Gast erschießt Räuber - wie ist eure Meinung dazu?

mykoma schrieb:
Das stimmt, aber wer garantiert dir, daß er nicht eben doch schießt, weil er (logischerweise) in der Situation extrem angespannt ist und in einem Land wie den USA mit Gegenwehr rechnen muss?
Diese Frage kann man auch andersherum stellen. Wer garantiert, dass er überhaupt die Absicht hatte, die Waffe zu benutzen? Alles rein spekulativ. Da er jetzt nicht mehr am Leben ist, wird man zumindest diesen Aspekt nicht mehr klären können.
Bei den Ermittlungen wird sich in der Regel an die Fakten gehalten, falls die Indizien offengelegt werden können. Zeugen des Vorfalls waren ja offensichtlich genügend vor Ort.

Dass der Räuber offensichtlich keine scharfe Waffe benutzt hat, macht die Sache umso dramatischer.
Das konnte natürlich keiner wissen, da Schreckschusspistolen von den scharfen Knarren optisch oft nicht zu unterscheiden sind. Trotzdem ist es tragisch.

Meiner Meinung nach gibt es hier zwei Täter, deren Handeln unter unterschiedlichen Tatbeständen gewürdigt werden müssen. Das ist aber Sache der Ermittlungsbehörde.
 
NotNerdNotDau schrieb:
Diese Frage kann man auch andersherum stellen. Wer garantiert, dass er überhaupt die Absicht hatte, die Waffe zu benutzen?
Welche Rolle sollte das spielen? In der Situation kann ja keiner wissen, welche genauen Absichten der Räuber hat und da du musst den Schützen danach beurteilen, was er weiß und nicht welche Absichten der Räuber gehabt haben könnte.

Der Räuber hat die Waffe direkt auf div. Menschen im Restaurtant gerichtet und diese aufgefordert ihm ihr Geld zu geben. Der Schütze und die anderen Gäste können unmöglich gewusst haben, ob die Waffe geladen ist und haben vermutlich auch nicht erkannt, dass es sich nur um eine BB-Gun handelt. Ich sehe in dem Handeln des Schützen (von dem, was so beschrieben wird) aber durchaus eine gewissen Tötungsabsicht, die über das Notwendige (Entschärfen der Gefahr) hinausgeht. Aber das ist eine persönliche moralische Meinung. Aber wenn der Schütze noch von einem Gericht für irgendwas schuldig gesprochen wird, dann sicherlich nicht, weil der Räuber nur ne BB-Gun hatte. Dieser Aspekt hätte höchstems dem Räuber etwas geholfen, wenn der noch Leben würde.
 
nciht schrieb:
Welche Rolle sollte das spielen? In der Situation kann ja keiner wissen,
Keine. Es konnte keiner mit Bestimmtheit wissen, weder in die eine, noch in die andere Richtung.
Genau das wollte ich damit ausdrücken.
 
nciht schrieb:
Der Schütze hat das Restaurant verlassen bevor die Polizei eintraf (Das fand ich irgendwie interessant).
Könnte eine Schock-Reaktion gewesen sein. Auch der Gast-Schütze wird ja realisiert haben, dass er gerade jemanden erschossen hat. Ob gerechtfertigt oder nicht, dass ist glaube ich immer eine absolute Ausnahmesituation.
 
Neun Schüsse überschreitet sicherlich das Maß für Selbstverteidigung oder Notwehr, ändert aber nichts am Grundsatz, dass die Bedrohung für Leib und Leben der Anwesenden vom Räuber ausging

Ist halt die Frage wie gut der Schütze an seinem "Gerät" ausgebildet war, bzw. wie oft der am Schießstand war.
Kann auch einfach der Streß gewesen sein und der letzte Schuß hat dann zufällig in den Kopf getroffen. Gerade Pistolenschießen gezielt ist nicht so einfach wie man meinen möchte.
 
