News Festivals: Verbraucherzentrale klagt wegen bargeldlosen Bezahlchips

Alphanerd schrieb:
Natürlich, das ist mir bewusst. Nur sollte man nicht glauben, dass Bargeld keine Kosten verursacht. Idr sogar relativ große. Sicherheitsdienste, die das Geld abliefern und abholen, Kosten bei den Banken für Einzahlung, Versicherung. Die Kosten für die Transaktion waren also schon immer eingepreist.
Komischer Weise hat aber kein Festival mit Einführung von Bargeldlos-Zwang die Preise reduziert, soweit ich weiß :D
Ja, Bargeld hat auch Kosten, aber das sind vor allem Fixkosten. Ob die Security 10.000€ bewacht oder 30.000€, das macht keinen Unterschied mehr. Der Dienstleister, der das digital macht, verursacht auch Fixkosten und wahrscheinlich zusätzlich Transaktionskosten.
 
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ReactivateMe347 schrieb:
Spannend. Woher kennst du vorher konkret die Preise eines Festivals?
Kann man Problemlos vorab recherchieren ( Speisen und Getränke ). Und wenn man das Jahr zuvor auch dort war, weiss man was einen erwartet mein Lieber ! War ganz schön einfach ;-)
 
Sinatra81 schrieb:
Bargeldlose Zahlung bedeutet aber auch nicht gleich Abzocke.
Nicht grundsätzlich, ist aber anscheinend hier der Fall. Oder über was reden wir hier gerade?

Weil eben irgendwelche Gierschlunde wieder mal meinen, den Hals nicht voll zu kriegen, muss eben dagegen vorgegangen werden.
 
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CrustiCroc schrieb:
Kann man Problemlos vorab recherchieren ( Speisen und Getränke )
Das wäre mir neu. Also man fidnet veilleicht einzelne Preise (besonders Bier) der Vorjahre irgendwo in Foren, aber das ist ja auch nur ein Anhaltspunkt.

Was einen erwartet, dass kann sich auch sehr schnell ändern. Bei Wacken etwa, wenn statt Kaufland auf einmal ein "Bauernmarkt" da steht, der wesentlich teurer ist. (Ja, das ist eine Ausnahme gewesen - inzwischen hat ja nur noch RaR einen Supermarkt).
 
Haldi schrieb:
Wie jetzt? Die haben sowas noch?
Überal wo ich bin haben die nur noch 0.4dL Becher.

0.4dl wären 40 Milliliter - das sind in der Tat sehr kleine Becher... :mussweg:
 
LotusXXL schrieb:
Weil eben irgendwelche Gierschlunde wieder mal meinen, den Hals nicht voll zu kriegen, muss eben dagegen vorgegangen werden.
Ist ein bisschen wie mit dem Online-Banking. Erst haben die Banken noch dafür bezahlt (Porto für die TAN-Listen), weil sie damit Mitarbeiter einsparen. Dann wurde es sogar kostenpflichtig, wenn du vor Ort am Terminal deine Überweisung selbst eintippst. Dann musstet du ein TAN-Gerät kaufen oder ein Handy benutzen.
 
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nlr schrieb:
Was können die Bezahlchips besser als Apple Pay oder Google Pay?
Von den insgesamt vier verschiedenen Kreditkarten bei uns im Haushalt ist nur eine Google-Pay-kompatibel. Für den Bezahlchip unseres Lieblingsfestivals (Brutal Assault in CZ) funktioniert jede Kreditkarte, Paypal, Bargeld usw.

nlr schrieb:
Smartphone hat doch ohnehin jeder Besucher dabei.
Es gibt tatsächlich noch einige wenige Menschen die sowas nicht haben (wollen). Und noch ein paar mehr mit älteren Modellen, die diese Bezahlfunktionen nicht bieten.
Davon abgesehen bist du mit dem Smartphone abhängig vom Akku. Nicht jeder hat eine (ausreichend große) Powerbank um 4-5 Tage Festival zu überbrücken. Auf o.g. Festival kann man zwar z. B. einen Spind mieten, in dem es die Möglichkeit gibt sein Smartphone zu laden. Die laden aber relativ langsam. Man muss also für eine volle Ladung eine ganze Weile ohne Smartphone auskommen. In der Zeit könnte man dann nichts kaufen.

Aber davon abgesehen gibt es ja noch mehr Möglichkeiten, solche Chips zu nutzen. Zugang zum Festival allgemein (immer zu wissen, wieviele Leute gerade genau auf dem Gelände sind, ist im Katastrophenfall eine enorm wichtige Info) aber auch der Zugang zu bestimmten Bereichen. Es gibt auf dem BA beispielsweise den "Natural Stand", ein sehr hohes Mauersegment mit schöner Aussicht auf die Hauptbühnen. Der Zugang dazu muss aufgrund des begrenzten Platzes und Notfallkonzeptes aber begrenzt werden. Außerdem ist der Zugang eine aufpreispflichtige Option ähnlich den VIP-Tribühnen auf anderen Festivals. Diese Begrenzung wird über die Chips geregelt. Also zum einen, ob du überhaupt Zugang hast und zum anderen, wieviele Menschen oben sind und ob noch weitere Menschen raufgelassen werden.

Ich mag die Chips grundsätzlich. Wichtig ist halt, dass die Transaktionen fair gehandhabt werden. Irgendwelche Sondergebühren oder Hindernisse bei der Rückbuchung darf es nicht geben.
 
