Gast erschießt Räuber - wie ist eure Meinung dazu?

Noninterlaced schrieb:
Ich sehe das "gezielte Kopfschuss verpassen" keinesfalls als Notwehr, sondern als überlegten Vorsatz.

Wenn der Gast auf den Räuber das Magazin entleert und dabei ein Kopftreffer entsteht, ist das eine Sache, jemanden, am Boden liegend die Waffe an den Kopf zu halten und abzudücken ist Vorsatz.

ein schütze der eine gefahr zuverlässig neutralisiert handelt richtig, insofern ist auch ein gezielter kopfschuss in einer bedrohungsituation absolut folgerichtig und nachvollziehbar.
nur inkompetente person in völliger unkenntnis der lage, reden hier von beinschüssen - oder warnschüssen

hingegen eine bereits neutraliserte gefahr, bzw. person aus nächster nähe hinzurichten ist nochmal etwas anderes, geht über die notwehr hinaus.

das ging auch dem eingangsbeitrag aber nicht hervor, zudem wissen wir auch nicht ob die gefahr wirklich neutralisiert war
 
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Das der Schütze den Täter regelrecht hingerichtet hat zum Schluss, habe ich, außer hier, nirgendwo gelesen.

Das wäre dann natürlich eine andere Situation.
Denn spätestens wenn klar ist, dass der Täter nicht mehr gefährlich ist, muss man damit aufhören.

Klar ist aber auch, dass ich ihn nicht nur ins Bein schießen kann, denn sonst eröffnert der sehr wahrscheinlich natürlich wiederrum das Feuer auf mich, wenn der noch Handlungsfähig ist.

Es ist wohl ein schmaler Grad, zwischen Gefährdung ausschalten und den Täter töten.
Wenn du auf den schießt, dann musst du dir natürlich sicher sein, dass der keine Zeit und Möglichkeit mehr hat, zurück zu schießen.
Vermutlich ist es sehr schwer, dass zu erreichen, wenn man nicht geschult ist, ohne den Räuber zu töten.
 
CharlieBraun12 schrieb:
Das wäre dann natürlich eine andere Situation.
Denn spätestens wenn klar ist, dass der Täter nicht mehr gefährlich ist, muss man damit aufhören.

es ist aber nicht gesagt das derjenige, der sich selber verteidigt hat ein professioneller schütze ist.

evtl. bestanden zweifel bei der person ob die gefahr neutralisiert ist, evtl. war er durch die angst nicht mehr herr seiner sinne und jede rationale handlungsfähigkeit war längst nicht mehr gegeben.

hier greift auf jeden fall noch die putativnotwehr.

wenn du jemanden als mörder verurteilen willst musst du das ihm nachweisen und nicht umgekehrt. auch wenn der verteidiger-schütze die situation am ende völlig falsch eingeschätzt hat.
 
Ob das Notwehr, vorsätzliche Tötung, oder Mord, oder sonst was war, hat, Gott sei Dank, das amerikanische Justizsystem zu entscheiden, und nicht die Mitglieder dieses Forums.
Aber wahrscheinlich werden wir in D des eh nicht mehr mitbekommen, zumindest nicht in den normalen Tagesnachrichten.
 
btw
Ob Anklage erhoben wird, entscheidet auch in den USA nicht die Polizei, sondern ein Gericht.
Es gibt genügend Fälle, in denen selbst Polizeibeamte vom Gericht wegen falschem Waffeneinsatz im Dienst angeklagt und auch verurteilt wurden.
Ich habe das Originalvideo nicht gesehen und anscheinend auch nur 1x Poster hier.
Ich denke, dieser Fall wird medial noch weitere Kreise ziehen inkl. "neuer Erkenntnisse" zum Sachverhalt.
 
Wie ist eure Meinung dazu?
Ist es richtig, den Gast nicht zu bestrafen?
Wie heißt es so schön? Hände hoch, oder ich schieße....!
Der Räuber (be)droht durch zielen und fuchteln mit der Waffe das Leben der Gäste.
Konsequenz für nichtbefolgen ist eindeutig.
Eindeutig die Gefahr gebannt und wird wohl eher nicht bestraft.

