Frage zu Studienarbeit

Warum ist denn eine Zusammenfassung von bestehenden Wissen keine wissenschaftliche Arbeit (aka Literaturrecherche)? Gerade heute doch, wo es zuviele Informationen gibt, ist eine Aufbereitung oder Neuzusammenstellung wichtiger als je zuvor. Selbst die Autoren, von denen man zitiert, beziehen sich auf Autoren, die wiederum auf eine Studie aus dem Jahr 1987 blicken. Meine ganzen Seminararbeiten liefen so ab.
 
Weil es dadurch keinerlei neue Erkenntnisse gibt? Welchen Wert hat das Ergebnis? Weiß nicht ob das Ansichtssache ist, in meinen Augen ist die Erstellung einer Zusammenfassung reine Fleißarbeit und hat nichts mit einem wissenschaftlichen Anspruch zu tun.

//Edit
Es ist wohl keine Ansichtssache:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftliche_Arbeit
 
Die Literaturrecherche ist nur ein Teil der Arbeit.
Eine wissenschaftliche Arbeit könnte so aussehen:
Ich möchte irgendetwas decodieren. Durch Liteteraturrecherche finde ich verschiedene Algorithmen. Klar in der Arbeit werden diese erstmal schön zusammenfassend erklärt (1.Teil der Arbeit), damit ist eine Arbeit aber noch längst nicht fertig (Ich habe ja auch noch keine neuen erkenntnisse gewonnen)
Im nächsten Schritt möchte ich herausfinden welcher Algorithmus unter bestimmten Rahmenbedingungen am besten funktionniert. Ich simuliere also verscheidene Parameter um herauszufinden welcher Algorithmus am besten ist. (Teil2 der Arbeit: beschreibung der Simulationsumgebung und Implementierung der Algorithmen)
Teil3: Danach werte ich meine Simulationsergebenisse aus und kann nun eine Empfehlung aussprechen welcher Algorithmus unter den Simulationbedingungen am geeignetsten ist.
Und darin liegt dann auch die neugewonnene Erkenntnis. Ohne diese würde ja die Arbeit überhaupt keinen Sinn machen.

Das reine Zusammenfassen hat eher was mit dem erstellen eines Lehrbuchs gemein.
 
Ich les hier immer wissenschaftliche Arbeit. Soll denn eine Studienarbeit eine (vollständige) wissenschaftliche Arbeit sein?

z.B. die Prüfungsordnungen der TUM oder des KIT schreiben etwas in der Richtung:
"Die Bachelorarbeit soll zeigen, dass die Studentin in der Lage ist, ein Problem aus dem Maschinenbau selbstständig und in begrenzter Zeit nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten."
Prüfungsordnung B. Sc. Maschinenbau des KIT

Meine Interpretation wäre hier, dass eine Zusammenstellung des Stands der Technik zwar nicht euren Kriterien an eine wissenschaftliche Arbeit genügt, aber für eine Studienarbeit ausreichend ist - wenn die vorgestellte Literatur diskutiert wird.
 
Wenn du vorhandene Litereatur zusammenfasst löst du aber kein Problem. Somit ist es auch nach der Prüfungsordnung keine Bachelorarbeit.
 
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Falls eine Bibliographie, in diesem Fall wohl eher Fachbibliographie, geplant ist, verlangt ihre Erstellung durchaus auch einer gewissen wissenschaftlichen Methodik damit sie wissenschaftlichen Ansprüchen genügt - ein solches Unternehmen dürfte aber den Rahmen einer Seminar- oder Magisterarbeit sprengen. ;)
 
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Green Mamba schrieb:
Weil es dadurch keinerlei neue Erkenntnisse gibt? Welchen Wert hat das Ergebnis? Weiß nicht ob das Ansichtssache ist, in meinen Augen ist die Erstellung einer Zusammenfassung reine Fleißarbeit und hat nichts mit einem wissenschaftlichen Anspruch zu tun.