Apacon schrieb:
Könnte eine Schock-Reaktion gewesen sein. Auch der Gast-Schütze wird ja realisiert haben, dass er gerade jemanden erschossen hat.
kA - ob ich ihn persönlich verurteile hängt aber sehr stark davon ab, ob er diese Art der Reue fühlt. Ich denke mir halt eher, dass wenn ich mit Gefühlen überrumpelt würde alá "Was hab ich gerade getan - Ich hab jemanden getötet", würde man wohl eher an dem Ort bleiben und nicht so casual ins eigene Auto steigen und davonfahren, zumal ich dann nicht mal im Zustand wäre zu fahren.

brettler schrieb:
Kann auch einfach der Streß gewesen sein und der letzte Schuß hat dann zufällig in den Kopf getroffen.
"Point Blank" bedeutet, die Waffe wurde quasi direkt ans Ziel gehalten, bzw. hat es fast berührt. Das war sicherlich nicht "zufällig am Kopf" getroffen. Zudem haben ja auch alle anderen Schüsse getroffen und aus der Entfernung, schießt du nicht 30cm daneben.

btw. dass die Polizei von "Notwehr" spricht, kann ggf. auch ne Finte sein, weil sie wohl halt gerne mit dem reden wollen und das wohl noch nicht gemacht haben, lt. div. englischer Nachrichten. Da wurde v.A. das Foto geteilt alá wir suchen den und würden ihn gerne als "Zeugen" befragen. Da ist es ggf. einfacher ihn erstmal nicht zu verurteilen, damit er nicht flieht. Denk ich mir nur gerade.
 
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Meiner Meinung nach hat keiner das Recht jemanden anderen zu töten, auch wenn dieser andere oder ihn selber mit einer Waffe bedroht. Wenn der Bedrohte sich verteidigt und der Angreifer dabei zu Tode kommt, ist es erst mal weiterhin eine Tötung eines Menschen. Im Nachgang kann dann geklärt werden, ob diese Tat bestraft wird oder nicht. Das ist und bleibt für mich der richtige Weg und nicht das Recht des Stärkeren nach dem Motto 'Töte all, lass Gott sie aussortieren'. Ich bin recht erschrocken über die teilweise hier lesbare Haltung, dass man als potentieller Straftäter praktisch automatisch sein Leben verwirkt hat.

Bei der Beurteilung der Strafwürdigkeit kommen zudem viele verschiedene Aspekte zum Tragen, so hat jemand, der gerade erst eine Waffe erworben hat und dann in so eine Situation gerät eine andere Handlungsweise, als ein ausgebildeter Soldat oder Polizist, der im Umgang mit Waffen und Erkennen der Gefährlichkeit des Angreifers andere Erfahrungswerte hat. Dem Einen kann eine Überreaktion durchaus zugestanden werden, dem anderen u.U. bei gleichem Ablauf eher eine Tötungsabsicht.

Ein Entfernen vom Tatort, bevor die Polizei eintrifft ist aber wie Unfallflucht zu werten. Auch da kann man ein gewisses Verständnis für eine stressbedingte Fehlreaktion aufbringen, falsch ist es dennoch.
 
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brettler schrieb:
Gerade Pistolenschießen gezielt ist nicht so einfach wie man meinen möchte.
So ist es. Vor allem in solchen extremen Stresssituationen ist es keine Seltenheit, dass selbst ein im Grunde guter Schütze aus nächster Nähe ein ganzes Magazin leerballert, ohne auch nur einen Treffer gesetzt zu haben.
Das passiert überall auf der Welt, auch bei uns. Ich kenne da sogar einen aus meinem persönlichen Umfeld, der das in seiner aktiven Zeit als Polizist selbst erlebt hatte.

Trotzdem müssen solche Vorgänge möglichst objektiv beurteilt und an den gesetzlichen Fakten orientiert abgehandelt werden.
 
