Frage zu Studienarbeit

Zitate reinballern ist schon gut. Damit hast Du zumindest wohl bestanden. Es geht nur um die Zitierweise und da hat jeder Fachbereich an ejder Hochschule und dann noch mal jeder Dozent andere Vorstellungen. Gibt sicher Leitfaden von Fachschaft oder Hilfskräften. Den holen und lesen. Vor Abgabe noch beim Dozenten versichern, dass er die dortigen Empfehlungen gut findet. Ich hatte schon Leute, die warfen mir unwissenschaftliches Arbeiten vor, weil ich den Kopf jeder Seite genau so gemacht hatte wie es der Dekan wollte. :freaky:
Da steckt man nicht drin...

Dass Du "vgl." lassen sollst, heißt nicht, dass Du keine Zitate bringst. Es geht rein ums geschriebene "vgl.", was einfach naiv wirkt. Mag sicher irgendwen geben, der das guttiert, ich würde das Risiko aber nicht eingehen.

Im Prinzip wirst Du entweder durch Versuchen oder durch begutachtung einer Beispielarbeit sehen, was gewollt ist. Besorg Dir irgendwoher eine solche Arbeit udn lies die mal quer. Dann weißt Du nach 5 Minuten, was Sache ist. Dein Prof. wird Dir sicher empfehlen können, wo Du sowas her bekommst, wenn Du ihn lieb fragst.
 
Es geht darum das bei solch einer Arbeit, in der Regel an jeweiligen Lehrstühlen es eine Richtlinie gibt für wissenschaftliche Arbeiten. Darin ist geregelt wie bestimmte Teile der Arbeit aussehen zu haben.
(z.B. Zitierweise (gibt sehr viele!), Aufbau, Literaturverzeichnis, Schrift,Zeilenabstand und vieles mehr)

Daran musst du dich halten.

Beispiel:
indirekte Zitate -> immer mit Vgl. so und so
wörtliche Zitate -> immer ohne Vgl. sondern nur die Quelle.

dann die Frage wie wird die Quelle angeben in der fussnote?
bsp:
Author (mit oder ohne Abkürzung?), Jahr , Seite? oder vielleicht noch titel dazu

Falls solche Vorgaben vorhanden sind musst du dich daran halten.
 
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Exakt.

Bei mir ist es so (Geisteswissenschaften), dass das standartmäßige Schreiben von "vgl." die absolute Todsünde ist. Habe ich noch nie in einer annehmbaren wissenschaftlichen Arbeit - egal welche Fakultät bzw. Fachbereich - gesehen. Die Fußnoten sind ja extra abgeteilt und als Fußnote erkenntlich. Der Korrektor ist auch nicht blöd. Wenn vor jeder Fußnote "vgl." steht unterstellt er jedoch vermutlich Dir, dass Du noch nicht viel Wissenschaftliches gelesen hast. Es ist ja klar, dass Zitate zum Vergleich herangezogen werden sollen. Dafür stehen sie ja da.

Die Dozenten haben meist auch keine Lust, sich den Wolf zu lesen. Also schaut man erstmal auf die Darreichungsform. Gibt viele Leute die bei formalen Mängeln direkt Stempel nehmen und den aufs Deckblatt hauen. Dann darfst Du neu schreiben. Hart, aber nachvollziehbar irgendwo. Wer Lehre macht, wird noch härter getrimmt. Ich denke da an die Feilübungen bei Schlossern etc..

Was genau wer wofür wie will, sagt Dir der Leitfaden und die Feinheiten der Dozent. Oft ist alles nötige auf einer Seite zusammengefasst. Leitfaden holen, lesen und Dozenten dann fragen, ob er abweichend davon Dinge bevorzugt.
Und bei Nutzung des Kürzels "vgl." wäre ich sehr vorsichtig im universitären Bereich. Andere Stätten guttieren das vielleicht. Heute wird ja euphemistisch alles "Studium" genannt, was früher als Lehre oder Ausbildung galt. Insofern gibts sicher auch Korrektoren da draußen, die bei gewissen Stilbrüchen nicht die Stirn runzeln. Da es nur Schreibarbeit macht: Lassen, wenn es keinen Sinn macht.

