News Ex-AMD-Personal: Chris Hook folgt Jim Keller und Raja Koduri zu Intel

Artikel-Update: Elon Musk, bisheriger Arbeitgeber von Jim Keller und bekanntlich CEO von Tesla, hat sich im Rahmen des Conference Calls zu den Quartalszahlen auf eine Nachfrage eines Analysten über den Abgang geäußert: „Well, Jim's a great guy, and there's sort of a career he wanted to pursue for a long time which is to kind of redesign how server architecture works. Something that I find a little bit interesting, but it's something that Jim – it's been a sort of personal dream that Jim's to do and that's why he went to Intel.“.

Laut diesen Äußerungen wird sich Keller um Intels Next-Gen-Server-Architektur kümmern, wie er es zuvor auch bei AMD getan hat – mit dem Ziel Zen zu allen Märkten kompatibel zu machen. Sollte Keller bei Intel von Grund auf eine neue Architektur entwerfen, dürfte es rund drei bis fünf Jahre dauern, bevor Produkte vorgestellt werden.
 
Da bin ich mal gespannt, was das für eine neue Architektur wird. Wenn es speziell um Server geht, vielleicht eine Art neuer Itanium, nur in erfolgreich. ;)

Hört sich jedenfalls erst mal nicht nach etwas an, was sich direkt auf den Consumer-Markt auswirkt. Auch nicht in mehreren Jahren.
 
Hm interessant.. Zen als Plattform für jegliche Märkte war natürlich schon n smarter Move. Für AMD günstiger zu produzieren (eine Maske für alles) und trotzdem beliebig skalierbar. Mit Vega und Ryzen hat man ja eigentlich 2 Architekturen, die von ganz unten bis ganz oben skalierbar sind.

Da Intel die Geldreserven hat für versch. Märkte angepasste CPU´s zu entwickeln und auch selbst produziert, bin ich mal gespannt ob er das hier auch so hinbekommt bzw. es überhaupt das Ziel ist eine Architektur für alle Märkte zu entwickeln...

EDIT: Wie Herdware schon sagt, hört es sich eher nicht so an als würde die Entwicklung in den Consumer-Martk gehen.

Ich frage mich dann aber wer an den Core-Nachfolgern arbeitet. Der kommende 8-Kerner dürfte wohl relativ sicher an die Spitze sämtl. Consumer-Ratings (Anwendungen&Spiele) gehen, das wird sich Intel fürstlich entlohnen lassen, aber danach? Gespannt bin ich auch ob man bei dem 8-Core die Temps in den Griff bekommt oder wieder verlötet für das Modell.

Der nächste Sprung wäre eigentlich ja die 10nm-Fertigung gewesen, aber da scheint es ja doch Probleme zu geben.
 
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Da Intel die Geldreserven hat für versch. Märkte angepasste CPU´s zu entwickeln und auch selbst produziert, bin ich mal gespannt ob er das hier auch so hinbekommt bzw. es überhaupt das Ziel ist eine Architektur für alle Märkte zu entwickeln...
Intel hat nicht nur die Geldreserven sondern auch die Absatzmenge womit sich eine für Märkte speziell angefertigte Architektur auch lohnt. Ich glaube das wird auch so bleiben.
 
Nitschi66 schrieb:
Intel hat nicht nur die Geldreserven sondern auch die Absatzmenge womit sich eine für Märkte speziell angefertigte Architektur auch lohnt. Ich glaube das wird auch so bleiben.
das kann sich mit Zen2 in 7nm schnell ändern, wenn Intel ihre 10nm Prozess nicht vernünftig zum laufen bekommt. Lange war ja eh im Gespräch, dass 10nm langsamer, dafür sparsamer als 14nm++ wird und erst 10nm+ dann schneller.
 
Auch ein Jim Keller wird nicht bei Null anfangen und was komplett Neues aus dem Hut zaubern. In der Vergangenheit war es doch so, dass die ganzen Techniken aus dem Mainframe/Großrechner-Bereich in den Mainstream gewandert sind: Techniken wie Pipelining, Superskalar, Out-of-Order, Caching, ... . Oder denkt Ihr, dass was radikal Neues kommt mit Abkehr von den von-Neumann / Harvard-Architektur? Oder eher auf der Hardware-Ebene, sodass nicht mehr Silizium das Ausgangsmaterial ist? Es gibt da schon einige Dimensionen, um einen Chip zu bauen, die grundlegend geändert werden könnten.
 
tek9 schrieb:
Intel versucht bei AMD Mitarbeiter abzuwerben und die Geschäftsführung tut auch besser nichts um Intel mit diesen Low Performern zu schwächen :evillol:

So gesehen spart sich AMD die Abfindung und kippt den Müll bei Intel ab... Clever

My thoughts exactly. Das Problem ist nur neue fähige Leute zu finden. Die müssen mit ihrem Können die Betriebserfahrung der beiden wett machen.
 
