News Festivals: Verbraucherzentrale klagt wegen bargeldlosen Bezahlchips

Alphanerd schrieb:
Dynamic pricing.

Bei uns glaube ich verboten. Eine absolute Unart den Fans in den USA gegenüber.
Warum sollte das verboten sein? Es wurde schlicht auf breiter Front eingeführt von Ticketmaster und in D dominiert bisher eventim.

Man muss aber auch sagen, dass es im Prinzip nur den Abzockpreis verlagert von den Zwischenhändlern zu den Ticketfirmen. Diese wiederum kriegen absurde Anteile an den Tickets, weil dann die Gewinne sicher sind, falls die Verantsalter, inzwischen oft Teil desselben Konzerns, wegen Haftung oder Fehlschlag einer Veranstaltung finanziell Baden gehen - das wird absichtlich so kalkuliert.

Das eigentliche Problem (und das ist bei GPUs oder Spielkonsolen nicht anders) ist, dass es genug gierige, dumme oder zu reiche Menschen gibt, die das dann bezahlen. Am schlimmsten wird es, wenn diejenigen, die diese Preise zahlen, dann auch noch fortwährend darüber jammern.
 
aid0nex schrieb:
Ich habe 50€ auf meinen Bezahlchip aufgeladen, die "Aufladegebühr" betrug 3€, es landeten also nur 47€ drauf.
Als dann am Ende noch 4€ drauf waren die ich wieder auszahlen wollte, gab es eine "Auszahlgebühr" von 2€. Die Auszahlung ist aber erst ab 5€ Restguthaben möglich, also verfallen die 4€ Restguthaben ersatzlos.
Zusätzlich zu den enorm hohen Preisen (0,5L Radler Dose: 7€ plus 2€ Pfand, Stück Pizza Margherita: 12€) hat man mir also einfach durch erfundene Hürden nochmal 7€ gestohlen.
Das ist nicht weniger als Betrug.
Genau das meinte ich mit meinem Beitrag. Du warst also auch auf Parookaville. Absoluter Bullshit was die da abziehen.
 
IIxRaZoRxII schrieb:
Grundsätzlich ist alles was gegen das langsame und versiffte Bargeld geht, jedoch sehr begrüsenswert
Solange, bis z.B. deine Krankenkasse wegen deinem Alkoholkonsum die Beiträge erhöht oder solche Späße. Viele werden erst dann kapieren, was diese Datenkraken bedeuten können. Datenerhebung braucht eine Rechtfertigung, nicht Datenvermeidung (oder im DSGVO-sprech: Datenminimierung). Aus guten Grund ist das im Datenschutzrecht anders als in jedem anderen Bereich. Aber klar, Menschen wie ich sind da ja paranoide Spinner. StaSi hats nie gegeben, Snowden haben die Russen erfunden usw.

Nachtrag: Ich finde völlig fein, wenn viele Leute die Datenkrake füttern wollen. Das Problem ist, dass wenn 90+% sie füttern, die Datensparsamen geächtet (weil ausgeschlossen) werden. Ich stelle mich nicht hin und sage "Ieh, dieses PIN-Pad wird am Tag von 300 Menschen angefasst, dass muss das Gesundheitsamt verbieten".
 
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@aid0nex umsotrauriger was dieses Jahr dem Tomorrowland Festival vor Beginn wiederfahren ist.

