Ich war das erste Mal 2009 oder 2010 dort, und als Spiele-Nerd natürlich total begeistert.

Ich glaube, ich habe bis 2016 dann auch jedes Jahr die Messe besucht.
Gerade in den ersten Jahren wirkten die Publisher und Entwicklerstudios meiner Meinung nach noch viel offener und zugänglicher.
Man konnte mit den Leuten sprechen, und sie haben sich wirklich Zeit genommen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Unterhaltung mit einem Entwickler von
Enslaved: Odyssey to the West. Er ist mit uns mehrmals die Demo durchgegangen und hat viel über das Spiel erzählt. Schade, dass es für Ninja Theory kein wirtschaftlicher Erfolg war. Immerhin war ein Misserfolg damals noch kein Grund, ein Studio zu schließen. Was heute leider gang und gäbe ist.
Auch waren die Publisher deutlich spendabler mit Goodies, Spielcodes oder DLCs.
Ein persönliches Highlight war für mich, dass ich ein Match des ersten
Dota 2 International live sehen konnte.
Das erste Hands-on von
Guild Wars 2 war ebenfalls großartig – ArenaNet war sehr großzügig mit Merchandise. Neben Codes konnte man sogar T-Shirts ergattern. ^^
Auch das Anspielen von
The Secret World werde ich nie vergessen.
Aber dann ging es kontinuierlich bergab. Die Stände wurden immer mehr zu abgeschotteten Blöcken, die man von außen nicht mehr einsehen konnte. Die Schlangen und Menschenmengen wurden immer größer.
Mein absoluter Tiefpunkt war
Destiny 2. Man stand ewig an, nur um in ein kleines Stehkino zu kommen, in dem zwei Trailer gezeigt wurden. In der Hoffnung, selbst Hand anlegen zu dürfen, kam man in ein weiteres Kino, sah einen weiteren Trailer, und dann spielten ein paar Entwickler das Spiel auf der großen Leinwand.Und als wäre das nicht genug, wurde man am Ende direkt zu den Preorder-Ständen geleitet.
Da war für mich Schluss, eine Messe, auf der man nicht mehr selbst spielen darf, sondern nur Trailer bestaunen kann. Die Publisher verteilten keinen Merch mehr, und andere wurden einfach an einem vorbeigeschleust, weil sie einen FastPass gewonnen hatten.
Seitdem schaue ich mir die Messe nur noch online an. So kann ich in meinem Tempo konsumieren, was ich mag – ohne stundenlanges Anstehen und am Ende trotzdem nicht spielen zu dürfen.