Frage zu Studienarbeit

Daltimo

Lt. Commander
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März 2006
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1.258
Hallo,

ich bin gerade dabei meine Studienarbeit zu schreiben, bzw. habe ich gerade angefangen.

Ich habe allerdings etwas bdenken in Hinsicht auf das Zitieren, nicht wie ich das mache sondern mit dem Kopieren von Gedankengut.

Dadurch das ich ein rein theoretisches Thema habe und dies auch so behandeln soll ist meine Studienarbeit eine reine Literaturrecherche.
Ich hab mir also viellerlei Bücher besorgt und exzerpiere die Texte und versuche dann für mich ein ganzes daraus zu machen, im Sinne meiner Überschriften.

Ist meine Vorgehensweise so richtig oder hat das was mit kopieren zu tun, weil wie soll ich das Thema sonst behandeln? Ich kann mir ja nichts neues audenken!

Ich danke euch für eine Antwort!
 
das ist ganz normal so. in diesen kleinen arbeiten forscht du nicht selber, das wollen die betreuer nicht und dein aufwand steht auch in keiner relation zu dem umfang der arbeit. daher einfach schön quellen zusammen fassen und fertig. und das ist auch sehr wichtig, dass du wirklich alles mit zitaten belegst, auch wenn du dir irgendwas denkst was richtig sein könnte. es muss alles zitiert werden sonst gibts ne 5.0 ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Das kommt auf die Art deiner Arbeit an. Es sollte jedoch klar hervorgehen, was übernommen ist, und was Eigenleistung ist. Richtig viel Eigenforschung wird eigentlich erst ab Diplomarbeit/Masterarbeit erwartet. FH-Diplom oder Bachelorarbeit ist da eher einfach dagegen, während eine Doktorarbeit sehr viel eigene Forschung und Erkenntnis beinhalten sollte.
 
Du solltest niemals Wort für Wort Literatur übernehmen, sondern in eigenen Worten zusammenfassen was der/die Author/en aussagen will und dich damit kritisch auseinandersetzen.
Nur weil ein Author behauptet, dass was er schreibt sei richtig muss es noch nicht stimmen.
Wer alles glaubt was publiziert wird, dem kann man gar nicht mehr helfen.
Ich hatte in meiner Bachelorarbeit z.B. ein verrücktes Südkoreanisches Forschungsteam, dass behauptet hatte sie haben Silber(0)-Ketten im Labor produziert. Zwei Monate später hat mir mein Prof erzählt , dass prompt der Widerruf kam, mit der Begründung die spektroskopischen Daten wurden falsch ausgewertet.
 
blablub1212 schrieb:
das ist ganz normal so. in diesen kleinen arbeiten forscht du nicht selber, das wollen die betreuer nicht und dein aufwand steht auch in keiner relation zu dem umfang der arbeit. daher einfach schön quellen zusammen fassen und fertig. und das ist auch sehr wichtig, dass du wirklich alles mit zitaten belegst, auch wenn du dir irgendwas denkst was richtig sein könnte. es muss alles zitiert werden sonst gibts ne 5.0 ...

Okay, Quellen zusammenfassen soweit auch okay. Ich mach doch aber in der Arbeit eigentlich nichts anderes, deswegen müsste ich ja eigentlich alles zitieren?

F_GXdx schrieb:
Das kommt auf die Art deiner Arbeit an. Es sollte jedoch klar hervorgehen, was übernommen ist, und was Eigenleistung ist. Richtig viel Eigenforschung wird eigentlich erst ab Diplomarbeit/Masterarbeit erwartet. FH-Diplom oder Bachelorarbeit ist da eher einfach dagegen, während eine Doktorarbeit sehr viel eigene Forschung und Erkenntnis beinhalten sollte.

Welche Eigenleistung hat man bei einer Arbeit die eine Literaturrecherche darstellt? Wie dein Vorredner sagte ist das doch eine reine Informationssammlung?

Das ist derzeitig mein einziges Problem bei der Arbeit, ich weiß über was ich schreiben möchte, aber wie...
 
Du wirst die Welt nicht neu erfinden sondern du sollst einfach einen Diskurs über ein strittiges Thema führen und Meinungen zu dem Thema zusammenfassen sie gegenüberstellen und kritisch erörtern.
Im Endeffekt ist eine Studienarbeit einen Erörterung wie man sie ab der 7. Klasse schreibt nur halt auf höherem Niveau.
 