//Edit
Es ist wohl keine Ansichtssache:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftliche_Arbeit

Eine wissenschaftliche Arbeit muss nicht immer zwingend neue Erkenntnisse besitzen.

Nasenbär schrieb:
Wenn du vorhandene Litereatur zusammenfasst löst du aber kein Problem. Somit ist es auch nach der Prüfungsordnung keine Bachelorarbeit.

Ich schreib auch keine Bachlorarbeit, sondern eine Studienarbeit, ich schreib erst nächstes Jahr mein Diplom.
 
Eine Studienarbeit ist im Prinzip das gleiche wie eine Bachelorarbeit. Bei uns hat eine Studienarbeit die gleichen Anforderungen an das Thema wie eine Diplomarbeit, mit der Ausnahme, das die Studienarbeit in kürzerer Zeit schaffbar sein muss. Bei uns steht:
Für die Studienarbeit gelten § 23 Abs. 1, 2, 4 und 6 sinngemäß.
und
§ 23 Diplomarbeit
(1) Die Diplomarbeit soll zeigen, dass die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage
ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus ihrem bzw. seinem Fach
selbstständig mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.
Und wen du einfach Literatur zu einem bestimmten Thema zusammenfast, bedienst du dich keriner wissenschaftlichen Methode.
Villeicht solltest du in deiner Diplomprüfungsordnung schauen was darin steht.

Meines erachtens will sich der Lehrstuhl blos die Bezahlung einer studentischen Hilfskraft sparen. Lernen wirst du bei der Arbeit nicht viel (halt nur den Umgang mit Literatur), und ich bezweifle das eine reine Literaturrecherche motiviernd ist und Spaß macht.
 
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Vielleicht sollte ich dazu sagen das es sich um einen BA-Studiengang handelt, hier sind wohl die Anforderungen und die zeitlichen Rahmenbedingungen etwas anders, als an einer FH oder UNI. Die Arbeit stellt dabei einen theoretischen Bezug zur Praxis dar.
 
Da ist es durchaus möglich, dass die Rahmenbedingungen anders sind. Aber wie gesagt sowas ist immer in der Prüfungsordnung oder ähnlichem genau festgehalten. Du könntest in dieser ja mal hineinschauen oder den Link dorthin posten.
 
Neue Erkenntnisse werden erst bei einer Dissertation erwartet. Davor fasst man den aktuellen (!) Stand er Forschung unter einer Fragestellung zusammen. Idealiter wägt man dabei ab, was dann deutlich macht, dass Du das Thema wirklich durchdrungen hast. Eigentlich kommst Du darum nicht herum, da es zu allem mehrere Meinungen und Auffassungen gibt. Aber auch das wird nicht unbedingt überall gefordert. Wichtig ist nur, nicht Zitat an Zitat zu reihen. Die Arbeit sollte keine Mixtur von Exzerpten sein.

Und nicht alles belegen. Selbstverständlichkeiten keinesfalls belegen.
 
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Ich glaube hier schrieb mal einer der Ahnung hat :biggrin:

Meine Eigenleistungen beziehe ich durch den Praxisbezug mit ein (BA-Student). Allerdings habe ich noch immer so meine Schwierigkeiten wie es mit dem Faktenwissen aussieht, was ich aus mehreren Büchern exzerpiert habe. Dies ist ja im eigentlichen Sinne kein indirektes Zitat und mit dem Vgl. wird es auch schwer, weil ja aus mehreren verschiedenen Büchern, da bin ich mir noch nicht so einig.
 
Du schreibst einen Satz, jeder Satz sollte eine wichtige Information enthalten.
d.h. jeder Satz sagt was aus.

