Die Frage lautet richtig: Merkst du was?
Diesen Dualismus gibt es nicht. Es gibt nur den einen Ansatz, der auf Beobachtung und Beweisen beruht, die überall auf der (bekannten) Welt nachvollziehbar sind. Diesen kann man in Formeln beschreiben, also mathematisch. Das geht natürlich nur bei berechnbaren Gebieten.
Allein schon, dass du Wissenschaft gleichsetzt, also Naturwissenschaften, die mathematisch und beobachtbar sind mit medizinische Forschung und gar sozialwissenschaftlichen Themen, bedeutet schlicht, dass du das ganze nicht verstanden hast.
Nur weil es dir zu hoch ist, heißt das nicht, dass du dadurch im Recht bist mit deinen eigenen Annahmen.
Es gibt Natur"gesetze" die auf Annahmen und Beobachtungen beruhen. Diese sind solange gültig, solange sie das Umfeld von uns treffend beschreiben. Kein Wissenschaftler auf dieser Welt wird auf diese beharren, wenn du eine bessere Lösung vorlegst, welche entsprechend wissenschftlich überprüfbar ist. Genau das aber behauptest du. Das beweist eigentlich nur deine Engstirnigkeit.
Auch ist die Wissenschaft durchaus in der Lage ihre Grenzen abzustecken. Die klassische Physik gilt bei uns bisher unangefochten im Alltag. Trotzdem weiß jeder, dass diese Theorien versagen wenn man in neue extreme wie der Quantenphysik eintritt. Das ist ein ganz anderer Themenbereich, welcher auch irgendwann komplett erforscht sein wird. Dieser wird dann auch irgendwann die aktuellen klassischen Physikgesetze erklären können. Diese werden aber dadurch nicht widerlegt, da sie in der heutigen Einschränkung nun mal exakt so existieren.
Das ist ja das Schöne daran, dass es einfach Bereiche gibt die man mit einer Theorie abdeckt und die nicht darauf beharren, alles zu erklären. Sie gelten eben in einem abgeschlossenem System.
Die große "Weltformel" ist noch nicht gefunden. So etwas nicht einfach möglich, sondern kann nur die iterative Forschung erlangt werden. Vielleicht werden wir sie auch nie herausfinden, weil die Antwort unseren Horizont bei weitem übersteigt. Vielleicht ist sie auch einfach 42.
Ideologie bringen eigentlich nur Leute in solche Diskussionen, welche sich der offensichtlichen (bewiesenen) Sachen verschließen, mit fadenscheinigen Argumenten, ohne eine bessere Lösung zu haben. Zugleich aber für sich beanspruchen selbst viel mehr zu verstehen als der ganze Rest. Ein ganz klassischer Dunning-Kruger-Effekt, den ein andere Forist vor ein paar Tagen schon angeführt hat, ohen überhaupt zu merken, dass er sich damit selbst beschreibt
Nochmal: Die "Wissenschaft" ansich gibt es nicht. Es gibt aber wissenschaftliche Methodiken und Vorgehensweisen, welche sich bewährt haben. Man muss für verschiedene Themengebiete auch entsprechend unterschiedliche "Wissenschaften" heranziehen. Keine davon erhebt den Anspruch unfehlbar zu sein, oder gar eine vollständige Lösung zu bieten. Würde sie das tun, dann hättest du recht. Dann wäre es ein Ideologie und somit wiederum eine Religion und damit faktisch falsch, weil bis zur besagten Weltformel, welche sich dann auch den Anspruch der Unumstößlichkeit stellen müsste, keine wissenschaftliche Disziplin sich so betrachten würde.