Es scheint so das diese Unart des "digitalen Betruges" aber eher ein deutsches Problem ist. Hier in Spanien, gerade erst am Wochenende auf Rockland gewesen, bauen alle grösseren Festivals zusätzlich 4/5G Masten auf, um den erhöhten Datenverkehr aufzufangen. EC Karte gibts hier nicht, aber Debit und Kreditkarten.
Es gibt entweder Chipsysteme oder man bezahlt per Handy NFC, was super funktioniert, schnell ist und du hast selber kein Bargeld mitzuschleppen. Natürlich muss man auf sein Smartphone aufpassen. Dafür lässt man aber auch alles andere in der Unterkunft.
Die Preise für Getränke und Speisen sind aber auch hier unter aller Sau. 0,9L Bier 12€
 
Zuletzt bearbeitet:
Rock im Park (und wahrscheinlich auch am Ring) lief mit dem Bargeldlosen Chip einwandfrei. Kein Geldbeutel, kein Kleingeldzählen. Einfach hin, piep, die zeigen dir die Abbuchung und das Restguthaben. Volle Kontrolle, kostenloser Chip und kostenloses Aufladen. Kostenlose Abbuchung des gesamten Restguthabens.

Ziemlich ideal. Kann ich anderen Festivals nur empfehlen, das so sauber umzusetzen.

(Das einzige Stück Orga, das imo problemfrei funktioniert hat 😅)
 
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ReactivateMe347 schrieb:
Warum sollte das verboten sein? Es wurde schlicht auf breiter Front eingeführt von Ticketmaster und in D dominiert bisher eventim.
Jo,.lag da falsch.

Springsteen im D hat wohl auch tlw 500€ gekostet. Hammer. Pink Floyd 96 waren 120 DM. U.d das war für damalige (und wohl auch heutige) Verhältnisse eine Megatour. War Wahnsinn dort gewesen zu sein.

Meine Musik (Metal, selten mal was ruhigeres wie AOR) betrifft es noch nicht. Obwohl seit Corona die Preise der Konzerte kontinuierlich steigen

https://www.rollingstone.de/dynamic...-ist-das-und-warum-ist-es-umstritten-2822779/
 
Festivals sind generell pure Abzockveranstaltungen.*
Irgendwelche Servicegebühren beim Kauf von Tickets, überteuerte Getränke- und Essenspreise von billig gemixter Brühe bis hin zu diesem Betrug bei der Art der Zahlungsmittel.

Früher war mir das egal, habe ich alles mitgenommen.
Jetzt frage ich mich, warum ich das mitgemacht habe.**

*Ausnahmen bestätigen die Regel.
** Ich weiß, weil es dennoch eine geile Zeit und tolle Events waren.
 
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Alphanerd schrieb:
Springsteen im D hat wohl auch tlw 500€ gekostet. Hammer. Pink Floyd 96 waren 120 DM. U.d das war für damalige (und wohl auch heutige) Verhältnisse eine Megatour.
Naja, das ist fast 30 Jahre her. Über den Daumen halbiert sich der Geldwert alle 20 Jahre. Also sind die 120 DM heute grob 180€.
Alphanerd schrieb:
Obwohl seit Corona die Preise der Konzerte kontinuierlich steigen
Der Mindestlohn ist in der Zeit von 9,35€ auf 12,82 gestiegen, also um 37%. Entsprechend sind Kaufkraft und Kosten gestiegen.
Es ist Wahnsinn, wie man die Inflation anheizt, statt Preisbremsen zu finanzieren.
 
ReactivateMe347 schrieb:
heute grob 180€.
Ist ja noch weit weg von den 500€ für den Boss.
Zumal sich dort viele Musiker die Kohle wohl in ähnlichen Anteilen geteilt haben. Glaube kaum, dass Springsteen seine Band wie sich selbst bezahlt.

Zudem waren die Kosten für damalige Verhältnisse gigantisch.