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nciht schrieb:
kA - ob ich ihn persönlich verurteile hängt aber sehr stark davon ab, ob er diese Art der Reue fühlt. Ich denke mir halt eher, dass wenn ich mit Gefühlen überrumpelt würde alá "Was hab ich gerade getan - Ich hab jemanden getötet", würde man wohl eher an dem Ort bleiben und nicht so casual ins eigene Auto steigen und davonfahren, zumal ich dann nicht mal im Zustand wäre zu fahren.
Aber was ein Schockzustand bedeutet, weißt du schon oder? Rationale Handlungen kannst du dann ziemlich ausschließen.
Incanus schrieb:
Meiner Meinung nach hat keiner das Recht jemanden anderen zu töten, auch wenn dieser andere oder ihn selber mit einer Waffe bedroht.
Auch nicht in so einer Situation? Du und deine liebsten werden mit einer tödlichen Waffe bedroht?
 
auch alle anderen Schüsse getroffen und aus der Entfernung, schießt du nicht 30cm daneben.

Schon mal selbst eine Scharfe Waffe geschossen?
 
NotNerdNotDau schrieb:
Vor allem in solchen extremen Stresssituationen ist es keine Seltenheit, dass selbst ein im Grunde guter Schütze aus nächster Nähe ein ganzes Magazin leerballert, ohne auch nur einen Treffer gesetzt zu haben.
Deswegen sagte ich ja, die Passanten auf der Straße und der Kerl unterm Fernseher hatten extremes Glück!
 
Apacon schrieb:
Aber was ein Schockzustand bedeutet, weißt du schon oder? Rationale Handlungen kannst du dann ziemlich ausschließen.
Klar, aber wie gesagt "OB" es wirklich ein Schockzustand war, weißt du nicht. Dass er den Tatort verlassen hat und auch aktuell noch "flüchtig" ist, kannst du so, oder so werten.

brettler schrieb:
Schon mal selbst eine Scharfe Waffe geschossen?
Du meinst er trifft neun mal aus wenigen Metern Entfernung und dann schießt er aus weniger als einem halben Meter "versehentlich" 30cm daneben? Ne, ich glaub nciht.

btw. Noch etwas: Der Räuber wurde erschossen, während er das Restaurant verließ.
 
Zuletzt bearbeitet:
Apacon schrieb:
Auch nicht in so einer Situation? Du und deine liebsten werden mit einer tödlichen Waffe bedroht?
Ja, auch in so einer Situation hast Du meiner Meinung nach nicht automatisch und unter allen Bedingungen das Recht dazu.
 
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brettler schrieb:
und der letzte Schuß hat dann zufällig in den Kopf getroffen.
Ich habe das Video vorliegen.
Der Schütze schießt mehrmals auf ihn und als der andere bereits regungslos auf dem Boden liegt noch weiter. Dann geht er zu ihm, nimmt ihm seine Waffe weg und gibt ihm aus wenigen Zentimeter Entfernung noch einen Kopfschuss.

Das Auftreten beider würde ich so interpretieren:
  • Der Schütze ist geübt und weiß was er macht
  • Der Täter wirkt relativ dilletantisch und hält die Pistole ziemlich blöd einfach in die Luft, bzw. fuchtelt damit herum und dreht allen den Rücken zu.

Spiele dumme Spiele, gewinne dumme Preise.
Allerdings wirkt das Auftreten des Täters so als würde er das nicht gerade oft machen, war eventuell auch eine Verzweiflungstat oder er wurde vielleicht sogar dazu gezwungen. Wer weiß.

Der Kopfschuss am Ende war definitiv übertrieben, er hatte ja schon die Waffe des Täters, andererseits war es vielleicht auch nur Erlösung so wie er ihn zuvor durchlöchert hat.
 
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NotNerdNotDau schrieb:
Diese Frage kann man auch andersherum stellen
Natürlich kann (und sollte) man das, aber erstmal spricht gegen den Räuber, das er die Initiative ergriffen und andere Personen ohne selbst in Gefahr zu sein mit einer Waffe bedroht hat.
NotNerdNotDau schrieb:
Wer garantiert, dass er überhaupt die Absicht hatte, die Waffe zu benutzen
Das lässt sich halt auch umdrehen: warum führt er eine Waffe und bedroht damit andere Personen, wenn nicht in der Absicht, sie in Zweifelsfall zu nutzen?
Auf die Art dreht man sich aber im Kreis, damit kommen wir nicht weiter.
NotNerdNotDau schrieb:
Meiner Meinung nach gibt es hier zwei Täter, deren Handeln unter unterschiedlichen Tatbeständen gewürdigt werden müssen
Das habe ich vorher ja bereits einmal erwähnt, ob das die US Behörden auch so sehen, ist nur ein anderes Thema, in Deutschland ist die Rechtslage zum Führen einer Waffe eine deutlich andere und mir ist da das deutsche Recht auch lieber als das in den Staaten.