Ach ja: Alles, was in Literaturverzeichnis auftaucht, muss auch einmal in Fußnote stehen. Ansonsten unterstellt man Dir womöglich Täuschungsabsicht (Literatur reinkloppen, die aber gar nicht wirklich bearbeitet wurde.).
 
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Weiß gar nicht was für eine Aversion du gegen den Vgl. im Zitationsapparat hast?

Als Historiker kann ich dir versichern, daß dies Gang und gebe in der Fachliteratur ist. Und damit meine ich historische Standardwerke und Fachzeitschriften, damit keine Mißverständnisse aufkommen.

Hier ein paar Belege, wahllos aus meinem Bücherregal, an einer beliebigen Stelle aufgeschlagen, alles wissenschaftliche Mongraphien und Fachzeitschriftenbeiträge namhafter Profs.:


Vgl. hierzu z.B. ;) :


Reichert, Folker, Begegnungen mit China, Habil.-Schr., S.110f.:

287 Vgl. Olschki, (..)
288 Vgl. Moule, (..)
(...)
291 Vgl. Vittinghoff, (..)
292 Vgl. unten S. 142ff.
293 Vgl. Altmaner, (...)
294 Vgl. Henning, (...)


oder

Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, 45/1, 1989,

Busch W. B., Landulfi senioris Mediolanenis, S.19ff:

67 Vgl. Capitani, (...)
(...)
71 Vgl. die Andeutungen (...)
72 Vgl. dazu insbes. (...)


oder

Ebd. Launerbach K., Der 'Oberrheinische Revolutionär' und Martin Wurm von Geuderheim, S. 121,

66 Vgl. etwa (...)
(...)
68 Vgl. etwa fol. (...)
69 Vgl. OR fol. (...)

oder

Heinz Thomas, Frankreich, Karl IV und das Große Schisma, in: Zeitschrift für Historische Forschung, Beiheft 5, 1988, S.88 ff.:

107 Vgl. dazu die (...)
108 Vgl. zuletzt (...)
110 (...) Vgl. noch weitere Literatur (...)
(...)
114 Vgl. oben (...)
115 Vgl. außer (...) vor alllem (...)
116 Vgl. z.B. (...)


Ich könnte so den ganzen Abend weitere Beispiele zitieren, wohlgemerkt ohne dabei suchen oder auf populärwissenschafliche Bücher zurückgreifen zu müssen...

Wie gesagt, wenn du gerne auf Vgl.(e) verzichtest ist dagegen nichts einzuwenden.


Dessen ungeachtet ist der Vgl. nun einmal ein gängies Stilmittel in den Geschichtswissenschaften, wenn z.B. auf Sachverhalte / Quellen aufmerksam gemacht werden soll, deren erschöpfende Erörterung den Rahmen der Abhandlung sprengen würde, wie meine Beispiele belegen sollen.


Und glaub' mir, die historischen Fachzeitschriften setzten weitaus strengere Regeln und Vorschriften für ihre Publikationen als die Prof.'s und Hiwi's in ihren Seminaren. ;)
 
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Naja, das kommt auch auf den Fachbereich an.

Bei uns sieht das z.B. so aus:
"Several models that can be applied to detect relevant state changes, such as Particle Filtering [1], [2], Kalman filter [3], Sequential Monte Carlo Method [4], and Bayesian Bootstrap Filtering [5], require an anticipated analysis to determine some statistical characteristics of the time series [6], [7]."

Am Ende der Arbeit kommt dann "Bibliography" oder "References" und da sind dann die Referenzen aufgeführt.
 
Ja das macht wirklich jeder anders. Ich kann sunset_riders Meinung auch nicht teilen, ich lese in fast jedem Buch vgl. oder auch in Studien- bzw. Diplomarbeiten.

Mittlerweile ist es doch gang und gebe das so zu verwenden, man kann das Rad nicht neu erfinden, absichern muss man sich dennoch.
 
Als Historiker mit sehr gutem Notenschnitt muss ich genau das Gegenteil anführen.
Aber natürlich ist "vgl." sinnvoll, wenn es um tatsächlcihe Vergleiche geht. Etwa einen Aussagenvergleich mit Zitat. Das "vergleiche" ind en Beispielen amcht grammatikalisch Sinn und ist somit sinnvoll.

