Gehäuselüfter: Wieviel m3/h ist überhaupt sinnvoll?

Narbennarr

Commodore
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Hallo,
vorweg: Es geht hier nur indirekt um eine Kaufberatung, viel mehr um einen Grundsatz an dem ich mich bei meiner Wahl orientieren will!
Wie in mittlerweile jedem Bereich rund um Hardware und Multimedia protzen Hersteller mit Zahlen, egal ob Megapixel, Zoll, Ghz etc - es kommt auf die Größe an! So werden auch Lüfter gerne mit 150 m3/h und mehr beworben, machen dabei natürlich meist einen Höllenlärm. Die Frage ist, sind diese hohen Luftumsätze eigentlich notwendig?
Bei einem CPU-Lüfter kann ich die hohe Leistung noch nachvollziehen, da Wärme direkt von einem gut leitendem Metall abtransportiert wird, aber macht das ebenfalls bei einem Gehäuse Sinn?

Überlegung eines Mathe-Losers:
Als beispiel nehme ich mal mein Gehäuse das Phanteks Primo, in diesem sind ab Werk 5 Lüfter verbaut, der Einfachheit halber nehme ich jetzt mal nur die zwei ausblasenden. Die haben je 138 m³/h, zusammen als 272 m³/h
Das Case hat ca Maße von 60x60x25cm = 0.09 m³. Würde bedeuten (wenn die Formel so simpel ist, hab keine Ahnung von Physik), das alle 1.5 Sekunden die Luft im Case komplett getauscht wurde.
Wenn ich jetzt zwei absolute Silent-Lüfter nehme die "nur" 70m³/h machen, wie z.b. 800rpm Noiseblocker, würde es nur 3 Sekunden bis zu einem kompletten Austausch brauchen...kann das überhaupt einen wirklichen Unterschied in den Temperaturen machen?

Es geht wie gesagt nur um Gehäuselüfter, nicht um Lüfter auf Kühlkörpern oder Radiatoren, da ist eine hoher Umsatz und Druck sicher wichtiger.

Bevor ich heute mir Abend die Arbeit eines Selbstversuchs mit Lüftersteurung und Benchmarks mache, würde mich das einfach interessieren.

Danke für eure Gedanken und Erfahrungen dazu
 
Also was ich ergänzend an deine Überlegung anfügen möchte ist, dass der Luftstrom, also wie die Luft von wo zu wo fließt ebenfalls wichtig ist. Dieses habe ich damals bei einer Firma gelernt die Rechenzentren baut. Es geht nicht nur um die reine Menge, sondern auch wie der Strom fließt. Wir haben auch einige Messungen mit einem Desktop gemacht damals um dieses zu simulieren.

Ergebnis war z.B. dass ein Lüfter vorn unten (rein ziehend) und einer hinten oben (raus blasend) eine wahnsinnig hohe Effizienz haben. Durch die Kaminwirkung bzw den Kamineffekt hat sich die Effizienz von nur zwei solcher Lüfter genauso gut geschlagen wie zwei vorne oben (rein saugend) und zwei hinten (raus blasend).

Nun kann dieses aber auch von deinem Gehäusemodell abhängen. Evtl. lässt es gewisse Luftströme gar nicht zu. Nur so zur Überlegung. :) ;)
 
Der Durchsatz eines Lüfters wird bei max. Drehzahl ohne Hindernisse angegeben.
Die max. Drehzahl kannst du natürlich nachstellen, allerdings hat jedes Gehäuse "Hindernisse" wie Mainboard, Festplattengehäuse, Grafikkarte, usw.
Desweiteren ist der Luftstrom an einigen Stellen wie z. B. bei der Grafikkarte meistens relativ gering und somit bleibt es dort oftmals heiß, selbst wenn die Lüfter 10x soviel fördern würden.

Aus meiner Sicht wird bei aktuellen Gehäusen vor allem die CPU gut gekühlt, weil immer Gehäuselüfter vorne unten und hinten oben empfohlen wird. Die Grafikkarte profitiert nicht so viel davon. Eigentlich wäre es ideal, wenn die Grafikkarte Frischluft direkt von außen bekommen würde und die Abwärme nicht andere Bereiche im Gehäuse (wie z. B. die CPU) erreichen würde. Evtl. wären es dann mehrere Temperatur-Ebenen im Gehäuse, die voneinander getrennt wären, also oben CPU, in der Mitte GPU, unten der Rest (Netzteil nochmals darunter).
Gab es da nicht schon mal ein paar Ansätze? BTX? Ich weiß es nicht mehr...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke speziell bei meinem Case ist das kein Problem , da sich zwei Lüfter direkt auf dem Boden unter der Graka verbauen lassen (NT ist versteckt) und auch der Kamineffekt sehr gut genutzt wird
https://pics.computerbase.de/5/2/7/0/5/26-1080.1599409677.jpg Hier mal ein bild vom CB Test.