Unter der Aussage ist alles möglich, genaues wird erst in einigen Jahren sehen. Ich denke aber nicht, dass man bei Intel erst jetzt bei Null anfängt, eine neue Architektur aus dem Boden zu stampfen. Kann aber auch sein, dass sich Intel den Luxus erlaubt und zweigleisig fährt.

Ich denke man ist sich bei intel bewusst, dass die Core Architektur ziemlich am Ende ist . Sie basiert noch immer im Kern auf der P6 Architektur, die 1995 auf den Markt gekommen ist (sicher, extrem angepasst und weiterentwickelt) Aber wirkliche Steigerungen sieht man schon lange nicht mehr. Diedas größte plus kommt seit langem nur noch aus der verbesserten fertigung und Befehlssatzerweiterungen. An der Architektur selbst hat sich seit langem wenig getan und man hat nur hier und da etwas optimiert.

@Faust2011 Ich glaube es ist noch nicht an der Zeit für eine komplette konzeptionelle Umstellung oder eine Abkehr vom Silizium. Ich schätze eher, dass es die letzte "klassische" Architektur von Intel ist, bis man wirklich an den Limits ist und sich nach etwas neuem umschauen muss.
 
immer wieder bemerkenswert - wie sich Fachwissen so (angeblich) immens in einer Person bündeln kann. Und selbst große Firmen davon überzeugt sind, das so eine Person so ausschlaggebend sei.
 
Egal, was man nun von den einzelnen Ex-AMDlern (Koduri, Keller und Hook) halten mag, ein ziemlicher "Brain Drain" ist das schon für AMD und die Umstellung im GPU Bereich (trotz der neuen 2 Köpfe, die auch nicht sofort bereit standen um einzuspringen) hinterlässt Spuren und kostet Zeit und andere Ressourcen.

Dass Intel die o.g. Leute wohl im GPU Bereich nötig haben wird, ist anzunehmen und in absehbarer Zeit evt. auch im CPU Bereich, wenn man sich anschaut wie vorbildich AMD dort aufholt und Marktanteile einsackt, wobei das natürlich quellenabhängig ist und sich - die auch hier auf CB oft gerne als Besipiel angeführten - Steamstatistiken bisher nicht gerade ausgewogen AMD Produkte widergespiegelt haben (Valve sich da sicherlich nicht mit Ruhm bekleckert hat) und in Sachen Glaubwürdigkeit diese klar/weit hinter den Statistiken der seriöseren Marktforschungsinstitute Jon Peddie Research und Mercury Research liegen.
 
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Begu schrieb:
das kann sich mit Zen2 in 7nm schnell ändern, wenn Intel ihre 10nm Prozess nicht vernünftig zum laufen bekommt. Lange war ja eh im Gespräch, dass 10nm langsamer, dafür sparsamer als 14nm++ wird und erst 10nm+ dann schneller.

Leider ist da immer viel Kaffeesatzleserei dabei und man hat nie den 1:1 Vergleich derselben Architektur bei unterschiedlichen Fertigungsprozessen.

Wie würde z.B. der aktuelle Zen+ laufen, wenn er bei Intel in 14nm++ (also genau wie Coffee Lake) hergestellt würde?
Wäre dann ein Takt von durchgängig 4,5 GHz realistisch? Oder ist da einfach architekturbedingt früher Schluss?
Oder anders herum ein Coffee Lake in TSMCs 12nm?

Floxxwhite schrieb:
immer wieder bemerkenswert - wie sich Fachwissen so (angeblich) immens in einer Person bündeln kann. Und selbst große Firmen davon überzeugt sind, das so eine Person so ausschlaggebend sei.

Wobei ich an der Stelle bezweifle, dass Intel mit den beiden jetzt abgeworbenen Personen "nur" deren Fachwissen akquirieren will. Dafür ist der Prozess des Chipdesigns einfach zu komplex. Wahrscheinlich traut man Keller und Koduri aber zu, eine Idee und ein Team dahinter in die richtige Richtung zu lenken und gleichzeitig Einfluss auf technische Aspekte zu nehmen und nicht nur als "Teammanager" tätig zu sein.
 