Du wirst die Welt nicht neu erfinden

Genau das ist das Problem. Deswegen ist es ja nur zusammensuchen von Informationen die beleuchten usw, weil was soll ich für eine wissenschaftliche Erkentniss daraus ziehen wenn meine Studienarbeit als Nachschlagewerk dienen soll über dieses Thema.
 
.:Semo:. schrieb:
Welche Eigenleistung hat man bei einer Arbeit die eine Literaturrecherche darstellt? Wie dein Vorredner sagte ist das doch eine reine Informationssammlung?
Ja richtig. Das Auswählen, in Verbindung stellen und Zusammenfassen ist die Leistung. Du erstellst sozusagen aus Studien eine Metastudie. Das ist nicht immer einfach, und sicher oft aufwendig.

Trotzdem sollte eine Bachelorarbeit aber auch eigene Forschung beinhalten. Eine eigene Messreihe, zB oder ein eigenes Experiment, Umfrage, etc.
 
Naja unterschätze den Wert eines "Nachschlagewerks" ma nicht.
Ich (studier Chemie) schätze es massiv , dass es über Themenkomplexe ab und zu ma sogenannte Reviews in Journals gibt. Die bringen dich halt schnell ma auf den Stand der Forschung auch ohne das du jetzt massives Detailwissen haben musst.
Ein Freund von mir hat z.B. seinen Bachelor Arbeit über die Laseransteuerung via LabView geschrieben, das wollte der Prof unbedingt ma in schriftlicher Form haben. Die BA wird seitdem im Arbeitskreis als Grundlektüre für jeden neuen angesehen.
 
Also ich hab gerade nochmal im Internet nachgelesen.

Als erstes Exzerpiert man, sprich die wichtigsten Informationen werden herausgeschrieben bzw. Grundinformationen.
Diese schreibt man dann in der Arbet mit eigenen Worten nieder und analysiert diese wenn nötig und möglich?

Somit ist das kein Gedankenklau sondern man hat aus den Texten nur eigene Erkenntnisse niedergeschrieben. Hab ich das jetzt richtig verstanden?
 
Das Wichtigste ist dass du zeigst dass du verstanden hast worum es geht und du dir aufgrund dessen eine eigene Meinung bilden kannst.
 
Ich denke ich weiß nun bescheid. Mit Hilfe des Exzerpieren filtert man aus verschiedenen Quellen die Grundgedanken heraus, die für einen persönlich wichtig sind.

Aus diesen Informationen kann man dann seinen eigenen Text entwerfen und aufbauen, auf dieser Grundlage muss man das Rad nicht neu erfinden und man hat dennoch seinen eigenen Gedankenzug enthalten.

Aufgelistet werden müssen diese Bücher im Quellenverzeichnis, somit ist das ganze Konform.

Ich denke meine jetztige Auffassung ist richtig oder?
 
Ich hätte es so gesagt. Aber hast du denn keinen Betreuer?

Ich kenne zB Bachelorarbeiten, da haben Leute irgendein Programm entworfen, irgendeine Webpage, ne kleine Datenbankoptimierung, ne Visualisierung irgendeines theoretischen Algorithmus (Prim, Kruskal, Dijkstra) etc., die mussten dann auch nur wenig Text abgeben. Die haben sehr wenig mit Quellen gearbeitet.

Also, ne BA kann eben durchaus individuell sein, so pauschal würde ich da nichts festlegen.
 
Naja meine Arbeit soll wirklich nur als Nachschlagewerk dienen. Aus diesesm Grund ist es auch rein theoretisch gehalten. Ich bin aber froh das ich die Schreibweise jetzt richtig verstanden habe und ich das Rad nich nochmal erfinden muss. Gestern hatte ich irgendwie eine Blockade....
 
Ich frage mich gerade was für ein Sinn so eine Studienarbeit hat wenn da keine Eigenleistung drin steckt.
Und gerade die wird doch in solch einer wissenschaftlichen Arbeit bewertet. Sinn ist es doch, aus den Informationen die man "sammelt" die richtigen Schlüsse raus zu ziehen und das Wissen dann anwendet. Also z.B. nen Algorithmus entwirft der irgendein Problem löst, verschiedene Verfahren miteinander vergleicht und bewertet. 40 Seiten irgendwas zusammenfassen ist für mich keine Studienarbeit, eher ein Referat wie man es aus der Schule kennt, nur etwas umfangreicher.
 
Nasenbär schrieb:
Ich frage mich gerade was für ein Sinn so eine Studienarbeit hat wenn da keine Eigenleistung drin steckt.
Übung beim Umgang mit Literatur, Zitierweise, Zeiteinteilung, Ausdruck, Grammatik, Textverständnis.
 