Da dort aber auch die Waffenlobby extrem stark ist und das Führen von Waffen hohen Stellenwert besitzt, gehe ich eher davon aus, dass der Schütze keine oder höchstens geringe Sanktionen zu befürchten hat, hier sähe das sicherlich anders aus.
 
Der Typ in der Ecke unter TV (Linie Schütze zu Erschossenen).
Wahnsinn (!)
Der darf nun auch 2. Geburtstag feiern.
 
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Schredderr schrieb:
Der Kopfschuss am Ende war definitiv übertrieben, er hatte ja schon die Waffe des Täters
Kopfschuss auf einen Unbewaffneten der schon am Boden liegt... Der letzte Schuss sollte dann eig. auch in Texas eng werden mit Notwehr - wobei dann vermutlich noch die Autopsie eine Rolle spielt, wenn die z.B. bestätigt, dass der Räuber beim Kopfschuss sehr wahrscheinlich schon tot war, oder zumindest nicht mehr zu retten...

Für mich persönlich bestätigt sich damit auf jeden Fall, was ich eh schon vermutet hatte, dass es am Ende definitiv eine Hinrichtung war. Aber ich bin ja kein Richter...
 
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cyberpirate schrieb:
Ich finde es einfach nur erbaärmlich wie in den USA die Waffengesetze gehandhabt werden.
Es gibt in Texas Gemeinden, in denen ist es Pflicht eine Waffe zu besitzen, wenn du dort wohnen willst.
Das ist aber eigentlich nur die Ausnutzung eines "loopholes" denn wer vorbestraft ist darf keine Waffe besitzen und kann demnach auch nicht in diesen Ort ziehen.
nciht schrieb:
Die Waffe des Räubers war nur eine BB-Gun, aber das wird keine Rolle spielen.
In den USA nicht, ja.
In Deutschland würde man dafür fertig gemacht werden weil es ja "nur ein Spielzeug" war.
 
mykoma schrieb:
ändert aber nichts am Grundsatz, dass die Bedrohung für Leib und Leben der Anwesenden vom Räuber ausging und nicht vom Gast.
Hm, von welcher Bedrohung sprechen wir? Vielleicht sehe ich das ja falsch, aber anscheinend war der Täter auf dem Weg nach draussen (er hatte alle Gäste "abkassiert" und wurde sogar vor der Tür? erschossen. Zumindest liegt er ja nicht tot im Restaurant als der Schütze rausgeht?

Habe allerdings da @work auch nur das Video ohne Ton gesehen, vielleicht erklärt sich das ja im Ton, dann habe ich nix gesagt.

Wo war da also für die Leute im Restaurant noch die Bedrohung? Eher ein auf der Flucht erschossen was dann keine Notwehr mehr ist.
 
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h00bi schrieb:
In Deutschland würde man dafür fertig gemacht werden
In Deutschland ist lt. OGH eine ungeladene Pistole schlimmer als eine geladene Soft-Air. In den USA geht es u.A. auch um die Bedrohung mit einer Waffe, die Teil des Tatbestandes ist, bzw. festlegt, ob etwas "Armed Robbery" ist und damit härter bestraft wird. Ich kann ehrlich gesagt die USA besser nachvollziehen als Deutschland - kA warum es überhaupt einen Unterschied machen sollte, ob die Waffe echt ist, wenn ich jemanden damit drohe (in der Absicht, dass er sie für echt hält). Wenn jemand zu schaden kommt, kommt das in beiden Ländern ja eh noch mal oben drauf.
 
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