Doenereater schrieb:
Mein System merkt, wenn die Sonne weg ist und speist dann meinen aktuellen Verbrauch aus der Batterie. Genauso speise ich bloß meinen Bedarf übern WR ins Haus und der Rest der zur Verfügung stehenden Energie wird in den Speicher gepumpt. Für ich sag mal ~ 80 % Prozent der Fälle bräuchte man also keine Schaltung von extern für dise Größenordnung, weil das System ohnehin die ganze verfügbare Leistung in den Akku ballert. Maximal 800 Watt Einspeisung denke ich geht ohnehin im Grundrauschen unter.
So funktionieren an sich alle PV-Systeme mit Speicher, wenn man es von ihnen nicht anders fordert. Netzdienlich ist das aber nicht. Das wäre es, wenn sich zu den Peak-Verbrauchszeiten Morgens und Abends der Speicher um den Überschuss am Tag ins Netz entleert, also da wo der Strom tatsächlich gebraucht wird. Und Mittags wird dann nichts eingespeist und ausschließlich die Batterie geladen. Das wäre zumindest eine Passive Lösung, um die Einspeiseproblematik etwas zu verringern.
Doenereater schrieb:
Ein weiterer Vorteil von einem "fragmentierten" Speicher über Privathaushalte wäre auch, dass das Netz nicht so um bzw. ausgebaut werden muss, weil die Energie nicht von einzelnen wenigen Punkten verteilt werden muss, sondern bestehende Netze verwenden kann.
Leider leisten die PV-Anlagen genau dann am wenigsten, wenn der Verbrauch (mit Wärmepumpe) am höchsten ist. Die Netze müssen also dennoch ausgebaut werden, weil eine normal dimensionierte Anlage den Winter über nicht den Hausverbrauch decken kann.
Insgesamt wird die Delle bei PV sehr gut durch höhere Ausbeute bei Windkraftanlagen kompensiert, die stehen aber eben nicht in deinem Vorgarten. Das Netz muss also in der Lage sein, diesen Strom im Winter zu dir zu transportieren. Intelligent gesteuerte Speicher könnten jedoch deinen Spitzenverbrauch deckeln indem sie sich stetig aus dem Netz laden. Insbesondere zu Zeiten, wo viel günstiger Strom verfügbar ist.
So oder so, eine Entlastung ist es nicht wirklich. Im Sommer müssen große Mengen an Energie von den Häusern wegtransportiert werden und im Winter dreht sich der Spieß um.
Auch hier sehe ich also die Notwendigkeit von großen Batteriespeichern. Auch um Lastspitzen lokal aufzufangen. Der Konsequente Einsatz von Groß- und Kleinspeichern kann theoretisch das Netz entlasten. Voraussetzung ist dafür wiederum die Steuerbarkeit und die genaue Verbrauchsermittlung der ganzen Anschlusspunkte. Gerade letzteres ist wegen den fehlenden Smartmetern noch nicht gegeben. Es hakt wie so oft an der Digitalisierung in DE -.-
Doenereater schrieb:
Wie sieht das eigentlich aus, kann man solche Systeme nicht auch automatisch, mit viel wenig Aufwand, über die Netzfrequenz steuern? Wenn Frequenz > 50,XX Hz wegschalten, wenn < 49,XX zuschalten? Klappt das oder stell ich mir das zu einfach vor?
Das ist bereits so geregelt. Alle Wechselrichter, die in DE Netzgekoppelt arbeiten, müssen zertifiziert den
deutschen Gridcode umsetzen. Der regelt, ab welcher Frequenz die Einspeisung gedrosselt bzw ganz eingestellt wird. Und bei zu stark abweichender Spannung müssen die sich zb. komplett vom Netz trennen (NA-Schutz), damit ein abgeschaltetes Netz nicht von angeschlossenen Wechselrichtern unter Spannung gehalten wird und man sicher daran arbeiten kann.