Die Frage ist nun ist diese Aussage auf deinem Mist gewachsen? -> (Forschung) eigene Leistung

Oder hat jm anderes diese Aussage getroffen:
-> Zitat notwendig. (sonst Gedankenklau)

Studien- und Diplomarbeiten, ist häufig auch Literaturarbeit, oder auch "neues".
Ersteres erfordert halt viel (Fleiß)-Arbeit, und es dürfte auch schwieriger sein eine sehr gute Note zu erhalten. Hier musst du letztendlich die Literatur zu deinem Thema ausreichend darstellen.(Breite/Tiefe)
wichtig hierbei auch möglichst Primärquellen(Der jenige der die Aussage wirklich getätigt hat) zu zitieren und nicht jm. der jm. anderen Zitiert usw.
Wichtig auch wer wird zitiert? d.h. die verwendete Literatur sollte wissenschaftlichen Ansprüchen genügen (gegenbeispiel: wikipedia)

Ich erhalte immer die Aussage, echtes forschen erst aber Dissertation.
Bachlor-, Studien- und Diplomarbeit, soll zeigen das du zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten fähig bist. Wenn du auch natürlich wissen erschaffst geht das natürlich auch in deine Beurteilung mit ein.

Es gibt Bücher zum "wissenschaftlichen Arbeiten" würde ich dir mal empfehlen zu lesen.
 
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Du schreibst einen Satz, jeder Satz sollte eine wichtige Information enthalten.
d.h. jeder Satz sagt was aus.

Die Frage ist nun ist diese Aussage auf deinem Mist gewachsen? -> (Forschung) eigene Leistung

Oder hat jm anderes diese Aussage getroffen:
-> Zitat notwendig. (sonst Gedankenklau)

Naja den gleichen Gedanken sicher nicht...aber in etwa. Im Zusammenhang mit den anderen "Gedanken" ergibt es meist schon wieder einen anderen Zusammenhang.

Ich denke ich werde mir mal wirklich ein Buch besorgen zum wissenschaftlichen Arbeiten. Weil eine genaue Aussage zudem was ich suche finde ich nirgends. Vielleicht nehm ich das ganze auch zu genau, viele sagen du kannst das Rad nicht neu erfinden, dein Quellenverzeichnis reicht aus. Die anderen sagen du musst überall vgl. ranschreiben (Fußnote), also ich hör immer was anderes...

Ich werde nächste Woche meinen Prof fragen, der wird es am besten wissen. Auch wo ich die Fußnote ranschreiben kann(Überschrift)? Hm...
 
Lass bloß das "vgl." weg. :p Das wirkt nicht. Zitierweise ist unheimlich wichtig und jeder Dozent hat da andere Vorlieben. Grob informieren und bei fraglichen Details den Zuständigen vorher fragen und sich danach richten. Ich habe in jeder Arbeit leicht anders zitiert, dafür meine Ruhe gehabt und glückliche Dozenten. ^^

Belegen musst Du alles, was ansonsten eine Behauptung wäre. Als grobe Marschrichtung nichts, was in normalem Fachlexikon zu finden ist, belegen. Wenn Du Biologie studierst, keine Fußnote an "Enzyme", in Geschichte nichts an "Zweiter Weltkrieg" usw.. Es sollte klar werden, dass Du Deine Gedankengänge auf etwas stützt und das musst Du belegen. Mehr will man nicht von Dir.

Und nie Wikipedia zitieren, es sei denn, besondere Notwendigkeit läge vor.

Tipp: Jede Fachschaft, wenns bei euch sowas gibt, wird Dir breitwillig eine Hausarbeit zur Einsicht vorlegen, die Du ggf. auch kopieren darfst. Da einfach mal reinschauen.
Bist aber offenbar auf gutem Wege, was Du bis jetzt gemacht hast, ist schon OK. Wäre nur ärgerlich, die Arbeit wegen formeller Mängel doppelt schreiben zu müssen.
Exzerpieren ist bei sowas Kleinem gar nicht unbedingt nötig. Gute Gedächtnisstütze, aber sehr zeitaufwendig.
 