Sinatra81 schrieb:
Aber nicht, in dem man bargeldloses Zahlen untersagt.
Untersagen soll man es ja auch nicht. Beide Optionen möglich machen und vor allem keine (versteckten) Kosten draufschlagen, die man natürlich am leichtesten beim bargeldlosen Zahlungsverkehr in die Tat umsetzen kann.

Man sollte es grundsätzlich immer der Kundschaft überlassen, auf welche Art bezahlt werden soll. Solange die gesetzlichen Vorgaben beide Arten legitimieren, gibt es für Veranstalter keine Rechtfertigung für eine Verweigerung.
 
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ReactivateMe347 schrieb:
Komischer Weise hat aber kein Festival mit Einführung von Bargeldlos-Zwang die Preise reduziert, soweit ich weiß
Habe nicht geschrieben, dass die Kosten von Bargeld höher sein. Nur dass Cash auch Kosten verursacht. Was noch zusätzlich kostet: die Zeit. Ich brauche entweder mehr Verkäufer oder ich verkaufe weniger in der gleichen Zeit.
 
Ich habe mal so ein System beim Markt/Standfest erlebt. Also Pommesbuden, Bratwurst, Bier usw.
Natürlich konnte man ein 5€, 10€ oder 15€ Coupon kaufen können. Und natürlich kostet ein Bier 2,60€ und Pommes 3,50. Immer sodass es ungünstig ist.

Ich hasse sowas. Dann macht das Bier direkt 3€ und die Pommes 4€.
 
CrustiCroc schrieb:
Kann man Problemlos vorab recherchieren ( Speisen und Getränke ). Und wenn man das Jahr zuvor auch dort war, weiss man was einen erwartet mein Lieber ! War ganz schön einfach ;-)
Kann man - sichert dich aber in keinster Weise ab. Einmal vor Ort verlässt du dich dann auf die Preise, die vorher irgendwo genannt wurden und die hauen hier mal 50 Cent, da mal nen Euro drauf.

Es kann von Veranstaltern nicht zuviel abverlant sein Bargeld und gängigste Kartenzahlung zu ermöglichen. Der nette Effekt dabei ist dass du die Kontrolle behältst und Abzüge sofort nachvollziehen kannst.

Aber sich blind auf solche Bezahlchips verlassen die ich vorher noch aufzuladen habe - soviel Vertrauen kann und möchte ich nicht aufbringen. Alleine schon weil ich keinen Bock auf weitere unnötige Datensammelei habe.
 
die gesamte Festival / Konzertveranstalter Industrie (am prominentesten dürfte bei uns wohl Eventim und Ticketmaster sein sein, die wenigen anderen großen sind aber auch nicht besser. Und es ist auch kein rein deutsches Problem, Ticketmaster in den USA fährt die gleichen miesen Nummern und erntet vergleiochbaren Gegenwind) gehört mit deren überzogenen Ticket, Sondergebühren und Veranstaltungsortpolitik aus der Existenz getreten.
 
Jetzt unabhängig von den Gebühren für Konsument oder Veranstalter, denke ich das bei grossen Festivals >60k Menschen ein Bezahlchip einen technisch verlässlicheren Bezahlvorgang ermöglicht. Die EC terminals und/oder Smartphones müssen die Transaktionen auch validieren und bei bei einer hohen Konzentration an Menschen ist die Netzabdeckung besonders wo Festivals normalerweise Stattfinden nicht 100%ig gewährleistet. Ich vermute mal das die "lokalen" chips damit eine Art Puffer bieten um Transaktionen in batches zu validieren. Aber ich bin da auch nur laie und reim mir das gerade zusammen, vllt hat da jemand im Forum mehr Ahnung. Ich versuch das nur unabhängig von "abzocke" aus der Sicht des Veranstalters zu sehen.
 
aid0nex schrieb:
Mein lokaler Bundesliga Handballverein hat 2 Banken als Hauptsponsoren aber nimmt am Bierstand trotzdem nur Barzahlung an. ;) Hochmoderne neue Halle gebaut, aber keine digitale Bezahlinfrastruktur...
Mit dem Bierstand hat der Verein recht wenig am Hut, außer ihm gehört die Halle (oder das Stadion). In dem meisten Fällen gehört die aber der Stadt oder gar einem privaten Inhaber die stellen dann auch die Bewirtung und die Zahlungsmöglichkeiten. Der Verein ist dann letzlich nur Mieter der Örtlichkeit für seine Heimspiele.
 
catch 22 schrieb:
deren überzogenen Ticket
Dynamic pricing.

Bei uns glaube ich verboten. Eine absolute Unart den Fans in den USA gegenüber.
 
brthr_nemiel schrieb:
Ich vermute mal das die "lokalen" chips damit eine Art Puffer bieten um Transaktionen in batches zu validieren.
Dein Smartphone braucht kein Netz. Habe in unserem Edeka auch keins.

Da sind token lokal gespeichert. Brauchst nur Netz um wieder neue zu generieren.
 
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Alphanerd schrieb:
Was noch zusätzlich kostet: die Zeit. Ich brauche entweder mehr Verkäufer oder ich verkaufe weniger in der gleichen Zeit.
Naja, es kostet aber auch, wenn Menschen das System ablehnen und dann nichts oder weniger konsumieren. Klar, das wird nicht die Mehrheit sein.
 
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Future-One schrieb:
Ich verstehe nicht warum so viele dieses System akzeptieren.
weil es ein Segen ist und endlich ein richtiger Schritt von dem grauenhaften Bargeld weg. Schade nur das man wieder versucht den Kunden erst mal noch 1-2 euro aus der Tasche ziehen zu müssen. Grundsätzlich ist alles was gegen das langsame und versiffte Bargeld geht, jedoch sehr begrüsenswert
 
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