Ob ich das gut finde?
Nein.
Ich möchte nicht von bewaffneten Gästen "beschützt" werden und deren Einschätzung der Lage.
Ab wann einer Bedrohung hat man sich das ganze Magazin verdient? Wie schmal ist der Grad zwischen analytischen Bewertung der Situation und "ich hab aber gedacht".
Zum Glück muss ich mir hier in D darüber keinen Kopf machen, hoffentlich niemals.
 
Snowi schrieb:
Der ausgeraubte / bedrohte hat sich die Situation nicht ausgesucht, der Räuber schon.
Das stimmt. Selbstverständlich ist ein bewaffneter Raubüberfall kein Kavaliersdelikt, nicht zu rechtfertigen und muss juristisch gewürdigt werden.
Trotzdem geht es auch hier um die Verhältnismäßigkeit und die muss stimmig sein. Außerdem ist Selbstjustiz nie ein geeignetes Mittel.

In den USA ist die Quote derjenigen, die aus einer persönlichen Notlage heraus Stratftaten wie diese begehen, enorm hoch.
In den USA können sich viele die medizinische Versorgung nicht leisten und bei schwerwiegenden, lebensbedrohlichen Erkrankungen ist es dann so richtig tragisch.
Wenn dann zum Beispiel das eigene Kind dringend medizinisch behandelt werden muss, aber das Geld für die Behandlung nicht da ist, dann besorgen sich viele auf rechtswidrige Weise das Geld.
Wie gesagt, das ist keine Rechtfertigung für eine solche Tat, aber es erklärt zumindest die Beweggründe.

Wie das dort genau abgelaufen ist, ist offensichtlich noch nicht bekannt. Das wird sich irgendwann durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben.
Da wird sich dann herausstellen, ob es Notwehr war. Ich bezweifle es zumindest, wenn es stimmt, dass der Schütze das Magazin leergeschossen und den Räuber letztendlich mit einem "Fangschuss" hingerichtet hat.

Auf jeden Fall möchte ich hier bei uns keine Wildwestmanier wie in den USA, wo jeder Hirnamputierte eine scharfe Waffe besitzen und wild um sich schießen darf.

@Joker (AC)
Don't feed the trolls.
 
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Ich bin mir nicht sicher, ob es Sinnvoll ist, über eine Situation in einem anderen Land, sogar Bundesstaat, zu diskutieren, mit ganz anderen Mentalitäten. Bei dem Video frage ich mich natürlich als erstes, wie leicht es für den Räuber war, überhaupt an seine Waffe zu kommen. Mir kommt es nicht vor, als hätte er Ahnung, wie man mit einer Waffe überhaupt umgeht. Dann überfällt er ein Restaurant mit etwa 7 Personen? Was erwartet er, was er da erbeutet? Er geht ja nicht mal zur Kasse, wo er wohl am meisten bekommen würde. Dafür sind aber meine Kenntnisse über Fast-Foods Restaurant in Texas zu gering, um das zu beurteilen, weshalb er nicht die Kasse ausräumt, sondern wohl mit ein paar Dollar von den Gästen zu frieden ist. Was ich damit sagen will, die Waffe muss sich ja irgendwie rentieren.
 
CCIBS schrieb:
Bei dem Video frage ich mich natürlich als erstes, wie leicht es für den Räuber war, überhaupt an seine Waffe zu kommen.
war nichtmal eine echte:
After the robber was down, the shooter realized the gun he was brandishing was fake and angrily tossed it against a wall.
https://www.fox26houston.com/news/s...ng-patrons-in-houston-taqueria-local-attorney

Wenn man die Aufnahme ansieht, lag er schon nach den halben Schüssen regungslos am Boden. Da hört bei mir das Verständnis schon vor der unnötigen Hinrichtung definitiv auf.
 
KitKat::new() schrieb:
war nichtmal eine echte
Das wird wohl auch der Grund sein, warum die Cops "mal mit im reden" wollen bzw ihn in Sicherheit wiegen.
Klar wird der angeklagt.
In RDR2 oder GTAV kann eine Saloonschießerei ganz lustig sein.
Im RL will ich keine Kugeln um mich rumfliegen haben, nur weil einer meint eine Bedrohung zu sehen.
Man ist eben nicht gleich vogelfrei, wenn man eine rote Ampel überfährt oder nicht blinkt beim Abbiegen.
 
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Meine Meinung zu dem Ganzen?

Man hatte der Typ da unterm Fernseher glück... Oder die Passanten draußen auf der Straße.

