Ich denke ehrlich gesagt, dass jeder, der glaubt oder denkt, dass der Klimawandel alleine durch technischen Fortschritt aufgehalten werden kann, naiv ist.
Ich denke aber auch, dass die "Verbotsdebatte" über bestimmte Aspekte des Lebens sehr einseitig geführt wird und hier mal wieder vieles auf den Konsumenten verlagert wird, statt auf die Bereiche des Lebens, die die Probleme wirklichen Probleme verursachen.
Man kann es drehen oder wenden wie man will, aber ein Teil der Probleme liegen auch in den aktuellen Zügen unseres Wirtschaftsystems begraben und dass für viele Manager kurzfristige Ziele wie Gewinnmaximierung und der eigene Bonus zu stark gewichtet werden.
Da durch gewisse Gesetzte eventuell die Kosten für Firmen steigen ist zwar durchaus ein "Nachteil", auf der anderen Seite fahren bestimmte Firmen Milliarden gewinne ein, zerstören dabei die Umwelt - richten also die Schäden an - und die Allgemeinheit soll die Konsequenzen tragen und dann sich in Verzicht üben?
Die Gewinne werden - und das ist der nächste Punkt - selten reinvestiert - die Investitionskosten werden in der Buchhaltung wieder mit dem laufenden Umsatz verrechnet - sondern im schlimmsten Fall als wenige Menschen als Dividenen ausgezahlt, die soviel Geld überhaupt nicht ausgeben können und die auch nicht wirklich investieren.
Und um gleich vorweg eines klarzustellen: Das ist von mir jetzt keine Neiddebatte, wenn jemand eine Million oder Milliarde verdient, toll für ihn, es wäre aber auch schön, wenn er das Geld, was er aus unsere Wirtschaft heraus zieht auch wieder wirklich investieren würde, das passiert aber leider nicht. Das Geld lagert irgendwo in Konten oder Gold oder wird nur "verschoben" durch neue Aktien.
Würden Firmen "nachhaltiger" agieren und zwar auf Gewinn achten, aber nicht das Ziel der Gewinnmaximierung verfolgen, könnte man ja auch bereits viel erreichen in dem man in modernere Anlagen investiert, versucht Schadstoffe durch unbedenklichere Alternativen zu ersetzten und so weiter. Ich denke auch, dass das viel mehr bringen würde und die Allgemeinheit eben nicht wirklich mit Verboten und Kosten belastet werden müsste.
Und bitte eines vorweg: Verwechselt Geld nicht mit Leistung. Eines der aktuellen Probleme ist ja auch, dass die Menschen die wirklich Leistung erbringen - Wissenschaflter, Ingenieure, Arbeiter und Co - für das, was sie eigentlich Leisten relativ schlecht bezahlt werden, gleichzeitig von ihrem Geld auch "nicht" so viel haben, da Sozialabgaben und Steuern doch recht viel ausmachen. Diese Menschen sind auch nicht das Problem unseres Wirtschaftsystems, denn die Geben ihr Geld in der Regel auch aus und führen es in die Wirtschaft zurück. Wir sprechen hier also von den Leuten die zwischen Mindestlohn und bis zu einer Million verdienen in ihren Berufen und dafür wirklich arbeiten müssen.
Problematischer sind die Menschen, die durch Erbe, Vitamin B an ihr Geld gekommen sind und heute von den Leistungen ihrer Vorfahren profitieren. Wobei auch das nicht so schlimm wäre, wenn die wirklich ihr Geld auch ausgeben würden. Statt dessen hocken die aber auf Aktienpaketen und ziehen die Gewinne aus Firmen ab, wirklich ausgeben tun sie dann nichts und statt mal etwas wirklich zu riskieren, also auch mal Geld zu verlieren, wird auch da immer auf minimales Risko geachtet.
Deswegen sehe ich auch Leute wie
@Tomislav2007 nicht so kritisch und als Feind wie andere hier. Er hat Geld und er gibt es aus. Warum soll er jetzt auf bestimmte Sachen verzichten? Wenn er darauf achtet Wasserstrom/Windstrom/Solarstrom zu kaufen, wenn die Firmen, deren Produkte erkauft auf Nachhaltigkeit achten, dann ist er nicht wirklich das Problem. Klar könnte er dann Sachen sicher besser machen, aber das können wir alle.
Ich sehe deswegen eben viel eher die Firmen in der Pflicht und die Gesellschaft als ganzes, aber nicht jeden einzelnen.
Deswegen Tomi - ich kürze das frech ab: Ab ins Auto - okay fahrrad wäre mir lieber wenn du das nutzt - und geh dir was zu essen holen. Bring das Geld in die Wirtschaft zurück! Achte aber ein bisschen auf Fairtrade und Bio, okay?