Faust2011 schrieb:
...Oder denkt Ihr, dass was radikal Neues kommt mit Abkehr von den von-Neumann / Harvard-Architektur? Oder eher auf der Hardware-Ebene, sodass nicht mehr Silizium das Ausgangsmaterial ist?...

So radikal hatte ich eher nicht gedacht. Aber weg von x86, mit einer komplett neuen CPU-Architektur (die aber weitgehend auf bekannte Technik setzt) wäre ja schon ein ziemlich radikaler Schritt. Halt wie seinerzeit Itanium.

Itanium und die anderen, älteren nicht-x86-Architekturen im Server-Bereich wurden ja langsam von unten von den immer stärker werdenden x86-CPUs "aufgefressen".

Wäre interessant, ob sich dieser Trend umkehren lässt. Durchaus denkbar, dass Intels und AMDs x86-CPUs mit ihren auch im Consumerbereich (bis hinunter zu ULV-Mobil-CPUs) genutzen Struturen, da jetzt doch langsam in Bereiche vorstoßen, die mit anderen, speziell auf diese Anforderungen ausgelegten Architekturen besser bedient wären. Dass da nach dem Wegfall der alten Platzhirsche z.B. im HPC-Bereich wieder ein Raum entstanden ist, der Platz für etwas neues bietet. Vielleicht massiv parallele CPUs, die eher GPUs ähneln usw.
 
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@v_ossi

AMD 12nm sind doch nicht von TSMC. Also muss man zum Vergleich wenn die von glofo nehmen.
 
usb2_2 schrieb:
@v_ossi

AMD 12nm sind doch nicht von TSMC. Also muss man zum Vergleich wenn die von glofo nehmen.

Spontan durcheinander geworfen, mein Fehler.

Der angesprochene Punkt bleibt aber. So richtig vergleichen kann man die Fertigungsprozesse nicht, solange man nicht mal den gleichen Chip von beiden unterschiedlichen Fertigungsstraßen vor sich liegen hat.
 
Keller war von 2012-2015 bei AMD und zuletzt bei Tesla -> Zen in Form von Summit Ridge kam erst zwei Jahre später auf den Markt.
Koduri leitete zuletzt als Corporate Vice President die AMD Innovationsinitiative für Visual und Accelerated Computing. Dass er so extrem ausschlaggebend ist glaube ich nicht.
Und Hook ist eh nur ein Marketing-Mann.

Die Medien machen aus dieser Geschichte wieder mehr als wirklich dahinter steckt.
 
erst mal abwarten, ob das nicht auch wieder alles im Sande verläuft...
wie ich bereits geschrieben hatte, als Intel den damaligen Transmeta Chef Dave Ditzel inkl. seines Entwicklerstabs "eingekauft" hat, dachte auch jeder (inkl. Dave), dass es eine Transmeta CPU in Intel Technologie geben wird, nichts dergleichen ist auch nur im Ansatz passiert, nichtmal Ideen davon sind in die Intel CPUs eingeflossen.

was ist tatsächlich passiert? Dave Ditzel hat Intel völlig frustriert verlassen und wieder seine eigene Bude aufgemacht.
und was machen die heute? Schmieden Anti-Spectre-Pläne!!! (Bericht auf heise online)
 
psYcho-edgE schrieb:
My thoughts exactly. Das Problem ist nur neue fähige Leute zu finden. Die müssen mit ihrem Können die Betriebserfahrung der beiden wett machen.

da werden sich bestimmt einige kluge köpfe finden.

ich finde das gut. das bedeutet neue frische ideen.
 
Vor Allem, warum auch nicht. Es kommen immer fähige Leute nach. Auch ein Keller stirbt mal. Die Erde dreht sich weiter. Es gibt eine Menge gute Leute und wird es immer geben.

ArchitekturDesigns sind selten wirklich schlecht. Selbst Bulli war nicht schlecht. Die Letzten Excavator Kerne waren nicht schlecht und in ihrer Klasse (Bristolridge) durchaus brauchbar . Auch Jaguarkerne wusste sich zu behaupten.
AMD hat nach Piledriver keine L3 Cache CPUs mehr gebaut, ergo keine I-Core Gegner.

Es macht ja nicht ein Ingenieur das Design. Es wird vorgegeben, was die CPU können soll, welchen Markt sie adressieren soll u.ä. Danach setzten sich Heerscharen von klugen Leuten daran.
Bulli scheiterte auf dem Papier. Das hätte vielleicht Keller ändern können.
 
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