mae schrieb:
Das war m.E. beides Teil der Strategie: Ein paar fette Hochfrequenzkerne fuer maximale Leistung bei einem oder wenigen Threads (und deswegen brauchen die auch kein SMT), und viele kleine Kerne fuer maximale Leistung bei Viel-Thread-Lasten. Eigentlich sollten letztere dann fuer die Server-Chips das Ding der Wahl sein.
Und warum wohl wurde diese Strategie sofort wieder einkassiert?
Sie funktioniert nicht.
mae schrieb:
Warum dann wegen "fehlendem SMT" bei den P-Kernen gejammert wird, ist mir unklar. Wer soviele Threads hat, dass er SMT auf diesen Prozessoren nutzen kann, soll sich lieber einen E-Kern-Xeon kaufen.
Das Problem mit den klassischen E-Kernen ist, dass sie zu ineffizient sind. Deswegen verabschieden sich auch viele Smartphone SoC von den E-Kernen.
Bei Arm war big.LITTLE eigentlich schon länger Geschichte, weil zu den P und E Cores die M Cores hinzugekommen sind. Apple hat lange gebraucht um sich zu einem M Core durchzuringen.
Andererseits muss man aber auch sagen dass die E Cores von Apple von der Performance höher liegen als so mancher M-Kern.
mae schrieb:
Was aber das groessere Problem ist, ist, dass das, wofuer die P-Kerne eigentlich gut sein sollten, nicht wirklich funktioniert hat. Sie sind eben bei Single-Thread-Last nicht nennenswert schneller als die Zen5-Kerne, die aber flaechenmaessig irgendwo dazwischenliegen.
Das meine ich mit zu fett. Und das verschlanken ist sehr schwer. Man trifft bei Design einer Microarchitektur viele tausend Entscheidungen die aufeinander aufbauen und somit voneinander abhängen.
mae schrieb:
Wobei ich bei der Flaeche niemals einen richtigen Vergleich gesehen habe; gibt's da vielleicht welche, die jetzt auf dem gleichen TSMC-Prozess gefertigt werden, sodass man einen richtigen Vergleich der Flaeche machen kann?
Vergleiche sind auch auf demselben Prozess nicht einfach, weil das Physical Design einen sehr großen Einfluss auf die Fläche hat. Aber die Unterschiede zwischen Zen 3 und dem P Kern von Alder Lake war erkennbar.
Allerdings musste sich auch AMD von diesen kleinen schlanken Kernen verabschieden. Bei Zen 4 wurde die FPU stark erweitert und bei Zen 5 wurde die FPU nochmals erweitert und auch die Integer Einheit aufgeblasen.
mae schrieb:
Ja, so verstehe ich diese Meldung auch. Da sehe ich die Moeglichkeit, dass sie das so wie AMD machen, also mit (im wesentlichen) einer Mikroarchitektur in verschiedenen Varianten, oder so wie bisher mit separaten Mikroarchitekturen fuer P und E.
Das ganz große Problem von X86 ist, dass die ISA viel zu uneinheitlich geworden ist. Die Hybrid-CPUs von Intel haben nur die Krone aufgesetzt.
Offensichtlich hat die X86 Advisory Group Intel klar gemacht, dass es nur noch mit einer gemeinsamen ISA funktionieren kann. Man hat noch ein paar Entwürfe von Intel optimiert aber ich denke bei ACE sieht man wie es in Zukunft weiter gehen muss. AMD und Intel müssen sich auf eine ISA verständigen und diese mit den Kunden abstimmen. Die Konkurrenz zwischen Intel und AMD muss auf anderen Ebene stattfinden.
Die Frage bei Unterschiede in den Microarchitekturen in einem Hybriddesign ist, wirkt sich das auf die Compiler aus oder nicht. Wenn man unterschiedliche Compilate für die verschiedenen Kerne bräuchte wäre das nicht so optimal. Nur bei einem abgespekten ultrakompten Low Power Kern, der eigentlich nur dann aktiv ist, wenn praktisch nichts zu tun ist, stört dies nicht zu stark.
mae schrieb:
Wobei, wenn sie jetzt einen neuen P-Kern machen, kann ich mir vorstellen, dass der von der bisherigen E-Kern-Linie abgeleitet ist, mit Aenderungen fuer mehr Takt und wohl auch mehr IPC.
So verstehe ich das auch. Intel erweitert die E-Kerne und baut auf dieser Basis eine neue Microarchitektur für die P-Kerne.