Setzt der Schütze nicht alle Schüsse (je nach Kaliber) ordentlich in den Torso, verlassen die Projektile der Körper auch gerne mal.
 
EIn Kerl geht mit einer Waffe (unerheblich ob echt oder nicht) in ein Restaurant und will diese Ausrauben.

Potenziell eine tödliche Gefahr für jede anwesende Person, oin den USA sterben bei solchen Überfällen ja auch gerne mal welche. Das sich der Gast nun mit tödlicher Gewalt verteidigt halte ich für absolut nachvollziehbar.

Ob er den Kopfschuss setzen muss kann ich nicht beurteilen. Zum einen hätte er auch die Waffe des Angreifers sichern können und dann einfach weiter auf den Angreifer zielen. Zum anderen weiß er nicht, ob noch eine Gefahr vom Angreifer ausgeht, ob eine weitere Waffe am Körper getragen wird etc. Der Angreifer stellt also weiterhin eine Bedrohung dar, welche es zum Schutz des eigenen Lebens und des Lebens der anderen Gäste zu neutralisieren gilt.

Aus meiner Sicht ein Fall von Notwehr, der Angreifer ist selber Schuld. Wenn er selbst nicht zur Waffe gegriffen hätte, wenn er selbst nicht andere bedroht hätte und einen Überfall durchführen wollte, wäre es zu dieser Situation nicht gekommen.

Und trotzdem bin ich natürlich froh, dass wir in Deutschland andere Waffengesetze haben als in den USA.
 
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cyberpirate schrieb:
Diese Aussage ist Schwachsinn.
Bedingt hat er schon Recht... Unsere Waffengesetze sind sehr extrem. Sie müssten nur ordentlicher kontrolliert und auch durchgesetzt werden. Da fehlt es aber an Personal. Ich frage mich aktuell bei der Debatte um unser Waffengesetz "Wieviele von den Silvesterrandalierern hatten einen Kleinen Waffenschein und waren damit berechtigt, eine Schreckschusswaffe außerhalb ihres Bereichs zu führen?"


Hier geht es aber nicht um unser Waffenrecht, sondern um die USA.... Und da habe ich nicht nur Zweifel am dortigen Waffengesetz...
 
Wie anfangs befürchtet, ist es schon wieder soweit und hier wird primär emotional und ideologisiert diskutiert als auf der Basis sachlicher Argumente. Angesprochen dürfen sich vor allem diejenigen fühlen, die bereits bei den Fischen schwimmen oder Post bekmmen haben. Klare Ansage: wenn das hier so fortgeführt wird, ist der Thread dicht.
 
NotNerdNotDau schrieb:
In den USA ist die Quote derjenigen, die aus einer persönlichen Notlage heraus Stratftaten wie diese begehen, enorm hoch.
In den USA können sich viele die medizinische Versorgung nicht leisten und bei schwerwiegenden, lebensbedrohlichen Erkrankungen ist es dann so richtig tragisch.
Wenn dann zum Beispiel das eigene Kind dringend medizinisch behandelt werden muss, aber das Geld für die Behandlung nicht da ist, dann besorgen sich viele auf rechtswidrige Weise das Geld.

hast du dir das ausgedacht, oder hast du dazu handfeste belege? :)

ist das überhaupt schonmal passiert:

Wenn dann zum Beispiel das eigene Kind dringend medizinisch behandelt werden muss, aber das Geld für die Behandlung nicht da ist, dann besorgen sich viele auf rechtswidrige Weise das Geld.

sprich hast du dafür einen beleg, oder ist das nur hysterisches geschreibsel?
Ergänzung ()

TheManneken schrieb:
Wie anfangs befürchtet, ist es schon wieder soweit und hier wird primär emotional und ideologisiert diskutiert

kommt vor allem aus dem lager das meint das man sich gegen straftäter nicht zur wehr setzen darf.
Ergänzung ()

Zur Sache:

https://www.theguardian.com/us-news...lante-fatally-shoots-robbery-suspect-taqueria
Texas’s stand your ground statutes allow for someone to defend themselves if they feel their life is in danger, though the line between what constitutes self-defense and unnecessary force can be fine.

Thomas Nixon, a former Houston police officer and now lawyer told KPRC-TV that the customer was within his rights under Texas law.

