Fileserverübernahme

Michi777

Commander
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Liebe Community!

wir haben einen Linux Cluster inkl. Raid, welcher derzeit den Fileserver übernimmt und ~800GB umfasst.
Das Linuxsystem ist kompliziert & aufwändig zu handhaben (möchte mir auch keine Linuxkenntnisse aneignen) und die HDD ist schon zu knapp bemessen.

Wir haben einen neuen Server, welcher die Funktionen Active Directory, Exchange, Druck und Backup umfasst und folgende Hardware besitzt:
Intel Xeon E5606 @2,13GHz
16GB RAM
Windows SBS 2011 Standard
2TB HDD
An GB LAN gepatched und CPU Auslastung von ~4% bei voller RAM Auslastung (da Exchange immer soviel RAM nimmt wie möglich)

Wäre es zwecks Leistung\Auslastung\Sicherheit schlecht oder packt er die Fileserverfunktion auch?
Umfasst 35 Architekten mit hauptsächlich DWG Dateien (2-80MB) & PDF Dateien im Gesamtausmaß von 800GB.

Vielen Dank!
 
Wie sah das Raid im alten Server aus und wie im neuen?

Wenn du schreibst der neue Server hat 2TB HDD vermute ich mal das da einfach zwei 2TB Platten im Raid 1 laufen.... die ziehen natürlich nicht gerade die Wurst vom Teller...
 
Nunja, man könnte ja im Sinne eines Backups mal alles auf den neuen Server ziehen und das ganze einen Tag lang "umstöpseln". Dann sieht man ja, ob's tut. Und wenn stellt m,an einfach wieder auf den alten Server um.

Läuft hier zumindest mit fraglichen Konfigurationen gerne mal Freitag Mittag an und wird Sonntag Abend wieder umgestöpselt, wenn's nicht geklappt hat - ja, doof für den Zuständigen.

Die entsprechende Belastung muss man dann natürlich irgendwie simulieren.
 
fileserver verursacht kaum last.
der greift ja nur auf die platten zu.
zugriffsrechte musst du logischerweise neu verteilen und wie viel last keine architekten verursachen und was für ein raud du ma besten brauchst musst du eben rausfinden / wissen.
schau doch mal auf dem linuxserver wie viel last verursacht wird oder wie das lese/schreibverhältnis ist.
das kann dir niemand vorhersagen :P
 
Linux ist nicht kompliziert, man muss sich lediglich einarbeiten. Ich würde auf keinen Fall die beiden Server fusionieren. Schon aus "redundanten gründen". Wenn, dann sollte man den RAM aufstocken und via ESXi zwei VMs daraus machen.
 
Ich rate ebenfalls dringend davon ab, sämtliche Funktionen auf einen Server zu packen. RAM aufstocken, evtl. eine zweite CPU und dann virtualisieren. Ich werfe allerdings Hyper-V in den Raum, dann mußt Du Dich nicht mit Linux 'rumschlagen' ;)
 
Wenn Du das RAID ähnlich wie im Linuxserver an den Windows-Server kriegst - kein Problem. CPU und Speicher werden von Filediensten kaum belastet. Eine 2 TB HDD allerdings reicht nicht als performante Datenablage für 35 Leute mit CAD-Dateien. Da brauchst Du ein RAID 5 aus mindesten 6-8 HDs (idealerweise SAS 10K). Wenn Du vom Linuxserver nichts mitnehmen kannst, notfalls eine Qnap (859/69) mit kleinen Platten (1TB) und RAID 6, die sollte auch reichen, sind ja 8 Platten. Alternative bei 800GB: 3x 512 SSD im RAID5 - Bau die direkt in den Server ein, da rennt die Luzie zu gemäßtigten Ausgaben ;-).
 
Bei einem doch recht langsamen RAID-5 wüde ich her 15k Platten nehmen. Oder ein RAID-10. Sollte wirklich der SBS auf dem Server installiert werden, ist ein RAID-5 aus 10k SAS Platten voraussichtlich zu langsam. Zu den Platten wurde aber noch nichts gesagt... ch fürchte, es sind SATA Plattn.
 