Ich kenne Studienarbeiten eher so, dass man eine These aufstellt und diese belegt oder eben widerlegt, mit einer entspr. Argumentation. Auch hier spielen Zitate selbstverständlich eine Rolle. Irgendwie sollte jedenfalls eine Fragestellung irgendeiner Art geklärt werden.
Was du vorhast klingt nach einer Zusammenfassung. Sowas hat in meien Augen keinen wissenschaftlichen Anspruch, und dient daher nicht für eine Studienarbeit.
Hast du dein Thema absegnen lassen? Ist deinem Betreuer klar was du vorhast? Was Studierst du?
 
Odium schrieb:
Übung beim Umgang mit Literatur, Zitierweise, Zeiteinteilung, Ausdruck, Grammatik, Textverständnis.
Genau das ist aber keine wissenschaftliche Arbeit. Klar gehört der Umgang mit Literatur und das richtige zitieren dazu. Aber damit daraus eine Studienarbeit wird muss mit den gewonnenen Information was angestellt werden. Wie Green Mamba schon sagt könnte man eine These belegen. Aus technischen/naturwissenschaftlichen Bereichen kenne ich das so dass in solchen Arbeiten entweder Verfahren oder Algorithmen miteinander verglichen und bewertet werden, neue Systeme zu entwerfen, irgendwas in Hardware zu basteln oder irgend sowas.
Oder bei den BWLern werden zum Beispiel Marktforschungen angestellt oder Umfragen ausgewertet.
Einfach ein Nachschlagewerk zu erstellen wäre mir auch zu blöde, vor allem ist der Lerneffekt nicht gerade gross.
Bei uns würde soetwas auch gar nicht als Arbeit zugelassen werden.
 
Bei uns in den Geisteswissenschaften und soweit ich weiß auch bei den Naturwissenschaften, hatten wir zum Studienanfang Tutorien, die die Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit zum Thema hatten. Bietet euer Prof. so was nicht an?

Wie von meinen Vorpostern schon genannt sollte am Anfang einer Seminararbeit / Magisterarbeit / Promotion
immer dein persönlicher Fragenkatalog zu deiner Arbeit stehen, den du dann für die Erstellung des Inhaltverzeichnis benutzen kannst.

Die Arbeit sollte sinnvoller Weise aus einem Inhaltsverzeichnis, der Einleitung, dem Hauptteil, einem Fazit und einem Quellen und Literaturverzeichnis bestehen. (Als Randnotitz ,erfahrungsgemäß hat es sich bewährt die Einführung als letzten Teil zu verfassen, da sich Umfang und Zielsetzung während der Arbeit ändern können).

Am Anfang jeder Forschung steht also die Formulierung themenrelevanten Fragen an dein Forschungsobjekt.

Damit das Ganze im wissenschaftlich Rahmen bleibt sind die Fragestellungen vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstand zu stellen, mit dem Ziel eines Erkenntniszugewinns.

Für den Überblick des Forschungsstandes ist als erster Schritt eine systematisch oder unsystematische Literatursuche unabdingbar. Für welche Methode du dich entscheidest ist ganz deiner Vorliebe überlassen, alle Wege führen bekanntlich nach Rom ;).

Du würdest also mit Hilfe von Handbüchern, Nachschlagewerken, Fachzeitschriften dir einen Überblick zum Forschungsstand verschaffen und so die Grundlagenliteratur für deine Arbeit zusammenzutragen.

Die Fragestellung sollte, wie bereits gesagt, im Idealfall neue Erkentnisse / Perspektiven aufzeigen, sich dabei aber stets mit den vorhandenen Forschungsergebnissen auseinandersetzen und an diesen überprüfen lassen.

Deshalb ist eine 'richtige' Zitation unabdingbar. Das sollte aber kein Problem sein, hier kannst du dich in die eingängigen Fachzeitschriften für deinen Bereich einlesen und dann an die Standards für dein Fach halten.

Generell gilt für die Zitation, außer zum Beleg auf welche Texte / Quellen sich deine Darstellung stützt, dienen Fußnoten auch zur Entlastung des Textes für wichtige Gedankengänge oder Kurzinformationen, die aber den roten Faden des Textes stören würden.

Zitiert werden dabei nur einschlägige Verfasser, also niemals Texte aus z.B. Brockhaus, Wiki, Spiegel oder populärwissenschaftlichen Büchern.

Wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß bei deiner Seminararbeit, was ist denn dein Thema?
 
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