Da die Lüfter sehr laut sind überlege ich halt auf Silent umzusteigen, möchte aber die guten Temperaturen nicht opfern, weshalb die Überlegung kam wieviel Umsatz überhaupt sinnvoll ist
 
Ich habe bei meinen Case (AeroCool DS) bei voller Lüfterbestückung wenig Unterschied zwischen leisen und lauten Drehzahlen (650 vs. 1000rpm 120mm), außer bei mir in der Dachgschosswohnung sind 30 Grad.
 
Interessanter Artikel: Der perfekte Airflow [hardwaremax.net]
Aus dem Fazit schrieb:
Im Optimalfall konnten wir die CPU- und GPU-Temperatur um über 6°C senken.

Letztendlich würden wir in der Regel nicht empfehlen, mehr als vier Gehäuselüfter einzusetzen, da mehr Lüfter die Geräuschkulisse erhöhen und die Temperaturen kaum noch sinken. Dazu ist aber auch zu sagen, dass z.B. sieben leise Lüfter kaum lauter als zwei leise Lüfter sind. Anstatt fünf oder gar noch mehr Gehäuselüfter zu verwenden ist es meistens sinnvoller einen zweiten Lüfter am CPU-Kühler zu montieren oder in eine gute Wärmeleitpaste zu investieren.

Schlussendlich sollte dank diesem Review jeder einen sinnvollen Airflow für sein Gehäuse finden können, jedoch muss jeder selber seinen optimalen Kompromiss aus niedriger CPU- und GPU-Temperatur, niedriger Lautstärke und geringen Investitionskosten finden.
 
bitte vergeßt ganz schnell wieder den kamineffekt! es handelt sich ganz schlicht um einen gerichteten Luftstrom, wenn unten einer reinbläßt und oben einer absaugt!

Der Kamineffekt entsteht durch einen deutlichen Luftdruckunterschied am Sockel und am Schornsteinfirst. die Luft am Sockel (Bodenbereich) drückt mit deutlich höherem Luftdruck in den Schlot und die Thermik (warme Luft Steigt auf) wird unterstützt. Warme Luft kühlt ab, aber Abgase bleiben und die sollen durch den Kamin "abgesaugt" werden.

wenn ihr nen Kamineffekt erleben wollt, dann stellt euch in einen Industrieschlot mit etwa 100m Höhe. DA wirkt dann deutlich spürbar ein Kamineffekt. der Kamin im EF-Haus wird nach den Grundlagen der Feuerungstechnik ermittelt. ich kann gerne nochmal nach den Formeln suchen, aber das ist bei nem Gehäuse von 0,6m Höhe iwie witzlos!
 
Ich schau immer nach einem guten mix aus Luftdurchsatz und Lautstärke. Bei dem Enthoo Primo kann ich dir Noctua A14 FLX empfehlen sind zwar ehr unterdurchschnittlich beim Luftdurchsatz dafür unschlagbar leise. Beim Enthoo-Primo ist aufgrund der hervorragend angeordneten Lüfterpositionen der Luftdurchsatz ehr nebensächlich mMn.
 
Die Sache ist im Grunde einfach.
Die Perfekte Kühlung:
Vorne/Unten und Hinten Oben/Oben (Netzteil verwend ich gerne mit zum Absaugen unten)je nach Aufbau,viele Lüfter.
Das wichtigste ist eigentlich das die Luftmenge die erwärmt wird A: Min genauso schnell hinten raus kommt und B: vorne kalte rein kommt.
Um die Sache dann Silent zu machen,werden die Lüfter entsprechend geregelt und gedrosselt/Abgeschaltet.

Und dann musst einfach Testen wo du wieviel Luft brauchst und wie warm die Komponenten werde dürfen im XY Zustand.

Aber ich finde das Optimalste ist eh wenn man das Case selber baut.....
 
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