Naja: Einfache Rechnung: SATA 7200 Umin: 60-70 IOps, SAS 15000 (gibts eigentlich kaum noch 2,5" 10K sind Standard) : 140-160 IOPs, d.h. doppelt soviele SATA-Platten gleichen die Geschwindigkeitsunterschiede aus. Mit einem echten RAID-Hardwarecontroller ist ein RAID5 bzw. 6 genauso schnell wie Raid10, aber ressourcensparender. Bei ca. 30 Büroarbeiter habe ich ein RAID6 mit 4 SATA-HDs in Verwendung: passt. Bei CAD-Leuten muss man aber deutlich höher gehen, deshalb mein Vorschlag eines NASes, welches man dann per iSCSI an den Windows-Server anbindet.
 
puri schrieb:
SAS 15000 (gibts eigentlich kaum noch 2,5" 10K sind Standard)
Bitte was?

Natürlich gehe ich in diesem Fall von 'professioneller Hardware aus (Dell, HP...). Aus eigener Erfahrung kann ich im Enterprise-Umfeld nur von SATA abraten. Die Ausfallrate war doch erheblich höher, als bei SAS - gerade bei Storagelösungen, in denen viele Platten verbaut wurden (10 - 80). Von einem SOHO Nas halte ich in diesem Fall nichts, höchstens als Backupgerät.

Bei der Unternehmensgröße ist z.B ein Dell PowerEdge R720xd sinnvoll. Der kann plattenmäßig ordentlich erweitert werden. Evtl.kann der sogar SATA und SAS, so daß man erstmal klein anfangen kann.
 
Also alle Server, die wir in letzter Zeit kaufen bieten hauptsächlich 2,5" SAS HDs an mit 10K (oder 3,5" mit SATA 7200) , selbst bei Netapps (2240). Aber es deutet sich eh eine Zweiteilung an: SATA 7200 für normal/langsame Datengräber, integrierte SSD-gecachte Storages für VM-Ablage (da booten 100 VMs gleichzeitig in 5 Minuten hoch - genial), die Zeit für "schnelle" SCSI/SAS-Festplatten geht so langsam vorüber..
 
Ich glaube, eine NetApp wäre etwas übers Ziel hinausgeschossen. ;) Mit dem SSD Cache ist das nicht mit einem Einzelserver vergleichbar. Der Server hat an sich aber nichts mit der Geschwindigkeit der HDDs zu tun (10 oder 15k). Evtl. werden in der Grundkonfiguration aus Kostengründen erstmal 10k Platten angeboten.

Aber das wird jetzt langsam zu speziell...
 
Zuletzt bearbeitet:
Um von unserer Diskussion zum TE zurückzukommen: Alles auf einen Server geht grundsätzlich schon - aber was passiert, wenn der einzige Server ausfällt ? Der Linuxserver war ja geclustert - kann man den nicht als 2./3. Windows-Server installieren, und die Filegeschichte unter WIndows freigeben - wäre halt besser wegen der Redundanz.
 
Das hatte ich überlesen. Man bräuchte dann doch etwas mehr Informationen, wie das Ganze am Ende aussehen soll und welche Hardware wofür zur Verfügung steht.
 
Nur mal so als Zwischenfrage: Meint ihr nicht, dass ihr es mit euren fetten RAID6 Arrays und SAS 15k Platten nicht ein wenig übertreibt? Dell PE R720xd? Coole Kiste, aber was soll der denn den ganzen Tag machen außer Strom verbrauchen?

Mich würde ja mal interessieren, welche Hardwareaustattung momentan als Fileserver dient?

Ansonsten dürfte sowas völlig ausreichend sein:

Fujitsu PRIMERGY TX140 S1p

Intel Xeon E3-1230 v2
2x 8 GB RAM
D2616 RAID-Controller mit BBU-Erweiterung
2x 2,5" S-ATA 250 GB (System RAID1)
4x 2,5" S-ATA 1000 GB (Daten RAID10 oder RAID5)
1x 2,5" S-ATA 1000 GB (Dedicated Hotspare für das Daten-RAID)
1x 2,5" SSD 100 GB (Cache)
2x Netzteil

Die SSD kann direkt über das WebBIOS des RAID-Controllers als Cache eingebaut werden. Das kann nicht nur NetApp. Windows Server 2012 Standard drauf, Datendeduplizierung an und für die nächsten Jahre sollte erstmal Ruhe herrschen.
 
