dgschrei
Lt. Commander
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eikira schrieb:das geld wird bei google eher weniger ein problem darstellen. genau so wenig der zeitaufwand fürs convertieren. die haben schliesslich keine keine software encoder sondern benutzen hardware encoder wo ein 10 min video bestimmt in maximal realtime (fullhd) konvertiert werden kann.
Die Frage ist ja nicht ob Google sich das leisten kann. Natürlich können die. Aber Google ist nunmal eine Aktiengesellschaft und dementsprechend gesetzlich zur Gewinnmaximierung verpflichtet. Wenn das Management sich für eine Maßnahme entscheidet, die dem Unternehmen finanziell Schaden zufügt, könnten die Aktionäre Strafantrag gegen das Management stellen und die für diese Entscheidung sogar in den Knast bringen.
Hardware oder Software Encoder macht nun wirklich nicht soviel Unterschied. Wenn überhaupt ist es noch viel größere Verschwendung Unmengen an Encoderchips anzuschaffen, die man nur einmal in dieser Zahl benötigt. Handlelsübliche Server mit frei programmierbaren CPUs kann man nachher wenigstens noch für andere Zwecke verwenden.
Btw. Full-Hd kann ich hier mit dem i7 auch schon in Realtime encoden (h264 -> h264) das ist also kaum noch eine Leistung. In Realtime verbläst ein i7 halt für einen 2 Stunden Film immer noch 260 W oder eben ein Viertel kw. Jetzt rechnet mal allein die Stromkosten hoch. Dann kommen noch die enormen Kosten für die Klimatisierung so einer Rechnerfarm dazu und schon steigen allein die Energiekosten schon in unannehmbare Höhen.
Dann kommt jetzt noch das Zeitproblem hinzu. Sagen wir mal Google schafft die Äquivalenz von 10.000 i7 an Codierleistung an. Dann können pro Minute 1000 10 min Videos in Full HD umgerendert werden. Dann bräuchte also Google für 1.000.000 10 min Videos 1000 min = 16h.
So weit so gut. Aber wie viel Full HD Videos befinden sich denn nun auf Youtube? Wie viele in 720p? Und vor allem. Wie viele Videos in normaler Qualität und 480p haben sich in den mittlerweile ziemlich genau 5 Jahren Youtube angesammelt?
2006 wurden schon über 65.000 Videos/Tag hochgeladen. Gehen wir mal davon aus, dass in den 5 Jahren sich insgesamt ein Schnitt in dieser Menge eingestellt hat. Dann kommen wir auf alleine:
365*5*65.000 = 118.625.000
in Worten: Hundertachtzehn Millionen Videos alleine in 320p. Viel Spaß beim Umwandeln kann ich da nur sagen.
Wenn man dann noch nicht Server anschafft auf denen die neuen Videos gespeichert werden, müssen die Videos auch noch auf die alten HDDs überspielt werden. Das kann je nachdem ob das Rechenzentrum direkt neben den Servern steht und per LAN angebunden wird oder das eben übers Netz erledigt wird, allein schon über Wochen bis Monate dauern.
Und jetzt stellt euch mal vor ihr müsstet bei einer Aufsichtsratsitzung so einen Plan vorstellen und rechtfertigen, dass dieser riesige Aufwand betrieben wird.
Dann kommen folgende Fragen:
Rechnet es sich finanziell?
-Eventuell über einen langen Zeitraum, wenn die Lizenzkosten die Umwandlungskosten amortisieren. Allerdings nur:
Wenn die neuen Videos bei gleicher Qualität gleich groß oder kleiner sind. (Stichwort Bandbreite und HDD-Kosten)
Das umwandeln der Videos nicht wesentlich größeren Rechenaufwand bedeutet und so mehr Hardware und vor allem mehr Energie benötigt wird.
Wird diese Umstellung zur erwarteten Aufnahme des neuen Standards führen?
Wie vor allem Sony schon des öfteren gezeigt hat: Wenn man sich mit neuen Formaten aus dem Fenster lehnt (Betamax, UMD, MD) kann man damit auch ganz schnell auf die Schnauze fallen, weil das neue Format einfach auf dem Markt nicht besteht aus welchen Gründen auch immer.
Wenn das passiert bleibt man auf einmal auf einem Format sitzen in das man Unmengen an Geld gepumpt hat und das jetzt niemand haben will.
Ein riesiges finanzielles Risiko.