunehmen, als nur noch von einer einzigen Quelle genährt zu werden. Und dazu wird es kommen, wenn Microsoft immer mehr die Möglichkeit bekommt, bestimmte Teile seines Betriebssystems durch eigene Produkte abzuschotten und somit den Wettbewerb zu unterbinden. Wettbewerb, der auch euch zu gute kommt, denn wer wird wohl noch entwickeln können, wenn es immer weniger Geld zu verdienen gibt? Und da es nun mal Fakt ist, dass Windows beherrschend ist, wird der Markt auch für andere offen bleiben müssen. Woher bitte wollt ihr wissen, wie sicher Vista wirklich ist? Wollt ihr euch wirklich nur auf die Aussagen eines Konzerns verlassen, der sein Produkt an den Mann bringen will, oder möchtet ihr auch noch eine unabhängige Meinung hören, die vielleicht nicht so konform ist? Und glaubt ihr wirklich, dass der so hoch gelobte Kernelschutz unüberwindbar ist? Ich nicht, und genau deshalb halte ich diesen Mechanismus für so gefährlich! Durch die Ausgrenzung anderer Unternehmen wird der mögliche Schutzwall über kurz oder lang nur ausgedünnt und ist dann möglicherweise nicht mehr verfügbar, wenn er am meisten gebraucht wird! Vielleicht versucht ihr euch mal vorzustellen, Windows XP wäre in seiner jetzigen Form nur von der Willfahrt eines bestimmten Redmonder Unternehmens abhängig. Na ... ihr habt Recht, die Vorstellung wäre grauenhaft, und genau deshalb darf es nicht dazu kommen, dass es gerade im Bereich Sicherheit zu einer One-Man-Schau kommt. Für mich ist die Vielfalt auf jeden Fall wichtiger, als die gepredigte Psydosicherheit eines Betriebssystems, die so nie zu gewährleisten ist!