Anders sieht es bei reinen Textstellen aus: Capitani: I, 42.

Letztlich belegt die Differenz aber nur, dass jeder für seine Uni und seinen Professor tunlichst rauskriegen sollte, was da gewünscht ist. Bei uns hauen Professoren "vgl."-Exzesse Leuten um die Ohren. Andere finden das vielleicht sehr gut.
Es gibt beide Varianten, bei Verzicht auf "vgl." geht man aber kein Risiko ein, während das dauernde Schreiben des Kürzels manchem wie gesagt blöd aufstoßen kann.

Gleiches gilt für den Punkt am Ende jeder Fußnote. Manche lassen den weg, andere geben nichtmal eine 4, wenn der fehlt. Also setzt man ihn. Tut keinem weh und man ist auf der sicheren Seite.
 
ich habe mir jetzt mal nur die erste seite durchgelesen, also falls das, was ich jetzt schreibe, schon gesagt wurde: sorry :)

also für die reine darstellung des themas ist es natürlich überhaupt kein problem wenn du einerseits zitierst und dann zb erklärend das ganze auch nochmal in deinen worten zusammenfasst. Etwa so: "XY versucht also zu sagen, dass...". Oder aber, wenn du nicht zuviele Zitate haben willst weil evtl das Textbild dann etwas zerfleddert aussieht, so kannst du auch einiges paraphrasieren und dann per fußnote "Vgl. [Literatur]".
solltest du, neben dem rein darstellenden teil, auch einen teil haben, der eine art synthese des gesagten darstellt oder würdigend sich verhält, so wäre es gut, wenn du deine würdigungen nach möglichkeit abstützen könntest mit literatur.
also so in der art, dass du deine eigenen gedanken dazu hinschreibst und dann per fußnote anmerkst, dass autor X oder Y auch in ähnlicher weise argumentiert.

hoffe es hilft etwas

zu "vgl." noch was, da ich die beiträge über mir nachträglich gelesen habe: man kann es auch benutzen, wenn man nicht wortwörtlich etwas wiedergegeben hat und einfach den leser darauf hinweisen möchte, dass wenn ers genau wortwörtlich wissen will, er eben das in der arbeit hingeschriebene mit der literaturangabe in der fußnote vergleichen soll.

bei mir sieht das erstzitat einer quelle in der fußnote zB so aus:

Luhmann, Niklas, Die Gesellschaft der Geselschaft, Frankfurt/M 1998, 45.

ich persönlich setze den punkt am ende der fußnote, lasse dafür aber das S. für die seite weg.
sofern dann mehrere zitate kommen und du nichts in der zwischenzeit aus einem anderen buch zitierst kannst du machen:

Ibid. 56.

Ibid = ibidem = ebd/ebda

Sollte im text dann irgendwann nochmal daraus zitiert werden und du hast mittlerweile schon aus anderen sachen zitiert, dann kannst du schreiben:

Luhmann, 1998, 67.
 
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th3o schrieb:
zu "vgl." noch was, da ich die beiträge über mir nachträglich gelesen habe: man kann es auch benutzen, wenn man nicht wortwörtlich etwas wiedergegeben hat und einfach den leser darauf hinweisen möchte, dass wenn ers genau wortwörtlich wissen will, er eben das in der arbeit hingeschriebene mit der literaturangabe in der fußnote vergleichen soll.

Das meinte ich mit dem Fall, in dem vergleiche grammatikalisch Sinn macht. Dnake für die Ausformulierung.

Mach Dir da allgemein nicht so viel Sorgen. Eckdaten erfahren, kurz einüben und womöglich strittige Sachen freundlich mit Prof. oder Assistent durchsprechen. In aller Regel sind Professoren Menschen, die keinem was beweisen wollen. Zumindest keinen Studenten. Die Leute ahben ihren posten ja meist auch nicht, weil sie besonders unkollegial waren. Student, der lieb um Hilfe bittet, nachdem er sich shcon selbst informiert hat, wird zumindest nicht geärgert.
Die Leute sind so weit fachlich "over-the-top", dass man sich mit ihnen oft besser unterhalten kann als mit vielen niedriger gestellten Leuten. Hat dann was von Clementia Caesaris. :p
 
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