“The person he shot was in the process of committing robbery and consequently his use of force in defense of himself and innocent third parties is completely justified”, Nixon said. “He was reasonably in fear of serious bodily injury or death”.

Alles gut in Texas.
 
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NotNerdNotDau schrieb:
Der Räuber hat die Gäste lediglich mit der Waffe bedroht und hat nicht auf sie geschossen
Das stimmt, aber wer garantiert dir, daß er nicht eben doch schießt, weil er (logischerweise) in der Situation extrem angespannt ist und in einem Land wie den USA mit Gegenwehr rechnen muss?

Aus dem gleichen Grund sind auch die Polizisten in den USA deutlich schießfreudiger als bei uns, die wissen, daß jede Person bewaffnet sein kann.

Neun Schüsse überschreitet sicherlich das Maß für Selbstverteidigung oder Notwehr, ändert aber nichts am Grundsatz, dass die Bedrohung für Leib und Leben der Anwesenden vom Räuber ausging und nicht vom Gast.
 
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cyberpirate schrieb:
Und wer andere umbringt ist und bleibt ein Mörder!
Bitte aufhören Unwahrheiten zu verbreiten. Die Tatbestandsmerkmale (nach dt. Recht) eines Mörders kannst du nachlesen im StGB. Jeder Mörder bringt jmd. Um, aber nicht jeder, der jmd umbringt ist ein Mörder.

Ohne das Video gesehen zu haben: Das entladen des ganzen Magazins sowie der anschließende Schuss in den Kopf könnte auch noch von einem Notwehrexzess gedeckt sein. Aber alles wie schon oben gesagt, nach dt. Recht.

MfG R++
 
mykoma schrieb:
Neun Schüsse überschreitet sicherlich das Maß für Selbstverteidigung
Das eben nicht. Polizeiausbildung USA und Schießstände wird das genau so ausgebildet.
Ist übrigens in Deutschland nicht erlaubt (Combat-Übung, Quickdraw und wie die alle heißen)
Im Prinzip hat def Typ genau das gemacht, was permanent propagiert wird.
Und das auch noch quasi nahezu von hinten. Das wird schwer zu erklären sein. Vor allem mit Video.
 
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CharlieBraun12 schrieb:
Denn spätestens wenn klar ist, dass der Täter nicht mehr gefährlich ist, muss man damit aufhören.
Die Frage ist, wie gut das der Schütze in der Situation beurteilen konnte. Das ganze wird vermute ich mal (ohne Material gesehen zu haben) nur einige Sekunden gedauert haben. in der Zeit sollst du beurteilen, dass der von dem Räuber keine Gefahr mehr ausgeht.

Ob die neun Schüsse rational begründet werden können, ob der Schütze ggf. im Eifer der Situation etwas durchgegangen ist (ich kann mir nicht vorstellen, was da in einem Kopf so passiert), oder ob da gar eine Tötungsabsicht dahinterstand, die mit besonderer Grausamkeit durchgeführt wurde, muss ein Gericht beurteilen. Und was auch immer die urteilen, wird auf uns quasi keine Auswirkungen haben.

Solange der Räuber die Waffe noch in der Hand umklammert hielt, kann ich mir vorstellen, dass ein Gericht den Kopfschuss aus nächster Nähe noch als Notwehr ansieht. Wenn der Schütze sich über den Räuber gebeugt haben sollte und somit die Möglichkeit hatte auch genausogut einen Fuß auf den Waffenarm zu stellen, oder die Waffe wegzukicken, wird das ggf. enger mit der Notwehr. Wenn er vor dem Kopfschuss abgewartet hat, könnte das auch noch eine Rolle spielen (auch wegen der Bedenkzeit). Da werden wirklich viele Details beachtet und es spielen so viele Kleinigkeiten eine Rolle.

Edit: noch ein paar englischsprachige Quellen schnell recherchiert.
Die Waffe des Räubers war nur eine BB-Gun, aber das wird keine Rolle spielen. Es wird gff. nicht mal zu einer Gerichtsverhandlung kommen - Der Schütze hat lt. Polizei-Bericht aus Notwehr gehandelt - Es könnte aber sein, dass der Schütze noch von der Familie des Räubers angeklagt wird. Der Schütze hat das Restaurant verlassen bevor die Polizei eintraf (Das fand ich irgendwie interessant).
 
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