Die Konzerte dieser Tour boten noch mehr Spezialeffekte als die vorherige A Momentary Lapse of Reason Tour (1987–89). Die Konzertbühne war 180 Fuß (55 m) lang, verfügte über einen 130 Fuß (40 m) hohen Bogen und war der Bauart der Hollywood Bowl nachempfunden. Insgesamt wurden für die Bühne 700 Tonnen Stahl, transportiert von 53 Sattelschleppern, verbaut. Dazu waren ein Tourneepersonal von 161 Personen und eine Anfangsinvestition von 4 Millionen US-Dollar plus 25 Millionen US-Dollar an laufenden Kosten vonnöten. Das Bühnenbild wurde von Stufish Entertainment Architecture unter der Leitung des Architekten Mark Fisher entworfen. Für die Licht- und Lasershow wurden Lasertechnologien benutzt, die für die Atomforschung und die Hochgeschwindigkeitsfotografie entwickelt worden waren. Zusätzlich wurde für die Aufführung des Songs Comfortably Numb auch eine kinetische Skulptur verwendet, die in ihrer Form und Funktion einer Diskokugel ähnelte. Die Kugel wurde auf über 20 m Höhe gezogen und von außen angestrahlt, wobei zunächst der bekannte Effekt einer sehr großen Spiegelkugel entstand. Zum Höhepunkt des Songs öffnete sich die Skulptur blütenartig und gab den Blick auf einen 12 kW starken Scheinwerfer und weitere Spiegelelemente frei.

Es war 94, nicht 96. Man wird alt.
 
wern001 schrieb:
Hab jetzt das Bankengesetz nicht zu 100% im Kopf
Gemß § 14 Absatz 1 Satz 2 BBankG sind "Auf Euro lautende Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel."
 
Future-One schrieb:
Ich verstehe nicht warum so viele dieses System akzeptieren.
-weil die leute sich zwar daran stören, aber zu bequem sind um sich dagegen zu stellen
-weil man bereits das teuere ticket gekauft hat und nun will man es nicht am bezahlsystem scheitern lassen - eine wahl hat man ja nicht und schließlich muss man was trinken/essen
-weil es den leuten egal ist
-weil man auf festivals sehr oft ganz andere probleme hat
-weil die veranstalter beim einführen solcher zahlsysteme die obigen punkte bereits einpreisen
ps: nichtmal im ansatz anspruch auf vollständigkeit...
 
Fällt wohl in die Kategorie "Nepper Schlepper Bauernfänger"
 
ReactivateMe347 schrieb:
Solange, bis z.B. deine Krankenkasse wegen deinem Alkoholkonsum die Beiträge erhöht oder solche Späße.
Stand jetzt sehen die Kartenbetreiber nicht was gekauft wird.
Sondern nur wo und wann.

Damit ist man an sich auf dem selben Niveau wie eine TSE Barkasse mit Scheinenummererkennung.
 
Sinatra81 schrieb:
Ein Fall für Solmecke! 😉
Würde mich nicht wundern, wenn der ein Video dazu dreht. Solmecke, der einzige menschliche Anwalt :daumen:
 
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Die Verbraucherzentrale hat natürlich in allen Punkten recht. Das sind nur wieder neue Mittel, um auf Festivals Leute betrügen zu können. Wundert mich nicht..
 
ReactivateMe347 schrieb:
Ich habe ehrlich gesagt nie verstanden, wie das passiert.
Ist mir zum Glück auch nie passiert, aber es kann eben passieren. Ich dachte auch mir wird nie ein Display kaputt gehen, aber in nun über 15 Jahren sind mir in kürzester Zeit, leider sehr doof gelaufen, zwei kaputt gegangen. Vorsicht ist immer besser als Nachsicht. ;)
 
wern001 schrieb:
Hab jetzt das Bankengesetz nicht zu 100% im Kopf aber es lautet ungefähr so: € Banknoten und Münzen sind uneingeschränktes Zahlungsmittel.
Du darfst einen Laden, ein Restaurant oder was auch immer betreiben und ausschließlich nur bargeldlose Zahlungen akzeptieren. Das muss nur vorher klar ersichtlich sein.

In einigen Stadien wie der Allianz Arena in München kannst du deine Bratwurst und dein Bier nicht mit Bargeld bezahlen.
 
Bezahlchips sind halt die "ingame-coins" des "real life". Das Prinzip ist das gleiche, wie in Spielen, und die Absichten dahinter auch.
 
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