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Auf doppelte Arbeit habe ich ebend auch keine Lust. Das schlimme ist nur das sich damit kaum jemand richtig auskennt. Ich möchte nur nicht das ich an jedem Text eine Fußnote setzen muss, ist ja nicht Sinn und Zweck. Ich dachte durch das Exzerpieren von vielen Texten bzw. Büchern und das zusammentragen und das neuerfinden des Textes ist mein eigenes Gedankengut.
Aber hier sagt eben der eine es muss vgl. ran damit nachvollzogen werden kann woher das Zeug stammt, somit sind an einem Text vielleicht gleich mal 4 Fußnoten. Der andere sagt im Quellenverzeichnis kann jeder ersehen mit welchen Büchern du gearbeitet hast. Solange du nicht wort für Wort abschreibst und den Satzbau nur mal veränderst....

Das ist eigentlich mein Hauptproblem! Darüber muss ich mich informieren...
 
Stell' doch einfach mal einen Probeabschnitt deiner Arbeit samt Zitate ein.

An einem praktischen Beispielen geht das in der Regel leichter.

Ich kann gerne auch was aus meinen historischen Arbeiten reinstellen, da Art und Umfang der Zitationsweise von Fachbereich zu Fachbereich variieren bin ich mir nicht sicher ob dir das in deinem Fall weiterhilft.

Ansonsten wie von meinem Vorposter bereits empfohlen, schnapp' dir doch einfach einen Zeitschriftenbeitrag deines Prof's und richte dich nach seinem Zitateapparat. Damit bist du dann auf der 'richtigen' Seite.

Wenn du dir in den Grundlage unsicher bist such doch mal in deinem Fachbereich eine Einführung für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten.

Für Historiker gibt es da z.B. von Borowski,Vogel,Wunder, Einführung in die Geschichtswissenschaft, Grundlagen, Arbeitsorganisation, Hilfsmittel.

Wenn es dir rein um die Art und Weise geht wie du zitieren sollst, kannst du dies auch in dieser Einführung nachlesen.

Grundsätzlich wirst du Fachübergreifend dich mit verschiedene Formen wissenschaftlicher Publikationen beschäftigen:



Monographie = wissenschaftl. Darstellung über einen einzelnen Gegenstand (*).

Handbuch = systematisches Lehrbuch, das ein Wissensgebiet zusammenfassend darstellt

Sachlexikon = alphabetisches Nachschlagewerk, das Sachgebiete eines Wissenschaftsgebietes abhandelt

Sammelwerk = Veröffentlichung mehrerer Beiträge zu einem Themenkreis in einem Band; z.B. Festschriften oder Kongreßberichte (*)

Zeitschriftenaufsatz = Abhandlung eines wissenschaftlichen Einzelaspektes (*)

Hochschulschrift = Dissertation, Habilschrift (*)

Rezension = kritische Besprechung einer wissenschaftlichen Arbeit.

Die aus mit einem (*) gekennzeichnenten Publikationen entnommenen Überlegungen mußt du über Zitate kennzeichnen. Artikel aus Handbüchern oder Sachlexika die Allgemeinplätze wiedergeben i.d.R. nicht.
 
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Ich hab das nun so gehandhabt das ich an jeden Text wo ich mit Büchern gearbeitet habe(was ca 90% sind) überall in die Fußnoten die verwendetetn Bücher geschrieben habe mit den dementsprechenden Seitenzahlen.
Ich denke so wird es verlangt, so muss es gemacht werden und niemand kann mir was nachsagen.
Das die Arbeit nun keinen großen Eigenateil hat, das hat mir mein Professor gesagt, es sei eine reine Recherchearbeit. Morgen kann ich mir noch eine richtige Meinung einholen.
Ich denke so liege ich richtig.
 
Wenn du mit deinem Prof' Rücksprache gehalten hast bist du bestimmt auf der sicheren Seite.

Je mehr Arbeiten du verfassen wirst, desto leichter wird dir der Umgang mit den Fußnoten von der Hand gehen.

Noch viel Spaß bei deinem Studium. ;)
 
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