Als DC, Exchange, Print- und Fileserver für ein Unternehmen mit alleine 35 Architekten ist das keineswegs übertrieben. Das war auch nur ein Beispiel für einen Server der gut erweiterbar ist i.V.m. dem Vorschlag der Virtualisierung.
 
Ich halte das hier diskutierte Szenario auch für "over-sized".

Führen wir uns bitte mal vor Augen: 35 Leute arbeiten mit Dateien von 2 - 80 MB Größe (ich unterstelle mal, dass die pdf'en nicht nennenswert größer sind). Dazu haben die noch ihr Outlook oder OWA auf und schauen auf ein paar Termine und Aufgaben und schicken 10 bis 20 E-Mails am Tag. Die eigentliche dwg-Bearbeitung findet ja am Client statt. Das schafft der wohl bereits angeschaffte neue Server leicht, wenn man ihm den defaultmäßigen Speicherhunger etwas zügelt. Dem Exchange Informationstore rückt man so zu Leibe, die SQL Instanzen SBSMonitoring, Sharepoint und WSUS begrenzt man so.
Damit laufen mehrere produktive SBSen mit ca. 30 Usern wunderbar mit Speicherauslastungen zwischen 6 - 10 GB.
Allerdings verteilen die ihre Daten auf mehrere Plattenspindeln (die ach so schlechten Enterprise SATA Platten!).

Ja, die sind auch wie von FBrenner vorgeschlagen virtualisiert. Als Host jeweils ein Server 2012 (Stichwort Hyper-V Replica!) und darauf der virtualisierte SBS, der keine iSCSI oder durchgereichten phys. Platten nutzen darf, sondern nur vhdx'en (sonst läuft die Replica nicht!). Dazu die Ersatzmaschine mit Server 2012, die die Replica aufnimmt.

Wichtig ist halt, dass tatsächlich nur Filesharing und Exchange gemacht wird. Wenn noch Sharepoint aktiv genutzt wird, dazu noch ein Backupprodukt, das seinerseits eine SQL-Instanz installiert und vielleicht noch vom Steuerberater bezogene Fibu-Software, dann wird's mit 16 GB nicht reichen für einen ansprechenden Produktiveinsatz.

@ Simon: In Deiner Signatur fehlt bezüglich der kostenlosen Virtualisierungsmöglichkeiten der Hyper-V Server!
 
Danke, der freie Hyper-V ist jetzt mit an Bord. Xen ist dafür rausgeflogen. :-)

Die Frage die sich stellt ist, ob man wirklich einen Ersatz-Server für die Hyper-V-Replica benötigt. Meines Erachtens wäre hier eine Lösung mit Veeam Backup & Replication in Verbindung mit einer kleinen NAS (QNAP TS459/TS649 Pro o.ä.) als Backup völlig ausreichend und man hat den Vorteil, dass man auch nur mal einzelne Dateien ohne Probleme zurücksichern kann (wobei es hier auch andere Möglichkeiten gäbe).
 
Ja, klar, die Frage ist berechtigt. Aber wenn der Server abraucht, habe ich mit der Replica auf der Stand-by Maschine eine VM zu starten und weiter geht's (zugegebenermaßen mit deren letztem Datenstand).

Wir sichern die produktiven Maschinen auch zusätzlich mit inkrementellen Images (via Shadowprotect), um Zwischenstände recovern zu können. Das kann man selbstverständlich auch als Sicherung hernehmen, wenn der Server weg ist. Dann dauert's halt, bis die Ersatzmaschine da ist. Und das, was wir als hinreichend dimensionierte Hardware ansehen, kostet unter 2000 Euro selbst bei mehreren Platten. Das würde ich eher ausgeben als 35 Architekten (mindestens) einen Tag offline zu lassen. Aber das mag das Büro des TE entscheiden.
 
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